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Fockenstein

»Von Bad Wiessee über die Aueralm«


Der unscheinbare Fockenstein, zwischen Lenggries und Tegernsee gelegen, wird von beiden Seiten häufig bestiegen und gilt trotz seiner 1562 m als lohnender, aber nicht überlaufender Aussichtsgipfel dieser Region. Von der Lenggrieser Seite aus wird gerne der Geierstein mitgenommen, während vom Tegernsee aus die Aueralm als Zwischenstation ein absolutes Muss ist. Sofern wir mit öffentlichen Mitteln anreisen, ist auch die Überschreitung von Lenggries nach Bad Wiessee eine interessante Alternative.

In dieser Tourenbeschreibung zeigen wir den Weg ab Bad Wiessee durch das Zeiselbachtal bis zur Aueralm und weiter den Aufstieg zum Fockenstein; vom Gipfel hinunter eine kleine Abstiegsvariante über die Neuhüttenalm und als Rückweg nach Bad Wiessee den weniger frequentierten Waldweg über die Wachselmoosalm.

Kurz hinter der Aueralm präsentiert sich der Gipfelblock des Fockensteins.

Gipfelblick auf den Tegernsee.
Links neben dem Gipfelkreuz kann man die Aueralm erkennen.


Kurzinfo:

Region:Bayerische Voralpen
Tourenart:Bergtour (mittel)  
Erreichte Gipfel:Fockenstein 1562 m
Dauer:Bad Wiessee - Aueralm 2 Std., Aueralm - Fockenstein - 1 Std. - Fockenstein - Aueralm 1 Std. - Aueralm - Bad Wiessee 1,5 - 2 Std.
insgesamt 5,5 - 6 Std.
Beste Jahreszeit:Mai - November. Bei Schneearmen Winter auch früher begehbar.
Touristinfo:Bad Wiessee

Anforderung:

Höhenunterschied:ca. 880 m (Zwischenanstiege auf dem Rückweg)
Streckenlänge:ca. 13 km
Schwierigkeit:mittel
Bis zur Aueralm leichte Forststraße, zum Schluss recht steil. Der Gipfelaufstieg erfordert Trittsicherheit. Abstieg: Im Wald hinter der Wachselmoosalm ist teilweise die Orientierung etwas schwierig.
Kinder:Für Kinder problemlos möglich, soweit man nur bis zur Aueralm geht, aber möglicherweise aufgrund der Länge etwas langweilig.
Kinderwagen geeignet:Nein

Einkehrmöglichkeit:

Aueralm:
täglich 8.30 - 18 Uhr, Mo Ruhetag, Betriebsferien 1.-25.12.
Link zur Hütte ...mehr Info, hier klicken

Hinweis: Da wir die Öffnungszeiten, Übernachtungshinweise, etc. oft aus dritter Hand erhalten, kann es immer wieder vorkommen, dass die hier veröffentlichten Daten nicht mehr ganz aktuell sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich bitte vor Beginn einer Tour direkt bei der Hütte informieren (Telefon / Homepage).


Startpunkt:

Sonnenbichl-Parkplatz in Bad Wiessee, 630m


GPS-Wegpunkt:

N47 42.271 E11 42.813  [@google-maps]

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Mit der Bayerischen Oberlandbahn bis zum Bahnhof Gmund am Tegernsee. Von dort aus fahren wir mit dem RVO-Bus 9559 (Ringlinie) bis nach Bad Wiessee, Haltestelle Söllbach. Auf dem Sonnenbichlweg gehen wir bis zu dessen hintersten Ende, dort liegt der Wanderparkplatz (ca. 15 Minuten Gehzeit).

Mit dem Pkw:

Wir fahren über die Autobahn A8 München-Salzburg, Ausfahrt Holzkirchen oder Irschenberg, über Gmund nach Bad Wiessee. Auf der B318, welche durch den Ort führt, fahren wir vor der Söllbachbrücke in einer Linkskurve geradeaus weiter in den Söllbachgrund, der kurz darauf in die Söllbachstraße übergeht. Nach 340 Metern stoßen wir auf eine Gabelung, hier fahren wir links weiter (nicht auf den Sonnenbichlweg). Am Ende dieser Straße befindet sich der große Wanderparkplatz.


