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Peitingköpfl Naturverträgliche Skitour

Kleiner Skigipfel unterhalb des Sonntagshorns

Das Peitingköpfl (auch "Paitingköpfl") geht zwar etwas unter in der Nachbarschaft seines großen Bruders Sonntagshorn. Doch das ändert nichts daran, dass es ein sehr beliebtes Skiziel im Winter ist. Zumal es oft als Ausweich-Gipfel gewählt wird, wenn das Sonntagshorn überlaufen ist, oder auch, wenn die Schneeverhältnisse auf dem Sonntagshorn oder Reifelberg eine schneesichere Skitour nicht mehr zulassen. Denn der Nordhang des Peitingköpfl ist bekannt dafür, dass er im Vergleich zu seinen Nachbarn noch lange Pulver bzw. Firn aufweist.


Das Peitingköpfl mit seinem lange Zeit pulvrigen Nordhang.

Das Peitingköpfl mit seinem lange Zeit pulvrigen Nordhang.

Das Gipfelkreuz, ursprünglich für das Sonntagshorn hergestellt.

Das Gipfelkreuz, ursprünglich für das Sonntagshorn hergestellt.


Kurzinfo:

Region:
Chiemgauer Alpen
Tourenart:
Skitour (leicht)
Naturverträgliche Skitour:
Hinweise zum umweltfreundlichen Skibergsteigen
Erreichte Gipfel:
Peitingköpfl 1720 m, auch: Peitingsköpfl, Beitlkopf
Dauer:
Aufstieg ca. 2 Stunden
Lawinengefahr:
Weitgehend lawinensicher. Ab LWS 3 aufwärts sollte man jedoch den Lawinenlagebericht beachten.
zur aktuellen Lawinenlage hier klicken
Beste Jahreszeit:
Dezember bis April
Touristinfo:
Unken

Anforderung:

Höhenunterschied:
Parkplatz ca. 960 m, Peitingköpfl 1720 m
insgesamt 760 m
Steigung:
Meist moderat, auch für Anfänger geeignet
Schwierigkeit:
leicht
Aufstieg auf Forstweg bzw. leichten Wegen, in der Regel gespurt.
Abfahrt leichte, flache und baumlose Hänge. Später bis zum Parkplatz auf der Rodelbahn und durch leichtes Waldgebiet.

Einkehrmöglichkeit:

Hochalm:
geöffnet ganzjährig ohne Ruhetag, außer November bis Weihnachten, im Winter zeitweise nur am Wochenende bzw. an schönen Tagen.   Hütten Info, hier klicken

Start:


Parkplatz P2 im Heutal beim Heutalbauer 968 m

GPS-Wegpunkt:
N47 39.771 E12 39.875 zu Google Maps

Mit dem Pkw:
Autobahn München - Salzburg Ausfahrt Siegsdorf. Über Inzell weiter Richtung Lofer. Nach der Staatsgrenze rechts in Richtung Unken fahren. Im Ort rechts ins Heutal einbiegen und bis zum Parkplatz P2 (Sonntagshorn/Hochalm) weiterfahren.

  • Ab Rosenheim: 85 Km / 1:10 Std
  • Ab München: 145 Km / 1:35 Std
  • Ab Bad Tölz: 130 Km / 1:40 Std
  • Ab Salzburg: 40 Km / 0:45 Std

Tourenplaner / Online-Fahrpläne: hier klicken

Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.

Tourenbeschreibung:

Start: Parkplatz P2 im Heutal beim Heutalbauer

Aufstieg:
Zuerst links der oder auf der Forststraße über den Heutalbauer und Bauregger-Kaser entlang in Richtung Nordwest. Bald wird das Gelände entlang des Lanersbaches waldiger und hügeliger, bleibt aber recht flach. Nach einer kleinen steileren Stelle erreicht man nach einer guten Stunde das Gebiet der Hochalm. Hier der erste Blick auf das Sonntagshorn und das Peitingköpfl (rechts). Ungefähr in Höhe des Kriegerdenkmals rechts den breiten Weg flach empor bis zu einer kleinen Engstelle. Nach dieser links abbiegen und man hat bereits den lange, flachen Nordhang des Peitingköpfls vor sich. Links halten, in Höhe der Alm, die sich ungefähr in der Mitte des Hangs befindet, rechts wenden und in gerader Linie bis zum Sattel zwischen Peitingsköpfl und Kühstein. Vom Sattel aus dann in einem kleinen Linksbogen zum Gipfelkreuz.

