Hochalm


roBerge.de

Lawinenlage

Lawinenwarndienst Bayern:

Mittwoch 23 08 2019 17:35:51GMT

Kurzinformation, Mittwoch, 10.07.2019

Der Lawinenwarndienst in der schneefreien Zeit


...zur Meldung

Quelle: Lawinenwarndienst Bayern

Lawinenvorhersage Tirol:

Die neueste Lawinenvorhersage für Tirol.
Auf der Karte die gewünschte Region anklicken, dann wird die Lawinenwarnstufe angezeigt.

Lawinenwarndienst-Blog Tirol:

Mon, 17 Jun 2019 21:45:00 +0000

Saisonende: Aktuelle Situation und Rückblick auf die Wintersaison 2018/19

Ein außergewöhnlicher Winter verlangt außergewöhnliche Zeiten für Blogeinträge...

Im ersten Teil folgt ein kurzer Beitrag zur Schnee- und Lawinensituation ab Ende Mai. Im zweiten Teil lassen wir den Winter mit einigen Daten, Fakten und Grafiken nochmals Revue passieren.


Schnee- und Lawinensituation Ende Mai bis Mitte Juni 2019
Noch immer liegt für die Jahreszeit in hohen und hochalpinen Lagen außergewöhnlich viel Schnee.

Hochalpin beträgt die Gesamtschneehöhe z.T. über 4m (!)

Selbst bis Ende vergangener Woche wurden Skifahrer bis in Höhenlagen um 1700m gesichtet...

Abrupter Übergang: Skifahren endet auf grüner Wiese. Seebensee (1660m) im Mieminger Gebirge (Foto: 14.06.2019)

Betrachten wir die Situation seit dem letzten Blogeintrag am 28.05. so gab es folgende interessante Beobachtungen:

Schneebrettlawinen, die unterhalb des Zwieselbacher Roßkogels durch Lockerschneelawinen ausgelöst wurden. Oberflächennähe, kurzfristig entstandene Schwachschicht aufgrund des Gefahrenmusters kalt auf warm Ende Mai. (Foto: 03.06.2019)

Ähnliche Situation wie beim oberen Foto im Bereich der Reichenspitze in den Zillertaler Alpen. (Foto: 02.06.2019)

Am 01.06. gab es sogar noch einen länger andauernden Lawineneinsatz im Bereich der Kleegrube im Variantenbereich des Hintertuxer Gletschers. Im extrem steilen Gelände löste sich spontan eine nasse Lockerschneelawine oberhalb zweier, gerade in diesem Hang abfahrender Wintersportler. Da die Anzahl der Einfahrsspuren von jenen der Ausfahrtsspuren abwich, ging man von einer verschütteten Person aus. Wie sich später herausstellte, benützte die zweite Person dieselbe Ausfahrtsspur, wie die erste Person. Der Einsatz konnte beendet werden, nachdem sich eine der beteiligten Personen bei der Polizei gemeldet hat. Während des Einsatzes lösten sich im Nahbereich aufgrund der fortschreitenden Durchnässung des kürzlich gefallenen Neuschnees weitere Lockerschneelawinen.

Lawineneinsatz Kleegrube, Hintertuxer Gletscher (Foto: 01.06.2019)

Zudem konnte man weiterhin vereinzelt Gleitschneelawinen beobachten - ein Dauerthema dieses Winters...

In Bildmitte erkennt man eine frische Gleitschneelawine unterhalb des Langen Sattels auf der Nordkette (Foto 01.06.2019)

Immer noch in Bewegung: Schneereste im Karwendel (Foto: 02.06.2019)

Reste der Tannauer Alm im Karwendel. Ursache: Gleitschneelawinen während der intensiven Schneefälle im Jänner (Foto: 02.06.2019)

Bodenerosion durch abgleitenden Schnee. Bächental (Foto: 02.06.2019)

Gut zu erkennen die Waldschäden von Mitte Jänner bei der Herzwiese im Nahbereich der Arzleralm auf der Nordkette (Foto: 01.06.2019)

Skitourengeher mit einem langen Atem kommen heuer ganz besonders auf ihre Rechnung...

Im Arlberggebiet konnte man am 08.06. noch von der Straße aus Skitouren unternehmen.

