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Stoibenmöseralm

Lamas, Kühe und Pferde

Südlich der Rauhen Nadel im Chiemgau liegt eine baumfreie und leicht wellige Hochfläche, die einige karstähnliche Erscheinungen wie Dolinen aufweist. Hier befinden sich mehrere typische Almen, die ihre Urtümlichkeit behalten haben. Sie gelten bei vielen Wanderern als Geheimtipp und sind nicht stark frequentiert, ganz anders als bei dem eine halbe Wanderstunde tiefer gelegenen Taubensee mit seinen vielen Besuchern. Aber gerade diese Ruhe macht den Reiz dieser Almen aus. Inmitten der idyllischen Hochfläche stehen die Sauermöser Alm und die Stoibenmöseralm, von denen letztgenannte während der Weidezeit bewirtschaftet ist. Andrea Klauser vom Stoibhof und eine Sennerin betreuen während der Almzeit hier oben das Almvieh. Um die 50 Stück Weidevieh sind es, die hier sömmern, einige Pferde sind auch dabei. Die Kinder haben ihre Freude daran, als wir auch einige Lamas entdecken, die jeden Herbst nach den Kühen zum Nachgrasen auf die Alm gebracht werden. Wie uns Andrea erzählt, betreiben die Tiere natürliche Weidepflege und fressen auch das, was Kühe stehen lassen. Um sie zu finden, müssen wir einige Minuten in Richtung Sauermöser Alm hinauf gehen, da die Tiere sich gerne hier oben ihre sonnigen Fleckchen aussuchen. Die Brotzeiten für die Tagesgäste werden meist direkt auf der Alm selbst oder unten im Hof hergestellt; als besonderes Schmankerl der Stammgäste gilt das selbstgemachte Griebenschmalzbrot. Auch die Aussicht kann sich sehen lassen: Direkt von der Alm aus schweift der Blick über einen kleinen Teich hinweg zum Chiemsee, während der herrliche „Tauernblick“ nur fünf Gehminuten entfernt ist. Er lässt den Blick auf einige Eisriesen wie den Großvenediger oder auch auf den Watzmann zu.
Weiteres Highlight ist die interessante Botanik: Allein 15 Orchideenarten und über 200 verschiedene Schmetterlingsarten wurden hier gezählt. Kein Wunder, denn die Almen liegen in direkter Nachbarschaft eines Naturwaldreservates.


Die Stoibenmöseralm

Die Stoibenmöseralm


Kurzinfo:

Region:
Chiemgauer Alpen
Tourenart:
Bergtour (leicht)
Erreichte Gipfel:
Sonnwendköpfl 1279 m
Dauer:
Aufstieg 1 Std. 40 Min, Abstieg 1 Std. 30 Min., insgesamt ca. 2 Std. 10 Min.
Touristinfo:
Reit-im-Winkl

Anforderung:

Höhenunterschied:
480 hm, Variante Sonnwendköpfl 40 hm
Streckenlänge:
ca. 10 km
Schwierigkeit:
leicht
einfache Forst- und Wiesenwege, bei der Abstiegsvariante geht es einmal ca. drei Meter eine Holztreppe hinunter. Orientierung: gut beschildert
Kinder:
für Kinder geeignet
Hunde:
für Hunde gut geeignet

Einkehrmöglichkeit:

Stoibenmöseralm:
Mitte Mai bis 3.10. täglich geöffnet, ab 3.10. bis 30.10. an schönen Wochenenden   Hütten Info, hier klicken
Hutzenalm:
Öffnungszeiten: Dienstag Ruhetag, geschlossen von Anfang Nov. bis Mitte Dez.   Hütten Info, hier klicken

Start:


Wanderparkplatz im Ortsteil Birnbach 800 m

GPS-Wegpunkt:
N47 40.806 E12 26.849 zu Google Maps

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Mit der Bahn fahren wir über Wörgl nach St. Johann, von dort aus gibt es eine Busverbindung bis nach Reit im Winkl.

