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Vordere Goinger Halt

»Wenig besuchter Aussichtsgipfel zwischen Griesner und Kübelkar.«


"Halt" bedeutet soviel wie "Weide". Goinger Halt kann man übersetzen mit "Goinger-Weide-Spitzen", also die Spitzen (Gipfel) oberhalb der Goinger Weide.
Die Hintere Goinger Halt ist der leichteste 2000er im Wilden Kaiser. Dementsprechend gern wird sie besucht und ist oft überlaufen, sodass man an schönen Sommertagen oft kaum ein gutes Plätzchen zum Hinsetzen mehr findet. Sein Zwillingsbruder, die Vordere Goinger Halt, ist da schon wesentlich schwerer zu erreichen. Nachfolgend beschreiben wir die Besteigung dieses Gipfels.

Von Süden aus präsentiert sich die Vordere Goinger Halt rechts des Ellmauer Tors.


Kurzinfo:

Region:Kaisergebirge
Tourenart:Bergtour (schwer)  
Erreichte Gipfel:Vordere Goinger Halt 2242 m
Dauer:Wochenbrunn - Ellmauer Tor 2 Std., Ellmauer Tor - Vordere Goinger Halt 1 Std. 15 Min.
Abstieg ca. 3 Std., Gehzeit ínsgesamt ca. 6 Std.
Beste Jahreszeit:Mai/Juni bis Oktober
Touristinfo:Ellmau am Wilden Kaiser
Going am Wilden Kaiser

Anforderung:

Höhenunterschied:Wochenbrunn 1087 m, Ellmauer Tor 1995 m
Vordere Goinger Halt 2242 m
insgesamt ca. 1180 m (Zwischenabstiege an der Vord. Goinger Halt)
Schwierigkeit:schwer
Bis zum Ellmauer Tor, Bergsteig, oft auf Geröll, ein kleines Stück durch Drahtseile gesichert (UIAA 1, später 2).
Ab Ellmauer Tor: bis zur Abzweigung zwischen Vorderer und Hinterer Goinger Halt auf Geröll, kleine Rinne durch eine Kette gesichert, ab der genannten Abzweigung 1 - 2 und ohne jegliche Sicherungen. In diesem Bereich ist der Fels stellenweise recht scharf. Guter Orientierungssinn erforderlich. UIAA 2, man sollte die 3-Punkt-Technik beherrschen.
Kinder:für Kinder nicht geeignet
Kinderwagen geeignet:Nein
Hunde:für Hunde nicht geeignet

Einkehrmöglichkeit:

Wochenbrunner Alm:
geöffnet ca. Mitte Mai bis Ende November
Link zur Hütte ...mehr Info, hier klicken

Gaudeamushütte:
geöffnet Mitte/Ende Mai bis Mitte Oktober
Link zur Hütte ...mehr Info, hier klicken

Hinweis: Da wir die Öffnungszeiten, Übernachtungshinweise, etc. oft aus dritter Hand erhalten, kann es immer wieder vorkommen, dass die hier veröffentlichten Daten nicht mehr ganz aktuell sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich bitte vor Beginn einer Tour direkt bei der Hütte informieren (Telefon / Homepage).


Startpunkt:

Wochenbrunner Alm, 1087m


GPS-Wegpunkt:

N47 32.462 E12 19.212  [@google-maps]

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Öffentliche Verkehrsmittel verkehren nur bis nach Ellmau. Von dort führt eine Mautstraße zur Wochenbrunner Alm.
Bahnhof St.Johann i.T. - Buslinie 4024 nach Going; Bahnhof Kufstein - Buslinie 4024 nach Ellmau. Von dort geht es zur Wochenbrunner Alm weiter mit Taxi oder zu Fuß. Im Sommer bringt uns das Wandershuttle kostenlos um 09:00 Uhr von Ellmau auf die Wochenbrunner Alm und um 17:30 Uhr wieder zurück ins Dorf.

Mit dem Pkw:

Vom Inntal: Inntalautobahn Ausfahrt Kufstein Süd - B178 Söll - Abfahrt Going.
Von Salzburg auf der B178 über Lofer - St.Johann - Ellmau.

Innerhalb Going die Beschilderung "Wochenbrunn / Wochenbrunner Alm" beachten: nach wenigen Kilometern Auffahrt zur Mautstelle Wochenbrunn, weiter auf der Mautstraße ca. 1 Kilometer bis zum Parkplatz Wochenbrunner Alm (1085 m).


