Auf dem Kalkstein


roBerge.de

Gotzenalm (Springlkaser)

Auf die größte Alm im Berchtesgadener Land

Diese Wanderung ist sehr lang, aber trotzdem ist sie die kürzeste Variante zur Gotzenalm. Fast 1100 Höhenmeter sind zu bewältigen; davon in der zweiten Hälfte über viele steile Serpentinen. Haben wir aber erst einmal unser Ziel erreicht, dann war jeder Schweißtropfen die Mühe wert, denn die Aussicht von hier oben aus ist wirklich grandios.

Die Gotzenalm auf 1685 m Höhe gehört zu den schönsten Plätzen der Berchtesgadener Alpen. Als größtes Almgebiet der Region ist sie zudem nahezu baumlos. Dadurch gewährt sie eine hervorragende Weitsicht nach allen Seiten auf alle Gipfel der Region, die Rang und Namen haben. Sei es das Steinerne Meer mit der Übergossenen Alm oder dem Hochkönig, der Funtenseetauern, der Große Hundstod oder die Teufelshörner - unser Auge weiß gar nicht, wo es zuerst hinsehen soll. Im Norden erblicken wir unter anderem das Lattengebirge mit der Schlafenden Hex‘, den Hochthron oder den Hohen Göll. Fast zum Greifen nahe wirkt der Watzmann mit seiner berüchtigten Ostwand.

Die Gotzenalm wird seit mehr als 800 Jahren mit Vieh bestoßen. Die Almkühe verteilen sich weit verstreut über die welligen Wiesen. Auf der Hochfläche der Alm liegen mehrere Hütten. Ziemlich zentral liegt der bewirtschaftete Springlkaser, das Ziel unserer Wanderung. Dort werden wir bestens mit Almspeisen und Getränken versorgt. Übrigens sollten wir hier möglichst eine Übernachtung einzuplanen. Ein Sonnenuntergang über dem Watzmann bei einem Glas Rotwein wird uns ein unvergessliches Erlebnis bleiben.

Unsere Wanderung auf die Gotzenalm beginnt jedoch mit einem ganz anderen Paukenschlag, der Fahrt über den Königssee.


Die Gotzenalm

Die Gotzenalm

Ein beeindruckender Blick bietet sich vom Aussichtspunkt Feuerpalven hinunter nach St. Bartholomä.

Ein beeindruckender Blick bietet sich vom Aussichtspunkt Feuerpalven hinunter nach St. Bartholomä.


Kurzinfo:

Region:
Berchtesgadener Alpen
Tourenart:
Bergtour (mittel)
Andere Bergsportarten:
Mountainbike: beliebt, aber schwer (nur auf dem beschriebenen Abstiegsweg bzw. über die Forststraße zur Jenner-Mittelstation)
Dauer:
Schifffahrt nach Kessel 30 Min., Kessel – Gotzentalalm 1 Std. 15 Min. Gotzentalalm – Gotzenalm 2,5 Std., Aufstieg insgesamt knapp 4 Std., Abstieg über Königsbachalm ca. 4 Std. 15 Min., zur Jenner-Mittelstation ca. 3 Std. 30 Min.
insgesamt ca. 8 - 9 Std.
Beste Jahreszeit:
Mai bis September
Touristinfo:
Schönau am Königsee

Anforderung:

Höhenunterschied:
Höhenunterschied: Königssee 604 m, Gotzentalalm 1130 m, Gotzenalm 1685 m, insgesamt ca. 1180 hm
Schwierigkeit:
mittel
mittel: einfache Bergsteige und Wirtschaftsweg, zum Teil steil.
Schwierigkeitsgrad: Wege leicht, aber gute Kondition erforderlich
Kinder:
Nur für große Kinder mit guter Kondition
Hunde:
Für Hunde geeignet

Einkehrmöglichkeit:

Königsbachalm:
von Mai bis Oktober voll bewirtschaftet   Hütten Info, hier klicken
Gotzenalm:
Mitte Mai bis Mitte Oktober voll bewirtschaftet.   Hütten Info, hier klicken

Start:


Schönau, Großparkplatz Königssee 603 m

GPS-Wegpunkt:
N47 35.569 E12 59.247 zu Google Maps

Mit dem Pkw:
Aus dem Norden, Westen oder Osten über die Bundesautobahn A8 München-Salzburg, Ausfahrt Bad Reichenhall, dann die B20 bis zum Königssee. Von Süden über die Tauernautobahn, Ausfahrt Salzburg Süd, dann die B305 nach Berchtesgaden und die B20 zum Königssee.

Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.

  • Ab Rosenheim: 100 Km / 1:15 Std
  • Ab München: 165 Km / 1:40 Std
  • Ab Bad Tölz: 145 Km / 1:40 Std
  • Ab Salzburg: 30 Km / 0:30 Std

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Mit der Bahn bis nach Berchtesgaden. Vom Bahnhof Berchtesgaden gelangt man mit den Bussen der RVO nach Königssee (Linie 9541 und 9539) und Schönau (Linie 9543, 9546, 9539 und 9545).

Information:
Info Königsseeschifffahrt, Tel. +49/8652/96 36 18, www.bayerische-seenschifffahrt.de. Die ersten Schiffe verkehren um 8 Uhr (Hochsaison; Nebensaison 8.30 Uhr). Die Überfahrt nach St. Bartholomä dauert etwa 35 Min. und kostet als einfache Fahrt 7,50 € (Stand 2015).

Tourenplaner / Online-Fahrpläne: hier klicken


Tourenbeschreibung:

Start: Schönau, Großparkplatz Königssee

Aufstieg:

Vom Schönauer Ortsteil Königssee fahren wir mit einem lautlosen Elektroboot über den Königssee, den smaragdgrün schimmernder Bergsee, der seinen Besuchern durch seine fjordähnliche Form einen Hauch von Skandinavien vermittelt. Auf halber Strecke wird das Boot gestoppt und von einem Trompeter das unvermeidliche und berühmte Königssee-Echo geblasen. Spätestens jetzt dürfen wir nicht vergessen, die Bootsleute darauf hinzuweisen, dass wir an der Anlagestelle „Kessel“ aussteigen wollen, denn diese wird nur auf Wunsch angefahren.

Bei der Anlegestelle Kessel beginnt also unsere eigentliche Wanderung. Bevor wir unseren Rucksack schultern, lassen wir uns hier von einer Inschrift an der Holzhütte erklären, dass dieser Ort im 19. Jahrhundert als ein Lieblingsplatz der Berchtesgadener galt. Seine Beliebtheit verdankte er nicht nur der Aussicht auf St. Bartholomä am anderen Seeufer, sondern auch einem schönen Wasserfall (Kesselbachfall) und einem kleinen englischen Garten. Leider sind die Wege und Anlagen inzwischen verfallen, wie auch eine kleine Kapelle unweit der Anlegestelle. Obwohl die Uferhänge zum Königssee mehr als 500 Höhenmeter steil abfallen, ist der sogenannte Reitsteig erstaunlich flach angelegt. Er stammt aus alten Hofjagdzeiten. Wir wandern auf ihm meist durch schattigen Wald in Serpentinen nach oben. Manchmal hüpfen Laubfrösche über den Weg. Hin und wieder schimmert unter uns der blaue See durch die Bäume oder wir blicken auf die gegenüberliegende Ostwand des Watzmanns. Nach einer guten Stunde wird der Weg flacher. Kurz darauf verlassen wir den Wald und vor uns liegt der kleine Kessel der Gotzentalalm mit mehreren Holzhütten. Hier stoßen wir auf den Wirtschaftsweg, welcher von Schönau bzw. der Königsbachalm herauf führt.

Unser nächstes Ziel ist die verfallene Seeaualm, zu der wir über den breiten Forstweg in vielen steilen Serpentinen gelangen. Hier zweigt links der Verbindungsweg zur Priesbergalm ab. Wir bleiben jedoch auf dem Hauptweg, bis wir nach weiteren, teils steilen Serpentinen nach einer gesamten Gehzeit von knapp vier Stunden das Plateau der Gotzenalm erreichen. Ein Wegweiser verrät uns, dass der Springlkaser nur noch zwei Minuten entfernt ist.

Abstieg:

Der erste Teil unseres Rückweges führt entlang des Aufstiegsweges bis zu den Gotzentalalmen, wo wir vom Königssee heraufkamen. Hier wandern wir geradeaus weiter, bis wir nach drei Kilometern zur Königsbachalm gelangen. Auf dieser können wir uns noch einmal mit einer deftigen Brotzeit stärken und unseren Durst löschen, bevor es ins Tal hinunter geht. Wir können dabei zwischen zwei Varianten wählen: Wenige Minuten unterhalb der Königsbachalm zweigt links des Wirtschaftsweges der Hochbahnweg ab. Auf diesem gelangen wir in 1 Std. 45 Min. zu unserem Ausgangspunkt. Oder wir bleiben auf dem Hauptweg und wandern gemütlich in einer Dreiviertelstunde zur Jenner-Mittelstation, von der wir uns sanft und knieschonend zurück zum Parkplatz befördern lassen.

