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Lawinenlage

Lawinenwarndienst Bayern:

Dienstag 15 11 2019 01:42:30GMT

Kurzinformation, Dienstag, 12.11.2019

Wintereinbruch in den bayerischen Bergen!


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Quelle: Lawinenwarndienst Bayern

Lawinenvorhersage Tirol:

Die neueste Lawinenvorhersage für Tirol.
Auf der Karte die gewünschte Region anklicken, dann wird die Lawinenwarnstufe angezeigt.

Lawinenwarndienst-Blog Tirol:

Thu, 14 Nov 2019 21:19:00 +0000

Kritische Lawinensituation mit spontanen Lawinen in den niederschlagsreichen Regionen – Start der täglichen Prognose morgen am 15.11. 17:00 Uhr für den 16.11.2019


Heute am 14.11. nutzten wir gemeinsam mit unseren Beobachtern das Schönwetterfenster, um unser Bild des Schneedeckenaufbaus weiter zu schärfen. Zeitgleich führten Lawinenkommissionen in den neuschneereichen Regionen erste Erkundungsflüge durch.

Schneedeckenuntersuchungen bilden die Basis für eine gute Gefahreneinschätzung. (Foto: 14.11.2019)


Wir haben es derzeit mit zwei ernst zu nehmenden Problemen zu tun, die sich ab morgen, Freitag, den 15.11., aufgrund des massiven Südstaus mit zwei außergewöhnlichen Niederschlagsstaffeln weiter verschärfen werden. 



Einerseits handelt es sich um ein sehr ausgeprägtes Gleitschneeproblem, bei dem der kürzlich gefallene Schnee auf steilen, glatten Flächen abgleitet. So wurden uns während der vergangenen Tage zahlreiche Gleitschneelawinen gemeldet, die u.a. auch für umfangreiche Straßensperren in Osttirol verantwortlich waren bzw. weiterhin sind. Abgleitender Schnee kann aber auch auf steilen Hausdächern eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellen. Die Gefahr von Gleitschneelawinen wird durch die zunehmende Schneelast sowie den vermehrten Feuchtigkeitseintrag in die Schneedecke ansteigen. Wir möchten deshalb an alle Personen appellieren, diese Gefahr sehr ernst zu nehmen, Sperren unbedingt zu befolgen und sich unterhalb von Gleitschneerissen nicht aufzuhalten!

Gleitschneerisse und Gleitschneelawinen im Defereggental. (Foto: 14.11.2019)

Gleitschneelawine gefährdet Straße im Defereggental (Foto: 14.11.2019)

Eine weitere Gefahr ergibt sich durch ein ausgeprägtes Neu- und Triebschneeproblem, v.a. oberhalb der Waldgrenze. Schon heute am 14.11. legte der Wind – entsprechend der Prognose der ZAMG-Wetterdienststelle – an Stärke deutlich zu. Auf den Bergen konnten z.T. umfangreiche Schneefahnen beobachtet werden. Es entstanden frische, z.T. sehr störanfällige Triebschneepakete. Nun erwarten uns in zwei Staffeln wieder sehr intensive Niederschläge: Morgen am Freitag, den 15.11. sollen in den Regionen entlang des Alpenhauptkammes vom Ventertal ostwärts inkl. Osttirol zwischen 50cm und 100cm dazukommen, am Sonntag nochmals ähnliche Mengen samt steigender Schneefallgrenze. Die Gefahr von spontanen, z.T. auch großen bis sehr großen Schneebrettlawinen steigt stetig an, dies vermehrt in windabgewandten, sehr steilen Hängen. Die Lawinengefahr in den neuschneereichen Regionen entspricht morgen am 14.11. großer Gefahr, also Gefahrenstufe 4!

Schneeverfrachtung durch zunehmenden Windeinfluss entlang des Alpenhauptkammes. Hochgurgl  (Foto: 14.11.2019)

Spontane Schneebrettlawine. Frischer Triebschnee auf lockerem, kalten Pulverschnee. Hochgurgl  (Foto: 14.11.2019)

Ähnliche Situation wie bei oberem Foto in den Stubaier Alpen (Foto: 14.11.2019) 

Ab morgen, dem 15.11.2019, starten wir um 17:00 Uhr mit unseren täglichen Prognosen der Lawinengefahr für den Folgetag. Zusätzlich informieren wir Sie zumindest einmal pro Woche, jeweils am Donnerstag, in diesem Blog über die aktuelle Schnee- und Lawinensituation.


