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Autor Thema: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm

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Offline AbseitsAufwärts

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Keiner wird sich ggf. darauf verlassen, daß solch ein Urteil nicht auch öfter gefällt werden könnte...

Also, wenn ich jetzt österr. Almbauer wäre, würde mir nach so einem Urteil auch gehörig die Düse gehn. Und wenn ich Richter wäre, sähe das Urteil auch anders aus.

Offline Frank Steiner

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Sollte das Urteil in der  nächsten Instanz nicht aufgehoben werden, könnte eine Konsequenz  das Verbot von Hunden auf Almgeländen sein. Gibt die Forderungen in Tirol schon, und was der Landeshauptmann so anklingen lässt bzgl. Schutz der Almbauern vor solchen Urteilen, könnte es dazu kommen.

An meinem Arbeitsplatz sind Hunde übrigens auch verboten. Und wenn Hunde per se ein Störfaktor am Arbeitsplatz von Almbauern sind (Kuh: "Hund = Wolf = Gefahr"), erscheint ein solche Verbot logisch.

Offline geroldh

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Zitat von: Martl
...
Aber es ändert nichts daran, daß es zukünftig zu Änderungen (welcher Art auch immer) kommen könnte ...

... z.B. als (neues) "Geschäft" für Versicherungen...

Dies offenbar als Ergebnis eines "Runden Tischs", der heute stattfand: "Kuhattacke: Versicherungsschutz für Bauern" (27.02.2019)

Heute morgen hat sich im Ö3-Radio auch der Schauspieler und Bergbauer Tobias Moretti geäußert (aus steiger's Video):
Moretti über Kuhattacken-Urteil: „Das ist völliger Irrsinn!“ (ganz hinunter scrollen / 27.02.2019)

Offline Reinhard

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zum Faschings-Endspurt ...

 
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Offline efs

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Hallo Zusammen,

hier das aktuelles Statement vom DAV dazu mit Hintergrund zu dem Urteil:

Kuhangriff-Urteil: Bloß keine Panik!
27.02.2019, 12:51 Uhr

Am 20. Februar hat das Landesgericht Innsbruck ein vielbeachtetes Urteil gefällt. Darin wurde ein Almbauer zur Zahlung einer hohen Schadenersatzsumme an die Hinterbliebenen einer 2014 tödlich verunfallten Wanderin verurteilt. Diese war von einer Kuhherde zu Tode getrampelt worden. In der Öffentlichkeit wird nun viel darüber diskutiert, ob dieses Urteil gravierende Folgen haben könnte – sowohl für den Almbetrieb als auch für den Tourismus. Es genügt allerdings ein Blick auf das Urteil, um zum Schluss zu kommen: Hier ist Gelassenheit angebracht.
 
Im Urteil geht es um eine besondere Situation

Der tödliche Unfall, um den es beim aktuellen Urteil geht, ereignete sich an einem stark frequentierten Weg zu einer beliebten Gaststätte inmitten des Weidegebiets einer zuvor bereits mehrfach für ihr agressives Verhalten aufgefallenen Mutterkuhherde. Das Landesgericht Innsbruck schreibt in der Zusammenfassung des Urteils: "An derart stark frequentierten Orten reicht ein bloßer Hinweis auf das Vorhandensein einer Mutterkuhherde nicht aus, sondern ist zusätzlich eine Abzäunung notwendig, um der von den Tieren ausgehenden Gefahr zu begegnen."
 
Die Einzäunung aller Almflächen wird nicht gefordert

Ebenfalls in der Zusammenfassung des Urteils schreibt das Landgericht Innsbruck: "Entgegen der - in der Öffentlichkeit - immer wieder propagierten Ansicht geht es hier nicht darum, sämtliche Wege in einem Weidegebiet abzuzäunen, sondern nur um den konkreten Unfallbereich. Eine Abzäunung sämtlicher Wege durch ein Almgebiet wäre einerseits wohl nicht notwendig (...), andererseits wäre ein solcher Aufwand dem Tierhalter kaum zumutbar." Anders formuliert: Die Situation am Unfallort war sehr speziell – die Kombination aus sehr hoher Frequentierung durch Wanderer und aggressiven Tieren – und findet sich im "normalen" Almgelände eher selten. Deshalb sind auf den allermeisten Almflächen auch keine massiven Konsequenzen zu befürchten.
 