Hochalpin traumhafte Verhältnisse in den Zillertaler Alkpen (Foto: 04.06.2019)


Auf der Nordseite der Mieminger Kette ist bzw. war man mit Skiern z.T. noch besser beraten als zu Fuß... (14.06.2019)

Die Folgen der außergewöhnlichen Schneemenge und der während der vergangenen 2 Wochen z.T. ebenso außergewöhnlich warmen Temperaturen war ein sehr hoher Wasserstand des Inns (zumindest 30-jährliches Ereignis mit Überflutungen v.a. im Unterland).

Inn am 13.06.2019

Zu spüren bekommen diese Schneelage u.a. auch Hüttenwirte, Bauern bzw. Hirten. Hütten werden z.T. verspätet geöffnet, die Tiere kommen bis zu 3 Wochen später auf die Almen.


Saisonrückblick
Kurz und bündig – unsere Sicht des Winters:

Sehr ergiebige Schneefälle im Jänner
größtenteils gute Tourenbedingungen
verhältnismäßig wenig Lawinenereignisse mit Personenbeteiligung
teils beachtliche Waldschäden und Verlegung von Verkehrswegen.

Der Winter 2018/19 geht in ganz Tirol als besonders schneereicher Winter in die Geschichte ein. Wenngleich im südlichen Osttirol erst in der zweiten Saisonhälfte nennenswerten Schneemengen gefallen sind.
Von Anfang bis Mitte Jänner herrschte in vielen Teilen Tirols, aufgrund besonders intensiver Schneefälle, fast durchgängig die Lawinengefahrenstufe 4 – Groß. Am 14. 1. stieg die Gefahr in den Gebieten Arlberg und Außerfern, im Karwendel, den Nördlichen Zillertaler Alpen sowie in der Venediger Gruppe sogar auf 5 – Sehr Groß an (s. Blog).

Prozentueller Anteil der täglich prognostizierten Gefahrenstufen für den gesamten Ausgabezeitraum des Euregio-Lawinenreports (Quelle & ©: LWD-Tirol).

Während dieser Zeit kam es aufgrund der erheblichen Neuschneesummen vermehrt zu Lawinenabgängen, welche im Allgemeinen ein beachtliches Ausmaß erreichten. Vereinzelt wurden auch Lawinen der Größe 5 (extrem groß) beobachtet. Dies unterstreicht ebenso ein Blick auf den zeitlichen Verlauf der Lawinentätigkeit der gesamten Wintersaison.

Anzahl an beobachteten Lawinenabgängen zwischen 31.10.18 und 20.04.19, gewichtet nach ihrer Größe. Deutlich zu erkennen sind die Peaks der ersten Jännerhälfte, zum Zeitpunkt der Starkschneefälle (Quelle & ©: LWD-Tirol).

Im direkten Zusammenhang mit der Größe der Lawinen standen auch Gebäude- und Waldschäden sowie die Verschüttung von Verkehrswegen. Dementsprechend wurden von uns während dieser Zeit 65 Schadenslawinen registriert.

Erfasste Lawinenabgänge während der Starkniederschläge im Jänner, die entweder den Siedlungsraum oder Verkehrswege betroffen haben (exklusive Waldschäden). Ebenfalls dargestellt ist die Gesamtschneehöhe sowie Lufttemperatur der Wetterstation Muttekopfhütte (Quelle & ©: LWD-Tirol).

Im Anschluss an dieses Phase entspannte sich die Schneedecke und folglich die Lawinensituation wieder sehr rasch. Eine stürmische Südströmung führte dann nochmals Anfang Februar, speziell in Osttirol, zu einer Anspannung der Lawinensituation (Stufe 4 – Groß). Dies aber nur für kurze Zeit.
Ein über den gesamten Saisonzeitraum hinweg erkennbarer Begleiter war hingegen der Gleitschnee. Dieses Problem konnte vermehrt im Nordwesten des Landes festgestellt werden. Im Südosten trat unterdessen häufiger das Altschneeproblem auf, welches sich dort aufgrund des langen Abstandes zwischen den ersten beiden Schneefällen des Frühwinters entwickelte.

Räumliche Verteilung aller prognostizierten Lawinenprobleme während der Wintersaison 2018/19 (Quelle & ©: LWD-Tirol).

