Dummy

PDF 

roBerge.de

Kufsteiner Klettersteig

Luftiger Kraftakt durch die Nordwand des Unteren Gamskarköpfl

Der Tiroler Bergführer und gleichzeitig Wirt des Anton-Karg-Hauses (Hinterbärenbad), Albin Kraisser, hatte schon länger die Vision von einem neuen, rassigen Klettersteig im Wilden Kaiser.

Der Gipfel auf den der Steig führen sollte, stand relativ schnell fest. Um die Kletterszene nicht in Aufruhr zu bringen und die Vorgaben der Naturschutzbehörde einzuhalten, sollte kein "Klettergipfel" betroffen sein und der Zu- und Abstiegsweg sollten im Großen und Ganzen bereits vorhanden sein. Was würde da besser passen als das Untere Gamskarköpfl. Die Kletterrouten an den Gamskarköpfen werden kaum begangen und der Güttlersteig zum Sonneck könnte als Zu- und Abstiegsweg nicht besser sein.

Schwieriger gestaltete sich jedoch die Suche nach der passenden Klettersteigroute durch die Nordwand des Unteren Gamskarköpfl. Etliche Male durchstieg Albin Kraisser in schwerer Kletterrei die Wand bis er eine kühne Linienführung mit gewaltigen Tiefblicken gefunden hatte. Wichtig waren ihm vor allem, dass so wenig wie möglich künstliche Tritthilfen eingebaut werden müssen und der Klettersteig dabei nicht den maximalen Schwierigkeitsgrad "E" erreicht.

Das Klettersteig-Projekt wurde von der Naturschutzbehörde im Mai 2008 genehmigt. Daraufhin ging alles recht schnell. Die Errichtung des Steiges wurde nach den aktuellen Erkenntnissen für die Errichtung schonender und sicherer Steiganlagen durch die Firma Gatt ausgeführt. Die Errichtung des Steiges und die Einhaltung der Vorgaben wurde durch die Sektion Kufstein begleitet und überwacht.

Der Klettersteig wurde am 27.09.2008 eingeweiht.


Die Nordwand des Unteren Gamskarköpfel verlangt Kraft, absolute Schwindelfreiheit und Klettergeschick.

Die Nordwand des Unteren Gamskarköpfel verlangt Kraft, absolute Schwindelfreiheit und Klettergeschick.

Schwierige und zugleich sehr luftige Stelle oberhalb des Kamins in der zweiten Hälfte des Klettersteigs.

Schwierige und zugleich sehr luftige Stelle oberhalb des Kamins in der zweiten Hälfte des Klettersteigs.


Kurzinfo:

Region:
Kaisergebirge
Tourenart:
Klettersteig (schwer)
Erreichte Gipfel:
Unteres Gamskarköpfl 1975 m
Sonneck 2260 m
Dauer:
Hinterbärenbad zum Einstieg: 1:30 - 2:00 Std.
Durchstieg des Klettersteigs: 2:00 - 2:30 Std.
Zugabe Sonneck (Auf- & Abstieg): 1:30 - 2:00 Std.
Abstieg nach Hinterbärenbad: 2:00 - 2:30 Std.
Beste Jahreszeit:
Juni bis Oktober (sofern schneefrei)
Einkehrmöglichkeiten:
Weblinks:
roBerge-Tour #126: Sonneck über Hinterbärenbad (Güttlersteig)
Markus Stadler: Kletterrouten auf die Gamskarköpfe

Anforderung:

Höhenunterschied:
Hinterbärenbad - Unteres Gamskarköpfl 1145 m
davon im Klettersteig 350 m
Schwierigkeit:
schwer
Zum Klettersteig:
Höhenunterschied: 350 m
Klettersteiglänge: 650 m (davon Seilversichert: 550 m, Gehgelände 100 m)
Schwierigkeitsbewertung: Stellen B /C /D (nach oben hin schwerer werdend)

sehr alpin gehalten - wenige künstliche Tritthilfen - Klettererfahrung von Vorteil

KEIN Notausstieg vorhanden

aufgrund der nördlichen Exposition ist im Frühjahr und Herbst mit Schnee bzw. Vereisung zu rechnen

Zum Abstieg:
Der Abstieg sollte nicht unterschätzt werden!
Bis hinunter zur Abzweigung Einstieg KS führt der Güttlersteig teils ziemlich steil über Geröll und Schrofengelände.
Kinder:
Aufgrund der Tourenlänge und der Schwierigkeiten im Klettersteig nicht für Kinder zu empfehlen.

