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Mangfall-Haute-Route

»Skiberge der ersten Reihe«


Kontrastreiche Landschaft, viele leichte bis anspruchs­volle Tourenmöglichkeiten, teils spektakuläre Ausblicke ins weite Alpenvorland wie zu den Dreitausendern der Zent­ralalpen, vor allem aber die gute Erreichbarkeit aus dem Großraum München locken immer mehr Ski­bergsteiger ins Mangfallgebirge: Zwischen 500 und 1000 sind an einem schönen Januarsonntag im Rotwandgebiet keine Seltenheit. Sie verteilen sich zwar und stö­ren sich kaum, doch es lassen sich z. B. auf den Taubensteinpisten aufsteigende Menschentrauben beobachten, die an manchen Ta­gen die vergleichsweise wenigen Liftbenutzer wie Relikte früherer Zeiten erscheinen lassen.

Walter Pause hatte es geahnt: In seinem Klassiker „Münchner Skiberge“ von 1970 bemerkte er angesichts der damals fortschreitenden Ski­gebietserschließungen in den Bayerischen Alpen: „Ganz augen­scheinlich gehört doch dem Pis­tenlauf die schöne Zukunft und dem Skitourenlauf die schäbige Vergangenheit. Eben dies will ich aber nicht glauben.“ Mit dieser Vision nahm er 33 Skitouren in sein Buch auf, die heute allesamt ihre Renaissance erleben.

Das Mangfallgebirge ist für die Millionenstadt München und Orte wie Bad Tölz, Miesbach und Rosenheim das erste Tourengebiet. Doch es ist viel mehr als nur ein Auffangbe­cken skihungriger Städter, die sich austoben wollen. Aus ökologischer Sicht ist es ohnehin zu begrüßen, wenn nicht weiter in die Berge hinein gefahren wird. Zumal das Mang­fallgebirge von München aus mit dem Zug so bequem und schnell erreichbar ist wie kein anderes Gebiet der Alpen. Hat man die kilometerlangen Wochenendstaus vor Augen, lohnt es sich doppelt, dieses Angebot zu nutzen.

Geografisch gesehen ist das Mangfallgebirge der östli­che, etwa zwei Drittel umfassende Teil der Bayerischen Vor­alpen, die sich zwischen Loisach und Inn erstrecken und zu den Nördlichen Kalkalpen gehören. Im Osten wird das Mangfallgebirge durch das Inntal, im Westen durch das Isar­tal begrenzt, im Süden reicht es nach Tirol. Es gliedert sich in die Gebirgsgruppen Tegernseer Berge, Schlierseer Berge und Wendelsteingruppe. Der höchste Berg ist mit 1986 Metern das als Firnskitour beliebte Hintere Sonnwendjoch. Der Namen gebende Fluss beginnt am Ausfluss des Tegern­sees und mündet bei Rosenheim in den Inn. Mönche hätten sich durch Spiegelungen mannigfaltig inspirieren lassen, so soll es zum Namen Mangfall gekommen sein.

Drei Tage brauchen die Schnellen, fünf bis sechs Tage Genießer. Rund 60 Kilometer Strecke und 5500 Höhenmeter sind mindestens zu überwinden. Die Chancen stehen nicht schlecht, zumindest abschnittsweise Ruhe und Einsamkeit zu finden.

Diese Tourenbeschreibung erhielten wir mit freundlicher des Autors Manfred Scheuermann sowie der Redaktion der DAV-Zeitschrift "Panorama" (weiterführende Links siehe am Ende dieser Tourenbeschreibung).

Die Gipfel des Mangfallgebirges bieten im Winter eine Vielzahl von Skitourenmöglichkeiten für Anfänger wie Profis – hier im Wendelsteingebiet.
Der berühmte Wendelstein, eigentlich ein Pistenskiberg, zieht seit einigen Jahren immer mehr Tourengeher an, die die gute Erreichbarkeit schätzen.