Zeitlicher Verlauf der im Euregio-Lawinenreport prognostizierten Gefahrenmuster während der Wintersaison 2018/19. Als durchgängig präsent erweist sich das Gefahrenmuster gm.2 (Quelle & ©: LWD-Tirol).

Zusammenfassend kann der heurige Winter, wie auch jener 2017/18, als klassischer Gleitschnee-Winter bezeichnet werden. In vielen Gemeinden kam es dadurch immer wieder zur (Teil-)Verschüttung von Verkehrswegen sowie zu Waldschäden. Einige Lawinen drangen sogar bis in den Siedlungsraum vor. Wenngleich der Abgang von Gleitschneelawinen mit gegenwärtigem Forschungsstand nicht vorhersehbar ist, fiel die Anzahl davon betroffener Personen äußerst gering aus. Demnach waren an nur 6 von insgesamt 132 Gleitschnee-Abgängen Personen beteiligt (4,5 %). Die betroffenen Personen wurden dabei nur in seltenen Fällen verletzt und niemand getötet. Im besiedelten Gebiet ist diese Tatsache unter anderem auf die hervorragende Arbeit der örtlichen Lawinenkommissionen zurückzuführen.

Ein genereller Blick auf die Statistik 2018/19 zeigt wieder einmal die übergeordnete Rolle von Triebschnee als Ursache für Lawinenabgänge mit Personenbeteiligung. Über 65 % dieser Unfälle hatten demnach ein Triebschneeproblem als Ursache, gefolgt vom Altschneeproblem (16 %).

Verortung der Lawinenereignisse mit Personenbeteiligung, kategorisiert nach dem dafür verantwortlichen Lawinenproblem.

Trotz eines sehr spannenden und schneereichen Winters mit vielen, im wahrsten Sinne des Wortes, Hochs und Tiefs, lag die Anzahl der Lawinenabgänge mit Personenbeteiligung (92 Ereignisse) etwas unterhalb des 10-Jahres-Medians (108 Ereignisse). Dieser Umstand ist auf die generell günstigen Wintersportbedingungen der heurigen Saison zurückzuführen. Ebenso liegt die Summe der Lawinentoten (5 Personen) unter dem 10-Jahresdurchschnitt (10 Personen).
Anzahl der Lawinentoten in Tirol zwischen 2009/10 und 2018/19. Die heurige Lawinensituation hatte weniger Tote zur Folge als im Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre (Quelle & ©: LWD-Tirol).

Die Betrachtung der räumlichen Verteilung der Lawinenereignisse hebt heuer die Variantenbereiche der Tiroler Skigebiete als Hotspots für Lawinenunfälle hervor. Beliebte Skitourengebiete und damit besonders prädestiniert für Lawinenabgänge waren heuer, wie auch in Vergangenheit, die Regionen Nördliche Ötztaler und Stubaier Alpen sowie die Tuxer- und Zillertaler Alpen.

 Lawinenaktivität mit Personenbeteiligung im Verlauf der Wintersaison 2018/19 (Quelle & ©: LWD-Tirol).

Für die Saison 2018/19 ist unsere Arbeit nun getan.
Wir bedanken uns für die Vielzahl an privaten lawinenspezifischen Rückmeldungen während des vergangenen Winters und wünschen allen einen schönen, unfallfreien Sommer.


...zur Meldung

Tue, 28 May 2019 13:38:00 +0000

Nichts Neues - Trüb, in der Höhe immer noch (sehr) viel Schnee und mitunter Lawinengefahr

Das Wetter der vergangenen Woche: Wechselhaft. Meist trüb und regnerisch mit einer kurzen Zwischenbesserung bzw. Auflockerungen vom 23.05. bis 25.05.

Wetterstation Hahnenkamm (Reutte): Immer noch außergewöhnlich viel Schnee für eine Station auf 1670m.

Das überwiegend trübe, nasskalte Wetter hält vorerst an.

