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Steinerne Rinne

Über den Eggersteig aufs Ellmauer Tor

Der Übergang Stripsenjochhaus oder Griesner Alm-Ellmauer Tor (1995 m) - Gaudeamushütte (oder Gruttenhütte) führt durch das »Herz« des Wilden Kaisers: durch die Steinerne Rinne! Diese Steiganlage ist zwar eine der meistbegangenen, aber auch faszinierendsten im gesamten Alpenraum: Ein Gang zwischen den beiden berühmtesten Kletterwänden des Kaisergebirges. Für diese Tour eine gutgemeinte Empfehlung: Gönnen Sie sich einen Urlaubstag! An Wochenendtagen ist die Steinerne Rinne kein Genuss. Bergsteigerkolonnen und Steinschlaggefahr, vorwiegend von der Predigtstuhl-Nordkante her, trüben das Erlebnis.Die Eindrücke in der Steinernen Rinne zu beschreiben, wage ich nicht. Das haben andere vor mir besser gekonnt. Steigen Sie selbst zum Ellmauer Tor auf. Und wandern Sie von Norden, also im Aufstieg, durch das Herz des Wilden Kaisers. So ist die Wirkung am überwältigendsten.

Entnommen mit freundlicher Genehmigung des Autors aus dem Buch "Kaisergebirge" von Horst Höfler, erschienen im Verlag Rosenheimer Verlagshaus. Derzeit leider vergriffen.


Steinerne Rinne vom Aufstieg zum Stripsenjochhaus aus gesehen.

Steinerne Rinne vom Aufstieg zum Stripsenjochhaus aus gesehen.


Kurzinfo:

Region:
Kaisergebirge
Tourenart:
Bergtour (schwer)
Erreichte Gipfel:
Ellmauer Tor 2006 m, Hintere Goinger Halt 2192 m
Dauer:
Gesamtgehzeit ca.6-7 Stunden
Touristinfo:
Kirchdorf am Wilden Kaiser
Weblinks:
Der Gegen-Aufstieg von der Südseite

Anforderung:

Höhenunterschied:
1204 m
Schwierigkeit:
schwer
Alpiner Steig. Mittlere bis schwere Anforderungen, Geröll und Gestein, steinige Wege, Trittsicherheit erforderlich, teilweise lange Strecken mit Drahtseil gesicherter alpiner Steig, teils glatter Fels, schnee- und eisfreie Verhältnisse erforderlich, nicht bei Nässe

Einkehrmöglichkeit:

Stripsenjoch:
Mitte Oktober bis Mitte Mai geschlossen   Hütten Info, hier klicken

Start:


Kaiserbachtal (Griesenau) 1000 m

GPS-Wegpunkt:
N47 34.791 E12 19.851 zu Google Maps

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Öffentliche Verkehrsmittel fahren nur bis Griesenau (Bus). Von dort ca. 1 - 1,5 Stunden Gehzeit durchs Kaiserbachtal bis zur Fischbachalm, weitere 0,5 Stunden bis zur Griesner Alm.

Mit dem Pkw:
Von Rosenheim und Kufstein: Inntalautobahn Ausfahrt Oberaudorf, Richtung Kössen und Griesenau.
Von Salzburg bis zur Ausfahrt Grabenstätt über Grassau und Schleching nach Kössen.
In beiden Fällen weiter über die mautpflichtige Zufahrt ins Kaiserbachtal. Großer Wanderparkplatz bei der Griesener Alm.

  • Ab Rosenheim: 55 Km / 0:55 Std
  • Ab München: 120 Km / 1:30 Std
  • Ab Bad Tölz: 100 Km / 1:30 Std
  • Ab Salzburg: 85 Km / 1:15 Std

Tourenplaner / Online-Fahrpläne: hier klicken

Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.

Tourenbeschreibung:

Start: Kaiserbachtal (Griesenau)

Griesner Alm - Ellmauer Tor
Ca. 2 - 3 Stunden, ab Griesner Alm AV-Weg Nr. 801 über den Kaiserbach westlich über die Wiesenhänge der Russenleiten am Bach entlang aufwärts, durch einen Wald, quer über einen Schuttstrom und durch eine kleinen Wald zu einem Grashang (der "Wildanger"). Dort zweigt links der Eggersteig ab, der zur Steinernen Rinne führt.