Das Hirschberggebiet hoch über dem Tegernseeist traditionelles und gern besuchtes Ziel Münchner Skibergsteiger.


Kurzinfo:

Region:Bayerische Voralpen
Tourenart:Skitour (schwer)  
Naturverträgliche Skitour Hinweise zum umweltfreundlichen Skibergsteigen
Erreichte Gipfel:Großer Traithen, Unterberger Joch, Auerspitz, Hochmiesing, Jägerkamp, Rosskopf, Seekarkreuz, Schönberg
Dauer (Tage):5
Touristinfo:Tegernsee
Rottach-Egern
Rosenheim
Lenggries
Bayrischzell
Oberaudorf

Anforderung:

Höhenunterschied:5500 m
Streckenlänge:60 km
Schwierigkeit:schwer
Mangfall-Haute-Route mag ein wenig übertrieben klingen, doch wer die höchsten Gipfel der Bayerischen Voralpen im Hochwinter überschreiten will, muss über alpine Erfahrung verfügen, Lawinengefahr und Wetter richtig einschätzen können und seine Ski in Aufstieg und Abfahrt sicher beherrschen. Vom Alpenvorland aus sind die Höhenunterschiede beachtlich und selbst wenn die Berge nicht einmal die 2000-Meter-Marke erreichen, hat eine Skidurchquerung hochalpinen Charakter!

Einkehrmöglichkeit:

Moni-Alm:
ganzjährig, kein Ruhetag
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Wallberghaus:
ganzjährig geöffnet, außer Nov. bis Weihnachten
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Albert-Link-Hütte:
ganzjährig geöffnet, (Mo Ruhetag), Betriebsferien im April und November
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Lenggrieser Hütte:
ganzjährig geöffnet, Dienstag Ruhetag, einmal jährlich 2 - 3 Wochen Urlaub (steht auf der Webseite und auf www.alpenverein.de)
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Taubensteinhaus:
Nov. bis April geschlossen. Im Winter während Betriebes der Taubensteinbahn an Wochenenden geöffnet.
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Rotwandhaus:
zwischen November und Mitte Dezember geschlossen, sonst durchgehend geöffnet
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Brünnsteinhaus:
bis 11.03.2018 durchgängig geöffnet
12.03.2018 - 23.03.2018 geschlossen
24.03.2018 - 08.04.2018 durchgängig geöffnet
09.04.2018 - 30.04.2018 geschlossen
01.05.2018 - 04.11.2018 durchgängig geöffnet
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Hinweis: Da wir die Öffnungszeiten, Übernachtungshinweise, etc. oft aus dritter Hand erhalten, kann es immer wieder vorkommen, dass die hier veröffentlichten Daten nicht mehr ganz aktuell sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich bitte vor Beginn einer Tour direkt bei der Hütte informieren (Telefon / Homepage).


Startpunkt:

Parkplatz Freizeitgebiet Hocheck, 488m


GPS-Wegpunkt:

N47 38.850 E12 10.069  [@google-maps]

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Über Kufstein oder Rosenheim mit der Bahn bis nach Oberaudorf.

Mit dem Pkw:

Von München, Rosenheim oder Salzburg auf der Autobahn A8. Beim Inntaldreieck biegt man in die Autobahn A93 Richtung Kufstein, Innsbruck und Brenner ab. Nach 25 km Fahrt in südlicher Richtung ist die Abfahrt Oberaudorf. Nach der Autobahnausfahrt links in den Ort und der Beschilderung zum "Freizeitgebiet Hocheck" folgen.


Ab Rosenheim: 30 Km / 0:30 Std
Ab München: 90 Km / 0:50 Std
Ab Bad Tölz: 70 Km / 1:00 Std
Ab Salzburg: 100 Km / 1:00 Std


Mit dem Bike:

Von Rosenheim (Innbrücke) aus fährt man bequem auf dem Inndamm in rund 27 Kilometer bis nach Oberaudorf.

Tourenplaner / Online-Fahrpläne:

hier klicken


Tourenbeschreibung:

Parkplatz Freizeitgebiet Hocheck, 488m


Beginn der Mangfall-Skiroute ...
... ist in Oberaudorf, das von München über Rosenheim gut mit dem Zug erreichbar ist. Zu Fuß geht es vom Bahnhof zur Hocheckbahn undmit Fellen am Pistenrand hinauf. Auf dem Weiterweg zum Brünnsteinhaus tauchen über dem Inntal bald Zahmer und Wilder Kaiser auf, in der Ferne die Zillertaler und Hohen Tauern. Das Brünnsteinhaus steht auf einem Aussichtsbalkon, seit dem jüngsten Umbau sind bei guter Sicht Großglockner und Venediger sogar im Treppenhaus präsent. Je nach Ankunftszeit kann hier das erste Mal übernachtet werden. Wer will, lässt sich mit schmackhaften regionaltypischen Speisen verwöhnen, denn das Brünnsteinhaus ist eine von bislang 26 DAV-Hütten, die sich an der Kampagne „So schmecken die Berge“ beteiligen.

Die Route führt weiter,
vorbei an Himmelmoos- und Seeon-Alm, zum Äserer, einem Sattel unter dem Steilner Joch. Ortsbezeichnungen wie Äserer sind in keiner Karte verzeichnet. Sie gehören den Winheimischen. Bekommt mansie anvertraut, verraten sie oft spannende Geschichten undkönnen bei Rettungseinsätzen entscheidende Hilfen geben.Äserer könnte etwas mit Wildtieren meinen, und um diese geht es hier auch das erste Mal. Grüne DAV-Schilder weisen die Richtung, der direkte Aufstieg über den Grat zumSteilner Joch würde durch ein empfindliches Winterhabitatverlaufen. Vom Äserer steil aufwärts, weiter über den Rücken wird der erste Aussichtsgipfel, der Große Traithen,erreicht. Vorsicht ist geboten, denn die Flanke zur Rechten ist der „Todeshang“, womit bereits alles gesagt ist. Vom Traithen gibt es zwei Hauptabfahrten. Die auf der Nordseiteführt zurück über den Äserer zur Rosengasse, von wo man nach einem Gegenanstieg durch das Skigebiet Sudelfeld nach Bayrischzell gelangt. Die Abfahrt nach Süden vom Unterberger Joch durch das Nesseltal verspricht bei Firn oder frischem Pulverschnee den weißen Rausch. Er endet nahe der Bäckeralm. Dort oder im schmucken Bayrischzell kann übernachtet werden.

Der Auerspitz
Die nächste Etappe führt sozusagen durch die Hintertür insbeliebte Rotwandgebiet, wo sich Münchner Skifahrer seit Generationen daheim fühlen. Einstieg ist an der Ursprungpass-Straße, am Abzweig des Forstwegs zum Sillberghaus (Bus oder Taxi). Bald gibt es wieder grüne Schilder, die auf den Forstweg leiten, der im weiten Bogen um die Ausläuferder Maroldschneid in den Soingraben verläuft. Vorbei an der Soinalm taucht zur Rechten das imposante Oberrät-Kalkriff der Ruchenköpfe auf. Links bleibt die Maroldschneid liegen,die als zentraler Lebensraum für Wildtiere keinesfalls berührt werden darf. Der Schutz von Gebieten wie der Maroldschneid war Grund dafür, warum schon 1986 die Aktion „Skifahren und Natur schützen“ für das Rotwandgebiet ins Leben gerufen wurde. Damals hätte niemand gedacht, wie wichtig das Thema 20 Jahre später werden würde. Erstes Tagesziel ist der Auerspitz. Im Sprachgebrauch, aber auch in den Karten heißen die vielen Spitzen im Rotwandgebiet „Spitz“ und sie sind männlich. Mit der anschließendenAbfahrt zur Großtiefentalalm schwenkt man unübersehbar in die klassische Rotwand-Reibn ein. Als lohnenderAbstecher vom Auerspitz lässt sich über die Kümpfelscharte, wo ganz in der Nähe im Juni 2006 Bär Brunosein tragisches Ende fand, der Gipfel der Rotwand „mitnehmen“. Das schön gelegene Rotwandhaus bietet sich zum Einkehren oder Übernachten an. Am Tiefentalsattel lockt der Hochmiesing, dem nach der neuen AV-Karte gerade mal 90 Zentimeter zur Rotwand fehlen und der mit herrlicher Aussicht ins Alpenvorland aufwartet. Da die meisten der ungezählten Rotwand-Umrunder Tagesgäste sind, gibt es auch im Taubensteinhaus im Winter meist genügend freie Schlafplätze.