Ab Rosenheim: 45 Km / 0:50 Std
Ab München: 55 Km / 0:45 Std
Ab Bad Tölz: 20 Km / 0:25 Std
Ab Salzburg: 115 Km / 1:20 Std


Tourenplaner / Online-Fahrpläne:

hier klicken


Tourenbeschreibung:

Sonnenbichl-Parkplatz in Bad Wiessee, 630m


Aufstieg zur Aueralm:
Der Aufstieg bis zur Aueralm ist einfach und nicht zu verfehlen: Ab dem Parkplatz wandern wir etwas ansteigend der Forststraße entlang. Diese ist lange Zeit recht flach, die Abzweigungen nach links oder rechts ignorieren wir. Später wird es steiler und immer enger, zum Schluss hin, nach dem steilsten Stück, verlassen wir den Wald und erreichen das Almgebiet. Hier wenden wir nach rechts und erreichen nach drei Minuten die Aueralm am Buchetskogel.

Zum Fockenstein:
Wir folgen der Forststraße in Richtung Neuhüttenalm, nach ca. 10 Minuten zweigt rechts ein mit „Fockenstein“ beschilderter Steig ab. Dieser bringt uns, teilweise durch dichten Fichtenwald recht steil bis zum Gipfel.

Abstieg zur Aueralm:
Vom Gipfel aus geht es weiter in südwestlicher Richtung, der Steig führt kurz zwischen einigen Felsen hindurch. Bei einer Gabelung auf dem Neuhüttensattel halten wir uns links und erreichen schließlich weiter unten nach einem Karrenweg die Forststraße, welche von der Aueralm und der Neuhüttenalm (1329 m) herüber führt. In diese biegen wir links ein und gehen zurück zur Aueralm.

Abstieg über die Wachselmoosalm:
Zuerst bis zu der Gabelung, die wir im Aufstieg drei Minuten vor der Aueralm erreichten. Hier geradeaus weiter auf der breiten Forststraße (Wegweiser „F2 Sonnenbichl über Waxelmoos“. Nach 750 m erreichen wir eine Gabelung, hier verlassen wir die Straße links in RIchtung Waxelmoosalm. Es geht etwas bergauf und wir gehen über die Waxelmoosalm, bald darauf aber wieder bergab durch einen Wald. Hier ist der Weg stellenweise schlecht erkennbar. Weiter unten lichtet sich der Wald, wir erreichen einen baumfreien Streifen, auf welchem wir uns eher rechts halten. Kurz darauf ist der Weg auch wieder gut erkennbar, und er wird etwas breiter. Die Bergstation des Sonnenbichl-Skiliftes ist unser nächstes Zwischenziel - hier genießen wir einen wirklich schönen Ausblick auf den Tegernsee mit seinen umliegenden Ortschaften. Weiter geht es sehr steil und unangenehm über einen gepflasterten Weg, der im Winter als Skiabfahrt dient. Bei der Talstation des Skiliftes richten wir uns links und erreichen auf einem Wanderweg in zwei Minuten den Parkplatz.


Geologie:

Der Gipfelbereich des Fockenstein besteht aus Wettersteinkalk, wie zum Beispiel auch die Benediktenwand, während die darunter liegenden Bereiche des Berges aus Juraschichten bestehen. Die Ursache hierfür ist die während der Eiszeiten erfolgte Überschiebung der sog. Lechtal-Decke über die Allgäu-Decke. So gesehen, ist der Fockenstein ein treffendes Schulbeispiel für die Überschiebung der beiden Gesteinsdecken.