Abfahrt bis zur Hochalmstraße:
Zwei Varianten bis zur Rodelbahn:
Variante 1: Bis zur Hochalm entweder wie Aufstieg und von der Hochalm auf die Rodelbahn.
Variante 2: Zuerst ebenfalls über den Nordhang und dann links zum Wald halten. Vor dem Wald über den Steilhang hinunter auf die Rodelbahn.

Von der Hochalmstraße zum Parkplatz:
Auf der Hochalmstraße (Rodelbahn) hinunter bis zu einer Lichtung, an deren linken oberen Seite (von oben nicht sichtbar) sich ein kleines Marterl befindet. In der Mitte der Lichtung ein weißes Hinweisschild zur Skiabfahrt zum Heutalbauer. Dort rechts hinab über mehrere Lichtungen. Im unteren Bereich, je nachdem welchen der beiden Großparkplättze man gewählt hat, mehr links oder rechts halten.

Bei geringer Schneelage
Hier empfiehlt es sich, direkt vom vom Parkplatz P1 (Reitherrgott) über die Rodelbahn aufzusteigen und auch abzufahren.

Variante bei kritischer Lawinenlage:
Der oben beschriebene Anstieg ist sicher der schönste, aber bei kritischer Lawinenlage nicht ganz sicher. Einheimische scheuen bei höherer Lawinenwarnstufe den Aufstieg zu den Hochalmen, weil die Passage unter den Reifelbergen lawinengefährdet ist. So sind allein im Winter 2005 mehrere Lawinen aus den Reifelbergen / Hirscheck quer durchgerauscht.
Stattdessen gibt es folgende, sehr sichere Variante, die normalerweise auch gespurt ist:
Man folgt vom Heutalbauerparkplatz nicht der Fahrstraße zur Bad Reichenhaller Skihütte, sondern wendet sich gleich hinter dem Haus des Heutalbauers nach rechts (dort kommt die Abfahrtsvariante runter). Dann folgt man im wesentlichen der Abfahrtsvariante. Man trifft nach einiger Zeit auf die Rodelbahn, der man bis zur Gschwendter Alm folgt. Auf der Höhe der Gschwendter Alm verläßt man die Rodelbahn und steigt in leicht rechter Richtung den Hang auf, durchquert eine Waldschneise und geht den Hang unter dem Peitingköpfl entlang, bis man zum Ennsmannkaser gelangt. Hier dreht man nach rechts zum Peitingköpfl.

GPS-Daten:


Bitte verwendet nie die Tracks ohne betreffendes Kartenmaterial für das dazugehörige Gebiet. Die GPS-Daten sollen nur als zusätzliche Unterstützung verwendet werden. Auf der Karte lässt sich rechts oben in die Kartengrundlage OpenTopomap umschalten (OpenTopoMap ist nicht immer sofort verfügbar). Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.


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Webcams:

Aktuelle Bilder von Webcams im Umkreis von 30km vom Ausgangspunkt.
  weitere Webcams findest du hier



Reichenhaller Haus (Hochstaufen)
(www.foto-webcam.eu)

Reichenhaller Haus (Hochstaufen)
(www.foto-webcam.eu)

Kircherl unterhalb des Schnappenbergs
(©foto-webcam.eu)

Literatur:

Karte

Alpenvereinskarte BY17
Chiemgauer Alpen West: Hochries, Geigelstein
von Alpenverein
Infos: Karte

Alpenvereinskarte BY17

Skiführer

Snowcard
von Engler, Martin
Infos: Skiführer

Snowcard

Skiführer

Skiführer Berchtesgadener, Chiemgauer Alpen, Kaiser und Steinberge
von Brandl, Sepp
Infos: Skiführer

Skiführer Berchtesgadener, Chiemgauer Alpen, Kaiser und Steinberge

Galerie:


Weitere schöne Bilder sind in unserer Fotoshow

Diashow:

Der Wegverlauf im Bereich der Hochalm.Die Tafel auf dem Gipfelkreuz des Peitingsköpfl.Gipfelblick auf das Sonntagshorn.Gipfelblick auf das Kaisergebirge.Bei der Abfahrt unterhalb der Hochalm muss dieses Hinweisschild beachtet werden. Der Skifahrer biegt hier rechts ab.

Panorama:

  zur Panorama Ansicht ins Bild klicken

Sagen, Mythen und Wahrheiten:

Ein Kreuz mit dem Kreuz

Ein jeder kennt es, als stummen Zeugen ungezählter Berg-Heil-Grüße, als obligatorisches Motiv fürsGipfelfoto. Doch ein Gipfelkreuz kann auch zum Zankapfel ganz und gar unchristlicher Eitelkeiten werden.

