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Watzmann-Überschreitung

Die Paradetour in den Berchtesgadener Alpen

Hoch über Berchtesgaden thront er - der König Watzmann mit seiner Familie. Neben einer Sage wird er auch von Wolfgang Ambros besungen.
Die Watzmann-Überschreitung zählt zu den besonders schönen Gratwanderungen in den deutschen Alpen.


Der Watzmann von der Paulshütte aus gesehen

Der Watzmann von der Paulshütte aus gesehen


Kurzinfo:

Region:
Berchtesgadener Alpen
Tourenart:
Bergtour (schwer)
Klettersteig (leicht)
Erreichte Gipfel:
Hocheck 2651 m
Watzmann Mittelspitze 2713 m
Watzmann Südspitze / Schönfeldspitze 2712 m
Dauer:
10 - 13 Stunden, ja nach Gehtempo
Beste Jahreszeit:
Juni - Oktober, je nach Schneelage
Touristinfo:
Berchtesgaden
Weblinks:
Nett gemachtes Video über die Watzmannüberschreitung - von Siesei

Anforderung:

Höhenunterschied:
2079 hm + 150 hm im Auf und Ab
Schwierigkeit:
leicht
Die Watzmann Überschreitung ist eine alpine Tour im bestens versichertem Gelände. Der Anstieg bis zum Hocheck ist eine leichte Bergtour mit wenigen Versicherungen im oberen Teil. Die Überschreitung zur Südspitze ist ein einfacher mittelschwerer Klettersteig, der fast durchgängig versichert ist.
Nicht zu unterschätzen ist ebenfalls der Abstieg ins Wimbachgries. Dort findet man wenige Versicherungen und muss durch sehr steile, schottrige Pfade absteigen.
Voraussetzung sind Schwindelfreiheit und absolute Trittsicherheit, denn ein Verhauer führt unweigerlich in die abstürzenden Wände zur rechten und linken Seite. Unbedingt zu empfehlen ist ein Steinschlaghelm, denn gerade beim steilen Abstieg werden durch oben laufende Steine losgetreten.

Konditionsstarke Geher können die Tour als Tagesunternehmung durchführen. In der Regel wird aber die Tour auf zwei Tage aufgeteilt (mit Übernachtung im Watzmannhaus)
Kinder:
für trittsichere, ältere Kinder bei Aufteilung auf zwei Tage geeignet (KS Set)
Hunde:
für Hunde nicht geeignet

Einkehrmöglichkeit:

Wimbachgrieshütte:
durchgehend von Mai bis Mitte Oktober.   Hütten Info, hier klicken
Watzmannhaus:
ca. Mitte Mai bis Mitte Oktober
Ab 10.9.2018 bis Mai 2019 ist das Watzmannhaus inkl. Winterraum wg. Umbaumaßnahmen komplett geschlossen! In dieser Zeit ist keine Reservierung/Übernachtung möglich.   Hütten Info, hier klicken

Start:


Wimbachklamm / Wimbachbrücke 620 m

GPS-Wegpunkt:
N47 36.156 E12 55.420 zu Google Maps

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Bahnverbindung bis nach Berchtesgaden. Weiter mit dem Bike bis zum Parkplatz Wimbachbrücke. Außerdem fährt ein Bus bis zur Haltestelle Wimbachbrücke.

Mit dem Pkw:
Die Anfahrt mit dem Kfz erfolgt über die A 8 (München -Salzburg) bis Ausfahrt Bad Reichenhall und über die B 20 und die B 305 zur Wimbachbrücke (Großparkplatz mit Parkscheinautomat). Oder man wählt die Ausfahrt Traunstein/Siegsdorf und fährt auf der B 305 [Deutsche Alpenstraße) über Inzell, Schneizlreuth und Schwarzbachwacht nach Ramsau/Wimbachbrücke.