Abstiegsvariante:                                                                                                                                                                     

Natürlich können wir auch über unseren Aufstiegsweg zur Anlegestellestelle Kessel hinab steigen und von dort die Tour mit einer Bootsfahrt ausklingen lassen. Allerdings müssen wir uns rechtzeitig um die Fahrtzeiten kümmern. Im Sommer fahren die Schiffe meist das letzte Mal um 17 Uhr in Richtung Königssee-Dorf. Auf der Königsbachalm hängt ein aktueller Fahrplan aus. Da die Schiffe nicht automatisch bei Kessel anhalten, können wir durch ein Schild oder durch eine Glocke die vorbeifahrenden Schiffe auf uns aufmerksam machen (erklärendes Schild direkt an der Anlegestelle).

Feuerpalven

Nur eine Viertelstunde vom Springlkaser entfernt liegt mit dem Feuerpalven ein legendärer Aussichtspunkt, den wir uns nicht entgehen lassen dürfen. Wir folgen dem Hauptweg nach Norden. Wenige Meter, bevor die Almfläche verlassen wird, zweigt links der Weg zum Feuerpalven ab. Der Ausblick von hier hinunter zum Königssee lässt uns den Atem stocken. Wer nicht schwindelfrei ist, wird unwillkürlich erst einmal einen Schritt zurückgehen: Fast senkrecht sehen wir 1100 Höhenmeter hinab auf den hier dunkel leuchtenden Königssee mit der Halbinsel St. Bartholomä. Die flachen Ufer leuchten hellgrün, während sich darüber die bekannte Watzmann-Ostwand mit seinen markanten Bändern erhebt.

St. Bartholomä:

Bartholomäus, einer der 12 Apostel, gilt als Schutzherr der Almbauern. Eigentlich ist dies der Name der Wallfahrtskapelle auf der Halbinsel Hirschau, doch allgemein wird mit diesem Namen die gesamte Ansiedlung in Zusammenhang gebracht. Die Kapelle stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist in barockem Stil errichtet. Jeweils am Samstag nach dem 24. August (Bartholomäustag) findet die Almer Wallfahrt statt. Die beschwerliche, 10 bis 15 Stunden lange Bergwanderung beginnt in Maria Alm in Tirol und führt über das Steinerne Meer und Funtensee bis nach St. Bartholomä. Dort werden die Wallfahrer von den Berchtesgadener Holzknechten mit Blasmusik, Bier und Brotzeit erwartet.

 

Webcams:

Aktuelle Bilder von Webcams im Umkreis von 30km von Schönau, Großparkplatz Königssee
  weitere Webcams findest du hier



Bergstation Jennerbergbahn
(©www.foto-webcam.eu)

Vorderloiplsau
(www.foto-webcam.eu)

Stuhljoch
(©foto-webcam.eu)

Ähnliche Tour:

Gotzenalm ab Hinterbrand
Mit Besuch des Feuerpalfen
  zur Tour, hier klicken

Literatur:

Wanderführer

Hüttenwandern in den Münchner Hausbergen
von Rolle, Reinhard

Hüttenwandern in den Münchner Hausbergen

GPS-Daten:


Bitte verwendet nie die Tracks ohne betreffendes Kartenmaterial für das dazugehörige Gebiet. Die GPS-Daten sollen nur als zusätzliche Unterstützung verwendet werden. Auf der Karte lässt sich rechts oben in die Kartengrundlage OpenTopomap umschalten (OpenTopoMap ist nicht immer sofort verfügbar). Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.


Download Bedingungen

Unsere GPS-Dateien dürfen kostenlos für die private Nutzung heruntergeladen werden. Veröffentlichung jeglicher Art und kommerzielle Nutzung nur mit vorheriger Genehmigung von roBerge.de. Die GPS-Daten wurden mit größter Sorgfalt aufbereitet. Trotzdem kann keine Gewährleistung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten gegeben werden. Sie können deshalb nur als Unterstützung bei der Wegfindung dienen. Wir weisen deshalb ausdrücklich darauf hin, dass die Nutzung der Daten auf eigene Verantwortung erfolgt und die Wegfindung nur aufgrund offizieller Karten erfolgen darauf. Die Benutzung privater Straßen und das Betreten privater Grundstücke kann gesetzlichen Beschränkungen unterliegen.

Ich akzeptiere die obigen genannten Bedingungen.



Galerie:


Weitere schöne Bilder sind in unserer Fotoshow


Autor:

 Autor: Reinhard Rolle