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Autor Thema: Advent 2019 - Woche 1  (Gelesen 1554 mal)

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Online Reinhard

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Advent 2019 - Woche 1
« am: 30.11.2019, 18:13 »
Heute geht es los, einen Tag früher als ursprünglich geplant!
Das Motto für diese Woche - bis Freitag 23:59 Uhr - lautet:
Kultplätze, Mythen, Sagen
Zu diesem Thema kann jeder pro Tag zwei Beiträge schreiben, jeder einzelne Beitrag nimmt an der Verlosung teil.
Bitte einfach hier antworten (Thema: "Advent 2019 - Woche 1)

Beispiele: Eines oder zwei Fotos, Geschichten, Sagen, interessante Informationen, besondere Hüttenschmankerl, Tourentipps, gerne auch Fragen oder kleine Rätsel, alles immer passend zum Motto "Kultplätze, Mythen, Sagen".
Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! Es müssen keine Romane sein, es genügen jeweils ein paar Sätze oder ein Foto.

Sollte jemand Interesse an einem bestimmten Gewinn haben, kann er/sie dies so am Ende seiner Beiträge angegeben:
"Wunschpreis: Schneeschuhe" oder "Wunschpreis: Traudls Bergkalender" am Ende des Beitrags. Natürlich können wir nichts versprechen, aber falls möglich, werden wir versuchen, die Wünsche berücksichtigen  :)

Wir wünschen Euch viel Spaß und Glück. Kommendes Wochenende werden dann die ersten Gewinner gezogen.

roBerge.de

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« am: 30.11.2019, 18:13 »

Offline eli

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Re: Advent 2019 - Woche 1
« Antwort #1 am: 30.11.2019, 18:13 »
Gerade noch vor Beginn der Adventszeit besuche ich einen uralten Kraftort: Den mythischen
Hexentanzplatz auf der Brecherspitze. Um mich aber vor den wilden Frauen zu schützen, kehre ich lieber gleich gegenüber noch in der Freudenreichkapelle ein. Man weiß ja nie. Aber meinen evt. Buchpreis weiß ich schon! Das wäre natürlich Traudls Bergkalender!

Hawedere

eli

Offline geroldh

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Re: Advent 2019 - Woche 1
« Antwort #2 am: 30.11.2019, 18:15 »
Zitat von: roBerge.de
Sagen, Mythen und Wahrheiten: Die Kundl und der Backofen

Einst hatte ein Bauer von Nußdorf auf einsamem, sonnendurchflutetem Wiesenboden an der Südwestseite des Berges eine fruchtbare Alm. Ein herrlicher Bergkranz beschirmte das Idyll, das eine ungewöhnlich schöne, aber auch ungewöhnlich hartherzige Sennerin bewirtschaftete mit Namen Kundel. In einer Jahreszeit, wo der Duft von frischem Bergheu um ihre Nase strich, war sie damit beschäftigt, aus dem Backofen bei der Sennhütte frischgebackene, duftende Brotlaibe herauszunehmen. Da kam plötzlich ein altes, zaundürres Männchen über den Steig und bat sie inständig um ein Stückchen Brot, um seinen größten Hunger zu stillen. Barsch wies ihn die hartherzige Dirn ab, hob einen Stein vom Erdboden auf und hielt ihn dem Bettler hin mit den groben Worten: "Das ist genug für dich!".

Kaum hatte sie dies gesagt, da zog vom Wendelstein her ein schweres, schwarzes Gewitter auf, das den Himmel ganz verfinsterte. Ein entsetzlicher Blitz schlug ein. Als es sich wieder aufhellte, waren die grünen Almwiesen verschwunden. Kein Grashalm wuchs mehr. Die mitleidlose Sennerin stand versteinert auf der kahlen Bergleite.

Dort steht sie heute noch oben vor dem versteinerten Backofen bis zum jüngsten Tag, zur Warnung für alle, die kein Herz für arme Menschen in ihrer Not haben.

