Frozen Church


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Schneibstein-Überschreitung über den Jenner

»Watzmannblick hoch über dem Königssee«


Auf dieser Tour, die hoch über der Ostseite des Königssees verläuft, bieten sich immer wieder herrliche Ausblicke auf Watzmann und Königssee, den Hochkönig mit derÜbergossenen Alm und das Steinerne Meer. Die erste Etappe verläuft zwar überwiegend auf Forstwegen, ist aber trotzdem auf manchen Abschnitten viel begangen, denn Königsbachalm und Jenner sind attraktive und leicht erreichbare Ziele. Die bis kurz unter den Jennergipfel führende Gondelbahn bringt zahlreiche Touristen in den Genuss des einzigartigen Panoramas – und bietet konditionsstarken Wanderern die Möglichkeit, die Schneibstein-Überschreitung innerhalb von zwei Tagen durchzuführen. Nach dem Jenner wird es ruhiger und am Carlvon-Stahl- Haus tauchen wir in die einmalige Landschaft des Nationalparks Berchtesgaden ein. Die Alpenvereinshütte liegt aussichtsreich am Torrener Joch zwischen Göllstock und Hagengebirge, an der Grenze zwischen Bayern und dem Salzburger Land. Sollte das Stahlhaus überfüllt sein, kann man auf das etwas darunter liegende Schneibsteinhaus ausweichen. Die abwechslungsreiche zweite Etappe führt uns zunächst auf den Schneibstein, von dem man einen herrlichen Rundblick hat. Der Schneibstein gilt als der leichteste Zweitausender des Berchtesgadener Landes, seine Überschreitung bietet aber nichtsdestotrotz ein spannendes alpines Ambiente. Anschließend durchqueren wir eine wellige Karsthochfläche zu dem kleinen, idyllischen Seeleinsee. Dann geht es hinüber auf die lieblichere Westseite des Hagengebirges zur Gotzenalm, die auf einer weitläufigen Wiesenterrasse oberhalb des Königssees liegt. Familien mit Kindern kommen – allerdings auf einer kürzeren Route – gerne zu einer Hüttenübernachtung hierher. Ein Abendspaziergang führt zum Feuerpalfen, einem Aussichtspunkt, von dem man einen prächtigen Blick in die Watzmann-Ostwand und hinunter auf den Königssee mit St. Bartholomä hat. Auf der dritten Etappe geht es dann hinab zum südlichen Ende des Sees. Bevor wir mit dem Boot zurückfahren, können wir noch einen Abstecher zum Obersee machen oder einfach genussvoll am Ufer des Königssees entspannen.

Bergbahn: Jennerbahn, in Betrieb von Anfang Juni bis Anfang Oktober von 9 bis 17 Uhr, von Anfang Oktober bis Anfang November von 9 bis 16.30 Uhr, Tel. +49/(0)/08652/95810, www.jennerbahn.de.
Königsseeschifffahrt: Abfahrt von Salet von Mitte April bis Mitte Oktober mindestens halbstündlich bis 17.10 Uhr, von Mitte Mai bis Anfang Oktober auch um 17.40 Uhr, von Anfang Juli bis Mitte September auch um 18.10 Uhr (ggf. kein Bootsverkehr bei Nebel, Sturm oder Hochwasser), Tel. +49/(0)8652/96360, www.seenschifffahrt.de.

Auf dem Schneibstein; hinten links die Übergossene Alm

Die Gotzenalm vor der Watzmann-Ostwand.


Kurzinfo:

Region:Berchtesgadener Alpen
Tourenart:Bergtour (mittel)  
Erreichte Gipfel:Schneibstein 2276 m
Dauer:1. Tag: 4.30 Std., 2. Tag: 6.30 Std., 3. Tag: 3 Std.
gesamt: 14 Std.
Dauer (Tage):3
Touristinfo:Schönau am Königsee

Anforderung:

Höhenunterschied:1. Tag: 1300 m↑, 200 m↓
2. Tag: 850 m↑, 900 m↓
3. Tag: 1080 m↓
gesamt: 2150 m↑, 2180 m↓;
Schwierigkeit:mittel
Die erste Etappe verläuft vorwiegend auf Forstwegen, die zweite und dritte Etappe führt über Bergsteige, Trittsicherheit erforderlich.
Bei Nebel kann es auf der zweiten Etappe Orientierungsprobleme geben. Auf der dritten Etappe ist beim Abstieg auf dem sogenannten Kaunersteig etwas Schwindelfreiheit erforderlich (Drahtseilversicherungen). Die Holzstiegen dort können bei Nässe rutschig sein.

