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roBerge.de

Sonneck-Überschreitung

»von Hinterbärenbad zum Hintersteiner See«


Hier in des Kaiserberges enger Schlucht,
wo grimmige Bären einst ihr Bad besucht,
wo an des Totenkirchls zackigen Scharten
so üppig prangt der Teufelswurz-Garten,
wo am Totensessel und der Kleinen Halt-Wand,
manch kühner Steiger seinen Tod schon fand,
wo hoch am Fels die Gämse lustig springt,
und von der Alp’ manch frohes Lied erklingt,
hier in diesem Winkel deutscher Lande,
an dem Rauschen der Kaiserbach-Strande,
da steht eine Hütte trauliche Hütte fein
und ladet den Müden zur Ruhe ein.

(Gedicht aus der Zeit der Jahrhundertwende
über die wildromantische Lage des Anton-Karg-Hauses)


Es ist eine dankbare, aber aufgrund der Dauer sehr anstrengende Bergtour auf einen der leichtesten 2000er des Wilden Kaiser. Aufgrund der Länge empfiehlt es sich, in Hinterbärenbad im Anton-Karg-Haus oder Hans-Berger-Haus zu übernachten und die Tour frühmorgens zu beginnen. Imponierend ist der direkte Einblick auf Kleine Halt, Gamshalt und Ellmauer Halt mit fast dem kompletten Verlauf des Kaiserschützensteigs. Außerdem die Sicht auf den Block Scheffauer und Pölven mit Hintersteiner See.

Hinweise zur Anfahrt:
Für dieses Tour sind zwei Autos erforderlich (Bärnstatt und Kufstein).
Zum Parkplatz des 1. Autos: Inntalautobahn nach der Grenze Ausfahrt Felbertauern, links nach Scheffau, durch das Dorf fahren bis zum Hintersteiner See, am Parkplatz hinter der Gaststätte "Bärnstatt" (neben der Kapelle). Hier das erste Auto abstellen und zurückfahren nach Kufstein.

Von dort mit dem zweiten PKW zum Parkplatz Sparchen/Kaisertal.
Bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmittel: Mit der Bahn nach Kufstein. Nach dem Abstieg kommt man in Bärnstatt am Hintersteiner See an. Hier am besten mit dem Taxi bis nach Scheffau und von dort aus mit dem Bus nach Kufstein fahren.

Das Sonneck vom Treffauer aus.
Dahinter das Inntal (rechts im Nebel Kranzhorngipfel).

Unterhalb des Gipfels vom Sonneck, kurz vor dem Grat-Übergang zur Kopfkraxen.


Kurzinfo:

Region:Kaisergebirge
Tourenart:Bergtour (schwer)  
Andere Bergsportarten:Ostgrat: Obwohl der Anstieg recht lang ist, lohnt es sich, am Ostgrat des Sonneck zu klettern. Der Zugang ist eine Tour für sich und reich an landschaftlichen Eindrücken. Schwierigkeit: III. Grad (drei Stellen, sonst II). Höhenunterschied 120 Meter bis zum Gipfel, Kletterlänge ca. 200 Meter, keine Haken, Dauer ca. 1 1/2 Stunden. Beschreibung siehe AV-Führer Chiemgauer Alpen. Südwand und Südwestwand: siehe Markus' Internet-Panorama
Erreichte Gipfel:Sonneck 2261 m, Gamskarkopf 2042 m, Kopfkraxen 2178 m, Wiesberg 1998 m
Dauer:Kufstein - Hinterbärenbad 2 Stunden
Alternativ: Kufsteiner Kaiserlift - Bettlersteig - Hinterbärenbad 3 Stunden
Hinterbärenbad Sonneck 4 bis 4,5 Stunden
Sonneck - Bärnstatt ca. 4 Stunden
Gesamtgehzeit ca. 10 bis 12 Stunden
Beste Jahreszeit:Juli bis Oktober
Touristinfo:Scheffau am Wilden Kaiser
Weblinks:Klettermöglichkeiten siehe Markus' Internet-Panorama

Anforderung:

Höhenunterschied:Kufstein-Sparchen 484 m, Hinterbärenbad 831 m, Gamskarkopf 2042, Sonneck 2261 m, Kopfkraxen 2178 m, Wiesberg 1998 m, Kaiser-Hochalm 1417 m, Steiner-Niederalm 1087 m, Bärnstatt 918 m
insgesamt ca. 1800 m
Schwierigkeit:schwer
schwer! Ausdauer aufgrund der Länge erforderlich, Trittsicherheit erforderlich, an wenigen Stellen beim Aufstieg zum Sonneck etwas Klettergeschick erforderlich, Aufstieg zur Kopfkraxen erfordert leichtes Klettern nach UIAA 1 mit Drahtseilhilfe. Beim Abstieg teilweise schwieriges, grasdurchsetztes und steiles Schrofengelände.
Hunde:für Hunde geeignet, aber lange Tour, viel Sonne, Wasser mitnehmen!