Text mit freundlicher Genehmigung entnommen aus dem Buch "Chiemgauer Alpen" von Helmuth Zebhauser.
Quelle: roBerge-Tour "Heuberg und Kundl"
#advent4# Wunschpreise: Alpenvereinsbuch Berg 2020, Alles Klettern ist Problemlösen, Wettervorhersage von Tieren und Pflanzen, ..., Schneeschuhe  8)

Offline Bergautist

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Re: Advent 2019 - Woche 1
« Antwort #3 am: 30.11.2019, 18:16 »
Das Bild wurde an einer Hütte in der Nähe des Fuchssteins bei Oberaudorf gemacht und zeigt eine Ruine mit Blick auf den Wendelstein. Ich vermute, dass das einstens eine Kappelle war und somit unter "Kultplätze" fällt.
 
bergautist1.jpg

Wunschpreis: Bergkalender - Bitte keine Schneeschuhe!

Offline elsie

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Re: Advent 2019 - Woche 1
« Antwort #4 am: 30.11.2019, 18:18 »
Den Wildsee unterhalb des Willdseeloders kennen bestimmt etliche von euch. Er ist einer meiner erklärten Lieblingsplätze. Umso schöner, dass ich ihn hier gleich einbringen kann, denn um ihn rankt sich eine Sage, wie sie in ähnlicher Form öfters berichtet wird: Die Sennerinnen und Senner der Gegend waren in frevelhaften Übermut verfallen, kegelten beispielsweise mit Brot- und Käselaiben. Dieses Treiben wurde vom Himmel mit Blitz und Donner bestraft. Als das Unwetter vorüber war, fand man an der Stelle der Almhütten einen See, in dem die Frevler verschwunden waren.
Grüße, Elsie

Ein Kalender als Preis wäre mein Favorit, am liebsten natürlich auch Traudls...

Online Reinhard

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Re: Advent 2019 - Woche 1
« Antwort #5 am: 30.11.2019, 18:23 »
ÄNDERUNG:
Bitte hier in diesem Thema antworten für die Beiträge der ersten Adventswoche.

 #danke1#

Online Kalapatar

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Re: Advent 2019 - Woche 1
« Antwort #6 am: 30.11.2019, 18:47 »
Bayerischer Wald: Lusen

Hier gibt es verschiedene, ganz unterschiedliche Versionen über seine Entstehung:

1. Der Teufel trug alle Schätze der Welt zusammen, ein gewaltiger Haufen entstand. Diesen deckte er mit jeder Menge Steine zu und setzte sich oben drauf. Er war ganz schön geschafft. Sein Schweif reichte bis zur Fürstenhuter Kirche und der dortige Pfarrer bemühte sich nicht drauf zu treten. Denn der Teufel ist kitzelig und wer weiß, was dann passiert? (Ostbayer. Mythen)

2. Der Teufel wollte den Weg zur Hölle pflastern und trug von überall her Steine zusammen. Als er wieder mal mit einer Fuhre anrückte streckte ihm ein Klausner ein Kreuz entgegen. Da erschrak der Teufel, seine Steinfuhre kippte um, der Lusen entsand. (Ostbayer. Mythen)

3. In Böhmen lebte ein Riese mit seiner Tochter. Diese ging im Wald spazieren. Die vielen Steine aber behinderten sie. Das Riesenfräulein hob seine Schürze auf und sammelte die Steine ein und wollte sie ins benachbarte Bayern tragen. Da rissen an der Grenze die Schurzbänder und sie musste die Steine liegen lassen. Daraus entstand der Lusen an der bayerisch/böhmischen Grenze. (niederbayer. Sage)

4. Früher wurden Frachten von der Donauebene über das Gebirge nach Böhmen gebracht. Das war sehr anstrengend, es gab keinen Unterschlupf etc. Bäcker deponierten deshalb die sog. Brotbank auf dem Lusen, wo sie Brot für die Säumer deponierten. In einer Büchse sollten diese etwas Geld legen, doch manche ließen das einfach sein. Da holte der Teufel ihre Seelen und die Körper ließ er an Ort und Stelle zu Stein erstarren. (Ostbayer. Mythen)

Es gibt noch eine Reihe weiterer Sagen über die Entstehung des Lusens; ob nun Teufel oder Riesenfräulein, ein Besuch lohnt sich zu jeder Jahreszeit und man kommt beim Aufstieg über die Martinsklause ja am „Teufelsloch“ vorbei. Schau, schau....

Vielleicht hat Traudl noch einen Kalender?