  • Ab Rosenheim: 85 Km / 1:10 Std
  • Ab München: 150 Km / 1:30 Std
  • Ab Bad Tölz: 135 Km / 1:40 Std
  • Ab Salzburg: 30 Km / 0:35 Std

Mit dem Bike:
Von Berchtesgaden bis zur Wimbachbrücke kann man mit dem Rad fahren.

Tourenplaner / Online-Fahrpläne: hier klicken

Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.

Tourenbeschreibung:

Start: Wimbachklamm / Wimbachbrücke

Aufstieg zum Watzmannhaus (2:30 - 3:30 Stunden)
Vom Parkplatz folgt man der Beschilderung Richtung Watzmannhaus. Wer früh los geht, sollte sich nicht verlaufen und der Asphaltstraße aufwärts folgen, sondern rechterhand über den Parkplatz in den Wald laufen.
Nun geht es auf breitem Weg aufwärts Richtung Stubenalm. Hier wird das Gelände freier und schon man kann vielleicht ein paar Pferde erblicken. Weiter geht der Weg Richtung Mitterkaseralm. Vor der Alm lacht einen schon das Hocheck und das darunter liegende Watzmannhaus an. Ab der Mitterkaseralm wird der breite Forstweg zum einem steilen Steig, der an der Falzalm mündet. Dort offenbart sich nun ein atemraubender Blick zur Kleinen Watzmann, ins Kar, zu den Watzmannkinder und zum Hocheck. Man wandert auf das Watzmannhaus zu und steigt auf felsigem, steilen Steig aufwärts. Hier und da finden sich ein paar Seilsicherungen, man überquert eine kleine Brücke und nach einem letzten Aufschwung steht man am Watzmannhaus.

Aufstieg zum Hocheck (1:15 - 2:15 Stunden)
Vom Watzmannhaus zieht der Weg in Kehren, anfangs über Geröll, später über Felsen aufwärts zum Hocheck. Die Ausblicke sind traumhaft, Hochkalterstock, Hochkönig, etc.. Im oberen Teil sind ein paar (unnötige) Seilversicherungen zu finden. Nach diesem ersten kraftraubenden Aufstieg steht man am ersten Gipfel mit wunderschönem Gipfelkreuz. Zeit, erst einmal den Blick schweifen zu lassen.
Nun beginnt der anspruchsvolle Teil der Tour. Die Überschreitung zur Südspitze.

Übergang zur Mittelspitze (0:35 - 1:00 Stunden)
Über einen Steg geht es an der Biwakhütte vorbei zum Einstieg auf den Grat. Es geht gleich feurig zur Sache, ein Stahlgeländer leitet einen steil abwärts. Ein erstes Gefühl für das, was noch kommen wird. Nun geht es munter am Grat entlang, es geht abwärts, immer gut durch Seile versichert. Man weicht suf die Westseite aus, wechselt dann wieder ostwärts. Manchmal trennen einen nur wenige Schritte vor dem Abgrund hinunter ins Wimbachgries. Bald steht man vor einem Plattenband, an einem Geländer geht es aufwärts, hinauf zur Mittelspitze. Diese erreicht man auch nach ca. einer Stunde. Der höchste Punkt des Watzmannmassivs ist erreicht!

Übergang zur Südspitze (1:15- 1:45 Stunden)
Der Übergang zur Südspitze ist das anspruchsvollste Gratstück. Hier geht es nicht nur 120 Höhenmeter abwärts, die im Anschluss wieder erstiegen werden müssen, sondern man findet auch die anspruchsvolleren Teilstücke vor.
Wir steigen von der Mittelspitze gleich einmal steil bergab, man wechselt von der Ostseite zur Westseite und hangelt sich durch eine Rinne abwärts. Weiter geht es abwärts, immer wieder eröffnen sich schöne Ausblicke in die angrenzende und weit entfernte Bergwelt. Nun geht es bald wieder aufwärts, man klettert aufwärts vor ein paar gelbe Zacken. Diese werden westseitig umgangen und man steigt wieder aufwärts. Hier und da blickt man sehnsüchtig in die Watzmann Ostwand, erblickt die markante, orangene Ostwand Biwakschachtel und kann vielleicht auch ein paar Kletterer in der Wand ausmachen. Die Südspitze ist nun zum Greifen nah. Hier läuft man nun auf der Gratschneide seinem Ziel entgegen. Ein steiler Aufschwung wechselt von der West- zur Ostseite und ehe man sich versieht, läuft man auf das Gipfelkreuz der Südspitze zu. Der Blick zurück führt einen nochmals sehr schön sein Tageswerk vor Augen.