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Wed, 13 Nov 2019 16:56:00 +0000

Zum Teil tief winterliche Verhältnisse in Tirol. Lawinengefahr beachten!


Die seitens der ZAMG-Wetterdienststelle prognostizierten Niederschläge sind eingetreten. In den Regionen entlang des Alpenhauptkammes von den Südlichen Ötztaler Alpen ostwärts sowie in Osttirol sind häufig zwischen 50 und 80cm Neuschnee gefallen. Im südlichen Osttirol waren es meist um 100cm.

Am meisten Niederschlag ist bisher im südlichen Osttirol gefallen.

Einhergehend mit den Schneefällen ist die Lawinengefahr angestiegen. Die Hauptgefahr ergibt sich in den neuschneereichen Gebieten derzeit durch abgleitenden Schnee auf steilen, glatten Flächen. Meist handelt es sich um steile Wiesenhänge.

Bedrohung von Straßen durch abgleitenden Schnee auf steilen Wiesenhängen. Sillian (Foto: 13.11.2019).

Vorsorglich wurden bereits einige Straßen gesperrt. Bei einer kleinen Gleitschneelawine, die heute am 13.11. auf die Straße ins Obernbergtal abging, wurde niemand verschüttet. 



Vorsicht ist aber auch unter steilen Hausdächern angebracht, wo der Schnee abgleiten und Personen gefährden kann.

Tief winterlich unterhalb des Zettersfeldes bei Lienz in Osttirol (Foto: 13.11.2019)
Viel Neuschnee auch im hinteren Zillertal (Foto: 13.11.2019)

Über der Waldgrenze ist zudem – wiederum in den neuschneereichen Regionen – auf frische Triebschneepakete im sehr steilen Gelände zu achten. Die Anzahl und Größe der Triebschneeansammlungen wird mit dem vorhergesagten, an Stärke zunehmenden Wind ansteigen. Das Triebschneeproblem ist v.a. vom Wintersportler zu beachten, der morgen, am 14.11. die kurze Wetterbesserung für Freizeitaktivität nützen möchte.

Neben einer möglichen Lawinengefahr gibt es weitere Probleme in Form von Stromausfällen sowie umstürzenden Bäumen.

Schwerer Schnee sowie umstürzende Bäume belasten bzw. beschädigten so manche Stromleitungen. Sillian. (Foto: 13.11.2019)

Schneelast auf Bäumen im Südlichen Osttirol (Foto: 13.11.2019)

Wie geht es weiter: Nach der morgigen Wetterberuhigung am 13.11. wird der Wind von Nord auf Süd drehen und während der Nachtstunden vom Donnerstag auf Freitag, den 14.11., Sturmstärke erreichen. Neuerlich wird es intensiv mit ähnlichen Schwerpunkten schneien. Ähnliches gilt für Sonntag, den 17.11., mit einer dritten Niederschlagsstaffel samt unveränderter Südströmung. Die Lawinengefahr steigt weiter an. Das Gleitschneeproblem verschärft sich. Ebenso werden spontane Schneebrettlawinen immer wahrscheinlicher.  

Morgen am 14.11. erfolgt eine neuerliche Aktualisierung des Blogs.


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Tue, 12 Nov 2019 16:34:00 +0000

Ergiebiger Neuschnee in den nächsten Tagen: Anstieg der Lawinengefahr.

Viel Neuschnee, v.a. in Osttirol und entlang des Alpenhauptkamms lassen die Schneehöhen nochmals anwachsen. Folglich wird auch die Lawinengefahr in diesen Gebieten ansteigen. Nördlich des Inns liegt vergleichsweise wenig Schnee, auch die Niederschläge fallen geringer aus.

Überblick der Schneehöhen in Tirol. Nördlich des Inns liegen in hohen Lagen verbreitet 20 cm. Am Alpenhauptkamm und südlich davon sind es verbreitet 50 cm, in hochalpinen Lagen auch deutlich mehr.

Winterliche Verhältnisse am Leppleskofel im Defereggental. Die letzten Niederschlagsereignisse haben oberhalb von 1000m zu einer zusammenhängenden Schneedecke geführt. (Foto: 10.11.2019

Neuschnee bis zum Wochenende
Von Süden her hat es seit Montagnachmittag zum Schneien begonnen. Heute, Dienstag, bleibt es trüb mit anhaltendem leichten Schneefall im Norden bis mäßigem Schneefall am Alpenhauptkamm und in Osttirol.