Einkehrmöglichkeit:

Saletalm (Gasthof):
Je nach Jahreszeit / Schifffahrtszeiten unterschiedliche Öffnungszeiten.
i.d.R. vom 22.4. bis 16.10.
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Gotzenalm:
Mitte Mai bis Mitte Oktober voll bewirtschaftet.
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Jennerbahn-Gipfelstation:
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Königsbachalm:
von Mai bis Oktober voll bewirtschaftet
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Carl-von-Stahl-Haus:
Die Hütte ist das ganze Jahr über bewirtschaftet, außer am 24. und 25.12. vormittags, im Winter nur mit Skiern und Schneeschuh zu erreichen
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Schneibsteinhaus:
von Anfang Mai bis Ende Oktober, im Winter vom 26.12. bis 06.01., andere Termine auf Anfrage (ab 20 Personen)
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Hinweis: Da wir die Öffnungszeiten, Übernachtungshinweise, etc. oft aus dritter Hand erhalten, kann es immer wieder vorkommen, dass die hier veröffentlichten Daten nicht mehr ganz aktuell sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich bitte vor Beginn einer Tour direkt bei der Hütte informieren (Telefon / Homepage).


Startpunkt:

Schönau, Großparkplatz Königssee, 603m


GPS-Wegpunkt:

N47 35.569 E12 59.247  [@google-maps]

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Mit der Bahn bis nach Berchtesgaden. Vom Bahnhof Berchtesgaden gelangt man mit den Bussen der RVO nach Königssee (Linie 9541 und 9539) und Schönau (Linie 9543, 9546, 9539 und 9545).

Mit dem Pkw:

Aus dem Norden, Westen oder Osten über die Bundesautobahn A8 München-Salzburg, Ausfahrt Bad Reichenhall, dann die B20 bis zum Königssee. Von Süden über die Tauernautobahn, Ausfahrt Salzburg Süd, dann die B305 nach Berchtesgaden und die B20 zum Königssee.


Ab Rosenheim: 100 Km / 1:15 Std
Ab München: 165 Km / 1:40 Std
Ab Bad Tölz: 145 Km / 1:40 Std
Ab Salzburg: 30 Km / 0:30 Std


Information:

Info Königsseeschifffahrt, Tel. +49/8652/96 36 18, www.bayerische-seenschifffahrt.de. Die ersten Schiffe verkehren um 8 Uhr (Hochsaison; Nebensaison 8.30 Uhr). Die Überfahrt nach St. Bartholomä dauert etwa 35 Min. und kostet als einfache Fahrt 7,50 € (Stand 2015).

Tourenplaner / Online-Fahrpläne:

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Tourenbeschreibung:

Schönau, Großparkplatz Königssee, 603m


1. Tag:

Von der Talstation der Jennerbahn in Königssee, 630 m, gehen wir auf dem links von der Seilbahn parallel dazu aufwärts führenden Sträßchen bis zu einer Abzweigung. Hier halten wir uns rechts und bald darauf, dem Schild Richtung Königsbachalm/Jenner (Weg Nr. 493) folgend, wieder rechts. Das Sträßchen taucht in den Wald ein und geht in einen SchotterFahrweg über. Unter der Jennerbahn hindurch zieht dieser oberhalb vom Königssee aufwärts. Ab und zu gibt der Wald erste Blicke auf den See und den Watzmann frei. Schließlich kommen wir zu einem Aussichtsplatz mit Sitzbänken, ca. 1030 m, der zu einer ersten kleinen Rast einlädt. Bald darauf mündet unser Weg in einen Forstweg ein, dem wir nach rechts, dem Königsbach entlang, folgen. Eine Viertelstunde später sind wir bei der bewirtschafteten
Königsbachalm, 1200 m.
An der Gabelung folgen wir dem Wegweiser Richtung Jenner und Stahlhaus durch freies Almgelände nach links. Der weitere Weg ist nun stark begangen, da viele Wanderer von der Mittelstation der Jennerbahn herüberkommen oder von der Bergstation absteigen. An der Abzweigung ein paar Minuten später halten wir uns rechts, kurz darauf links. Der Fahrweg zieht nun durch Wald weiter hinauf bis zur nächsten beschilderten Abzweigung. Wer nicht auf den Jenner möchte, kann hier geradeaus in 45 Minuten über das Schneibsteinhaus zum Stahlhaus gehen. Zum Jenner folgen wir dem Steig nach links über den freien Hang in Serpentinen hinauf. Wir erreichen zuerst die Bergstation der Jennerbahn, 1802 m, und linkshaltend 15 Minuten später den Gipfel des Jenners, 1874 m. Hier haben wir eine fantastische Aussicht: Hochkönig, Steinernes Meer, Watzmann, Reiteralpe und Untersberg breiten sich vor uns aus und tief unter uns liegt der Königssee. Auf demselben Weg gehen wir zurück zur Bergstation, wo wir uns in einem großen Selbstbedienungsrestaurant versorgen können. Dann folgen wir den Schildern Richtung Stahlhaus und Schneibsteinhaus hin ab und an der Verzweigung nach rechts. An der Linksabzweigung zur Mitterkaseralm und zur Mittelstation gehen wir geradeaus weiter. Dann queren wir durch Latschen, an der Abzweigung zum Schneibsteinhaus vorbei, bis wir das Carl-von-Stahl-Haus am Torrener Joch, 1734 m, erreichen. Hier öffnet sich der Blick nach Osten Richtung Tennengebirge. Das Stahlhaus ist nicht nur Stützpunkt für eine Besteigung des Schneibsteins, sondern auch für eine Überschreitung des Göllstocks zum Purtschellerhaus. Das Hüttenteam ist ausgesprochen jung, der Wirt Stefan Lienbacher hat das Haus 2006 im Alter von 20 Jahren übernommen.
 
