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Vergessene Pfade in den Bayerischen Hausbergen

»38 außergewöhnliche Touren abseits des Trubels«


Autor / Autoren:

»Burghardt, Joachim«


Buchbild

Beschreibung:

Der Band enthält 38 außergewöhnliche Touren von den Ammergauer bis in die Chiemgauer Alpen. Darunter viele mit alten, wenig bekannten Pfaden, selten betretenen Gipfeln, Gipfelbiwaks und sogar mit einer Wanderung von München zu Fuß auf den ersten Alpenberg.

Titel und Konzept

Dieses Buch handelt von »vergessenen Pfaden« – schmalen Alm- oder Jägersteigen, die in tieferen Lagen teilweise von der Waldflora überwuchert und weiter oben oft nur schwer von Gamswechseln zu unterscheiden sind. »Pfadfinder «, die es lieben, nicht auf breiten Wanderautobahnen, sondern auf alten Wegen unterwegs zu sein, welche sich hier und da verzweigen, stets neu gefunden werden müssen, über Stock und Stein und bisweilen über einen Bach hinwegführen – sie bekommen auf den folgenden Seiten einiges an interessanten Anregungen geboten. Und doch schließt der Buchtitel »Vergessene Pfade in den Bayerischen Hausbergen« auch Tourenvorschläge mit ein, die nicht nur mit unbekannten Pfaden im engeren Sinn zu tun haben: selten betretene Gipfel, Touren mit weglosen Abschnitten, ungewöhnliche Unternehmungen wie Biwaks oder besonders lange Touren, dazu auch Wanderungen im Alpenvorland. Allen Tourenvorschlägen ist der Ansatz gemein, vom Bekannten und hundertmal Beschriebenen wegzugehen und – im Wortsinn – neue Wege in die Bayerischen Hausberge zu finden. Sie sind Ausdruck der Erkenntnis, dass es keiner Fernreise und keines extremen Kletterns bedarf, um
Ausgesetztheit, Wildnis, Abenteuer, vor allem aber Schönheit in der Natur zu erleben. Bereits vor unserer Haustür, in den waldigen Bergen zwischen Ammergau und Chiemgau, liegt ein geheimnisvolles Land – weitaus größer und reicher an verborgenen Schätzen, als es ein erster Blick auf die Großparkplätze und Seilbahnen seiner touristischen Zentren erahnen ließe.


Das Vorwort des Autors

Wenig Extremes und Spektakuläres, aber viel Schönes, Eindrückliches, Hintergründiges – so könnte man vielleicht zusammenfassen, was ich auf den Touren zu diesem Buch erlebt habe. Wie an jenem unvergesslichen Tag in den Blaubergen, als wir den ganzen Nachmittag in Wäldern, Wiesen und Schluchten umherstreiften und keine Menschenseele trafen. Als wir schließlich im Licht der Abendsonne auf dem Schildenstein saßen, wussten wir, dass wir eigentlich viel zu spät dran waren. Denn wir wollten ja noch den ganzen westlichen Blaubergkamm bis zum Achenpass überschreiten. Dennoch brachen wir auf, querten zügig zum Platteneck hinüber, wanderten durch idyllische Landschaften, sahen die Sonne untergehen und erreichten ziemlich ausgepumpt im abendlichen Zwielicht den Gipfel des Reitsteins. Immer noch lagen mehr als drei Kilometer wegloser, stockdunkler Bergwald vor uns. Eine mondlose Nacht brach herein, wir befanden uns in der völligen Einsamkeit eines wenig bekannten Grenzgebirges und konnten unsere alpine Erfahrung gut gebrauchen, um den richtigen Weg zu finden. Nach Stunden gaben uns die Blauberge am Achenpass frei. Wir waren um ein kleines Voralpen-Abenteuer reicher, das sich nur schwer in Worte fassen und schon gar nicht in Form von Schwierigkeitsgraden, Höhenmetern und Gehzeiten ausdrücken lässt. Die Begeisterung für die geheimnisvollen Wälder der Blauberge war so groß, dass ich in den folgenden Wochen gleich noch zweimal auf versteckten Pfaden hinaufstieg. Ich fand Almruinen, malerische Bäche, einen historischen Grenzstein, in keiner Karte verzeichnete Wege und die völlige Stille eines vernebelten Oktobertages. War es das, was ich suchte? … Ja, das war es.

Voralpen, Hausberge … da fallen oft Namen wie Wendelstein und Rotwand, Wallberg und Herzogstand. Aber das sind eben – wenn wir die Metaphorik von der Spitze des Eisbergs aufgreifen wollen – nur die »Nunataks« unter den Bayerischen Hausbergen, im Rampenlicht stehende Repräsentanten eines viel größeren Ganzen. Wer genauer hinschaut, stellt überrascht fest, wie viel Unbekanntes, Vergessenes, Abseitiges, Verborgenes und Übersehenes in jenem Gebirge schlummert, das zu den besterschlossenen und meistbesuchten der Welt zählt.