Regen bis meist um 2500m in weiten Teilen Tirols. Tiroler Oberland (Foto: 28.05.2019)

Neuerlich hat die ZAMG-Wetterdienststelle gestern, Montag, den 27.05. eine Information über besondere Niederschlagsereignisse ausgegeben: "Ein Skandinavientief und ein Italientief führen bis Mittwochabend von Norden und Süden feuchte Luft in den Alpenraum. Bis Mittwoch herrscht meist trübes und nasskaltes Wetter in Tirol mit teils ergiebigem Regen in den Nordstaulagen vom Außerfern bis zum Wilden Kaiser. Auf den Bergen kommt ab der Waldgrenze nennenswerter Neuschnee zusammen. Am Donnerstag, Christi Himmelfahrt, mit schwachem Hochdruckeinfluss Wetterberuhigung und auch Wetterbesserung."

24-Stunden-Niederschlag 2019-05-27 bis 2019-05-28 14:00 Uhr

Von den Stubaiern bis zur Venedigergruppe kommt einiges an Schnee zusammen

Ab Christi Himmelfahrt (30.05.) soll sich das Wetter dann kontinuierlich bessern. Hinsichtlich möglicher Lawinen zeichnet sich ein sehr ähnliches Szenario ab, wie nach den intensiven Niederschlägen vergangener Woche: Mit zunehmender Sonneneinstrahlung samt Wärmeeintrag werden zahlreiche Lockerschneelawinen, z.T. auch einige oberflächennahe Schneebrettlawinen abgehen. Nach einem raschen Setzungsimpuls wird die Anzahl an Lawinen anschließend deutlich abnehmen.

Zahlreiche Lockerschneelawinen, (im Vordergrund auch eine oberflächennahe Schneebrettlawine), die zwischen dem 23.05. und 25.05. abgegangen sind. Wilde Leck in den Stubaier Alpen (Foto: 26.05.2019)
Bezeichnend für diesen Winter und den in Summe stabilen Aufbau der Altschneedecke ist das praktisch vollkommene Ausbleiben großer Schneebrettlawinen, die in tiefen Schichten brechen. Theoretisch und sehr vereinzelt denkbar ist dies v.a. hochalpin, sehr steil, schattig, Bruch direkt oberhalb des Gletschereises sh. Blog.

Immer noch nicht gebannt: Vereinzelt gleitet der Schnee am glatten Untergrund ab. Arlberggebiet (Foto: 26.05.2019) 
Der Winter hat übrigens einiges an (Wald-)Schäden verursacht...

Bild aus dem Grenzgebiet in Salzburg: Durch Schneedruck umgeknickte Wegweisers, im Hintergrund umgeknickte Bäume. (Foto: 23.05.2019)


...zur Meldung

Wed, 22 May 2019 13:56:00 +0000

Ergebnisse der Umfrage zum Euregio-Lawinenreport

Ende März haben wir eine Online-Umfrage über die Zufriedenheit mit dem neuen Euregio-Lawinenreport durchgeführt. Wir bedanken uns bei den vielen TeilnehmerInnen, welche sich die Zeit genommen haben, die Fragen zu beantworten. Wir haben sämtliche Rückmeldungen aufmerksam durchgelesen. Darauf aufbauend werden nun Maßnahmen gesetzt, um den Euregio-Lawinenreport weiter zu verbessern.

Insgesamt erhielten wir binnen zwei Wochen 3555 auswertbare Fragebögen. Allgemein waren die meisten TeilnehmerInnen der Umfrage mit dem Euregio-Lawinenreport sehr zufrieden und stehen auch der Umstellung sehr positiv gegenüber. Eine zusätzliche Abfrage des lawinenspezifischen Wissens der TeilnehmerInnen ergab, dass sie bei ihren Aktivitäten sehr gut über die Lawinensituation informiert sind. Der Euregio-Lawinenreport ist den meisten Antwortenden sehr wichtig bei der Planung ihrer wintersportlichen Aktivitäten. Es haben Personen aller drei Regionen im Alter von 14 bis 81 Jahren teilgenommen. Zu ihren wesentlichen Aktivitäten zählen z. B. Schneeschuhwandern, Freeriden, Tourengehen oder Eisklettern.

Die Personen dieser Umfrage stellen jedoch keinen repräsentativen Querschnitt aller WintersportlerInnen dar, die im ungesicherten Gelände unterwegs sind. Der Großteil der teilnehmenden Personen war aus Tirol, deutschsprachig, männlich, Skitourengeher, 41 Jahre alt, sehr aktiv und relativ gut ausgebildet.