Mit dem Pkw:
Von München fahren wir über die Autobahn München-Salzburg zum Inntaldreieck, dort auf die Inntalautobahn und über die Ausfahrt Oberaudorf nach Walchsee und weiter nach Reit im Winkl. Kurz vor dem Ortszentrum biegen wir links in die Birnbacher Straße ein und fahren bis zu deren Endpunkt. Dort befindet sich der Parkplatz.

  • Ab Rosenheim: 50 Km / 1:00 Std
  • Ab München: 105 Km / 1:30 Std
  • Ab Bad Tölz: 100 Km / 1:30 Std
  • Ab Salzburg: 70 Km / 1:10 Std

Tourenplaner / Online-Fahrpläne: hier klicken

Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.

Tourenbeschreibung:

Start: Wanderparkplatz im Ortsteil Birnbach

Aufstieg:
Direkt am Parkplatz beginnt der beschilderte Wanderweg zu den Almen. Er ist anfangs asphaltiert und kann somit bis zur Hutzenalm (980 m) auch mit Kinderwagen genutzt werden. Die Alm ist bewirtschaftet und auch im Winter geöffnet. Der weitere Weg führt links an dem Gebäude vorbei. Wir gehen zuerst kurz durch ein Wiesengelände und stoßen dann auf ca. 1030 m auf eine markante Wegegabelung. Hier weisen gleich zwei Schilder in verschiedene Richtungen zur Stoibenmöseralm. Wir wählen den rechten Weg, einen schmalen, schönen Steig in einer Hanglage oberhalb parallel zur Forststraße. Er steigt nur mäßig an und kreuzt bald wieder die Forststraße. Wir überqueren diese und steigen entsprechend der Beschilderung geradeaus weiter auf einen Wiesenweg. Nach wenigen Metern, in einer Rechtskurve, sehen wir einen schmalen Pfad, auf dem wir später wieder herabkommen. Bei dem Wegweiser auf 1220 m verlassen wir den Hauptweg nach rechts (Schild) auf einen steinigen Wiesenweg. Nun ist es nicht mehr weit! Zur Freude unsere Kinder sehen wir bei Verlassen des Waldes plötzlich vor uns ein Schild mit dem Text „Stoibenmöseralm 10 Minuten“. Wir wandern jetzt ohne Steigung über das Almwiesengelände, rechter Hand schweift schon der Blick hinunter auf den Chiemsee. Nach einer Linkskurve stehen wir direkt vor der Alm. Sie liegt 1275 m hoch windgeschützt, aber trotzdem sonnig, in einer kleinen Mulde.

Gipfelvariante Sonnwendköpfl
Das Sonnwendköpfl ist kein Gipfel im ursprünglichen Sinn, ist aber fast ohne Anstieg zu erreichen und bietet einen umfassenden Ausblick auf den Kaiserwinkl. Zuerst gehen wir leicht ansteigend weiter nach Westen, wobei wir uns eher am rechten Waldrand ausrichten und die vor uns liegende Kuppe rechts umgehen. Auf dem kleinen Sattel angelangt, erblicken wir auch die Sauermöseralm. Wir steuern auf die rechts gelegene Hütte zu und gehen nach dieser leicht links geneigt in eine flache Mulde. Im Hintergrund befindet sich eine teils baumfreie Kuppe, die wir links umgehen. Nach der Mulde müssen wir einige Meter bergab gehen, der Pfad führt anschließend durch einen lichten Wald. Danach sehen wir auch schon den Gipfelbereich mit dem Kreuz und der Sitzgelegenheit vor uns liegen.