Darüber ein Buch zu schreiben, war mit dem Ziel verbunden, etwas Neues zu wagen, den Dutzenden Wanderführern über die Bayerischen Hausberge einen weiteren hinzuzufügen, der »aus der Reihe tanzt«, auf manches Altbekannte verzichtet und ungewöhnliche Tourenmöglichkeiten vorstellt. Das Ergebnis ist sicherlich ein anderes als beim Vorgängerbuch, den »Vergessenen Pfaden um den Königssee«. Denn die vorliegenden »Vergessenen Pfade in den Bayerischen Hausbergen« behandeln ein etwa zehnmal so großes Gebiet, umfassen mehr Touren und legen den Fokus stärker auf die Routen selbst, nicht so sehr auf die Geschichten dahinter. Sie sind also weniger Lesebuch als der Vorgänger, aber ein vielleicht noch stärkerer Tourenführer mit besonders vielen »vergessenen Pfaden«, die diesem Namen auch im wörtlichen Sinn gerecht werden. Der Information über den exakten Wegverlauf habe ich bei den Beschreibungstexten größere Priorität eingeräumt als literarisch ambitionierten Hymnen auf das Gipfelpanorama und hoffe, damit im Sinne des Lesers zu handeln.

So ganz lässt sich der »alpine Durst« mit einem Buch ohnehin nicht stillen. Man muss schon selbst hinaufsteigen zu den felsigen Graten, den dunklen Wäldern und den sonnendurchfluteten Wiesen, um jene Begeisterung zu erleben, auf einem alten Pfad fernab des Trubels durchs Gebirge zu wandern.
Von dieser Begeisterung mit diesem Buch einen kleinen Funken überspringen zu lassen – das wäre mein Wunsch.

Joachim Burghardt
Dachau, im Dezember 2010


Inhaltsverzeichnis:

Hochschergen - Grüner Hügel im blauen Land
Kofel - Ein steiler Pfad am markanten Felszahn
Rund um das Kuhalmtal - Große Panoramarunde mit sieben Gipfeln
Hoher Ziegspitz - Ein Alter Almpfad mit Zugspitzblick
Mieminger Hochwand - Felsiger Riese hoch über dem Inntal
Osterfeuerkopf und Hirschberg - Genussreiche Pfade östlich der Loisach
Hennenköpfl - Große Waldrunde an der Benediktenwand
Rund um den Latschenkopf - Geheimnisvolle Almen über der Jachenau
Durch die Soierngruppe - Eine Tour für Biwakierer und Abenteurer
Galgenstangenkopf - Stiller Berg am Eingang des Rißbachtals
Grasköpfl - Wild und einsam hinauf, sanft bergab
Baumgartenjoch - Ein stiller Grasberg im Vorkarwendel
Hinterautal - Wilde Berge an der jungen Isar
Kaltwasserkarspitze - Einsames Felshorn hoch über dem Tal
Gumpenspitze - Stiller Berg im Herzen des Karwendels
Sonnjoch - Abendstimmung im Hochgebirge
Rether Kopf - Wunderschöner Grasberg im Vorkarwendel
Schreckenspitze - Einer der schönsten Grate weit und breit
München-Rechelkopf - Zu Fuß aus der Stadt in die Berge
Rechelkopf-Aueralm - Eine lange, stille Waldwanderung
Grasleitenkopf - Unmarkierte Pfade am Seekarkreuz
Silberkopf & Hirschberg - Die unbekannte Seite des Wanderbergs
Ringspitz - Ein steiler Hügel am Tegernsee
Westliche Blauberge - Geheimnisse eines Grenzgebirges
Vorderes Sonnwendjoch - Perfekter Aussichtsberg über dem Inntal
Taubenberg - Der höchste »Berg« des Alpenvorlands
Gassler Berg - Ein unbekannter Hügel am Alpenrand
Gindelalmschneid - Ein alter Waldpfad für Liebhaber
Baumgartenschneid - Beliebter Wanderberg mit einsamem Nachbarn
Blankenstein - Im Schatten einer düsteren Nordwand
Bodenschneid - Schöne Überschreitung mit vier Gipfeln
Rund um den Jägerkamp - Ungewöhnliche Ziele in der Rotwandgruppe
Krenspitz - Der Nachbar des bekannten Sonnwendjochs
Breitenstein - Einsamkeit am vielbesuchten Berg
Von Bayrischzell über sieben Berge zum Schliersee - Ein langer Tag zwischen Stille und Trubel
Heuberg - Miniaturgebirge über dem Inntal
Hochfelln - Sieben Kilometer einsame Pfade
Nuaracher Höhenweg »extrem« - Abenteuer in den Loferer Steinbergen


Aus dem Inhalt:


Die Übersichtskarte mit allen Touren

 


Eien Seite aus dem Kapitel «Rund um den Jägerkamp - Ungewöhnliche Ziele in der Rotwandgruppe»

 


Weiterführende Links: