Hochalm

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Hocheck im Watzmann

Erster Schritt ins Watzmann-Massiv

  

Kaum ein Berg in Deutschland regt die Fantasie so an wie das Watzmannmassiv am Königssee. Schon früh rankten sich Sagen und Mythen um den Berg wie etwa die von dem grausamen König, der mit seiner Familie hart über seine Untertanen herrschte und sie quälte. Als er wieder einmal über eine Almhütte herfiel und seine Hunde die Familie zerfleischten, wurden er und seine Familie von der Altbäuerin noch kurz vor ihrem Tod verflucht. Seitdem stehen sie - zu Stein erstarrt - am Königssee, bekannt als Großer Watzmann, der mit seinen 3 Gipfeln (Hocheck, 2651 m, Mittelspitze, 2713 m, und Südspitze,2712 m) den von Nord nach Süd ziehenden Hauptkamm darstellt. Von der Mittelspitze löst sich im Halbkreis ein Felsgrat ab, an dessen nördlichem Ende die Watzmannfrau (Kleiner Watzmann) und dazwischen die 5 Kinder stehen.


Die 1143 geweihte Wallfahrtskirche St. Bartholomä am Königssee vor der beeindruckenden Kulisse der Watzmann-Ostwand.

Die 1143 geweihte Wallfahrtskirche St. Bartholomä am Königssee vor der beeindruckenden Kulisse der Watzmann-Ostwand.


Kurzinfo:

Region:
Berchtesgadener Alpen
Tourenart:
Bergtour (leicht)
Erreichte Gipfel:
Hocheck (nördlicher Watzmanngipfel) 2651 m
Dauer:
insgesamt ca. 11-12 Std; Aufstieg von St. Bartholomä über Kührointhütte und Falzsteig bis zum Watzmannhaus ca. 5 Std, weiter zum Hocheck ca. 2-2,5 Std; Abstieg über Watzmannhaus und Stubenalm zur Wimbachbrücke ca. 4-4,5 Std.
Einkehrmöglichkeiten:
  • Kührointhütte  Mai bis Ende September/Mitte Oktober, im Winter geschlossen.
  • Watzmannhaus  ca. Mitte Mai bis Mitte Oktober
    Ab 10.9.2018 bis Mai 2019 ist das Watzmannhaus inkl. Winterraum wg. Umbaumaßnahmen komplett geschlossen! In dieser Zeit ist keine Reservierung/Übernachtung möglich.
Touristinfo:
Schönau am Königsee
Sehenswertes:

Der Königssee, Deutschlands tiefster See, liegt mitten im 1978 gegründeten Nationalpark Berchtesgaden. An seinem Südende liegt St. Bartholomä mit der gleichnamigen Wallfahrtskirche, die 1134 geweiht wurde. Sie ist im Kern romanisch, wurde aber 1698 bis 1710 barockisiert. Vom Rinnkendlsteig und der Archenkanzel hat man grandiose Ausblicke in die Tiefe und auf die umgebende Bergwelt. Am Ende der Tour lohnt ein Besuch in der ca. 200 m langen Wimbachklamm (gebührenpflichtig), durch die man bequem über Treppen und Stege gehen kann.

Anforderung:

Höhenunterschied:
Bartholomä 605 m, Hocheck 2651 m
insgesamt ca. 2050 m
Schwierigkeit:
mittel
Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich; der Rinnkendlsteig ist teilweise ausgesetzt und führt über Holzleitern (Vorsicht bei Nässe); der Falzsteig und der Anstieg zum Hocheck sind stellenweise mit Drahtseil versichert und mit leichten Klettereinlagen (I nach UIAA)

Start:


Schönau, Großparkplatz Königssee 603 m

GPS-Wegpunkt:
N47 35.569 E12 59.247 zu Google Maps

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Mit der Bahn bis nach Berchtesgaden. Vom Bahnhof Berchtesgaden gelangt man mit den Bussen der RVO nach Königssee (Linie 9541 und 9539) und Schönau (Linie 9543, 9546, 9539 und 9545).

Mit dem Pkw:
Aus dem Norden, Westen oder Osten über die Bundesautobahn A8 München-Salzburg, Ausfahrt Bad Reichenhall, dann die B20 bis zum Königssee. Von Süden über die Tauernautobahn, Ausfahrt Salzburg Süd, dann die B305 nach Berchtesgaden und die B20 zum Königssee.

  • Ab Rosenheim: 100 Km / 1:15 Std
  • Ab München: 165 Km / 1:40 Std
  • Ab Bad Tölz: 145 Km / 1:40 Std
  • Ab Salzburg: 30 Km / 0:30 Std

Tourenplaner / Online-Fahrpläne: hier klicken

Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.

Information:
Info Königsseeschifffahrt, Tel. +49/8652/96 36 18, www.bayerische-seenschifffahrt.de. Die ersten Schiffe verkehren um 8 Uhr (Hochsaison; Nebensaison 8.30 Uhr). Die Überfahrt nach St. Bartholomä dauert etwa 35 Min. und kostet als einfache Fahrt 7,50 € (Stand 2015).


Tourenbeschreibung:

Start: Schönau, Großparkplatz Königssee

St. Bartholomä (604 m) - Kührointhütte (1409 m)
Die Fahrt mit dem Schiff von Königssee nach St. Bartholomä ist die einzige bequeme Möglichkeit dorthin zu kommen und dauert knapp 45 Minuten. Auf der Fahrt bieten sich schöne Ausblicke auf den Malerwinkel, die Archenwand und natürlich die Wallfahrtskirche St. Bartholomä vor der Watzmann-Ostwand. Gegen ein kleines Trinkgeld ist die Mannschaft auch gerne bereit, an der Echowand ein Bläsersolo erklingen zu lassen.

Kührointhütte (1409 m) - Watzmannhaus (1928 m)
Von der Kührointalm, neben der eine 1999 erbaute Gedenkkapelle steht, hat man einen sehr schönen Blick auf das Watzmannmassiv, vor allem aber auch auf das Watzmannhaus, das auf dem Falzköpfl förmlich über dem Wanderer thront. Der Weg führt, dem Wegweiser folgend, leicht bergan, zunächst über Almwiesen und bald danach unterhalb des Watzmannkars durch schönen Bergwald. Nach ca. 1 Std erreicht man eine Wand, durch die der teilweise gesicherte Falzsteig nach oben führt. In ca. 15 Minuten trifft man dann etwas oberhalb der Falzalm auf den Weg, der vom Wimbachgries über die Stubenalm zum Watzmannhaus führt. Auf diesem Weg geht es in Serpentinen die letzten 45 Minuten hinauf, bis man endlich das Watzmannhaus in seiner exponierten Lage erreicht.

Watzmannhaus (1928 m) - Hocheck (2651 m)
Vom Watzmannhaus führt ein vielbegangener Weg in ca. 2-2,5 Std zum Hocheck. Zunächst geht es in weiten Kehren, die später immer schmaler werden, über Schrofen zur Hocheckschulter. Über den "Hochstieg" in ca. 2200 m Höhe, bei dem einzelne Stufen in den Fels gehauen sind und der mit Drahtseil versichert ist, gelangt man auf die Gratlinie zum Gipfel. Weiter geht es unschwierig über Fels und Geröll, der letzte Anstieg zum Gipfel führt über glatten Fels.

Hocheck (2651 m) - Wimbachbrücke (650 m)
Der Abstieg erfolgt über den Anstiegsweg, vorbei am Watzmannhaus bis zur Falzalm auf ca. 1600 m. Von hier führt der Weg zur Wimbachbrücke durch Lärchenwald, später Mischwald in ca. 1/2 Std zur Mitterkaseralm. Kurz bevor man diese erreicht, kommt man an einer Wettermessstation vorbei, bei der auch der Weg breiter wird. Der Forstweg, der anschließend an der Mitterkaser Diensthütte vorbei zu den Wiesen der Stubenalm und weiter ins Tal führt, ist teilweise unangenehm steil. Kurz nachdem der Weg fast schon im Tal angelangt ist, trifft man auf eine breite Forststraße, die nach rechts ansteigend zur Kührointalm führt. Nach links geht es weiter ins Tal und nach ca. 5 Minuten zweigt ein Waldweg nach links zur Wimbachklamm ab. Auch wenn dieser Weg etwas länger ist als die Forststraße lohnt sich dieser Umweg. Der Weg führt hinab zum Wimbach an das obere Ende der Klamm, die man in ca. 15 Minuten auf gut angelegten Stegen durchwandern kann. Nach dem Ende sind es noch etwa 10 Minuten über Asphaltwege, bis man den Parkplatz an der Wimbachbrücke erreicht.

Webcams:

Aktuelle Bilder von Webcams im Umkreis von 30km vom Ausgangspunkt.
  weitere Webcams findest du hier



Bergstation Jennerbergbahn
(©www.foto-webcam.eu)

Vorderloiplsau
(www.foto-webcam.eu)

Stuhljoch
(©foto-webcam.eu)

Flora und Fauna:

schöne, naturnahe Bergmischwälder, Alpenrose, verschiedene Enzianarten, Türkenbund, Silberwurz und Knabenkraut; Murmeltiere, Gemsen und die unvermeidliche Alpendohle


   

Geologie:

Der Watzmann sowie seine beiden Seitentäler (Königssee und Wimbachtal) verdanken ihre Entstehung v.a. der Eiszeit und der damit verbundenen Aktivität der Gletscher. Der Watzmann besteht im oberen Bereich aus Dachsteinkalk, genauso wie der ihm gegenüberliegende Hochkalter. Mit diesem bildete er in früherer Zeit ein großes zusammenhängendes Gewölbe, dessen Gipfel über dem heutigen Wimbachtal lag. Später stürzte das Gewölbe ein und wurde anschließend von Gletschern zu einem U-förmigen Trogtal ausgehobelt. Das Tal des Königssees entstand zunächst durch einen Fluss, der sich eingrub und ein V-förmiges Kerbtal schuf. Während der Eiszeit folgte ein Gletscher und hobelte ein Trogtal mit einem ca. 200 m tiefen Becken aus. Nach dem Abschmelzen des Eises füllte sich dieses Becken mit Wasser.

Literatur:

Alpenvereinsführer

Alpenvereinsführer Berchtesgadener Alpen
von Schöner, Helmut
Infos: Alpenvereinsführer

Alpenvereinsführer Berchtesgadener Alpen

Bildband

Watzmann: Mythos und wilder Berg
von Höfler, Horst / Zembsch, Heinz
Infos: Bildband

Watzmann: Mythos und wilder Berg

Karte

UKL 4 Berchtesgadener Alpen - Königssee - Bad Reichenhall
Infos: Karte

UKL 4 Berchtesgadener Alpen - Königssee - Bad Reichenhall

Galerie:


Weitere schöne Bilder sind in unserer Fotoshow

Diashow:

Blick vom Nordende über den Königssee. Am Südende erhebt sich das Steinerne Meer, überragt von der SchönfeldspitzeVom Aufstiegsweg zum Rinnkendl ergeben sich immer wieder Blicke in die Tiefe auf den Königssee, das Delta von St. Bartholomä und das Steinerne MeerGesicherte Holzleiter am RinnkendlsteigTürkenbundNeben der Kührointhütte befindet sich eine Gedenkkapelle. Rechts dahinter auf dem Falzköpfel das Watzmannhaus, in der Mitte die Hocheckschulter (Gipfel in Wolken)Rechts der Aufstiegsweg zur Hocheckschulter, links der Gipfel des Kleinen WatzmannDer Kleine Watzmann in der MorgensonneGesicherter Anstieg zur HocheckschulterSelbst bei schlechtem Wetter herrscht Gedränge auf dem schmalen Gipfel des HochecksBlick von der Hocheckschulter hinunter zum Watzmannhaus. Rechts am Rand sind die Almwiesen der Kührointhütte zu erkennen.In der Wimbachklamm hat sich das Wasser einen eindrucksvollen Weg durch den Fels gegraben

Sagen, Mythen und Wahrheiten:


Sagen

Die Watzmann-Sage

Im Berchtesgadener Land vor vielen tausend Jahren,
mussten Mensch und Tier viel Grausamkeit erfahren.
Mit seinen sieben Kindern, so kündet uns die Sage,
war der König Watzmann für Land und Leute eine Plage.
Gewalt und Tücke und Frevel waren sein Tun und Handeln.
Darob geriet Gott in Zorn. Sein Spruch tat ihn verwandeln
mit seiner ganzen Sippe zu Fels und schroffen Graten.
Als Watzmann muss er büßen für seine Missetaten.

Vor vielen Jahrhunderten herrschte im Berchtesgadener Land ein König, dessen Name Waze lautete. Er war ein grausamer, finsterer Tyrann der allzu gern die Menschen und Tiere quälte. Sein höchstes Vergnügen war die Jagd. Auch sein Weib und seine Kinder fanden große Lust an wilden Hetzjagden, wenn die Pferde unter ihnen zusammenbrachen und das totgehetzte Wild von den Hunden zerfleischt wurde.
Wieder einmal auf so einer Jagd, sah der König eine Großmutter mit seinem Enkelkind auf dem Schoß. Er lenkte sein Pferd so hart vor die Hütte, dass die Greisin schwer verletzt wurde. Ihr Sohn und sein Weib kamen aus der Hütte kamen, um die sterbende Mutter im Hause hinzubetten, da hetzte der König die schnaubenden Rüden auf die beiden, sodass auch sie unter den Zähnen der Bestien ihr Leben ließen. Lachend sahen der König, seine Gattin und die sieben Kinder zu.
Da hob die sterbende Großmutter mit brechendem Blick ihre zerfleischte Rechte empor und stieß im Sterben einen Fluch über den König und die Königin mit ihren sieben Kindern aus, dass sie die Strafe der Gottheit erreiche und in Felsen verwandle. Da erbebte die Erde erbebte und es gab einen Sturm, als wäre das Weltende nah. Aus der Erde sprühte Feuer und verwandelte den König mit seiner Familie in riesige Felsen.
So steht König Watzmann mit Frau und sieben Kindern zu Stein geworden in der felsigen Wildnis und blickt als ewiges Wahrzeichen herab ins Berchtesgadener Land.

Autor:

 Autor: Bettina Bauer