GEWINNSPIEL
Die GewinnerInnen des Gewinnspiels wurden gezogen und per E-Mail benachrichtigt. Wir möchten ihnen auf diesem Weg nochmals gratulieren!


ERGEBNISSE IM DETAIL
Der Fragebogen war in mehrere Teile gegliedert. Hierzu zählten neben Fragen zur Qualität des neuen Euregio-Lawinenreports auch jene, die den Ausbildungsstand der teilnehmenden Personen erfassten.

Alte Lawinenlageberichte/-prognosen vs. Euregio-Lawinenreport
Im Winter 2018/2019 wurden die alten Lawinenlageberichte bzw. –prognosen der Warndienste Tirol, Südtirol und Trentino zum Euregio-Lawinenreport zusammengefasst sowie rundum erneuert. Dementsprechend wollten wir wissen, ob diese Veränderungen auch als Verbesserungen wahrgenommen wurden.
Über die Hälfte (68,7 %) der Befragten waren der Meinung, dass der Euregio-Lawinenreport insgesamt „etwas besser“ oder „viel besser“ geworden ist. 22,9 % sehen die Umstellung hingegen neutral und nur 8,4 % sind der Meinung, dass sich der neue Euregio-Lawinenreport verschlechtert hat (Abb. 1). Interessanterweise wurden nicht nur die Darstellung sowie Verständlichkeit, sondern auch der Inhalt von 63,8 % aller TeilnehmerInnen als etwas „besser“ oder „viel besser“ im Vergleich zu den alten Lawinenlageberichten bzw. –prognosen bewertet.

Abb. 1 Anteil der TeilnehmerInnen in Prozent (n=3555), die Inhalt, Verständlichkeit, Darstellung und Informationsgehalt des neuen Euregio-Lawinenreports im Vergleich zum alten Lawinenlagebericht mit „viel schlechter“, „etwas schlechter“, „etwa gleich“, „etwas besser“ und „viel besser“ bewerteten.

Zufriedenheit mit dem Euregio-Lawinenreport
Der Großteil der TeilnehmerInnen bewertete den Euregio-Lawinenreport als „sehr gut“, insbesondere den Inhalt. Demgegenüber wurde die Visualisierung sowie Sprachqualität der beiden Bereiche „Gefahrenbeurteilung“ und „Schneedecke“ als „eher gut“ bewertet. Nur sehr wenige TeilnehmerInnen finden den Report „sehr schlecht“ oder „eher schlecht“ (Abb. 2).

Abb. 2: Anteil der TeilnehmerInnen in Prozent (n=3555), die Inhalt, Verständlichkeit, Darstellung, Sprachqualität der Gefahrenbeurteilung und Sprachqualität der Schneedeckenbeschreibung mit „sehr schlecht“, „eher schlecht“, „weder gut noch schlecht“, „eher gut“ und „sehr gut“ bewertet haben.

Zuverlässigkeit der Prognose
Die TeilnehmerInnen wurden gebeten die Zuverlässigkeit der Lawinenprognose einzuschätzen. Sie waren der Meinung, dass die Prognose im Mittel an 85,9 % der Tage während einer Wintersaison zutrifft (Median 90 %).

Kritikpunkte
Viele Personen hatten anfangs Probleme bei der Navigation auf unserer neu gestalteten Homepage, welche sich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase rasch von selbst lösten.
Häufige Kritikpunkte bezüglich der neuen Homepage waren:
  • Technische Probleme, langsames Laden der Homepage und Kompatibilitätsprobleme bei mobilen Geräten.
  • Die Darstellung der Vormittags- / Nachmittagssituation auf der Lawinengefahrenstufenkarte war für viele NutzerInnen auf den ersten Blick nicht klar.
  • Die Visualisierung der Stationsmesswerte wurde als nicht optimal empfunden.
  • Kritisiert wurde das generelle Handling der Schnee- und Wetterkarten.
  • Einige NutzerInnen vermissten den direkten Zugriff auf die Lawinenereignisse, die nur indirekt über www.lawis.at aufgerufen werden konnten.
Einige der angesprochenen Kritikpunkte wurden bereits während der Saison gelöst. An den restlichen Punkten sowie an darüber hinausgehenden Verbesserungen (z. B. zusätzlich verfügbare Version der Homepage für schlechte Internetverbindung, Einbindung von Stationsdiagrammen in die Schnee- und Wetterkarten etc.) arbeiten wir noch.


PERSONENANGABEN
Die TeilnehmerInnen waren RezipientInnen des Euregio-Lawinenreports. Dementsprechend lieferten die Antworten keinen repräsentativen Aussagen über alle NutzerInnen von Lawinenwarndienst-Produkten.

Alter
Die Spannweite des Alters der TeilnehmerInnen war groß (Abb. 3A). Der älteste Teilnehmer war demnach 81, der jüngste 14 Jahre. Der Medianwert lag bei 41 Jahren.

Geschlecht
Abb. 3B zeigt, dass Frauen in der Umfrage stark unterrepräsentiert waren. Der Gesamtanteil befragter Teilnehmerinnen lag bei 16,6 % (d. h. Südtirol 17,3 %, Tirol 16,6 % und Trentino 9,6 %). Einer Schweizer Studie ist hingegen zu entnehmen, dass 45 % der Tourentage von Frauen unternommen werden.

Abb. 3: (A) Häufigkeitsverteilung des Alters der TeilnehmerInnen in Klassen von 5 Jahren (n=3555).
Rote Linie: Median des Alters. (B) Verteilung des Geschlechts der TeilnehmerInnen.

Sprache und bevorzugte Tourenregion
Die meisten Fragebögen wurden auf Deutsch ausgefüllt (Abb. 4A). Der Hauptteil der TeilnehmerInnen gab an, vorwiegend in Tirol und daher in den Regionen Nord- und Osttirol unterwegs zu sein (Abb. 4B).

Abb. 4: Anteil der TeilnehmerInnen (n=3555) in Prozent:
(A) Sprache, in der der Fragebogen ausgefüllt wurde; (B) Bevorzugte Tourenregion der teilnehmenden Personen.

Informationsgewinn für die eigene Tourenplanung
Der Großteil gab an, sich immer (80,8 %) oder meistens (18,11 %) über die Lawinengefahr zu informieren, bevor sie sich ins winterliche Gelände begeben.

Kenntnis des Euregio-Lawinenreports
Die meisten TeilnehmerInnen kennen die einzelnen Teile des Euregio-Lawinenreports „sehr genau“ oder „genau“. Die allgemeinen Informationen sind ihnen geläufiger als die Details. Dementsprechend war die Kenntnis über die Gefahrenstufe bei fast allen TeilnehmerInnen (98,5 %) „sehr gut“ oder „eher gut“ und jene zur Beschreibung des Schneedeckenaufbaus bei vielen TeilnehmerInnen hingegen „weniger genau“ (Abb. 5).

Abb. 5 Anteil der TeilnehmerInnen in Prozent (n=3555), welche die verschiedenen Informationen des Euregio-Lawinenreports „gar nicht“, „sehr oberflächlich“, „eher oberflächlich“, „eher genau“ und „sehr genau kennen“.

Das Ergebnis spiegelt den Aufbau der Informationspyramide (Abb. 6) wider, die zur inhaltlichen Strukturierung des Euregio-Lawinenreports verwendet und darüber hinaus von den Europäischen Lawinenwarndiensten (EAWS) empfohlen wird. Nach diesem Prinzip gelangen die NutzerInnen zuerst zu den leichter fassbaren und übersichtlich gestalteten Informationen und erst am Schluss zu den Details.
Abb. 6: Struktur der von den EAWS verwendeten Informationspyramide

Ausbildung in Schnee- und Lawinenkunde
Wie in Abb. 7A dargestellt, verfügen rund 40 % der TeilnehmerInnen über eine formale lawinenspezifische Ausbildung (z. B. BergführerIn, SkilehrerIn etc.).

Selbsteinschätzung zur Beurteilung der Lawinengefahr
In Anlehnung an Abb. 7B stuft der Großteil der Befragten die eigenen Fertigkeiten als „mittel“ (53,6 %) bis „groß“ (32,2 %) ein. Diese Einschätzung ist subjektiv, korreliert allerdings mit dem hohen Anteil an TeilnehmerInnen, die eine lawinenspezifische Ausbildung vorweisen können.
Es ist wahrscheinlich, dass interessierte und besser ausgebildete SchneesportlerInnen die Homepage öfter nutzen und deshalb auch mit einer größeren Wahrscheinlichkeit auf die Umfrage aufmerksam wurden. Zudem waren sie vermutlich eher dazu bereit den Fragebogen auszufüllen, da sie sich mehr für das Thema interessieren und vielleicht auch die Möglichkeit sehen, eigene Ideen und Gedanken einzubringen.

