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Autor Thema: Wildbarren am 19.4.2019 (Mangfallgebirge)  (Gelesen 532 mal)

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Offline Bergautist

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Wildbarren am 19.4.2019 (Mangfallgebirge)
« am: 20.04.2019, 16:04 »
Diesmal hatte ich das besondere Vergnügen, gleich mit zwei gestandenen Bergsteigern am Wildbarren unterwegs zu sein, die sich dort bestens auskannten. (Einer ging voraus, um seine überbordende Energie in das Freiräumen des Weges zu stecken, der andere blieb hinter mir, um mich im Falle eines Falles wieder einsammeln zu können. ;))
 #dankeschoen#

Von der Burgruine Kirnstein aus sieht man sehr schön die Ostflanke des Wildbarrens (Bild 1), durch die unser Anstieg führte. Natürlich immer auf schönen Wegen, zwar schwer, aber nirgends T3 überschreitend.

Beim Aufstieg über eine breite, zugewucherte Straße stießen wir zunächst immer wieder auf stabile Brückenfragmente (Bild 2), Relikte des 2. Weltkriegs? Die einzigen entfernten Informationen dazu fand ich natürlich auf:

https://www.roberge.de/tour.php?id=512

Weiß jemand mehr dazu?

Richtige Bergsteiger marschieren natürlich schnurstracks über die Eisenträger, ich habe mich mit der Umgehung durch den Graben begnügt, die aber auch nicht jedermanns Sache ist.

Die Lawinenwarnstufe 2 hatte heute ihre volle Berechtigung, rauschte doch um die Mittagszeit auf der Wildbarren-Nordseite eine Gleitschneelawine mit lautem Getöse durch eine der Rinnen. Beim Abstieg vom Gipfel kamen wir dann an der Dreifaltigkeit vorbei (Bild 3). Und etwas weiter unten zeigte sich bereits der heute gut besuchte Bichlersee (Bild 4). Von dort aus wurde noch der nächstgelegenen Höhle ein Besuch abgestattet:

https://www.roberge.de/index.php/topic,9613.msg61957.html#msg61957

Auch Wasserfälle gab es heute reichlich beim Abstieg entlang des Einbachs und seiner Zuflüsse (Bild 5).

roBerge.de

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« am: 20.04.2019, 16:04 »

Offline eli

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Re.: Wildbarren am 19.4.2019 (Mangfallgebirge)
« Antwort #1 am: 20.04.2019, 20:49 »
Beim Aufstieg über eine breite, zugewucherte Straße stießen wir zunächst immer wieder auf stabile Brückenfragmente (Bild 2), Relikte des 2. Weltkriegs? Die einzigen entfernten Informationen dazu fand ich natürlich auf:
https://www.roberge.de/tour.php?id=512
Weiß jemand mehr dazu?


Weiß auch nicht mehr dazu, würde aber eher in Richtung Transporttrasse für das dortige  ehemalige Kalkwerk hochrechnen. Der Kalkgraben ist ja auch auf der historischen Bayernatlaskarte eingezeichnet. Wie gesagt reine Vermutung, kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dort Panzerstraßen gebaut wurden. Bei Litzldorf gab es ja früher auch Trassen für Kalkloren etc.

Frohe Ostertage

eli

Offline Bergautist

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Re.: Wildbarren am 19.4.2019 (Mangfallgebirge)
« Antwort #2 am: 20.04.2019, 22:45 »
auf der historischen Bayernatlaskarte eingezeichnet.

Danke eli, das könnte der entscheidende Tipp gewesen sein! Habe also in der Zeitreise die historische Karte von 1860 herausgekramt

https://v.bayern.de/W26YX

und dort sogar etwas weiter westlich (Ungenauigkeit?) eine Eisenbahnlinie gefunden. Was dafür spricht: Alle 4 Brücken bestehen aus 4 Doppel-T-Trägern, die ungefähr 1863 erfunden wurden, wenn ich das richtig interpretiere:

https://www.swr.de/nie-wieder-keine-ahnung/architektur/html/baustoffe/stahl.php

Und die sind jeweils paarweise angeordnet, was Zweigleisigkeit vermuten lässt.

Dagegen spricht, dass die Spur im BayernAtlas-Relief nur in einem kurzen Ausschnitt zu sehen ist. Es fehlt im Gelände die Verbindung nach Süden und nach Norden.

Historischer Vertrag zur Bahnstrecke Rosenheim-Kufstein:

http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=rgb&datum=1852&page=189&size=42

Diese Hypothese trägt natürlich nur, wenn die Strecke früher tatsächlich am Berghang verlief und nicht wie heute im Inntal! Jetzt sind die Eisenbahnhistoriker gefragt!

Offline geroldh

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Re.: Wildbarren am 19.4.2019 (Mangfallgebirge)
« Antwort #3 am: 20.04.2019, 23:11 »
Zitat von: Bergautist
... Habe also in der Zeitreise die historische Karte von 1860 herausgekramt ...
und dort sogar etwas weiter westlich (Ungenauigkeit?) eine Eisenbahnlinie gefunden.
... Jetzt sind die Eisenbahnhistoriker gefragt!


#hihi#  Also, auch wenn die "Ur-Eisenbahn" mal näher am Berghang verlaufen sein sollte, so aber wohl wirklich nicht über diese "fragwürdige" Trasse: Hier fehlt(!) einfach der nördl. und südl. Anschluss im Gelände...

Was die eingeblendete historische Karte betrifft: Diese ist m.E. ziemlich stark "fehl-kalibriert", sofern überhaupt maßstabsgerecht, denn schließlich ist auch bereits die Burg-Ruine Kirnstein verzeichnet - mit einem satten Versatz gen Westen...  ;)

Offline Bergautist

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Re.: Wildbarren am 19.4.2019 (Mangfallgebirge)
« Antwort #4 am: 21.04.2019, 07:29 »
Was die eingeblendete historische Karte betrifft: Diese ist m.E. ziemlich stark "fehl-kalibriert", sofern überhaupt maßstabsgerecht, denn schließlich ist auch bereits die Burg-Ruine Kirnstein verzeichnet - mit einem satten Versatz gen Westen...  ;)

Hast recht! Die Eisenbahnlinie lief nämlich schon damals, unabhängig von Maßstab und Versatz, östlich der Burg Kirnstein entlang! (Westlich hätt's gebraucht.) Hier nochmal ein besserer Link, der überall die 1860er Karte (nein, die Löwen sind hier nicht gemeint #hihi#) zeigt:

https://v.bayern.de/CCdZh

Außerdem würden die Trägerabstände bei Zweispurigkeit wohl eher zu einer Schmalspurbahn passen, wenn überhaupt. Also alles wieder offen!