Literatur:

Wanderführer:Münchner Berge mit Bahn und Bus
50 Touren zwischen Füssen und Berchtesgaden
von Abler, Gerhild / Sommer, Antje
Wanderführer:Alm- und Hüttenwanderungen Bayerische Alpen
50 Touren zwischen Füssen und Chiemgau
von Baumann, Franziska
Führer:Münchner Wanderberge
Zwischen Füssen und Chiemgau
von Garnweidner, Siegfried
Führer:Tegernseer und Schlierseer Berge
von Bauregger, Heinrich

GPS-Daten:

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Sagen, Mythen und Wahrheiten:

Aus dem Bildband Die schönsten Berggeschichten, erschienen im Rosenheimer Verlagshaus


Wie ich Almhirt war - Erzählung aus den Tegernseer Bergen von Josef Probst

Der Aufenthalt im Elternhaus hatte ein Ende. Mit betrübtem Herzen sagte mir der Vater, die Nahrung reiche nicht mehr. Er habe sich um eine Platz für mich umgesehen, und ich solle mein Gewändlein zusammenpacken und mit ihm gehen. Es war gut, dass ich schon etwas weggewöhnt war vom Vater, sonst hätte ich diese Ankündigung nicht ausgehalten.

Ich kam in den Dienst eines Bauern. Im Frühling ging uns das Futter für das Vieh aus, und wir mussten mit dem Jungvieh schon am Palmsonntag zur Alm ziehen, im Steinbach, am Fuße des Fockensteins, der zwischen Lenggries und Tegernsee steht.

Als wir auf das sonnige Weideland kamen, erhob sich ein so gewaltiger Sturm, dass die Bäume scharenweise in der Mitte abgerissen und die Wipfel über uns und unser Vieh zur Erde geworfen wurden. Gott schütze alles vor Beschädigung.

Danach fiel Schnee. Wir konnten mit dem Vieh nicht mehr aus den Bergen herauskommen und hatten kein Futter. Ich musste auf der Alm bleiben und täglich Fichten und Tannenäste abschneiden, klein hacken und mit Salz vermischt dem Vieh geben, dass es nicht verhungere. Es verhungerte auch kein Stück und wurde auch keins krank, aber fürchterlich magerten alle ab, obwohl der Schnee nicht viel über vierzehn Tage bliebe.

Nun wurde es warm, und Alpenkräutlein schossen überall hervor. Die Tiere erholten sich, und ich durfte wieder heim, weil jetzt auch die Milchkühe auf die Alm kamen und eine Sennerin für Alt- und Jungvieh zu sorgen hatte. Mit freudigem Dank gegen Gott, der alles ernährt und erhält, kehrte ich heim zu meinem lieben Bauern und zur Bäuerin, welche mich mit guten Lehren für alle Vorkommnis zu versehen wussten. Nicht lange war ich zu Hause, als von der Alm die erschütternde Nachricht kam, die Sennerin sei in den hoch angeschwollenen Stembach gefallen. Wir suchten volle drei Tage lang, bis wir ihren Leichnam fanden.

Ich ging ohne ein Wort zu sagen, kam zur Alm und pflegte mein Vieh. Täglich hatte ich morgens und abends die Kühe zu melken und weitere Milcharbeit zu tun, und wöchentlich zweimal, am Mittwoch und am Samstag, musste ich Milch, Butter und Käse, immer wenigstens fünfzig Pfund schwer, auf einer so genannten Kopfkraxen zwei starke Stunden weit über Berg und Tal und gefährliche Stege nach Hause tragen. Da wurde mir der Hals so steif, dass ich nach Abnahme der Ladung den Kopf wenigstens eine Viertelstunde lang weder rechts noch links drehen konnte. Dieses Geschäft blieb mir den ganzen Sommer durch, und die Heimfrachten fielen sehr gut aus. Den Schluss aber machte ein großes Unglück.