Viele Grüße, Kalapatar

Offline almrausch

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Re: Advent 2019 - Woche 1
« Antwort #7 am: 30.11.2019, 20:03 »
Dort war ich dieses Frühjahr mit zwei Roberglern, dem Bergauthist und Gerold. Ich würde mich über die Schneeschuhe wahnsinnig freuen.

Die Sage vom Teufel auf der Teufelskanzel
Einst saß der Teufel oben auf der Sparchen-Felswand um die Bewohner des Inntals mit großen Versprechungen in seinen Bann zu ziehen. Er versprach jedem großartige Dinge wenn er ihm nur seine Seele vermachte.

Doch da waren viele Zweifler. Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen sprach da der Teufel: Alles was ich euch da sage ist wahr sowie ich hier diesen Felsen mit einem Hieb hinunterbrechen werde!

Aber auch nach dem zweiten Hieb stand der Felsen noch immer fest dort, und der Teufel floh vor Wut zwischen die hohen Wände des Wilden Kaisers. An der Teufelskanzel jedoch kann man heute noch die Einschnitte sehen, von den Hieben des Teufels…

Offline geroldh

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Re: Advent 2019 - Woche 1
« Antwort #8 am: 30.11.2019, 21:09 »
Die Überschreitung der Hackenköpfe im westl. Wilden Kaiser-Kamm ist für erfahrene Bergsteiger eine schöne Tagestour, aber nächtens soll einer Sage nach dort der Teufel unterwegs gewesen sein – und zu einer (weiteren) Namensgebung beigetragen haben:
Zitat von: vmtl. von Anton Karg (1835-1919) gesammelt/aufgeschrieben
Der Teufel mit der Kopfkraxe

„ ... so eine kleine Kaiserpartie wäre für ihn doch nur ein Spaziergang gewesen; aber etwas muß ihm doch dazwischen gekommen sein, ...
Der Schwarze kam einmal nachts vom Scheffauer Kaiser über die Hackenköpfe herüber mit einer voll mit Schätzen beladenen, riesig großen Kopfkraxe. Vom Wiesberg zum Sonneck hinüber ist eine Einsattelung, die jäh in das Gamskar abstürzt. Der Geizteufel hatte sich wahrscheinlich zu viel aufgeladen, und die schwere Last hatte ihn ermüdet; darum setzte er sich dort bei dieser Einsenkung nieder, ruhte aus und schlief ein. Als er aber wieder erwachte, schien die Sonne bereits über das Sonneck im hellen Lichte, und er sprang, seine schwere Kopfkraxe zurücklassend, in die Tiefe des Gamskars hinab und verschwand. Die Kopfkraxe samt den Schätzen versteinerte sich, und wer von Hintersein auf das Sonneck will, muß darüber steigen. “
Entnommen aus:  Horst Höfler - Kaisergebirge - Rosenheimer Verlagshaus - 1991 - S. 107
#advent4# Wunschpreise: Alpenvereinsbuch Berg 2020, Alles Klettern ist Problemlösen, Wettervorhersage von Tieren und Pflanzen, ..., Schneeschuhe  8)

Offline kogo

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Re: Advent 2019 - Woche 1
« Antwort #9 am: 01.12.2019, 01:33 »
https://www.donaukurier.de/nachrichten/panorama/Kahlschlag-auf-dem-Sudelfeld;art154670,4396653
Das ist schon sehr traurig

Almrausch


Wahrscheinlich haust dort wieder der Teufel.

Zitat
Unterm Brünnsteingipfel hauste auch der Teufel

Auf dem Weg zum Brünnsteingipfel kommt man an der Himmelmoos- und an der Seeonalm vorbei und dann zur Fellalm. Ausgerechnet dort, in der Fellalm, wollte der Teufel eine Hölle einrichten. Um sie zu bauen, brauchte er viele Steine. Die holte er sich vom Brünnstein, riesige Brocken zumeist, aber auch kleinere Felstrümmer. Weil die besonders großen Felsen selbst dem Satan zum Schleppen zu schwer waren, mußte ihm dabei eine einstige boshafte Pfarrersköchin aus dem Tal helfen.

Nördlich von Seeon und Himmelmoos zieht sich ein Felskamm hin. Den benützten die beiden Höllenbauer sozusagen als Rutschbahn für ihre Steine. Sie schleiften diese über den felsigen, festen Untergrund herbei. Solchermaßen transportiert, hinterließen sie auf dem Felskamm tiefe Spuren. Diese Rinnen heißen noch heute "das Teufelsgloas" (Teufelsgeleise).

