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Großer Madron

»Der Große Bruder vom Petersberg«


Der Große Madron ist relativ unbekannt, obwohl ihn wahrscheinlich jeder schon gesehen hat. Es ist der östliche Nachbar des Petersberg (Kleiner Madron). Anstatt eines Gipfelkreuzes gibt es zwei große Steinmandl. Die Sagen (siehe unten), die Geschichte (siehe Petersberg) und die vielen "Steinmandl" verleihen dem Berg eine gewisse Mystik.

Links der Petersberg, rechts daneben der höhere Madron.
Standpunkt des Fotografen ist die Maiwand.


Kurzinfo:

Region:Bayerische Voralpen
Tourenart:Bergtour (leicht)  
Erreichte Gipfel:Petersberg 847 m, Großer Madron 942 m
Dauer:Gesamtgehzeit ca. 1,5 - 2 Stunden
Touristinfo:Brannenburg

Anforderung:

Höhenunterschied:460 m
Schwierigkeit:mittel
leicht, zum Gipfel hin etwas unübersichtlicher Weg
Ab dem Bauer am Berg nicht markiert.
Hunde:für Hunde geeignet

Einkehrmöglichkeit:

Petersberg:
werktags 9:30 - 22:30, Sa/So/Feiertag 9:30 - 18:00
Ruhetag Sommer (Apr - Nov): Montag
Ruhetag Winter (Nov-Mär): Montag und Dienstag
Link zur Hütte ...mehr Info, hier klicken

Hinweis: Da wir die Öffnungszeiten, Übernachtungshinweise, etc. oft aus dritter Hand erhalten, kann es immer wieder vorkommen, dass die hier veröffentlichten Daten nicht mehr ganz aktuell sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich bitte vor Beginn einer Tour direkt bei der Hütte informieren (Telefon / Homepage).


Startpunkt:

Asten-Parkplatz in Flintsbach, 482m


GPS-Wegpunkt:

N47 43.058 E12 07.681  [@google-maps]

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Mit der Bahn bis zum Bahnhof Flintsbach. Von diesem über die Bahnhofstraße und die Innstraße bis zur Kufsteiner Straße. Dort links abbiegen und nach 50 m rechts in den Astenweg, der in wenigen Minuten bis zum Wanderparkplatz nahe der Ruine Falkenstein führt.

Mit dem Pkw:

Inntalautobahn Ausfahrt Brannenburg. Nach der Ausfahrt links abbiegen und nach wenigen Metern nochmals links in Richtung Flintsbach. Durch die Hauptstraße das Ortszentrum von Flintsbach durch fahren und danach rechts in den Astenweg einbiegen. Auf diesem gelangt man nach ca. 150 m zum Wanderparkplatz.


Ab Rosenheim: 20 Km / 0:20 Std
Ab München: 75 Km / 0:55 Std
Ab Bad Tölz: 60 Km / 0:50 Std
Ab Salzburg: 95 Km / 1:00 Std


Tourenplaner / Online-Fahrpläne:

hier klicken


Tourenbeschreibung:

Asten-Parkplatz in Flintsbach, 482m


1. Teil:

Dauer ca. 45 Minuten.
Beim Parkplatz beginnt der Weg (Wegweiser Hohe Asten - Riesenkopf). Der Weg ist durchgehend Forststraße und gut begehbar. Wer ihn abkürzen will, kann zeitweilig einen kleinen Pfad benutzen. Dieser beginnt nach fünf Minuten unterhalb der ersten Kapelle und verlässt den Forstweg auf der rechten Seite (Achtung: bei der Abzweigung nach ca. 15 Minuten geht der Pfad links weiter, rechts geht's nach Brannenburg). Nach ca. 45 Minuten Abzweigung: geradeaus Richtung Hohe Asten und Riesenkopf (links zum Petersberg). Es wird der Weg Richtung Asten, also geradeaus, fortgesetzt. Nach 10 Minuten erreicht man eine größere Hochebene. Hier befindet sich rechts der "Bauer am Berg". Kurz vor dem Ende der Hochebene zweigt links der Weg Richtung Großer Madron ab.