Im südlichen Osttirol waren die Niederschläge bisher am ergiebigsten. Dies wird weiterhin das niederschlagsreichste Gebiet bleiben.

In der Nacht auf Mittwoch, den 13.11.2019, intensivieren sich die Niederschläge. Der Schwerpunkt liegt weiterhin am Alpenhauptkamm und in Osttirol. Die Niederschlagsmengen fallen regional recht unterschiedlich aus und liegen im Bereich von 30 bis 80 cm Neuschnee. Die meisten Niederschläge sind derzeit für die Zillertaler Alpen und die Lienzer Dolomiten prognostiziert. Der Wind bläst aus nördlichen Richtungen, Richtung Alpenhauptkamm auch stark. Der Donnerstag wird laut ZAMG dann ein trockener und in Nordtirol föhniger Tag mit einem Wechselspiel aus Sonne und Wolken.  Der lebhafte Südföhn wird abends stark bis stürmisch. In Osttirol kann sich die Sonne nur selten gegen die hochnebelartigen Restwolken durchsetzen. 
Am Freitag gibt es wieder Neuschnee dank eines kräftigen Südstaus. Aus der Nacht heraus bläst in Nordtirol abseits des Alpenhauptkammes stürmischer Südföhn und im Süden ist es trüb. Es schneit ergiebig vom Brenner bis Osttirol und bis ins Lienzer Becken hinunter.

48-h Prognose des Neuschnees für die Europaregion. In den Zillertaler Alpen und Lienzer Dolomiten können lokal bis zu 80 cm Neuschnee fallen.

Multimodell-Prognose Neuschnee für einen Punkt in den Lienzer Dolomiten. Hohe Wahrscheinlichkeit für 50 cm Neuschnee in den nächsten Stunden. Weitere Niederschläge für Freitag und Sonntag sind prognostiziert.

Lawinengefahr, Schneedecke und Beobachtungen aus dem Gelände
Derzeit haben wir noch sehr wenige Informationen aus dem Gelände bzw. nur geringen Einblick in den Aufbau der Schneedecke in den unterschiedlichen Gebieten.
Mit dem Neu- und Triebschnee wird die Gefahr von Lawinen am Mittwoch kurzfristig ansteigen. Lawinen können stellenweise durch einzelne Wintersportler ausgelöst werden und in den besonders neuschneereichen Regionen groß werden. Touren erfordern Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr. Dies betrifft v.a. Gebiete, in denen vor den Niederschlägen eine zusammenhängende Schneedecke vorhanden war.
An sehr steilen Grashängen wurden in den letzten Tagen immer wieder  kleine und mittlere Gleitschneelawinen beobachtet. Die Aktivität von Gleitschneelawinen wird mit zunehmender Schneemächtigkeit ansteigen.

Gleitschneelawinen sind bereits jetzt auf steilen Wiesenhängen häufig zu beobachten. Anzahl und Größe nehmen während der nächsten Tage in den neuschneereichen Regionen zu.

Die wenigen, uns derzeit verfügbaren Schneeprofile zeigen folgende Charakteristik: Schattseitig haben wir oberhalb von 2500m an der Basis der Profile meist Schmelzharschkrusten und kantig aufgebaute Schichten, die sich abwechseln. Darüber liegt der Schnee von Anfang November. Stabilitätstests zeigen häufiger Brüche in oberflächennahen Schichten aus den letzten Niederschlagsperioden. Brüche pflanzen sich kaum fort. Zu beachten ist allerdings der frische, in größeren Höhen häufig lockere Neuschnee, der nun von mächtigen Schneepaketen überlagert werden wird. Kurzfristig stellt dieser Neuschnee eine mögliche Schwachschicht für Schneebrettlawinen dar. 
Für den Bereich der Zillertaler Alpen und nördlichsten Teilen Osttirols  gehen wird derzeit v.a. im vergletscherten Gebiet davon aus, dass Brüche auch in tiefere Schichten durchreißen können. Lawinen können dann gefährlich groß werden.

Die wenigen Schneedeckenuntersuchungen zeigen v.a. Brüche in oberflächennahen Schichten (Foto: 12.11.2019)

Schneeprofil vom 12.11.2019 aus den Zillertaler Alpen. Der weiche Neuschnee an der Oberfläche kann die Schwachschicht für weitere Schneefälle bilden. Bei großer Auflast ist auch ein Bruch in Bodennähe möglich. 