Abstieg ins Wimbachgries (1:45- 2:30 Stunden)
Der steile Abstieg ins Wimbachgries folgt nun. Man steigt sogleich steil abwärts. Hier gilt: nicht zu früh westwärts halten! Sonst kann man sich in einer Steinschlagrinne wiederfinden. Die Augen offen halten und den Markierungen folgende geht es abwärts, nach den ersten Felspassagen findet man bald eine splittrige Schotterrinne vor. Hier empfiehlt es sich, ein paar Meter westwärts im Geröll abzusteigen, deutliche knieschonender. Man sollte aufpassen, keine Steine loszutreten. Man kann nun schon eine saftige Wiesenfläche erkennen, die Linderung für die Anstrengung in den Beinen verschaffen will. Doch noch ist konzentriertes Absteigen bzw. Abkraxeln angesagt, sind doch einige Steilstücke zu meistern.
Dann kann man ein paar Meter auf ebener Fläche laufen. Hier sollte man sich ein bisschen erholen und pausieren.
Der Abstieg geht gleich steil weiter durch ein dörres Bachbett bzw. Abflussrinne. Hier und da gibt es eine Kette, die den Abstieg erleichtert. Man kann nun Blicke ins Wimbachgries werfen und sehnt der Ebene entgegen. Doch es ist noch ein beträchtliches Stück, kurz geht es aufwärts, an einem Felsentor vorbei auf schmalen Pfad wieder abwärts bevor man ins Wimbachgries gelangt. An einem Steinhaufen mit altem Bergschuh trottet man mittig ins Gries, eine riesige Geröllwüste. Der Blick zurück geht weit hinauf. Nun folgt der Talhatscher.

Durch das Wimbachgries zum Parkplatz (2:00- 2:45 Stunden)
Der Talhatscher führt einen durch die scheinbar endlose Steinwüste. Die Wimbachgrieshütte ist bald erreicht. Hier werden trockene Münder mit der nötigen Flüssigkeit versorgt.
Es folgt der Weiterweg zum Jagdschloss, zur Linken der Hochkalter, zur Rechten der Watzmann. Im Gries liegen zum Teil riesige Felsbrocken. Ein imposantes Bild, einfach sagenhaft.
Wer Lust hat (und noch Ausdauer) kann den Tag mit einem Besuch in der Wimbachklamm abschließen.

GPS-Daten:


GPX-Tracks sind oft ungenau. Die angezeigten Daten können (insbesondere zur Höhe und Steigung) falsch sein. Daher verwendet bitte nie die Tracks ohne betreffendes Kartenmaterial für das dazugehörige Gebiet. Die GPS-Daten sollen nur als zusätzliche Unterstützung verwendet werden. Auf der Karte lässt sich rechts oben in die Kartengrundlage OpenTopomap umschalten (OpenTopoMap ist nicht immer sofort verfügbar). Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.


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Webcams:

Aktuelle Bilder von Webcams im Umkreis von 30km vom Ausgangspunkt.
  weitere Webcams findest du hier



Bergstation Jennerbergbahn
(©Foto-Webcam.eu)

Bergstation Jennerbergbahn
(©www.foto-webcam.eu)

Stuhljoch
(©foto-webcam.eu)

Literatur:

Sagen

Sagen und Märchen aus dem Berchtesgadener Land
von Hubrich-Messow, Gundula
Infos: Sagen