Bei ihrer Arbeit mußten sich die beiden bestimmt furchtbar anstrengen, denn wie sonst könnte man am Eßrain - das ist ein Platz zwischen Fellalm und Seonalm - in einem Felsen noch die Abdrücke der Krallen des Teufels sehen! Ein großer Felsblock, der den Schlußstein des ganzen Bauwerkes werden sollte, liegt dort. Aber, warum auch immer, der Teufel konnte seine Brünnsteinhölle einfach nicht vollenden. Deshalb warf er voller Grimm alle Steine, deren er auf der Schanz habhaft werden konnte, von der Brünnsteinschanz hinab auf die Wiese der Seeonalm. Dort liegen sie natürlich immer noch umeinander. Dagegen ist auf der Schanz kein Stein mehr zu finden, dafür aber der schönste Almboden.

Damals, als der Teufel sich die Brünnsteinalmen als Wohnplatz herrichten wollte, mag es auch gewesen sein, daß er zur Erholung und Abwechslung von der schweren Arbeit einen Spaziergang unternahm über die saftigen Almweiden. Er kam auch zur Brünntalalm, der sogenannten "Goaßgretlalm". Dort ruhte er sich ein paar Tage aus. Irgendwer muß ihn da oben angetroffen haben, vielleicht ein Senner. Jedenfalls machte der Teufel mit diesem unbekannt gebliebenen Almerer einen Wettlauf. Und weil es beim Teufel ja nie mit rechten Dingen zugeht, hat er wohl auch diesmal seinen Partner geprellt. Während der Mensch über Stock und Stein rannte, um vor dem Teufel im Brünntal zu sein, machte sich der Teufel ein schmales Steiglein durch den Felsen, das man das "Teufelsgleis" nennt. Schließlich aber mußte der Teufel kriechend sein Ziel erreicht haben, denn durch die schmale Scharte am Ende des steinernen Bandes kann man nicht aufrecht gehend hindurch.

Gar mancher Almbub benützte diesen Abkürzer auf dem Weg zur Alm, die Kriecherei gern in Kauf nehmend. Aber wieviele taten das kein zweites Mal! Denn genau in dieser engen Stelle kam ihnen der leibhaftige Gottseibeiuns mit schallendem Gelächter entgegengefahren, wenn es schon finster war. Die so Erschreckten haben dann angsterfüllt das Weite gesucht und nie mehr wieder bei Dunkelheit diesen schmalen Steig benützt. Wenn auch andere, Besserwisser, ihnen höhnisch weismachen wollten, was sie da so ins Boxhorn gejagt hatte, das wäre nur ein meckernder Ziegenbock gewesen, der hier friedlich sein Futter suchte. Nochmal wollte es keiner versuchen. Sie wußten es besser!


Entnommen aus:  Einmayr Max, Inntaler Sagen, Sagen und Geschichten aus dem Inntal zwischen Kaisergebirge und Wasserburg, Oberaudorf 1988, S. 51

Offline eli

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Re: Advent 2019 - Woche 1
« Antwort #10 am: 01.12.2019, 12:08 »
"Kleine Rätsel" -fallen ja auch unter Reinhards "Vorschläge für die Beiträge" .  #gruebeln#

Na dann: Der Montagsrätselmoderator hat euch da am 1. Adventssonntag ein Bild ausgesucht, das irgendwie und irgendwo einen Bezug zum Motto: Sagen, Mythen, Kraftorte
1.Advent a.jpg

etc. hat. Aber welchen? Ach ja, mein Wunsch: Natürlich Traudls Bergkalender!

Hawedere

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Offline RaF

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Re: Advent 2019 - Woche 1
« Antwort #11 am: 01.12.2019, 15:44 »
Natürlich hab ich aktuell mein Inntaler Sagenbuch verliehen und komm auch nicht so schnell daran. Deshalb muss mir Sagen.AT etwas aushelfen ... meine Lieblingssage im Inntal, da für mich der Hohe Madron wirklich auch eine ganz eigene Ausstrahlung hat:
     

Warum das erste Kirchlein des Inntales auf den Kleinen Madron, den Petersberg, kam

Auch in alten Zeiten endete der Bergwald am Hohen Madron dicht unterhalb des kuppelförmigen Gipfels. Auf der freien Wiese dort oben hielten unsere Vorfahren ihre Versammlungen ab, wenn der Gaugraf die Edlen seines Stammes zu Beratungen zusammenrief, oder wenn Gerichtstag gehalten wurde. Auf dieser freien Bergwiese hoch über den Niederungen fühlten sich die Menschen aber auch ihren Göttern besonders nahe, sodaß sie mit ihren Priestern auf dem "Maderan", was soviel heißt wie "Berg der Gemeinschaft", auch ihre Gottesdienste und religiösen Feste feierten.