 
2. Tag:
 
Gestärkt vom reichhaltigen Frühstücksbuffet folgen wir am Stahlhaus dem Schild Richtung Schneibstein und Seeleinsee auf markiertem Weg nach Südosten. Erst steigen wir durch Latschen, dann über Geröll und schließlich über felsdurchsetzte Bergwiesen hinauf auf die flache Kuppe des Schneibsteins, 2276 m, mit den zwei Gipfelkreuzen. Von hier haben wir einen herrlichen Rundblick auf Hagengebirge, Hochkönig,
Steinernes Meer, Watzmann, Reiteralpe, Göllstock, Tennengebirge und Dachstein.
Nach der Gipfelpause wandern wir über fels- und gerölldurchsetztes Gras in südliche Richtung hinab in die Windscharte, 2093 m, die ihren Namen nicht ohne Grund erhalten hat. Dann leiten uns die Markierungen rechts am Windschartenkopf vorbei erst auf einem Höhenweg, dann leicht abwärts weiter. Durch eine karge Karstlandschaft geht es zwischen dem Fagstein und dem Hochseeleinkopf hindurch. Schließlich wird das Grün üppiger und wir erreichen den in einer Mulde liegenden, türkis glitzernden kleinen Seeleinsee, 1820 m, über dem der graue Kahlersberg aufragt. Am Ufer des Sees können wir gemütlich Pause machen, denn bis zur Gotzenalm sind es nur noch knapp zweieinhalb Stunden. Etwas oberhalb befindet sich übrigens eine Bergwachthütte mit einem Notfalltelefon. Gleich nach dem See gelangen wir an eine Gabelung, halten uns links und steigen durch ein Feld aus riesigen Felsblöcken, teilweise über Geröll, steil hinauf bis in den Hochgschirr-Sattel, 1949 m. Nun geht es rechts vom Kahlersberg und unterhalb der beeindruckenden Laafeldwand entlang hinab zu einer Verzweigung. Hier halten wir uns rechts und müssen noch einmal ein paar Höhenmeter bergauf bewältigen. Dann führt uns für kurze Zeit ein schöner Höhenweg oberhalb des Landtalgrabens entlang, bis der Weg nach rechts knickt und in den Wald eintaucht. Dort wandern wir auf gleicher Höhe bleibend weiter bis zu einer Abzweigung. Links geht es über den Kaunersteig zum Königssee hinab; hier werden wir am folgenden Tag absteigen. Vorerst folgen wir jedoch dem Weg geradeaus erst durch lichten Wald, dann über Almgelände weiter, bis wir die Gotzenalm, 1685 m, das Ziel der heutigen Etappe, erreichen.
Nachdem wir uns einquartiert haben, können wir noch einen Abendspaziergang zum Aussichtspunkt Feuerpalfen, 1741 m, unternehmen. Der Blick von dort hinab auf den Königssee mit St. Bartolomä sowie zur direkt gegenüber liegenden gigantischen Watzmann-Ostwand ist überwältigend.
 
 
3. Tag:
 
Auch dieser Tag beginnt mit einem großen Frühstücksbüffet. Dann geht es auf dem vom Vortag bekannten Weg zurück bis zu der Abzweigung Richtung Königssee. Wir halten uns rechts und wandern über Almweiden weiter, vorbei an der malerisch in einer Mulde liegenden Regenalm, 1540 m, mit einem traditionellen Rundumkaser und einem Jagdhaus, das König Maximilian II. errichten ließ. Danach folgen wir dem nicht markierten, aber deutlichem Pfad über locker mit Fichten bestandene Wiesen weiter, bis wir in den Wald eintauchen. Nun schlängelt sich ein spärlich markierter Steig steil bergab. Ungefähr 90 Minuten nach der Regenalm gelangen wir zu den ersten Holzstiegen des Kaunersteigs. Ab und zu gibt der Wald nun Blicke auf den Königssee frei. Immer wieder kommen Stiegenpassagen, die teilweise mit
Drahtseilen versichert sind – bei Nässe können sie rutschig sein. Schließlich lassen wir den Kaunersteig hinter uns und erreichen den in der Sonne blaugrün leuchtenden Königssee.
Am Wasser entlang kommen wir zehn Minuten später zur Bootsanlegestelle Salet, 604 m. Hier können wir die Tour am Seeufer oder in der nur ein paar Minuten entfernten bewirtschafteten Saletalm gemütlich ausklingen lassen, bevor wir mit dem Elektroboot nach Königssee zurückfahren, – oder noch einen Spaziergang zu einem weiteren landschaftlichen Highlight, dem Obersee mit der Fischunkelalm, unternehmen (knapp 2 Std. hin und zurück).


Literatur:

Wanderführer:Wochenendtouren Bayerische Alpen
zwischen Oberstdorf und Bechtesgaden
von Baumann, Franziska und Sommer, Antje

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