Abstieg mit Variante:
Der Abstieg erfolgt entweder auf dem Aufstiegsweg, oder wir folgen dem Wegweiser in Richtung Hutzenalm und Wetterkreuz. Nach wenigen Minuten warnt uns schon ein Schild mit der Aufschrift „Achtung steiler Abstieg“. Ein vorsichtiger Blick hinunter schreckt uns erst einmal ab, denn es geht tatsächlich einige Meter steil hinunter. Aber schon auf den zweiten Blick wirkt alles harmloser, denn der Abstieg erfolgt auf befestigten Holztreppen und ist auch nach wenigen Stufen schon wieder zu Ende. Größere Kinder haben ihre Freude damit, und auch kleinere Hunde haben wir schon problemlos absteigen gesehen. Nur ganz kleine Kinder sollten besser durch die Hand des Vaters oder der Mutter geführt werden. Danach folgen wir dem schönen Bergpfad durch einen lichten Wald. Respekt an Hans Klauser vom Stoibhof und seinen Sohn Stefan, die diesen alten, verfallenen Alpinsteig wieder hergerichtet haben. Nachdem wir innerhalb weniger Minuten die letzten Bäume des Waldes hinter uns lassen, öffnet sich der Blick unter uns auf eine riesige Wiesenmulde. In ihrer Mitte, an seiner tiefsten Stelle, erblicken wir einen gelben Wegweiser – unser nächstes Ziel! Vorher fällt unser Blick unwillkürlich noch nach Westen auf die von hier aus dominante Rudersburg, einem schönen Wanderberg im Geigelsteingebiet. Beim Wegweiser wenden wir uns links, also südöstlich in Richtung Hutzenalm. Der nun folgende Steig ist wie gehabt für Kinder problemlos zu gehen und führt uns in einer knappen halben Stunde zu unserem Aufstiegsweg. Dort queren wir wie zuvor die Forststraße und gehen wieder den schmalen Steig oberhalb der Forststraße bis zu der Gabelung nach der Hutzenalm. Über diese gelangen wir dann auf dem uns bekannten Weg zurück zum Wanderparkplatz.

GPS-Daten:


GPX-Tracks sind oft ungenau. Die angezeigten Daten können (insbesondere zur Höhe und Steigung) falsch sein. Daher verwendet bitte nie die Tracks ohne betreffendes Kartenmaterial für das dazugehörige Gebiet. Die GPS-Daten sollen nur als zusätzliche Unterstützung verwendet werden. Auf der Karte lässt sich rechts oben in die Kartengrundlage OpenTopomap umschalten (OpenTopoMap ist nicht immer sofort verfügbar). Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.


Download Bedingungen

Unsere GPS-Dateien dürfen kostenlos für die private Nutzung heruntergeladen werden. Veröffentlichung jeglicher Art und kommerzielle Nutzung nur mit vorheriger Genehmigung von roBerge.de. Die GPS-Daten wurden mit größter Sorgfalt aufbereitet. Trotzdem kann keine Gewährleistung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten gegeben werden. Sie können deshalb nur als Unterstützung bei der Wegfindung dienen. Wir weisen deshalb ausdrücklich darauf hin, dass die Nutzung der Daten auf eigene Verantwortung erfolgt und die Wegfindung nur aufgrund offizieller Karten erfolgen darauf. Die Benutzung privater Straßen und das Betreten privater Grundstücke kann gesetzlichen Beschränkungen unterliegen.

Ich akzeptiere die obigen genannten Bedingungen.



Webcams:

Aktuelle Bilder von Webcams im Umkreis von 30km vom Ausgangspunkt.
  weitere Webcams findest du hier



Kircherl unterhalb des Schnappenbergs
(©foto-webcam.eu)

Grat zwischen der Seilbahn-Bergstation und dem Gipfel der Kampenwand
(www.foto-webcam.eu)

Sachrang
(Terra-HD)

Ähnliche Tour:

Exenberg und Sonnwendköpfl
Von Süden über Taubensee
  zur Tour, hier klicken
Sonnwendköpfl
Schneeschuhwanderung ab Oberwössen
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Flora und Fauna:

Rund um die Stoibenmöseralm wurden 15 Orchideenarten und über 200 verschiedene Schmetterlingsarten gezählt.

Literatur:

Wanderführer

Familienwandern
Bayerische Alpen und Tirol
von Rolle, Reinhard
Infos: Wanderführer

Familienwandern

Galerie:


Weitere schöne Bilder sind in unserer Fotoshow

Gipfelpanorama bei PeakFinder:

   zu Peakfinder auf roBerge.de


Autor:

 Autor: Reinhard Rolle   Autorenportrait