Ellmauer Tor - Hintere Goinger Halt
ca. 1/2 Stunde, schwer, durch Steine, Geröll und Felsen, Trittsicherheit erforderlich. Rote Markierung beachten. Start: Am höchsten Punkt des Ellmauer Tors befindet sich östlich ein Geröllfeld. Quer durch dieses verläuft der schwer erkennbare Weg von Süden nach Nord bergauf (direkt an dem großen Stein in der Mitte des Geröllfeldes vorbei). Zuerst das Geröllfeld besteigen, dann den Weg nordwärts verfolgen, nach 5 - 10 Minuten ist eine kleine Rinne durch eine Kette gesichert, danach wird der Weg durch mehrere Serpentinen durch einen Schroffenhang recht leicht, zum nordwärts gelegenen Gipfel hin nochmals über mehrere Felsstufen auf allen Vieren klettern. Vorsicht: Gipfel fällt nach Nordosten steil ab!

Rückweg:
wie oben, ca. 2,5 - 3 Stunden

Abstiegs-Alternative
durch das Kübelkar. Achtung zweites Auto erforderlich! Siehe Aufstieg zur Hinteren Goinger Halt über die Wochenbrunner Alm, Gruttenhütte oder Gaudeamushütte.

GPS-Daten:


GPX-Tracks sind oft ungenau. Die angezeigten Daten können (insbesondere zur Höhe und Steigung) falsch sein. Daher verwendet bitte nie die Tracks ohne betreffendes Kartenmaterial für das dazugehörige Gebiet. Die GPS-Daten sollen nur als zusätzliche Unterstützung verwendet werden. Auf der Karte lässt sich rechts oben in die Kartengrundlage OpenTopomap umschalten (OpenTopoMap ist nicht immer sofort verfügbar). Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.


Download Bedingungen

Unsere GPS-Dateien dürfen kostenlos für die private Nutzung heruntergeladen werden. Veröffentlichung jeglicher Art und kommerzielle Nutzung nur mit vorheriger Genehmigung von roBerge.de. Die GPS-Daten wurden mit größter Sorgfalt aufbereitet. Trotzdem kann keine Gewährleistung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten gegeben werden. Sie können deshalb nur als Unterstützung bei der Wegfindung dienen. Wir weisen deshalb ausdrücklich darauf hin, dass die Nutzung der Daten auf eigene Verantwortung erfolgt und die Wegfindung nur aufgrund offizieller Karten erfolgen darauf. Die Benutzung privater Straßen und das Betreten privater Grundstücke kann gesetzlichen Beschränkungen unterliegen.

Ich akzeptiere die obigen genannten Bedingungen.



Webcams:

Aktuelle Bilder von Webcams im Umkreis von 30km vom Ausgangspunkt.
  weitere Webcams findest du hier



Pendlinghaus
(©Foto-Webcam.eu)

Pendlinghaus
(©Foto-Webcam.eu)

Grat zwischen der Seilbahn-Bergstation und dem Gipfel der Kampenwand
(www.foto-webcam.eu)

Überwältigende Ausblicke vom Gipfel und vom Ellmauer Tor:

Die Blicke nach:
- Süden (Ellmau, Alpenhauptkamm)
- Westen (Karlspitze)
- Norden (Steinerne Rinne, Zahmer Kaiser)
- Osten (Goinger Halt)
Vom Gipfel aus besonders reizvoller Blicke auf die Gipfelkette des Ostkaisers (Ackerlspitze), auf Fleischbank und Christaturm.

Flora und Fauna:

Gämsen, Murmeltiere, Dohlen

Literatur:

Alpenvereinsführer

Alpenvereinsführer Kaisergebirge alpin
Alle Routen für Wanderer und Bergsteiger
von Höfler, Horst und Piepenstock, Jan
Infos: Alpenvereinsführer

Alpenvereinsführer Kaisergebirge alpin

Karte

Mayr Wanderkarte Nr. 51 "Wilder Kaiser - Going, Ellmau, Scheffau, Söll"
Infos: Karte

Mayr Wanderkarte Nr. 51 "Wilder Kaiser - Going, Ellmau, Scheffau, Söll"

Führer

Wandern zu Sagen und Mythen im Wilden Kaiser
von Jenewein, Herbert
Infos: Führer

Wandern zu Sagen und Mythen im Wilden Kaiser

Alpenvereinsführer

Alpenvereinsführer Kaisergebirge extrem
von Schubert, Pit
Infos: Alpenvereinsführer