„Die Natur verstummt auf der Folter“
Der folgende Tag beginnt mit einer kurzen Abfahrt zur Schönfeldalm. Von dort geht es im Bogen über das Schnittlauchmoos, am Benzigspitz vorbei, hinüber zum wuchtigenGipfelkreuz des Jägerkamp, von wo aus sich im Norden in der Silhouette Münchens die Allianz-Arena als neue Landmarke ausmachen lässt. Auf der anderen Seite öffnet sich das ganze Alpenpanorama. Wieder weisen Schilder darauf hin, dass der Rücken zum Benzingspitz den Wildtieren gehört, doch leider verderben häufige Skispuren den ausdauerndenehrenamtlichen Helfern der DAV-Sektion München die Freude an der Betreuung des Gebiets.

Der nächste Abschnitt,
vorbei am Spitzingsee über den Rosskopf zur Monialm, ist der lauteste. Er quert ein altes Skigebiet, das derzeit eine dynamische Modernisierung erfährt. Um noch einmal auf die „Münchner Skiberge“ von Walter Pause zurückzukommen, der sein Buch 1970mit dem hehren Goethe-Zitat „Die Natur verstummt auf der Folter“ überschrieb, und anfügte: „Sie (Goethes Maxime) soll uns alle warnen: uns Münchner Skifahrer, dieKurdirektoren, die schlauen Geldsammler aus dem neuen Alpengeschäft! Je turbulenter der Pistenbetrieb wird durch das nicht abzuwehrende Massenzeitalter, desto mehr wird es den Liebhaber der Berge wieder in die entlegene Stille der Bergnatur ziehen.“ Es erstaunt doch, wie sehr sich Entwicklungen wie Wellen zu wiederholen scheinen. Wie auchimmer, die gemütliche Albert-Link-Hütte bietet sich für eineMittagsrast an und beim Aufstieg zum Rosskopf bleibt der Skibetrieb auf Distanz. Nach zwei Anstiegen kann die Tagesetappe in der Sutten, dem Hochtal der oberen Rottach, oder in einem der Orte am Tegernsee (Busverbindung von Sutten) beendet werden. In Tegernsee lädt das Herzogliche Bräustüberl zu einem Besuch ein. Es gehört zum früheren Benediktinerkloster Tegernsee, dem die gesamte Region bis hin nach München ihre kulturelle Entwicklung zu verdanken hat.