Abb. 7: Anteil der TeilnehmerInnen in Prozent, die über eine lawinenspezifische Ausbildung verfügen (A) sowie  die ihre Erfahrung in der Einschätzung der Lawinengefahr als „sehr klein“ (0,7 %), „klein“ (8,8 %), „mittel“ (53,6 %), „groß“ (32,1 %) und „sehr groß“ (4,7 %) einschätzen (B).

Anzahl an absolvierten Lawinenkursen
Wie Abb. 8 illustriert, besuchte der Großteil der TeilnehmerInnen (88 %) mindestens einen Lawinenkurs (z. B. Lawinenkurs von einem alpinen Verein etc.), die meisten jedoch mehrere Lawinenkurse (meist 2 bis 3). Dieses Ergebnis bestätigt die Tatsache, dass vor allem Personen, die gut ausgebildet und sehr am Thema interessiert sind, an der Umfrage teilnahmen.

Abb. 8: Anzahl der TeilnehmerInnen, die keinen, einen, zwei bis drei, vier bis fünf, 6 bis 10, 11 bis 20, mehr als 20 Lawinenkurse selbst besucht haben sowie Anzahl der TeilnehmerInnen, die auf Kursen als TrainerIn anwesend waren.

Dauer und Art wintersportlicher Aktivitäten abseits gesicherter Pisten
Die TeilnehmerInnen schätzten sich als enorm aktiv ein. Demnach lag der Mittelwert der Gelände-Tage (d. h. Tour und Variante) bei rund 34 Tagen.


Abb. 9: Prozentueller Anteil der Geländetage nach wintersportlichen Aktivitäten.

Den Hauptteil, d. h. 68,4 % aller Geländetage, verbringen die TeilnehmerInnen auf Skitouren. Ein Fünftel der Geländetage und somit 20,8 % werden beim Variantenfahren mit Skiern verbracht und 3,7 % mit Varianten mit dem Snowboard (Abb. 9).

Eigenverantwortung
92,9 % aller Befragen gaben an, eigenverantwortlich Touren zu unternehmen. Die restlichen 7,1 % schließen sich erfahreneren Personen an oder bewegen sich ausschließlich im gesicherten Gelände.

(Die Analyse der Umfrage wurde von unserer Praktikantin Clara Bertel durchgeführt.)



...zur Meldung

Tue, 21 May 2019 09:28:00 +0000

Regen erhöht die Wahrscheinlichkeit von Gleitschneelawinen - winterlich im Hochgebirge

Entsprechend der Prognosen der ZAMG-Wetterdienststelle regnet und schneit es v.a. im Norden des Landes intensiv.

Niederschlagskarte des Hydrographischen Dienstes. Spitzenreiter Stationen im nordöstlichen Unterland mit derzeit knapp 90mm.

Die Schneefallgrenze pendelt zwischen etwa 1800m und 2300m.

Regen bis über die Waldgrenze hinauf. Inntal (Foto: 21.05.2019)
Der Regen sickert in den noch schneebedeckten Gebieten rasch bis zum Boden durch und erhöht dadurch die Wahrscheinlichkeit von Gleitschneelawinen bzw. -rutschen auf steilen glatten Flächen, wie Wiesenhängen oder Felsplatten.

Im Hochgebirge hingegen ist es weiterhin winterlich. Mit Schneefall und stürmischem Wind entstehen frische Triebschneepakete, die v.a. in großen Höhen, vermehrt im kammnahen, sehr steilen Gelände kurzfristig ein Problem darstellen können.