Einkehrmöglichkeit:

Veitenhof:
Dienstag Ruhetag
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Steiner-Hochalm (Steinerhochalm):
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Bärnstatt (Gasthof):
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Kaiser-Hochalm:
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Hans-Berger-Haus:
Anfang Mai bis Mitte Oktober geöffnet.
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Anton-Karg-Haus (Hinterbärenbad):
1. Mai bis Mitte Oktober, kein Ruhetag
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Hinweis: Da wir die Öffnungszeiten, Übernachtungshinweise, etc. oft aus dritter Hand erhalten, kann es immer wieder vorkommen, dass die hier veröffentlichten Daten nicht mehr ganz aktuell sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich bitte vor Beginn einer Tour direkt bei der Hütte informieren (Telefon / Homepage).


Startpunkt:

Kufstein-Sparchen (Kaisertal-Parkplatz), 499m


GPS-Wegpunkt:

N47 35.702 E12 11.243  [@google-maps]

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Mit der Bahn bis nach Kufstein fahren. Dann zu Fuß in nordöstlicher Richtung (30 Minuten vom Bahnhof) oder mit dem Postbus zum Parkplatz Sparchen-Kaisertal.

Mit dem Pkw:

Inntal-Autobahn Ausfahrt Oberaudorf, nach der Ausfahrt rechts Richtung Walchsee nach Niederndorf - Ebbs. In der Ortsmitte von Ebbs rechts abbiegen Richtung Kufstein, nach ca. 2 Kilometer (nach Oberndorf aber vor Kufstein) links abbiegen Richtung Kaisertal. Dort befindet sich der gebührenpflichtige Parkplatz "Sparchen" (484 m).
Nicht zum Sessellift fahren, dieser befindet sich 15 Minuten entfernt.


Ab Rosenheim: 40 Km / 0:35 Std
Ab München: 90 Km / 1:00 Std
Ab Bad Tölz: 75 Km / 1:00 Std
Ab Salzburg: 110 Km / 0:55 Std


Tourenplaner / Online-Fahrpläne:

hier klicken


Tourenbeschreibung:

Kufstein-Sparchen (Kaisertal-Parkplatz), 499m


Kufstein - Hinterbärenbad:
Ab dem Parkplatz "Kufstein-Sparchen" die 247 Treppen hinauf (etwas die Kondition fordernd, aber trotzdem ein leichter Weg). Dann weiter am Veitenhof und den Pfandlhöfen vorbei. Ca. 1,5 Stunden bis nach Hinterbärenbad. Falls Im Hans-Berger-Haus übernachtet werden soll, dauert der Weg ca. 20 Minuten länger.

Aufstieg:
Südöstlich des Anton-Karg-Hauses beginnt der Bettlersteig. Diesem folgen, passieren von drei größeren Gräben mit oft ausgetrockneten Bergbächen. Nach ca. einer 1/2 Stunde zweigt links der Güttlersteig ab. Diesem folgen. Durch Mischwald ca. 1,5 Stunden nach oben ins Kühkarl. Über Geröll und Schrofen. Bei der Höhle oben nach links wenden. Um eine Felsrippe herum ins Gamskar. An dem Felsen links entlang zum oft schneebedeckten oberen Karabschnitt. Entweder über den Schnee bzw. das Geröll aufwärts zur linken oberen Ecke des Kars oder in der linken Randkluft zur Nordostecke hinauf. Dort an unschwierigen Fels erst gerade, dann links empor und auf den schrofigen Rücken des Sonneck-Nordgrats, den man zwischen Mittlerem und Oberem Gamskarköpfl erreicht. Dem Grat folgen, mäßig steil auf den von den Hackenköpfen herüberziehenden Hauptkamm und links zum Gipfel.