Den Glaslhang hinab
Beginn des vorletzten Abschnitts der Durchquerung ist wieder n der Sutten. Südlich, nicht weit entfernt „im Wechsel“, liegt die Wasserscheide zur Weißen Valepp, die als einziger Fluss der Bayerischen Voralpen nach Süden fließt, um aber bei ihrer Mündung nahe Kramsach in den Inn wieder nach Norden umzukehren. Die Mangfall-Skiroute zweigt schonwenig unterhalb der Monialm nach Westen ab, führt über die Rottachalm zum Wallberghaus und hinauf zum Setzberg. Jetzt liegt der Tegernsee zu Füßen und es lässt sich unschwer erkennen, dass hier Gletscher die Landschaft geformt, den graublau schimmernden See geschaffen haben.Alpine Akzente setzen Risserkogel und Blankenstein gegenüber. Wer sie näher haben will und über gute Kondition verfügt, kann bei sicheren Lawinenverhältnissen vor demAufstieg zum Setzberg die Blankenstein-Umrundung (imUhrzeigersinn) einschieben. Für die Abfahrt steht nach Angabe der Wallbergbahn nur die steile klassische Wallberg-Nordabfahrt mit dem berühmten Glaslhang zur Verfügung.Stockhang und Wallbergstraße, früher die leichtere Abfahrt, sind Rodelbahn geworden. Eingestiegen wird nahe derBergstation, zuvor aber vielleicht der Wallberggipfel mitgenommen. Dann ist man wieder in Rottach-Egern, könnte also zum zweiten Mal am Tegernsee übernachten.

Via Alpina
Zum Ausgangspunkt Winterstube/Klamm der letzten Etappe gelangt man mit dem Bus oder Taxi durchs Weißachtal. Die Route führt zuerst flach und still am Schwarzenbach entlang zur Schwarzentenn-Alm, von dort ein Stück gemeinsam mit der großen Schwester der Alpendurchquerungen,der Via Alpina, zum Seekarkreuz. Der Alpenweitwanderweg Via Alpina durchzieht gleichsam das gesamte Mangfallgebirge, dieser Abschnitt ist vor allem für den Herbst zu empfehlen. Vom Seekarkreuz erschließt sich der Isarwinkel und nach Westen ließe sich die Durchquerung über Brauneck und Benediktenwand beliebig verlängern. Die Abfahrt nach Lenggries führt abschnittsweise markiert durch den Wald, die gastliche Lenggrieser Hütte lässt sich einbinden. Wenn es Zeit und Verhältnisse erlauben, kann die Etappe mit dem Schönberg verlängert werden, was eine attraktivere letzte Abfahrt einbringt. Dazu geht es über die Rauhalm den DAV-Schildern folgend zum Maria-Eck-Sattel. Von hier könnte bereits abgefahren werden. Der Gipfel des Schönbergsund sein steiler Nordhang wären das Sahnehäubchen. Nun kann die Mangfall-Haute-Route in Fleck bzw. Lenggries ihren würdigen Abschluss finden. Das gastronomische Angebot ist groß und die Rückreise nach München auf jeden Fall gesichert: Die Bayerische Oberlandbahn bedientLenggries im Stundentakt.


Skibergsteigen umweltfreundlich - Vorfahrt für Wildtiere:

Für das Mangfallgebirge wie für alle Tourengebiete der Bayerischen Alpen geben der Deutsche Alpenverein und das Bayerische Umweltministerium Routenempfehlungen für naturverträgliches Skitourengehen – mit dem Ziel, sicherzustellen, dass Wildtiere nicht gestört werden – was für bestimmte Tierarten lebenswichtig ist! – und Jungwald nicht geschädigt wird. Es ist unerlässlich, die Routenempfehlungen, die nur wenige Einschränkungen abverlangen, zu beachten.

Für Skitouren eignet sich gut die Hälfte der etwa 60 be­deutenden Gipfel des Mangfallgebirges. Da manche Berge von mehreren Seiten erreichbar sind, lassen sie sich gut zu Durchquerungen oder Rundtouren verbinden.

Einige Vari­anten und bestimmte Bereiche nahe der üblichen Routen müssen allerdings aus Naturschutzgründen dringend gemie­den werden. Dabei geht es besonders um störempfindliche Tierarten, die in den Alpen ihre letzten Rückzugsgebiete ha­ben. Raufußhühner (Auer-­, Birk -und Schneehühner) gelten z.B. als Leittierarten für intakte Lebensräume. Sie sind in ihrer Anpassung an die alpinen Lebensbedingungen hoch spezialisiert und reagieren auf Störungen überaus sensibel. Fressen, Schlafen und sich vor Feinden in Sicherheit brin­gen können die Tiere nur auf engstem Raum, vor allem im Bereich von Rücken und Graten. Wer in diesen kleinräu­migen Überwinterungszonen unterwegs ist, richtet erheb­lichen Schaden an! Im Mangfallgebirge ist der Druck durch die vielen Menschen besonders hoch und leider werden die Routenempfehlungen des DAV noch längst nicht von allen beachtet. Möglichkeiten für Skitouren gibt es verteilt je Gebirgs­gruppe: Von den Tegernseer Bergen sind Schönberg und Seekarkreuz von Westen aus dem Isartal erreichbar, alle anderen Ausgangspunkte dieses Teils liegen im Tegernseer Tal und seinen Seitentälern. Das Skitouren-­Zentrum der Schlierseer Berge ist der Spitzingsee, von dem aus vor allem das Rotwandgebiet angesteuert wird. Schinderkar und Schinder, besonders im Frühjahr beliebt, und das Hintere Sonnwendjoch liegen isoliert weiter südlich. In der Wendel­steingruppe, die sich in den Breitenstein- / ­Wendelstein-­Stock im Norden und das Gebiet um den Großen Traithen im Süden unterteilt, liegen die Ausgangspunkte für Skitouren verstreut. Am besten erschließt sich der Tourengeher das Mangfallgebirge bei einer Skidurchquerung von Ost nach West, vom Inntal zum Isartal ­ ganz gegen den Trend zur schnellen Tagestour also...

Trend zur Halbtagesskitour:
Bemerkenswert ist, dass das Skitourengehen vor allem am Alpenrand und im Umkreis von Alpenstädten wie Innsbruck einen derartigen Boom erlebt. Deutlich geringer ist der Zuwachs z.B. an den Modebergen der Kitzbüheler Alpen. Dort sind heute zwar viele, aber nicht viel mehr Tourengeher als vor fünfzehn Jahren unter­wegs, und in den hinteren Tälern ist man immer noch allein. Auch die Übernachtungszahlen auf den Hütten der klassischen ostalpinen Tourengebiete, wie Jamtal­ oder Kürsingerhütte, sind nicht in dem Maße angestiegen, wie sich die Anzahl der Tourenski­fahrer in den Vorbergen erhöht hat. Es scheint, als würden sich die Menschen heute für Skitou­ren weniger Zeit nehmen als früher, dafür aber häufiger aufbrechen. Kurze Entfernungen haben an Bedeutung ge­wonnen, die am nächsten gelegenen Berge werden bevor­zugt. Weil auch sportliche Aspekte eine zunehmende Rolle spielen, nutzt man vermehrt sogar nahe gelegene Pisten für Skitouren.

Download DAV-Infoblatt "Skibergsteigen umweltfreundlich im Rotwand-Gebiet"


Flora und Fauna:

An einem winterlichen Sonnentag in den Bayerischen Voralpen unterwegs zu sein bedeutet Skitourengenuss pur; auf die Tierwelt sollte man stets achten – muss Gamswild etwa in tiefem Schnee fliehen, erhöht das den Energieverbrauch erheblich, was wiederum zu vermehrten Verbissschäden im Bergwald führen kann.


Literatur:

Karte:Alpenvereinskarte 7/1
Tegernsee, Schliersee
von Alpenverein
Skiführer:Die schönsten Skitouren Mangfallgebirge
von Korbaj, Manfred
Führer:Winterwandern Bayerische Alpen
von Gelder, Birgit
Karte:Wanderkarten, Tegernsee, Schliersee, Mangfallgebirge
von Freytag & Berndt
Skiführer:Rother Skiführer Bayerische Alpen
von Demmel, Robert und Schneider, Norbert

Galerie:

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Diashow:


 Autor: Text/Fotos Manfred Scheuermann (DAV, Fachgebiet „Naturverträgl. Wintersport“), mit freundl. Genehmigung von  Link