Als dann die vom Papst in Rom ausgesandten fünf, sechs Mönche ins Inntal kamen, um die Bergbauern zum Christentum zu bekehren, wollten die neuen Christen auch eine Kirche haben. Auf den heiligen Berg der Ahnen, den Großen Madron, sollte sie kommen. Also fällten Bauern und Knechte am Berg Bäume und Zimmerleute begannen, die Stämme für den Kirchenbau zu bebauen. Einer der Männer schlug sich mit der Axt versehentlich in die Hand, sodaß sein Blut die abgefallenen Späne rot färbte. Die Arbeit aber ging trotzdem weiter. Jedoch schon am anderen Morgen hackte sich ein Holzknecht tief in den Fuß und wieder floß Blut auf die Holzspäne. Und so passierten immer wieder schlimme Unfälle. "Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen!" sagten sich schließlich die arbeitgewohnten Männer. Sie unterbrachen ihre mühsame Arbeit auf dem Berg. Kaum hatte das Lärmen des Holzhackens aufgehört, kamen ein paar Bergfalken ohne Scheu angeflogen. Jeder nahm einen von den blutigen Spänen mit seinem Schnabel auf und schwirrte damit ab. Die erstaunten Leute guckten ihnen nach. Zum Kleinen Madron hinüber, dem niedrigeren Nachbarberg, brachten die Vögel die blutigen Späne, legten sie dort nieder und kamen zurück, um ihr Tun zu wiederholen. Jetzt erkannten die Kirchenbauer, daß Gott sein Haus nicht auf dem alten Heidenberg haben wollte. Sie packten ihr Werkzeug zusammen, gingen hinüber auf den Kleinen Madron, der heute Petersberg heißt, und begannen dort ihr Werk von neuem. Ohne jeden Unfall konnten sie es jetzt zu Ende bringen. Ihr Kirchlein, zu dem früher auch noch ein kleines Kloster gehörte, grüßt heute noch mit seinem behäbigen Sattelturm herab ins Inntal.

Quelle: sagen.at bzw. in Buchform: Einmayr Max, Inntaler Sagen, Sagen und Geschichten aus dem Inntal zwischen Kaisergebirge und Wasserburg

Wunschpreis: Schneeschuh sind nie verkehrt...ansonsten gern eines der Bücher aus dem Tyrolia Verlag, BergundTal oder vom Plenk.

Online Kalapatar

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Re: Advent 2019 - Woche 1
« Antwort #12 am: 01.12.2019, 17:13 »
Bayerischer Wald: Osser

Also der Bayerische Wald bietet ja eine Vielzahl von Vorlage für Sagen und Mythen, und es gibt eine Menge an Sekundärliteratur zu dem Thema: Hier mal zwei „Geschichterln“ zum Osser, dem sog. „Matterhorn des Bayerischen Waldes“.

Der Osserriese

Vor langer Zeit lebte ein Riese in der Osser Region im Lamer Winkel. Er saß auf den Berggipfeln, plantschte mit den Füßen in den Seen und beobachtete die Leute, die dort lebten. Dass diese Glashütten errichteten (berühmt sind ja die Gläser im Bayerischen Wald) und zum Befeuern der Öfen die Wälder zu roden begannen, erzürnte den Riesen und er rollte einen großen Felsbrocken in Richtung der Hütten, um diese zu zerstören und die Menschen zu vertreiben. Der Brocken nahm Fahrt auf und stoppte wie von magischer Hand vor zwei spielenden Kindern, ohne sein Ziel zu erreichen. Eines der Kinder aber traf später auf den Riesen und bot ihm zum Schnupfen eine Springwurz an. Der Riese nahm das Gewächs und tat wie ihm geheißen. Da tat es einen lauten Knall und der Riese zerbarst. Von da an kamen die Menschen in der Osser Gegend zur Ruhe.