Ab Rosenheim: 60 Km / 1:00 Std
Ab München: 120 Km / 1:20 Std
Ab Bad Tölz: 100 Km / 1:20 Std
Ab Salzburg: 80 Km / 1:25 Std


Tourenplaner / Online-Fahrpläne:

hier klicken


Tourenbeschreibung:

Wochenbrunner Alm, 1087m


Aufstieg zum Ellmauer Tor:
Ab dem Parkplatz bei der Wochenbrunner Alm in gut 20 Minuten den beschilderten Weg bis zur Gaudeamushütte. Hier links wenden, den gesamten Aufstiegsweg bis hinauf zum Ellmauer Tor kann man hier gut überblicken. Der Aufstieg erfolgt ganzu Beginn auf der rechten Seite des Kübelkars, so heißt das große Geröllfeld. Durch Mischwald zu einer Abzweigung, hier rechts wenden. Es müssen insgesamt drei Steilstufen überwunden werden, deren Abstände von mal zu mal kürzer werden. Zwei kurze Stücke, die etwas steiler verlaufen und durch Drahtseil gesichert sind. Man erreicht schließlich nach ca. zwei Stunden das Ellmauer Tor. Direkt davor nochmals etwas steiler über Felsblöcke.

Aufstieg:
Es gibt zwei Varianten: Den Übergang von der Hinteren Goinger Halt sowie den Direktaufstieg vom Ellmauer Tor: Hier beschreiben den Übergang von Hinteren Goinger Halt aus.

Aufstieg in Richtung Hintere Goinger Halt.
Am höchsten Punkt des Ellmauer Tors befindet sich östlich ein Geröllfeld. Quer durch dieses verläuft der manchmal schwer erkennbare Weg von Süden nach Nord bergauf (direkt an dem großen Stein in der Mitte des Geröllfeldes vorbei). Zuerst das Geröllfeld besteigen, dann den Weg nordwärts verfolgen, nach 5 - 10 Minuten ist eine kleine Rinne durch eine Kette gesichert, danach wird der Weg durch mehrere Serpentinen durch einen Schrofenhang recht leicht.
Kurz vor dem Gipfelbereich der Hinteren Goinger Halt befindet sich ein größerer, begrünter Sattel. Der Hauptweg verläuft über diesen Sattel nördlich zum Gipfel der Hinteren, eine kleinere Abzweigung verläuft südlich zur Vorderen Goinger Halt. Dieser Weg ist teilweise gut, teilweise gar nicht erkennbar, aber zumeist durch Steinmandl gekennzeichnet. Sonstige Markierungen gibt es nicht! Es müssen mehrere Flanken bzw. Rinnen überwunden werden. Wichtig ist, dass man sich bereits zu Beginn nicht zu weit nach oben bewegt, sondern meist auf der westlichen Seite des Grates. Im letzten Viertel, also nach ca. 35 Minuten, bleibt man auf dem Grat; die letzten Minuten vor dem Gipfel geht es kurz etwas steiler hinauf zum kreuzlosen Gipfel (Steinmann und Kästchen mit Gipfelbuch).

Abstieg:
Auf einer der beiden Aufstiegsvarianten, Variante 1 ist zum Abstieg besser geignet.


Flora und Fauna:

Am Übergang zur Vorderen Goinger Halt fällt der besonders schön ausgebildete Polsterseggenrasen auf, der wie gemäht aussieht. Die stacheligen, niedrigen Polster der namensgebenden Segge (Carex firma) sind eine Anpassung an die stürmischen, ausgetrockneten Winde. Auch andere Pflanzen lassen nur ihre Blüten etwas weiter herausragen. Mehr im "Naturkundlichen Führer Kaisergebirge" von Hans Smettan.



Karte:

Dieses Bild stammt aus dem inzwischen leider vergriffenen Alpenvereinsführer "Kaisergebirge" von Schubert/Zeis, erschienen im Bergverlag Rother. Standort des Fotografen ist der Gipfel der Fleischbank.




Galerie:

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Panorama:


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Sagen, Mythen und Wahrheiten:

Die "wilden Freil" vom Kaisergebirge

In alter Zeit lebten auf dem Kaisergebirge viele wilde "Freil". Sie waren den Menschen freundlich gesinnt und halfen jedem, der für sie Arbeit hatte. Lohn verlangten sie keinen. Jeder, bei dem sie arbeiteten, gab ihnen für ihre Arbeit Lebensmittel.
Es lebte auch ein Jäger, und dieser war der Todfeind der wilden "Freil". Teuflisch hätte es ihn gefreut, wenn es ihm einmal gelungen wäre, ein solches Geschöpf niederknallen zu können. Mochte er noch so viele Jahre durch die Wälder streifen, nie sah er ein "Frei!".
Eines Tages verstieg er sich. Für etliche Tage hatte er Nahrung bei sich, aber auf eine Rettung war nicht zu hoffen. Als die Nahrung ausging, wollte er sich erschießen; doch die Büchse fiel ihm aus den Händen und polterte über den Felsen hinab.
In der Nacht sah er dann, wie viele wilde "Freil" ober ihm vorbeigingen.
"Helft mir! Helft mir!" rief er.
Die wilden "Freil" hörten seinen Ruf und befreiten ihn. Seither machte er sich niemals mehr Gedanken, wie er ein "Freil" erschießen könnte.

Mit freundlicher Empfehlung von www.sagen.at