Ich suchte mein Vieh gegen Abends in den Bergen gegen Tegernsee hin und fand rechtzeitig alles. Beim Heimtreiben aber zur Hütte hüpfte die beste von allen Kühen munter voraus. Ich sah sie im dicken Holz bald nicht mehr und meinte, sie werde der Hütte zulaufen, wie es oft der Fall gewesen war. Zur Hütte angekommen, fand ich sie nicht vor. Angst und Schrecken erfüllten mich, und die Ahnung, sie sei verunglückt, machte meine Knie wanken. Ich suchte nach getaner Arbeit die halb Nacht durch, fand nichts und tat durch den zufällig mir begegnenden Pechler die Post heim, dass mir eine Kuh abgehe. Der Sohn des Bauern kam und suchte auch lange, fand aber nichts. Das Unglück war fertig. Die Alpenfreude beim sonst so festlichen Heimzug war dahin. Erst im anderen Jahr fand man das Gerippe der verunglückten Kuh weit im dicken Gehölz. Der Bauer und die Bäuerin betrachteten die Sache als unverschuldetes Unglück und gaben mir nicht ein hartes Wort deswegen.

Um das Almvieh ist es überhaupt etwas Eigenes. Hört es im Frühling im Stall zu Hause die Alpenglocke, so ist keine Ruh mehr. Alles bewegt sich, schreit und reißt an der Kette, und wenn endlich die Stunde des Abmarsches zur Alm kommt, da tragen die Tiere ihre Köpfe hoch, da springen sie, und jedes weiß den Weg zur ersehnten Weide. Die Glocke muss gerade der richtigen Kuh umgehängt werden, und es darf nur eine einzige Kuh eine Glocke haben, wenn die Tiere einmal auf der Alm sind. Hängt man die Glocke einer Kuh an, die nichts gleichsieht und sich im Tragen und Läuten der Glocke nicht ernst zu benehmen weiß, so bleibt die Schar nicht beisammen. Die Tiere zerstreuen sich täglich und sind dann äußerst schwer zu finden.

Findet man sie am selben Tag nicht mehr, so bleiben sie ungemolken. Das tut ihnen weh, und sie geben fortan weniger Milch. Auch die Hausherrschaft merkt dann, dass man die Kühe nicht gefunden hat, oder, wie man damals sagte, einen Staudenkäs gemacht hat.

Ein Nachbar hatte auf demselben Berg einen mächtigen Stier, der manchmal seine Herde verließ und zuweilen auch auf die Leute losstürzte. Als ich nun eines Abends meine Kühe suchte, fand ich diesen Stier unter ihnen, von dem ich schon manch Schreckliches gehört hatte. Kaum hatte er mich bemerkt, so fuhr er schon mit schrecklichem Gebrüll auf mich los. Ich konnte nichts anderes tun, als die Hilfe Gottes anrufen und auf einen Baum klettern. Von dort gab ich meinen Tieren den ihnen bekannten Ruf, und sie gingen auch sogleich dem Melkplatz zu. Der Stier aber bleib da, brummte manchmal zu mir herauf, graste um den Baum herum und legte sich zuletzt darunter nieder. Eine Stunde ungefähr wartete ich, ob das Mordsvieh nicht doch sich forttrollte, überlegte aber unterdessen, wie ich im Fall seines Dableibens doch mit heiler Haut davon kommen könnte. Er stand nicht auf, ich aber machte mich plötzlich außer Atem an den Ästen herunter, und bis er auf den Beinen war, hatte ich den Rand einer steilen Sandschlucht erreicht. In dieses stürzte ich mich hinein, rutschte hinunter und war gerettet.

Darüber kam Rache in meine Seele, und ich ging ihm öfter mit einer tüchtigen Keule nach. Nach einige Tagen kam er mir recht schön in der Nähe eines festen Zaunes zu Gesicht. Er fuhr brüllend auf mich los, um mich aufzuspießen. Ich aber hieb so stark über den Zaun nach seien Hörnern, dass er etwas betäubt wurde. Dann sprang ich zu ihm hinüber, hängte mich mit einer Hand am Schweif ein, stellte mich mit beiden Füßen auf die Einbüge seiner Hinterfüße und haute, während er davonlief, fortwährend mit meinem Prügel auf seinen Rücken ein, bis er ermattet stehen blieb.