2. Teil:

Dauer ca. 20 Minuten.
Ab der Abzweigung auf der Hochebene verläuft ein Forstweg bis fast auf den Gipfel. Schwierigkeit: leicht, weicher Waldboden, schattig. Kurz vor dem Gipfel ist Vorsicht geboten, da die Nordseite steil abfällt. Die letzten 50 Meter vor dem Gipfel ist der Weg verfallen.
Die Sicht ist nur nach Süden möglich (Kaisergebirge).

Rückweg:

Wie Aufstieg.


Literatur:

Karte:Alpenvereinskarte BY16
Bayerische Alpen Mangfallgebirge Ost: Wendelstein, Traithen
von Alpenverein
Alpenvereinsführer:Alpenvereinsführer Bayerische Voralpen Ost
von Zebhauser, Marianne und Emmeram
Bildband:Land unter dem Wendelstein
von Eberhard, Robert

Sagen, Mythen und Wahrheiten:

Warum das erste Kirchlein des Inntales auf den Kleinen Madron (Petersberg) und nicht auf den Großen Madron kam.

Auch in alten Zeiten endete der Bergwald am Hohen Madron dicht unterhalb des kuppelförmigen Gipfels. Auf der freien Wiese dort oben hielten unsere Vorfahren ihre Versammlungen ab, wenn der Gaugraf die Edlen seines Stammes zu Beratungen zusammenrief, oder wenn Gerichtstag gehalten wurde. Auf dieser freien Bergwiese hoch über den Niederungen fühlten sich die Menschen aber auch ihren Göttern besonders nahe, so dass sie mit ihren Priestern auf dem ,,Maderan", was soviel heißt wie ,,Berg der Gemeinschaft", auch ihre Gottesdienste und religiösen Feste feierten.

Als dann die vom Papst in Rom ausgesandten fünf, sechs Mönche ins Inntal kamen, um die Bergbauern zum Christentum zu bekehren, wollten die neuen Christen auch eine Kirche haben. Auf den heiligen Berg der Ahnen, den Großen Madron, sollte sie kommen. Also fällten Bauern und Knechte am Berg Bäume und Zimmerleute begannen, die Stamme für den Kirchenbau zu bebauen. Einer der Männer schlug sich mit der Axt versehentlich in die Hand, so dass sein Blut die abgefallenen Späne rot färbte. Die Arbeit aber ging trotzdem weiter. Jedoch schon am anderen Morgen hackte sich ein Holzknecht tief in den Fuß und wieder floss Blut auf die Holzspäne. Und so passierten immer wieder schlimme Unfälle. ,,Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen!" sagten sich schließlich die arbeitgewohnten Männer. Sie unterbrachen ihre mühsame Arbeit auf dem Berg. Kaum hatte das Lärmen des Holzhackens aufgehört, kamen ein paar Bergfalken ohne Scheu angeflogen. Jeder nahm einen von den blutigen Spänen mit seinem Schnabel auf und schwirrte damit ab. Die erstaunten Leute guckten ihnen nach. Zum Kleinen Madron hinüber, dem niedrigeren Nachbarberg, brachten die Vögel die blutigen Späne, legten sie dort nieder und kamen zurück, um ihr Tun zu wiederholen. Jetzt erkannten die Kirchenbauer, dass Gott sein Haus nicht auf dem alten Heidenberg haben wollte. Sie packten ihr Werkzeug zusammen, gingen hinüber auf den Kleinen Madron, der heute Petersberg heißt, und begannen dort ihr Werk von neuem. Ohne jeden Unfall konnten sie es jetzt zu Ende bringen. Ihr Kirchlein, zu dem früher auch noch ein kleines Kloster gehörte, grüßt heute noch mit seinem behäbigen Satteldach herab ins Inntal.

Mit freundlicher Genehmigung entnommen aus dem Buch "Sagen und Legenden rund um den Wendelstein" von Dr. Josef Bernrieder", erschienen im Verlag Meißner-Druck GmbH, Oberaudorf, 1995, erhältlich u. a. im Rosenheimer Buchhandel.