Bislang kam niemand auf die Idee, auf dem höchsten Punkt der Erde ein Gipfelkreuz zu errichten. Den Everest-Gipfel „ziert“ so ein Trigo-Dingsbums, das wohl 1975 die Chinesen hinaufgeschleppt haben, ein Jahr vor Maos Tod, der bekanntlich nicht an den lieben Gott glaubte: Er war ja auch kein Abendländer. „Hier im Abendland jedoch kreuzelt’s allerorten“, hat Helmuth Zebhauser mal geschrieben und damit die christlichen Sinnbilder auf den Alpengipfeln gemeint. Das Kreuz im Gebirg ist Teil unserer alpinen Kultur, genauso wie das Steinmanndl oder der Maibaum. Ein solcher steht auf dem Kleinen Barmstein, samt Bankerl zum Hinsetzen, was diesem kecken Felsturm eine gewisse Originalität verleiht.

Es muß ja nicht immer ein Kreuz sein ...oder doch? „Wer nicht sein Kreuz nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert.“ Matthäus hat das aufnotiert, und also haben die Abendländer das Kreuz genommen, kollektiv oder auch als Single. Und man hat es auf Berge hinaufgetragen und auf den höchsten Zinnen aufgestellt, als weithin sichtbares Zeichen christlicher Demut.

Oder auch nicht. Auf dem Gipfelkreuz der Naunspitze steht „Reine Jugend – starkes Volk“, es gibt auch im Gebirg Heldenkreuze und Kriegerkreuze, vor allem in den Jahren nach den beiden Kriegen hat man solche errichtet.1995 sah man auch die Gipfelkreuze in Gefahr, das „Kruzifix-Urteil“ schlug gewaltige Wogen. Und just während dieser emotionsbeladenen Wochen sägte ein einsamer Kreuzritter das altgediente Kreuz um auf dem höchsten Chiemgauer Gipfel, dem Sonntagshorn. Ihm war das seit über hundert Jahren Wind und Wetter trotzende Kreuz zu mickrig, außerdem hatte anscheinend der Schmied zu Unken gerade nicht viel zu tun, und sicher würde sich jeder über das neue, vier Meter hohe Monument mit dem riesigen Edelweiß freuen, das er als „sein“ Kreuz dort oben aufzustellen gedachte. Dem war aber nicht so. Was folgte, war eine Posse, wie sie sich nicht einmal ein Ludwig Thoma hätte besser ausdenken können. Zuletzt mußte sogar der Petitionsausschuß des Bayerischen Landtags ein Machtwort gegenüber dem starrköpfigen Kreuzritter sprechen, "Alles hatte beim alten zu bleiben! Blieb es aber nicht. Auf dem Titel von DAV Panorama, Heft 2, ist dieses Kreuz zu sehen, nicht auf dem Sonntagshorn, sondern daneben, auf dem Peitingköpfl, das bei den Einheimischen schlicht Beitlkopf heißt und ein begehrtes Skitourenziel ist.

Da stand seit 1932 ein schönes Kreuz, und das mußte weg. Es wurde mit dem neuen Kreuz „vereinigt“, quasi auf die Rückseite gepappt, und damit niemand das Maul aufreißen konnte, stellte Gottfried von Unken-Bouillon „sein“ Kreuz auf den Grund eines Almbauern. Daß die Tochter jenes Mannes, dem zu Gedenken das alte Kreuz auf dem Beitlkopf errichtet war, gegen diese höchst eigenartige Kreuzkombination vehement protestierte, prallte am Kreuzzügler ab wie Wasser von einem Funktionsanorak. Ein Problem allerdings gibt es noch: Bislang fand sich kein Geistlicher, der das Doppelkreuz weihen will, und ein Gipfelkreuz ohne Weihe ist wie Maibaum-Aufstellen ohne Blasmusik, viel schlimmer noch. Nur schade ist, daß der Beitlkopf mehr oder weniger ein zahmer Kuhbuckel ist und daß dort oben zu wenig Steine rumliegen. Sonst könnte man einen riesigen Steinmann errichten, über vier Meter hoch, mit einer Aussparung natürlich, daß man das alte Kreuz noch ehren kann. „Ein Kreuz am Weg, gehst du vorbei, gedenk, was dessen Deutung sei“, das steht auf einem alten Kreuz bei Galtür. Wessen soll man bloß auf dem Beitlkopf gedenken?

„Hier im Abendland jedoch kreuzelt’s allerorten“

Text: Willi Schwenkmeier. Den Artikel entnahmen wir mit freundlicher Genehmigung der DAV-Zeitschrift Panorama 5/1999.