Der versunkene dritte Ossergipfel

Vor langer Zeit bestand der Osser aus drei Gipfel. Auf einem jeden stand eine Burg. Der eine Burgherr hatte eine wunderschöne Tochter, die die beiden anderen Herren zur Braut wollten. Die Tochter entschied sich für den gütigeren der beiden, woraufhin der andere erzürnte und sie und den Herrgott verfluchte. Da brach ein schweres Gewitter herein, es tobte und blitzte, als würde die Welt zu Grunde gehen. Als aber das Unwetter vorüber war, da war der dritte Ossergipfel mitsamt Burg und frevelndem Herren verschwunden.

Die Hütte knapp unter dem Gipfel liegt ja direkt auf der Grenze zwischen Bayern und Böhmen, früher ging die Grenze direkt durch die Gaststube, vergleichbar mit dem Purtscheller Haus in den Berchtesgadener Alpen, wo ja auch die Grenze Bayern/Österreich direkt durch die Stube geht.

Quelle: Ostbayern Tourismus

Viele Grüße, Kalapatar

Online Kalapatar

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Re: Advent 2019 - Woche 1
« Antwort #13 am: 01.12.2019, 19:02 »
Bayerischer Wald: Arber

Nachdem ich jetzt schon vom Lusen und vom „Matterhorn des Bayerischen Waldes“ dem Osser erzählt habe, hier noch ein paar Bemerkungen zum Arber:

Bis weit in das 19. Jahrhundert empfanden viele Menschen die Natur als etwas Bedrohliches: Berge, schwarze Bergseen und steile, unzugängliche Schluchten faszinierten damals trotz ihrer vermeintlichen Unzugänglichkeit und Wildheit die Menschen mehr als heute. Obwohl sie noch keine wissenschaftlichen Untersuchungen über Klimaerwärmung oder Waldsterben hatten, wussten die Menschen damals jedoch aus Erfahrung, dass die Natur dem Menschen häufig Grenzen setzt. Überliefert wurde dieses alte Wissen in vielen Sagen und Mythen. Da diese uralten Geschichten nur angemessen zur Geltung kommen können, wenn man sie direkt am Ort des Geschehens erzählt, hatte Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald kürzlich zu einer abendlichen Sagenwanderung rund um den Großen Arbersee geladen. Besonders in der Sage vom Loisl, einem Bergmannsknappen aus Bodenmais, der – zwar aus Liebe – aber doch hingegen der eindringlichen Bitte eines älteren, weiseren Kollegens dem Rat des bösen Gruben-Veitl folgt, goldene Fische aus dem Arbersee zu fischen, er dabei aber jämmerlich ertrinkt, faszinierte die 28 Teilnehmer. Aber auch die Geschichte vom Fischer, der sich mit einem bereits gefangenen goldenen Fisch nicht zufrieden gibt, als Strafe im Arbersee ertrinkt und von den Arberseefischen letztlich verspeist wird, sollte die Leute damals vor übertriebener Gier und der menschlichen Überheblichkeit gegenüber der Natur warnen. Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer: „Gute und böse Naturgeister – die Arberhexe, der Arbergeist und die Arberseennixen, aber auch der gierige Arberriese – sind nicht nur Sagen- und Märchengestalten, sondern sind auch, wenn auch manchmal in veränderter Form auch in unserer heutigen Zeit noch lebendig. Daher sollten wir diese Sagen nicht nur als spannende Geschichten lesen, sondern immer versuchen, auch eine Lehre aus ihnen zu ziehen.“

Quelle: Naturpark Bayerischer Wald

Also beim Arber denken viele Menschen ja an einen „überfüllten Gipfel“ der von jedem „Sandaltouristen“ per Bahn bestiegen werden kann. Nun es gibt aber auch Momente, da ist man dort ganz alleine, sowohl im Sommer, als auch im Winter. Etwa die Skitour über den kleinen Arbersee, oder wenn man etwas später, wenn die Bahn nicht mehr fährt dort hochsteigt. Und man kann sich auch anstrengen: Habe vor einiger Zeit mal am Arberberglauf teilgenommen, und das ging ganz schön in die Beine.

Aber was man nicht versäumen sollte sind die „Arbermandl“ von Elfie Pertramer, ist schon etwas älter, aber ich finde es immer noch ganz toll – einfach mal ansehen und sich selbst eine Meinung bilden, und dann eine nächtliche Tour durch den winterlichen Wald machen.....

https://www.br.de/mediathek/video/winterlicher-klassiker-die-arbermandl-von-elfie-pertramer-av:585dc9963e2f290012aa01ed

Viel Spaß, Kalapatar

Offline Bergautist

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Re: Advent 2019 - Woche 1
« Antwort #14 am: 01.12.2019, 22:32 »
"Kleine Rätsel" -fallen ja auch unter Reinhards "Vorschläge für die Beiträge" .  #gruebeln#

Na dann: Der Montagsrätselmoderator hat euch da am 1. Adventssonntag ein Bild ausgesucht, das irgendwie und irgendwo einen Bezug zum Motto: Sagen, Mythen, Kraftorte
1.Advent a.jpg

etc. hat. Aber welchen? Ach ja, mein Wunsch: Natürlich Traudls Bergkalender!

Hawedere

eli
Also, eli, wenn du vergessen ;) hast, wo das ist: Das ist die alte Fellalm, fotografiert vom Grat zwischen Kleinem und Großem Traithen mit Steintraithen, Rotwandlspitz, Brünnsteinschanze und Brünnstein. Vom Brünnstein hat uns kogo ja schon berichtet. Da irgendwo müssen sie auch almrausch ihren tollen Lärchenwald abgeholzt haben. :(

Offline eli

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Re: Advent 2019 - Woche 1
« Antwort #15 am: 02.12.2019, 11:50 »
Richtig, Bergautist! Das gewaltige Rätsel ist gelöst! #victory#  :P

auf meinem neuen aa - Bild sieht man ebenfalls vom Fellnalmsattel über den Kessel der verf. Fellnalm , das der Kogo - Deifi mit seinen riesigen Brocken bombardierte . Doch hier erkennt man auch mittig den ganz selten begangenen, leicht verschneiten  Aufstieg über den Sattel beim Eßrain, über den man zur Seeonalm leicht absteigend gelangt. Der Steinthraiten manndelt sich auf , drum ist sie nicht  zu sehen.
Ich bin damals über den Kleinen Traithen zum großen Nachbarn aufgestiegen und dann über den berüchtigten Stopselzieher wieder zurück zum Sudelfeld. Da kommt man dann am Sattel bei der neuen Fellalm vorbei. ( Bild aaa )Die Berge im Hintergrund kennst du natürlich bestens!

Hawedere eli

 
Brünnstein - Sage aa.jpg


eli

Offline MANAL

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Re: Advent 2019 - Woche 1
« Antwort #16 am: 02.12.2019, 13:32 »
Wenn es um Sagen geht fällt mir der Große Hundstod in den Berchtesgadener Alpen ein. Ein beeindruckender Berg der von vielen Richtungen gesehen werden kann. Sein ungewöhnlicher Name ist mir schon seit Anfang meiner Bergsteigerei ein Begriff. Hier sollen gemäß der Watzmann-Sage die Hunde des Watzmann in den Tod gesprungen sein nachdem dieser mit seiner Familie zu Stein erstarrt ist.

Mir ist es leider noch nicht gelungen ihn zu besteigen. Mein bisher erster Versuch endete unterhalb des steilen Gipfelaufbaus wegen Neuschnees.

Dafür erinnere ich mich an eine Tour auf das benachbarte Seehorn wo es durch die wunderschöne Hochwies geht, die westlich unterhalb seiner von dieser Richtungs aus sichtbaren Zacken liegt. Ein nasser Fleck mit bestem Quellwasser inmitten der Trockenheit der Berchtesgadener Alpen.