Schneefall und Sturm im Arlberggebiet

Kammnahe Schneebrettlawinen bei der Ödkarspitze im Karwendel. Der Bruch erfolgte in einer oberflächennahen Schwachschicht. Ähnliches wird man nach den Schneefällen gebietsweise in großen Höhen beobachten können. (Foto: 17.05.2019)

Ablagerung einer Lockerschneelawine; Spiegelkogel im Hinteren Ötztal (Foto: 17.05.2019)
Nach den Niederschlägen, die ab morgen 22.05. abklingen werden, wiederholt sich das Szenario der vergangenen Schneefälle: Sobald die Sonne zum Vorschein kommt bzw. diffuse Strahlung auf die Schneedecke einwirkt, werden in den neuschneereichen Gebieten aus extrem steilem Gelände zahlreiche Lockerschneelawinen abgehen. Kurzfristig erhöht sich dann auch die Wahrscheinlichkeit von Schneebrettlawinen, die in oberflächennahen Schichten brechen werden. Primär betroffen ist der frische Schnee, sekundär sind auch Brüche in kantig aufgebauten, oberflächennahen Schwachschichten denkbar. (sh. vorige Blogeinträge).

Kein Lawinenthema, aber mit dem Regen auf eine bestehende Schneedecke in Zusammenhang stehend: Die Pegel der Flüsse und Bäche steigen durch den Schmelzprozess markant an.

Anstieg des Wasserstandes am Kohlenbach bei Kössen, einem der regenreichsten Gebiete Tirols

Auch der Pegel des Inns ist seit 20.05. deutlich gestiegen. (Foto: 21.05.2019)











...zur Meldung

Fri, 17 May 2019 08:36:00 +0000

Weiterhin winterliche Bedingungen auf den Bergen - das Wetter bleibt wechselhaft

Weiterhin unbeständig und kühl

Das wechselhafte und für die Jahreszeit zu kühle und eher feuchte Wetter hält an.

Wochenrückblick: Unbeständig!

Zum Vergleich der Winterrückblick: Hochalpin werden derzeit häufig die maximalen Gesamtschneehöhen des Winters gemessen.

Beachtlich viel Neuschnee auf den Bergen

Tief winterliche Bedingungen auf der Regensburger Hütte (Foto: 12.05.2019)

Wie schon im vorigen Blogeintrag geschrieben, wird Neuschnee während einer Wetterbesserung rasch geschwächt. Dies hat mit der im Vergleich zum Hochwinter viel höheren Strahlungsenergie zu tun. Wir beobachten deshalb auf den Bergen derzeit zahlreiche Lawinenabgänge. Dabei handelt es sich meist um Lockerschnee- und vereinzelte Gleitschneelawinen.

Lockerschneelawinen auf der Nordkette (Foto: 17.05.2019)

Gleitschneelawine auf der Nordkette (Foto: 11.05.2019)

Bezüglich Schneebrettlawinen gilt das im vorigen Blogeintrag Gesagte. Wir gehen davon aus, dass Schwachschichten aufgrund von gm.4 (Gefahrenmuster kalt auf warm) in größeren Höhen vorhanden sind und unter ungünstigen Voraussetzungen gestört werden können. Allerdings wissen wir aufgrund fehlender aktueller Schneedeckenuntersuchungen keine neuen Details hinsichtlich jener Bereiche, wo Schneebrettlawinen am ehesten aufgrund von gm.4 ausgelöst werden können.
Zudem ist nach Neuschneefällen zusätzlich auf weitere, mögliche Schwachschichten zu achten: lockerer, überwehter Neuschnee; Graupel; Oberflächenreif im schattigen, kammnahen Gelände (Nigg-Effekt).

Um diese Jahreszeit keine Seltenheit: Graupel. Hier im Defereggental. Graupel kann immer dann eine Schwachschicht bilden, wenn sich dieser etwas mächtiger abgelagert hat (cm-Bereich). Zentralosttirol (Foto: 15.05.2019)

Unterwegs im Bereich der Franz-Senn-Hütte. Wie im Hochwinter!

Es dauert noch, bis Almwege schneefrei sein werden...Tuxer Alpen (Foto: 02.05.2019)

Auch schon mehrmals angesprochen. Gefahr von Wechten nicht unterschätzen! Silvretta (Foto 01.05.2019)

Werden wohl keine Freude mit dem späten Ausapern haben: Murmeltiere (im Vordergrund). Silvretta (Foto: 01.05.2019)


...zur Meldung

Quelle: Lawinenwarndienst-Blog Tirol