Ausblick
Eine alte Bauernregel besagt: Schneit es vor Martini über den Inn ist der Winter hin. Sollte sich diese als richtig erweisen, hätten wir es genau über Martini geschafft. Die Prognosen bestätigen dies: Für Freitag, den 15.11. und von Sonntag, den 17.11. auf Montag, den 18.11. werden weitere, teils ergiebige Neuschneefälle für den Alpenhauptkamm und Osttirol prognostiziert. Die genaue Intensität lässt sich aber derzeit noch nicht abschätzen. Die Lawinensituation in den neuschneereichen Regionen bleibt vorerst angespannt.



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Mon, 11 Nov 2019 18:50:00 +0000

Kurzanalyse des Lawinenunfalls am Rettenbachferner vom 09.11.2019

Gestern am 10.11. waren wir gemeinsam mit der Alpinpolizei und unserem ortsansässigen Beobachter an der Unfallstelle. Unsere Erhebungen ergaben, dass es sich um eine mittlere Schneebrettlawine (Größe 2) mit etwa 100m Breite und 300m Länge handelte. Der Anriss war meist zwischen 50 und 70cm hoch. Der Unfallhang weist im Anrissgebiet Neigungen zwischen 35 und 40 Grad, in der Sturzbahn überwiegend um 40 Grad auf. Das Anrissgebiet liegt in einer Seehöhe von etwa 2850m, ist Richtung Norden ausgerichtet und liegt auf Gletschereis.

Das Schneebrett am Rettenbachferner in den Ötztaler Alpen. Der Pfeil symbolisiert die Einfahrtsspur der drei Wintersportler, die Ellipse die Verschüttungsstelle und der dunklere eingezeichnete Lawinenbereich das Anrissgebiet, welches sich auf Gletschereis befand.  (Foto: 10.11.2019)

Maßgeblich für den Lawinenabgang war eine Schwachschicht, die sich unterhalb einer harten Windkruste von Anfang November gebildet hat.

Am orographisch rechten Anriss der Lawine. Der Pfeil symbolisiert die Einfahrtsspur. (Foto: 10.11.2019)
Am Anriss: Der linke Pfeil zeigt die harte, vom Windeinfluss entstandene Kruste, der rechte Pfeil die darunter befindliche weichere Schwachschicht. (Foto: 10.11.2019)
Eines, der am Anriss aufgenommenen Profile. Die unterste, harte Schicht stammt von den herbstlichen Schneefällen ab 08.09. inklusive Regeneinfluss vom 21.10.2019. Darüber erkennt man die dünnere Schwachschicht samt der Windkruste. Letztere bildete die Voraussetzung für eine mögliche Bruchausbreitung des Schneebretts. Weitere Profile hier:
Wetterverlauf ab Anfang September. Man erkennt die Niederschlagsperioden samt Schneefall auf den Bergen. Bedeutsam für den Unfall waren v.a. die Tage ab Anfang November mit Schneefall und z.T. sehr kräftigem Windeinfluss
Hier noch das Wettergeschehen seit dem Nationalfeiertag (Weltcuprennen Sölden). Verlauf der Schneehöhe, der Lufttemperatur und des Taupunktes.
Im Vordergrund erkennt man den (teilweise bereits etwas eingewehten) Lawinenanriss. Im Hintergrund befindet sich eine der Sprengvorrichtungen. (Foto: 10.11.2019)

Die 2 verunglückten Personen wurden in einer Geländefalle, die aus Eisresten bestanden hat, ca. 2 - 3m tief verschüttet.

Blick vom unteren Teil der Sturzbahn in Richtung Verschüttungsstelle (Pfeil). Die Verschüttungsstelle war zum Unfallzeitpunkt komplett mit Schnee aufgefüllt. (Foto: 10.11.2019)



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Sat, 09 Nov 2019 16:37:00 +0000

Lawinenunfall im Variantengelände des Gletscherskigebietes Sölden


Heute am 09.11. meldete die Leitstelle Tirol kurz nach Mittag einen Lawinenabgang am Rettenbachferner im Ötztal. Es handelte sich um ein Schneebrett, welches sich löste, als sich 2 Personen bei der Abfahrt befanden. Der Unfallhang liegt im Schatten auf ca. 2800m und ist zum Teil felsdurchsetzt.

 
Die rote Ellipse kennzeichnet den ungefähren Unfallbereich

Gemeinsam mit der Alpinpolizei werden wir morgen am 10.11. Erhebungen durchführen. Nähere Details zum Schneedeckenaufbau vor Ort werden voraussichtlich am Montag, den 12.11. veröffentlicht.


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Quelle: Lawinenwarndienst-Blog Tirol