Sagen und Märchen aus dem Berchtesgadener Land

Bildband

Watzmann
von Pusch, Wolfgang
Infos: Bildband

Watzmann

Klettersteig-Führer

Klettersteigatlas ALPEN
Über 850 Klettersteige zwischen Wienerwald und Côte d’Azur
von Paul Werner · Iris Kürschner · Thomas Huttenlocher · Jochen Hemmleb
Infos: Klettersteig-Führer

Klettersteigatlas ALPEN

Klettersteig-Führer

Klettersteige (Bayern · Vorarlberg · Tirol · Salzburg)
92 Klettersteige zwischen Rhein und Salzach
von Werner, Paul / Huttenlocher, Thomas
Infos: Klettersteig-Führer

Klettersteige (Bayern · Vorarlberg · Tirol · Salzburg)

Bildband

Watzmann: Mythos und wilder Berg
von Höfler, Horst / Zembsch, Heinz
Infos: Bildband

Watzmann: Mythos und wilder Berg

Galerie:


Weitere schöne Bilder sind in unserer Fotoshow

Diashow:

Bei Sonnenaufgang an der StubenalmDas hell erleuchtete Hocheck mit dem darunter liegenden WatzmannhausDas Watzmannhaus (DAV)Beim Aufstieg zum Hocheck hat man schon atemberaubende AusblickeDer Holzsteg am Übergang zur MittelspitzeSteilpassagen am GratBei gutem Wetter ist mit erhöhtem Verkehr zu rechnenDie orangene Ostwand BiwakschachtelAuf der Gratschneide kurz vor der SüdspitzeSteil geht es auch ins WimbachgriesIm Wimbachgries angekommen warten noch 12km Fußmarsch

Video:

Watzmann Überschreitung Juli 2010 - no Diashow!
zum Video auf YouTube


Sagen, Mythen und Wahrheiten:


Sagen

Die Watzmann-Sage

Im Berchtesgadener Land vor vielen tausend Jahren,
mussten Mensch und Tier viel Grausamkeit erfahren.
Mit seinen sieben Kindern, so kündet uns die Sage,
war der König Watzmann für Land und Leute eine Plage.
Gewalt und Tücke und Frevel waren sein Tun und Handeln.
Darob geriet Gott in Zorn. Sein Spruch tat ihn verwandeln
mit seiner ganzen Sippe zu Fels und schroffen Graten.
Als Watzmann muss er büßen für seine Missetaten.

Vor vielen Jahrhunderten herrschte im Berchtesgadener Land ein König, dessen Name Waze lautete. Er war ein grausamer, finsterer Tyrann der allzu gern die Menschen und Tiere quälte. Sein höchstes Vergnügen war die Jagd. Auch sein Weib und seine Kinder fanden große Lust an wilden Hetzjagden, wenn die Pferde unter ihnen zusammenbrachen und das totgehetzte Wild von den Hunden zerfleischt wurde.
Wieder einmal auf so einer Jagd, sah der König eine Großmutter mit seinem Enkelkind auf dem Schoß. Er lenkte sein Pferd so hart vor die Hütte, dass die Greisin schwer verletzt wurde. Ihr Sohn und sein Weib kamen aus der Hütte kamen, um die sterbende Mutter im Hause hinzubetten, da hetzte der König die schnaubenden Rüden auf die beiden, sodass auch sie unter den Zähnen der Bestien ihr Leben ließen. Lachend sahen der König, seine Gattin und die sieben Kinder zu.
Da hob die sterbende Großmutter mit brechendem Blick ihre zerfleischte Rechte empor und stieß im Sterben einen Fluch über den König und die Königin mit ihren sieben Kindern aus, dass sie die Strafe der Gottheit erreiche und in Felsen verwandle. Da erbebte die Erde erbebte und es gab einen Sturm, als wäre das Weltende nah. Aus der Erde sprühte Feuer und verwandelte den König mit seiner Familie in riesige Felsen.
So steht König Watzmann mit Frau und sieben Kindern zu Stein geworden in der felsigen Wildnis und blickt als ewiges Wahrzeichen herab ins Berchtesgadener Land.