Start:


Kufstein-Sparchen (Kaisertal-Parkplatz) 499 m

GPS-Wegpunkt:
N47 35.702 E12 11.243 zu Google Maps

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Mit der Bahn bis nach Kufstein fahren. Dann zu Fuß in nordöstlicher Richtung (30 Minuten vom Bahnhof) oder mit dem Postbus zum Parkplatz Sparchen-Kaisertal.

Mit dem Pkw:
Inntal-Autobahn Ausfahrt Oberaudorf, nach der Ausfahrt rechts Richtung Walchsee nach Niederndorf - Ebbs. In der Ortsmitte von Ebbs rechts abbiegen Richtung Kufstein, nach ca. 2 Kilometer (nach Oberndorf aber vor Kufstein) links abbiegen Richtung Kaisertal. Dort befindet sich der gebührenpflichtige Parkplatz "Sparchen" (484 m).
Nicht zum Sessellift fahren, dieser befindet sich 15 Minuten entfernt.

  • Ab Rosenheim: 40 Km / 0:35 Std
  • Ab München: 90 Km / 1:00 Std
  • Ab Bad Tölz: 75 Km / 1:00 Std
  • Ab Salzburg: 110 Km / 0:55 Std

Tourenplaner / Online-Fahrpläne: hier klicken

Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.

Tourenbeschreibung:

Start: Kufstein-Sparchen (Kaisertal-Parkplatz)

Zum Ausgangspunkt Hinterbärenbad:
Vom Parkplatz Kufstein über die Sparchenstiege (285 Stufen) in das Kaisertal. Nun dem breiten Fahrweg bis nach Hinterbärenbad folgen (8km / 2 Std.).
Alternative: Von der Griesner Alm im Kaiserbachtal kommend über das Stripsenjoch nach Hinterbärenbad.

Zustieg von Hinterbärenbad:
Direkt am "Baumhaus" von Hinterbärenbad beginnt der Bettlersteig (Weg 827), der südwestlich in Richtung Kaindlhütte führt. Wir folgen dem schön angelegten Steig durch den Wald über kleine Brücken und Holzstufen bis nach links der Güttlersteig abzweigt (Schild "Güttlersteig - Sonneck" / neu: "Kufsteiner Klettersteig"). Wir folgen dem Güttlersteig (Weg 821) in vielen Kehren den teils recht steilen Waldweg hinauf. Bei knapp 1400m verlässt man den Wald und betritt unterhalb des Gamskarköpfls einen Lawinenstrich. An einem gut sichtbaren Jägerstand führt der Weg dann wieder in den Wald hinein. Dem Weg geradeaus folgen bis man rechts auf eine "Aussichtsplattform" steigen kann. Der Weg führt dort nach links weiter - aber nicht oben an der beginnenden Felswand bleiben - sondern kurz nach unten auf Steigspuren absteigen (etwas missverständlich angebrachtes Schild). Dem weiteren Wegverlauf folgen bis man wieder direkt an der plattigen Felswand entlang geht. Nach wenigen Minuten sieht man dann auf dem Geröllfeld (Kühkarl) ein großes "Stoamandl" stehen, an dem man nach links abzweigt. Der weitere Wegverlauf bis zum Einstieg (ca. 10 Minuten) ist gut mit "Stoamandl" gekennzeichnet.

Der Klettersteig:
Vom etwas unspektakulären Einstieg - sofern man überhaupt von einem Einstieg reden kann - geht es anfangs eher gemütlich über flacheres Gelände in Richtung "Schwarze Wand". Laßt euch vom ersten Eindruck nicht täuschen. Die Aufwärmphase dient dazu, sich schon mal an die wenigen künstlichen Tritte zu gewöhnen. Ziemlich bald kommt dann auf dem ersten Schuttband das erste Gehstück (50m). Danach wird es mit jedem Meter schwieriger. Ist man erst mal wieder am Seil, wird es immer steiler. Wer mit der Senkrechten neben der "Schwarzen Wand" schon zu kämpfen hat, sollte sich überlegen umzukehren - es wird nicht leichter und es gibt im ganzen Verlauf des Klettersteigs keinen Notausstieg. Lediglich überhalb der "Schwarzen Wand" kommt nochmals 50m Gehgelände. Spätestens ab hier kommen aber die "Klettersteig-Freaks" voll auf ihre Kosten. Im weiteren Verlauf bietet der Klettersteig alles, was das Herz begehrt: leicht überhängende Wände - einen engen steilen Kamin - extrem luftige Aufschwünge und Querungen bis hinauf zum Gipfelkreuz. An manchen Stellen wäre eine dritte Hand zum Umhängen der Karabiner nicht schlecht.