Abstieg:
Hinweis: Diese Route ist als Aufstieg nicht zu empfehlen! Nach dem Gipfel weiter in westlicher Richtung, aber nicht den Aufstiegsweg, sondern links davon den Weg, der zum Grat Richtung Kopfkraxen führt (siehe Foto "Gratübergang" unten). Der Weg ist markiert. Auf den Grat hinabsteigen und über ihn hinweg bis zu einem Drahtseil, an welchem man innerhalb weniger Minuten den Gipfel der Kopfkraxen erreicht (kein Kreuz, nur ein "Steinmandl"). Ab hier wird das Gelände breiter und man geht auf Wiesen übergangslos hinab zum Wiesberg. Hier kreuzt links der Weg Richtung Scheffau/Bärnstatt. Geradeaus ginge es weiter über die Hackenköpfe zum Scheffauer.
Beim ersten Teil des Abstiegsweges handelt es sich um schwieriges, grasdurchsetztes und steiles Schrofengelände mit vielen Serpentinen. Vorsicht geboten. Schon von weitem sieht man unten einen Hügel, der Sonnenstein. An diesem rechts vorbei über das Sonnensteinkar (Gämsen) und kurz danach unterhalb des Sonnensteins zur etwas versteckt liegenden Kaiser-Hochalm. Hier besteht die Möglichkeit, an dem Brunnen Trinkwasser aufzunehmen.
Der Weg verläuft weiter Richtung Westen - Achtung: Falls der rechte Weg genommen wird, steigt man wieder bergauf und gelangt über die Spieltachsen zum Ziel, dies erfordert jedoch mindestens eine Stunde Umweg sowie weitere Aufstiege! Der linke Weg verläuft direkt zur Steiner-Niederalm und von dort aus weiter nach Bärnstatt zum Parkplatz.


Flora und Fauna:

Das Gamskar und das Sonnensteinkar sind ein beliebter Aufenthaltsort von Gämsen.


Literatur:

Alpenvereinsführer:Alpenvereinsführer Kaisergebirge alpin
Alle Routen für Wanderer und Bergsteiger
von Höfler, Horst und Piepenstock, Jan
Karte:Mayr Wanderkarte Nr. 51 "Wilder Kaiser - Going, Ellmau, Scheffau, Söll"
Führer:Wandern zu Sagen und Mythen im Wilden Kaiser
von Jenewein, Herbert
Alpenvereinsführer:Alpenvereinsführer Kaisergebirge extrem
von Schubert, Pit
Bildband:Wilder Kaiser - Klettergeschichte, Geschichten vom Klettern
von Höfler, Horst und Schubert, Pit

Karte:

Ausschnitt aus "Alpenvereinskarte 8".



Galerie:

Weitere schöne Bilder sind in unserer Fotoshow

Diashow:


Sagen, Mythen und Wahrheiten:


Der Teufel mit der Kopfkraxe

Ob der Teufel hinüber zum Teufelsloch unter der Ackerlspitze oder zum Herstein unter den Törlspitzen oder ob er wohl in die Scharlingerböden hinab wollte, das weiß man nicht; diese wenigen Lücken dazwischen hätten ihn gewiss nicht geniert, so eine kleine Kaiserpartie wäre für ihn doch nur ein Spaziergang gewesen; aber etwas muss ihm doch dazwischen gekommen sein, denn er hat da oben am Wiesberg abgesponnen, wie man sich gerne in Touristenkreisen ausdrückt. Der Schwarze kam einmal nachts vom Scheffauer Kaiser über die Hackenköpfe herüber mit einer voll mit Schätzen beladenen, riesig großen Kopfkraxe. Vom Wiesberg zum Sonneck hinüber ist eine Einsattelung, die jäh in das Gamskar abstürzt. Der Geizteufel hatte sich wahrscheinlich zu viel aufgeladen, und die schwere Last hatte ihn ermüdet; darum setzte er sich dort bei dieser Einsenkung nieder, ruhte aus und schlief ein. Als er aber wieder erwachte, schien die Sonne bereits über das Sonneck im hellen Lichte, und er sprang, seine schwere Kopfkraxe zurücklassend, in die Tiefe des Gamskars hinab und verschwand. Die Kopfkraxe samt den Schätzen versteinerte sich, und wer von Hinterstein auf das Sonneck will, muss darüber steigen.

Text entnommen mit freundlicher Genehmigung des Autors aus dem Buch "Kaisergebirge" von Horst Höfler, erschienen im Verlag "rosenheimer", ISBN 3-475-52677-8 (zur Zeit leider vergriffen). Das Foto entnahmen wir dem ebenfalls vergriffenen Buch "Sagen aus dem Kaisergebirg" von Anton Karg.


Wettervorhersage für Kufstein: