Hochalm

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Watzmann - Wiederroute

"Kleine Ostwand" über das Wiederband

  

Die "Kleine Ostwand", oder auch "Gerade Ostwand " genannt, ist eine klassische leichte Kletterei, die gerne als Test und Vorbereitung für die berühmte Watzmann - Ostwand verwendet wird. Sie führt landschaftlich eindrucksvoll durch die berühmte Ostwand im Schwierigkeitsgrad III- direkt zur Mittelspitze. Das Band, das man hier begeht, wird "Wieder-Bandl" bzw. "Wiederband" genannt. Es ist das größte Schichtband der Mittelspitze-Ostwand und läßt sich ohne Klettern begehen.

Diese Tour kann man aufgrund seiner Schwierigkeit nur mit jemandem begehen, der die örtlichen Gegebenheiten bestens kennt.
Vor Alleingängen wird dringend gewarnt!


Blick von der Kührointhütte auf die Ostwand
mit dem ungefähren Verlauf der Wieder-Route.

Blick von der Kührointhütte auf die Ostwand
mit dem ungefähren Verlauf der Wieder-Route.

Blick ins Watzmannkar.

Blick ins Watzmannkar.


Kurzinfo:

Region:
Berchtesgadener Alpen
Tourenart:
Bergtour (schwer)
Klettersteig (schwer)
Erreichte Gipfel:
Watzmann-Mittelspitze 2713 m, Hocheck 2651 m
Dauer:
Wanderparkplatz Hammerstiel - Kührointhütte 2 Std.
Kührointhütte - Einstieg 2 Std.
Einstieg - Mittelspitze 3 Std.
Mittelspitze - Hocheck 40 Min.
Hocheck - Watzmannhaus 2,5 Std.
Watzmannhaus - Parkplatz 2,5 Std.
Insgesamt ca. 12 - 13 Stunden (ohne Pausen!), Übernachtung in der Kührointhütte spart ca. 2 Stunden ein.
Beste Jahreszeit:
Möglichst im Hochsommer (lange Tage und wenige Altschneefelder ausnutzen). Wegen evtl. Schneereste am besten den Wirt der Kührointhütte fragen.
Einkehrmöglichkeiten:
  • Mitterkaseralm (Watzmann)  nur im Sommer (ab Mai bis September)
  • Kührointhütte  Mai bis Ende September/Mitte Oktober, im Winter geschlossen.
  • Watzmannhaus  ca. Mitte Mai bis Mitte Oktober
    Ab 10.9.2018 bis Mai 2019 ist das Watzmannhaus inkl. Winterraum wg. Umbaumaßnahmen komplett geschlossen! In dieser Zeit ist keine Reservierung/Übernachtung möglich.
Touristinfo:
Berchtesgaden
Sehenswertes:

Insbesondere die Tiefblicke auf den Königssee, die gewaltige "richtige" Ostwand und auf die Watzmannkinder. Auf dem Gipfel der Blick auf das Steinerne Meer mit dem benachbarten Großen Hundstod.

Anforderung:

Höhenunterschied:
Hammerstiel 740 m, Kührointhütte 1420 m, Mittelspitze 2713 m
Insgesamt knapp 2100 m, davon 700 m die kleine Ostwand
Schwierigkeit:
schwer
Äußerst schwer - mehrmals bis zu UIAA III- ! Meist II und Gehgelände. Große Steinschlaggefahr (Helm), insbesondere in der Rinne beim Einstieg sowie auf dem Wieder-Band.
Ausrüstung: Seil, Bandschlingen und ein paar Keile, Helm, Alpingurt, evtl. Grödeln wegen Schneefelder
Orientierung: nicht markiert, gelegentlich Steinmänner, insbesondere ab Ende des Wiederbandes ist gute Orientierung wichtig!
Hunde:
für Hunde nicht geeignet

Start:


Parkplatz Hammerstiel in Schönau, Ortsteil Hinterschönau 750 m

GPS-Wegpunkt:
N47 36.175 E12 56.799 zu Google Maps

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Bahnverkehr bis Berchtesgaden, vom Hauptbahnhof zum Busbahnhof gehen (3 Min.), weiter mit dem Bus über Schönau nach Hinterschönau.

Mit dem Pkw:
aus dem Norden, Westen oder Osten über die Bundesautobahn A8 München-Salzburg, Ausfahrt Bad Reichenhall, dann die B20 bis zum Königssee. Von Süden über die Tauernautobahn, Ausfahrt Salzburg Süd, dann die B305 nach Berchtesgaden und weiter auf der Deutschen Alpenstraße nach Schönau / Hinterschönau.

  • Ab Rosenheim: 100 Km / 1:10 Std
  • Ab München: 160 Km / 1:35 Std
  • Ab Bad Tölz: 145 Km / 1:40 Std
  • Ab Salzburg: 25 Km / 0:30 Std

Tourenplaner / Online-Fahrpläne: hier klicken

Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.

Tourenbeschreibung:

Start: Parkplatz Hammerstiel in Schönau, Ortsteil Hinterschönau

Zum "Watzmanngletscher" - Alternative über Kühroint-Hütte: Vom Parkplatz aus wandert man angenehm in knapp zwei Stunden zur Kühroint-Hütte. Von dieser aus in Richtung Watzmannhaus gehen. Durch den Wald, wo bei einer Abzweigung links ein Schild zum Watzmannkar verweist.

Zum "Watzmanngletscher" - Alternative ohne Kühroint-Hütte: Der Weg vom Parkplatz Hammerstiel führt über Forst-/Bergstrassen ziemlich langweilig bis zum Querweg, welcher von der Kührointhütte kommt und zieht sich dann über schmale Bergpfade ins Watzmannkar - Gehzeit bis Watzmanngletscher ca. 3 Stunden

Wenn man das Kar erreicht hat,
geht es aufwärts bis zum Fuß der Watzmannjungfrau. Von dieser aus auf ein Schneefeld, das auch im Sommer vorhanden ist - man nennt es den Watzmanngletscher. Nun befindet man sich bereits unterhalb der Ostwand. Über den Altfirn des Watzmanngletschers weiter gehen bis zu einer auffälligen Steilrinne - hier befindet sich der Einstieg.

Aufstieg:
Durch die Einstiegsrinne bis zu ihrem Ende hinauf steigen - dabei rechts halten (70 m, UIAA II). An ihrem oberen Ende bildet die Rinne eine glatte Wand mit einer Höhe von ca. drei Meter (III-), an ihrem Ende ein Steinmandl. Nach ihr kurz waagrecht und dann rechts etwas bergab gehen. Anschließend ist man bereits am unteren Ende des Wieder-Bandes angelangt. Etwas mühsam das breite Wiederband auf einen Höhenunterschied von ca. 300 hinaufgehen. Am Ende des Wiederbandes angelangt, steht man bei einem markanten ca. fünf Meter hohen Turm. Es ist der sog. "Bandwächter"; nachdem sich dieser in etwa auf der Hälfte des Wandaufstiegs befindet, wird er auch als "Brotzeitfelsen" bezeichnet. Man umgeht ihn links in einer Steilrinne und in die Rinne aufsteigen. Gleich zu Beginn eine kleine Stelle III-. Danach hält man sich rechts, zum Teil auf schmalen Bändern, bis man links zwei weitere große Bänder sieht. Hier in das untere Band einsteigen, welches durch einen Steinmann gekennzeichnet ist und zu Beginn waagrecht verläuft. Auf diesem Band bleiben. Nach einer Unterbrechungsstelle überwindet man eine ca. sechs Meter hohe Wand und umgeht einen Felsblock links. Man bewegt sich hier fast halbkreisförmig um den darüber liegenden Gipfel. Nun kommen die Drahtseilsicherungen des Watzmanngrates in Sicht. In einer weiteren mit Geröll und Schutt bedeckten Rinne (III-) erreicht man den Gipfel der Mittelspitze.

Abstieg:
Von Gipfel aus gelangt man auf einem teils recht luftigen, aber gesichertern Grat zum Hocheck mit der kleinen Nothütte. Auf dem Grat bleiben und in Serpentinen Steig hinunter zum Watzmannhaus. Zeit: Von der Mittelspitze zum Hocheck ca. 40 Minuten und weiter zum Watzmannhaus ca. 2 bis 2,5 Stunden. Von diesem aus auf gutem Weg in ca. zwei Stunden über die Mitterkaseralm nach Hinterschönau.

Webcams:

Aktuelle Bilder von Webcams im Umkreis von 30km vom Ausgangspunkt.
  weitere Webcams findest du hier



Bergstation Jennerbergbahn
(©Foto-Webcam.eu)

Bergstation Jennerbergbahn
(©www.foto-webcam.eu)

Stuhljoch
(©foto-webcam.eu)

Flora und Fauna:

Wenn man sich zum richtigen Zeitpunkt im Watzmannkar befindet (nach Regen), dann kann man Unmengen von Alpensalamandern antreffen.


   

Geologie:

Der Watzmanngletscher ist eigentlich kein richtiger Gletscher. Es gibt die sog. "Gletscherdefinition", wonach die Mindestgröße eines Gletschers 10 ha betragen muss. Das Altschneefeld unterhalb der Ostwand mit ca. 9 ha fällt deshalb nicht unter die Bezeichnung "Gletscher". Hinzu kommt, dass die sonst übliche Bewegung nicht erkennbar ist und sein Umriß sich von Jahr zu Jahr ändert.

Literatur:

Karte

UKL 4 Berchtesgadener Alpen - Königssee - Bad Reichenhall
Infos: Karte

UKL 4 Berchtesgadener Alpen - Königssee - Bad Reichenhall

Bildband

Watzmann
von Pusch, Wolfgang
Infos: Bildband

Watzmann

Alpenvereinsführer

Alpenvereinsführer Berchtesgadener Alpen alpin
Alle Routen für Wanderer und Bergsteiger
von Kühnhauser, Bernhard
Infos: Alpenvereinsführer

Alpenvereinsführer Berchtesgadener Alpen alpin

Bildband

Watzmann: Mythos und wilder Berg
von Höfler, Horst / Zembsch, Heinz
Infos: Bildband

Watzmann: Mythos und wilder Berg

Galerie:


Weitere schöne Bilder sind in unserer Fotoshow

Diashow:

Standort neben einem der Watzmannkinder, mit Blick über den Watzmanngletscher zur Einstiegstelle der Wiederroute.Die Einstiegsrinne ist vom Watzmannkar aus verdeckt. Die Rinne ist ca. 70 - 80 m hoch, der Standort des Fotografen ist im oberen Drittel der Rinne.Blick in die Kleine Ostwand des Watzmanns, welche von einer Vielzahl kleiner Bänder geprägt ist.Das Wiederband (Standort erstes Drittel). Es weist meist eine Breite von 3 Pkw auf, man überwindet auf ihm ca. die Hälfte der Aufstiegsstrecke. Das Foto zeigt leider nicht die Steilheit des Geländes.Am Ende des Wiederbandes führt die Route wieder in eine Rinne, welche zum oberen Querband Richtung Mittelspitze führt. Der Standort ist hier knapp unterhalb der RinnenmitteVom Standort des Fotografen bei Bild 5 aus ein Blick zurück. Man erkennt hier in der oberen Bildmitte das Endplateau des Wiederbandes, das Schneefeld darunter befindet sich im Watzmannkar, vmtl. der Watzmanngletscher.Blick zurück auf Watzmannkar und Watzmannfrau. Man kann auch die Kührointalm links neben der Watzmannfrau erkennen sowie zwei Zugangswege.Blick vom oberen Bereich der Wiederroute auf die Watzmann-Südspitze und den Grat, welcher von der Mittelspitze zur Südpitze führtWie Bild 8, aber mit leicht verändertem StandortDie beiden Gipfelkreuze auf dem HocheckAuf dem Weg vom Hocheck zum Watzmannhaus. Der Blick ins Watzmannkar. Man kann den Weg ins Kar gut erkennen.Das Watzmannhaus ist hier schon zum Greifen nah - die übrigen Watzmann-Touristen leider auch ...

Panorama:

  zur Panorama Ansicht ins Bild klicken

Sagen, Mythen und Wahrheiten:

Geschichtliches:
im Jahr 1920 wurde der Durchstieg durch die "Kleine Ostwand" über dieses riesige Band von Hermann Lapuch und Kaspar Wieder eröffnet. Der Name "Wieder-Route" hat sich im Lauf der Zeit eingeprägt, obwohl eigentlich Lapuch diese Erstbesteigung zu verdanken ist.

Zitat von Elisabeth Dabelstein (Begehung mit Aschauer im Jahr 1949)
„Bis zu vierzig Meter breit, von einigen tief gekerbten, seltsam verästelten Kannelüren übersponnen, völlig glatt, steigt dieses Band ohne Unterbrechung durch die Wand empor. So wie ein edles Motiv durch alle Sätze einer Symphonie geht, so wie ein starker Wille sicher durch die Wirrsale des Lebens führt, so leitet dieses Band hinauf.“

Autor:


Autor:  Andreas Binder