Der Abstieg:
Vom Gipfelkreuz aus folgt man dem Grat wenige Meter in südöstlicher Richtung und steigt dann nach rechts hinab zum direkt unterhalb vorbeiführenden Güttlersteig (knapp 10 Minuten) - noch eine kurze Passage mit Seilversicherung (A/B). Dem Güttlersteig folgt man dann entweder nach rechts zurück ins Tal (ca. 2 Stunden) bzw. nach links hinauf zum Sonneck (ca. 1 Stunde).


Weitere Tourenmöglichkeiten:

  • Vom Sonneck aus Überschreitung der Hackenköpfe und Abstieg über Widauersteig zur Kaindlhütte (extrem lang) [roBerge-Tour #113]

  • Abstieg über Güttlersteig (wie Aufstieg) und weiter über Bettlersteig zur Kaindlhütte [roBerge-Tour #117]

  • Abstieg vom Sonneck über Kopfkraxn und Wiesberg nach Süden [roBerge-Tour #121]

Webcams:

Aktuelle Bilder von Webcams im Umkreis von 30km vom Ausgangspunkt.
  weitere Webcams findest du hier



Pendlinghaus
(©Foto-Webcam.eu)

Sachrang
(Terra-HD)

Hochrieshütte
(©foto-webcam.eu)

Ebbser Gemeindeblatt 25.Jg./Nr.115 (03.07.2008) zum Thema Radfahrverbot:

Auszug aus dem Artikel "Kaisertalstraße mit Tunnel eröffnet - ein Festtag für Ebbs"

Geh- und Radfahrverbot
Die Gemeinde Ebbs bittet um Verständnis, dass die Benützung der neuen Straße für Fußgänger und insbesondere Radfahrer nicht gestattet ist. Dafür sind Sicherheitsbestimmungen beim Tunnel und vor allem auch der Umstand, dass der Kaisertalweg im Inneren des Tales, der von den Fußwanderern so stark frequentiert wird, für das Nebeneinander von Radfahrern und Fußgängern nicht ausgelegt ist, maßgeblich. Die Verbotstafeln sind bereits angebracht. Mit Kontrollen durch die Polizei und Anzeigen sowie die Einbringung von Besitzstörungsklagen ist ab sofort jederzeit zu rechnen.

Radfahrverbot im Kaisertal

Literatur:

Klettersteig-Führer

Klettersteigatlas ALPEN
Über 850 Klettersteige zwischen Wienerwald und Côte d’Azur
von Paul Werner · Iris Kürschner · Thomas Huttenlocher · Jochen Hemmleb
Infos: Klettersteig-Führer

Klettersteigatlas ALPEN

Alpenvereinsführer

Alpenvereinsführer Kaisergebirge extrem
von Schubert, Pit
Infos: Alpenvereinsführer

Alpenvereinsführer Kaisergebirge extrem

Bildband

Kaisergebirge
von Höfler, Horst
Infos: Bildband

Kaisergebirge

Bildband

Wilder Kaiser - Klettergeschichte, Geschichten vom Klettern
von Höfler, Horst und Schubert, Pit
Infos: Bildband

Wilder Kaiser - Klettergeschichte, Geschichten vom Klettern

Karte

Alpenvereinskarte 8
Kaisergebirge
von Alpenverein
Infos: Karte

Alpenvereinskarte 8

Galerie:


Weitere schöne Bilder sind in unserer Fotoshow

Diashow:

Abzweigung vom Bettlersteig in den GüttlersteigWeg an der plattigen Felswand zum Geröllfeld (Kühkarl)"Aufwärmphase" im unteren Teil des KlettersteigsDer erste steile Aufschwung an der "Schwarzen Wand"Neben Armkraft und absoluter Schwindelfreiheit ist hier auch Klettergeschick gefragtDer "Kamin" (Blick nach oben)Alles sehr alpin gehalten. Bis auf das Stahlseil sind sehr wenig künstliche "Hilfen" vorhanden.Extrem luftiger Quergang am Ende des KlettersteigsDer Ausstieg (von oben)Abstieg vom Gipfel mit dem wunderschönen HolzkreuzMit Stahlseil versicherte Stelle beim Abstieg

Autor:


Autor:  Theo Geflitter  (Homepage)