 
IMG_3427-3428_stitch_s.jpg

Offline eli

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Re: Advent 2019 - Woche 1
« Antwort #17 am: 02.12.2019, 14:00 »
Viele, viele Jahre ist es her, da habe ich die Tage und Nächte um Sylvester auf einem gstandenen Bauernhof in der Wildschönau verleben dürfen. Einmal hat die dortige Oma ihren Enkeln - da habe ich einfach zugehört - eine gar schaurige Geschichte von einem Drachen erzählt, die sich ganz in der Nähe abgespielt haben soll. Nun, was soll ich sagen, genau diese alte Sage habe ich in dem schönen Buch "Familienwandern - Bayerische Alpen und Tirol " wieder entdeckt. Ich zitiere einfach frei

                                   Die Entstehung der Kundler Klamm

Der Sage nach stand dort, wo heute die Wildschönau ist und die Klamm noch nicht existierte, vor Tausenden von Jahren ein stiller Bergsee. Angeblich sollte in seinen Tiefen ein Ungeheuer hausen. Eines tages brauste der See auf und schlug meterhohe Wellen. Dann wälzte sich das furchteinflößende Ungeheuer durch den See und verschlang alles, was ihm in den Weg kam - Menschen, Ziegen und Vieh: Ein gigantischer Drachen, den bis dahin kein menschliches Auge erblickt hatte. Ein starker Mann wollte es mit dem Drachen aufnehmen .In einem wilden Ringen kämpfte er mit dem Ungeheuer und wäre fast besiegt worden. Mit letzter Kraft gelang es ihm, sein Schwert in das Herz des Tieres zu stoßen. Dieses flüchtete schwerverletzt und biss in seiner Todesstunde aufstöhnend in den harten Fels, sodass eine gewaltige Schlucht entstand. Der See schäumte auf und entleerte sich durch sie zum Inntal hinab. Der Drache aber zerbarst bis auf seinen Schwanz in viele kleine Stücke und es stank erbärmlich nach Schwefel.
Nun, der Gestank hat sich zwischenzeitlich verzogen, aber mit seinen Kindern kann man diese Klamm heutzutage gefahrlos besuchen, das macht ihnen einen Heidenspaß. Darum am besten sich auf die Suche nach dem Autor dieses spannenden Wanderbuches machen. Viel  Glück, ein attraktives Weihnachtsgeschenk ist das allemal!

Hawedere

eli

Offline geroldh

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Re: Advent 2019 - Woche 1
« Antwort #18 am: 02.12.2019, 14:14 »
Gemäß der Tourismusseite von ​Berchtesgadener Land gilt der Untersberg - das nördlichste Massiv der Berchtesgadener Alpen und im Grenzgebiet zu Salzburg/Österreich gelegen - als "der sagenreichste Berg Europas", oder zumindest "der Alpen", wie gleich darauf zu lesen ist.
Dabei ist "die Sage von Kaiser Karl im Untersberg" die bekannteste und in aller Ausführlichkeit im "sagenhaften" Salzburg-Wiki nachzulesen.

Online Kalapatar

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Re: Advent 2019 - Woche 1
« Antwort #19 am: 02.12.2019, 14:55 »
Servus

Das BGL wird von 3 Bergheiligtümern der Vorgeschichte und Neuzeit dominiert:

Watzmann, als einstigen „Heiligen Berg“
Hoher Gölll, als Berg der Bergmutter
Untersberg, als Herzchakra der Erde

Hier jedoch eine kleine Geschichte aus dem Lattengebirge: Die Steinerne Agnes

Agnes war eine keusche Sennerin, die wegen ihres untadeligen Lebensstils vom Teufel verfolgt wurde. Sie blieb aber standhaft. Doch dann trieb der Teufel ihre schönste Kuh weg und den Berg hinauf. Die Sennerin folgte ihr und plötzlich stand der Teufel vor ihr. Sie dachte, das war`s jetzt, doch dann kam ihr die heilige Maria zu Hilfe: Ein Fels vor Agnes öffnete sich und verschloss sie in seinem Inneren. Der Teufel prallte ab und verursachte im Fallen ein großes Loch – das Teufelsloch.

Gut es gibt noch andere Geschichten über die Entstehung der Steinernen Agnes (aus Schande wegen eines unehelichen Kindes soll sie versteinert worden sein), da wird das Teufelsloch dann zum Sonnloch. Am Sonnwendtag scheint nämlich die Sonne durch das Sonnloch, da jauchzt die Agnes, dass man es bis nach Reichenhall hört. Und mit jedem Sonnenstrahl wird das Loch etwas größer, und wenn es so groß ist, dass die Agnes durchgehen kann, dann ist sie erlöst.

Quellen:
Salzburger Volkssagen
Sagen und Märchen um Karlstein im Landkreis BGL

Viel Spaß beim googeln, Kalapatar