Alpenvereinsführer Kaisergebirge extrem

Bildband

Wilder Kaiser - Klettergeschichte, Geschichten vom Klettern
von Höfler, Horst und Schubert, Pit
Infos: Bildband

Wilder Kaiser - Klettergeschichte, Geschichten vom Klettern

Galerie:


Weitere schöne Bilder sind in unserer Fotoshow

Diashow:

Aufstieg in der Steinernen RinneSelbst im Hochsommer gibt es in der Steinernen Rinne noch ausgedehnte Schneefelder.Blick von der Hinteren Goinger Halt (kurz vor dem Gipfel) Richtung Norden (Zahmer Kaiser)Blick durchs Ellmauer Richtung Süden (Ellmau)Blick auf den Ostkaiser vorm Gipfel der Hinteren Goinger Halt

Sagen, Mythen und Wahrheiten:

Direkt am oberen Ende der Steinernen Rinne sitzt ein riesieger schwarzer Hund, welcher nur die mutigsten Wanderer an sich vorbei passieren läßt. Hat man dieses Hindernis überwunden, so entdeckt man am Gipfel der Goinger Halt kleine Mäuse. Diese sind verbannte Jungfauen. Denn ein braver junger Mann hatrte einst Liebeskummer und war mit seinem schwarzen Hund zum Ellmauer Tor hinauf gestiegen. In seiner Verzweiflung verfluchte er alle hochmütigen Mädchen. Sie sollten als Mäuse verzaubert, ewig hier oben ihr Leben fristen müssen. Und er wünschte sich, dass ein jedes Mädchen erst dann wieder von ihrem Bann erlöst werden sollte, wenn ein junger Mann über ie Steinerne Rinne zur Hinteren Goinger Halt hinauf steigt und auch keine Angst vor seinem schwarzen Hund hat, den er zum Wächter bestimmt hat. Seitdem sieht man immer wieder Mäuse herumhuschen, bei denen es sich in Wirklichkeit um verbannte Jungfrauen handelt.



Ausschnitt aus dem Buch "Kaisergebirge" von Horst Höfler
(leider vergriffen)

Während eines für meine Eltern legendären Kaiserurlaubs in den fünfziger Jahren war auch ein Aufstieg durch die Steinerne Rinne geplant. Vater kletterte zu dieser Zeit noch nicht, aber er war ein guter Berggeher. Mutter liebte das Gebirge; wenn sie es jedoch sozusagen hautnah um sich hatte, bekam sie Angst. Auf dem Weg in die Steinerne Rinne, dem sogenannten »Eggersteig«, ging denn auch alles gut, bis sie die Stelle erreicht hatten, an der man urplötzlich die Wände von Fleischbank und Predigtstuhl direkt über sich sieht. Jenen Augenblick haben sowohl Leo Maduschka als auch und vor allem Fritz Schmitt eindringlich beschrieben: »Franz Nieben berichtet, wie ihm sein gestrenger Lehrmeister Ostler Ehrfurcht vor den Wänden der Steinernen Rinne beibrachte. Das Rezept lautete: Auf den Rücken legen und in den schmalen Himmelsausschnitt zwischen den Wänden schauen. Wenn die Wolken drüberziehen, schwört man, die Felsen des Predigtstuhls und der Fleischbank wanken zu sehen.«

Mutter erzählte, dass sie das Gefühl hatte, die beiden Berge würden über ihr zusammenstürzen. In dem Moment kam der Angstschwindel, und sie ging keinen Schritt mehr weiter. Aus! Vorbei! Keine exponierte Stelle mehr, bis wir in den siebziger Jahren einmal zusammen über den Widauer Steig auf den Scheffauer stiegen. Die Sache mit der Steinernen Rinne aber zwickte mich schon lange. Vor zweieinhalb Jahren sagte ich beiläufig: »Nächsten Montag gehen wir durch die Steinerne Rinne.« Und wie wir gingen! An einem wolkenlosen, sozusagen goldenen Oktobertag. Sie stieg, als hätte sie nie etwas anderes getan, als gesicherte Steige zu begehen. Am Ellmauer Tor und später auf der Griesneralm, als meine Mutter die Rinne auch locker im Abstieg gemeistert hatte, war die Freude riesig: »Jetzt habe ich sechzig Jahre alt werden müssen, um etwas zu machen, was ich mir mit Mitte zwanzig nicht getraut hatte.«