Die Almflächen sind wesentlicher Teil der Alpen

Nun ist die Aufregung bei den Almbauern gut nachvollziehbar – und auch bei den Touristikern. Denn schon stehen Ankündigungen der Almbauern im Raum, die Wanderwege über ihre Weideflächen zu sperren. Gerade deshalb ist es jetzt besonders wichtig, gelassen zu bleiben und die Bedeutung des Urteils richtig zu lesen. In Tirol findet deshalb am Mittwoch, 27. Februar, auf Einladung der Landesregierung ein Runder Tisch statt, an dem auch der Österreichische Alpenverein teilnimmt. Mit ihm teilt der Deutsche Alpenverein die Überzeugung, dass Almflächen zum Wesen der Alpen gehören und in der jetzigen Form unbedingt zu erhalten sind. Sie machen das Landschaftsbild erst so vielfältig und abwechslungsreich, wie wir alle es schätzen. Es ist deshalb im ureigensten Interesse aller Bergsportlerinnen und Bergsportler, sich in Weidegebieten angemessen zu verhalten. Nur so wird eine Koexistenz von Almbewirtschaftung und Bergtourismus auch in Zukunft so gut funktionieren, wie es seit vielen Jahrzehnten bereits funktioniert.
 
So begegnet man Kuhherden am besten

Abstand halten und Hunde anleinen
Das A und O: Wanderer sollten ausreichend Abstand zu den Kühen halten. Wenn möglich, sollte man den markierten Wanderweg nicht verlassen; im Zweifel kann es aber nötig sein, einen Umweg zu machen. Hunde sollten angeleint sein. Aber Achtung: Wenn Kühe aggressiv werden, sollte man den Hund laufen lassen. Ihm laufen die Kühe in der Regel nach, die Menschen sind damit aus der Gefahrenzone. Hunde sind schneller als Kühe und kommen nahezu immer unversehrt davon.
 
Körpersprache (erkennen)
Eine Kuh sollte man nicht mit den Augen fixieren. Außerdem: Die Tiere nicht erschrecken, stets entspannt und vor allem ruhig bleiben. Gleichzeitig stets auf Drohgebärden der Tiere achten – wie das Senken des Kopfes, Scharren, Brüllen oder Schnauben.
 
Vorsicht bei Kalb und Mutterkuh
Kühe sind keine Kuscheltiere – die Tiere daher in Ruhe lassen und die Kälber auf keinen Fall streicheln oder gar füttern. Wenn eine Mutterkuh ihren Nachwuchs gefährdet sieht, ist sie bereit alles zu tun, um das Kalb zu schützen und den vermeintlichen Eindringling heftig zu attackieren.
 
Im Fall der Fälle
Nähert sich eine Kuh und greift an, dann gilt: Ruhe bewahren, dem Tier nicht den Rücken zukehren und die Weide möglichst zügig, aber geordnet verlassen. Im alleräußersten Notfall der Kuh mit dem Wanderstock auf die Nase schlagen.
 
Beobachten und andere Wanderer aufmerksam machen
In aller Regel lässt sich schon von Weitem erkennen, ob Kühe „auf Krawall gebürstet“ sind. In solch einem Fall empfiehlt es sich, die Tiere in ausreichend großer Distanz (20 – 50 Meter Abstand) zu umgehen. Zudem: Wer bemerkt, dass sich ein anderer Wanderer falsch oder unvorsichtig gegenüber den Weidetieren verhält – einfach direkt und ohne zu zögern darauf aufmerksam machen!

Quelle Internetseite DAV
https://www.alpenverein.de/der-dav/presse/presse-aktuell/kuhangriff-urteil-bloss-keine-panik_aid_33001.html

Offline wim43

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Servus efs,

danke für deinen Beitrag, der wohltuend einige Hintergünde des Urteils erklärt und damit manches, was man bisher darüber lesen konnte, relativiert.

Leider ist es in unserer Zeit zunehmend zu beobachten, dass Vieles in der Presse/den Medien nur als Meldung mit negativen Schlagzeilen erscheint, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Dabei werden sehr oft entscheidende Tatsachen entweder gar nicht erwähnt oder bewusst verschwiegen. Seriöse Berichterstattung heißt auch ein Mindestmaß an Recherche, aber das bedeutet ja Aufwand und echte journalistische Arbeit.

Und leider werden auf solche Meldungen hin bei manchen Menschen Meinungen erzeugt, die in ihr persönliches Weltbild gerade passen. Die Folge ist, dass dann möglichst schnell und ungeprüft einfach Statements in der Öffentlichkeit plaziert werden, die leider oftmals stammtischlerische Züge tragen und von der Realität weit entfernt sind.

Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, das leider oftmals falsch verstanden wird. Und die habe ich mit diesem Beitrag versucht, anzuwenden. Ich bin auch der Meinung, dass diese Darstellung des AV durchaus als seriös bewertet werden kann.

Offline MANAL

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Auch von mir ein Dankeschön an @efs für das posten und dem DAV für das Verfassen dieser sachlichen Beurteilung der Situation!  #dankeschoen#


Leider ist es in unserer Zeit zunehmend zu beobachten, dass Vieles in der Presse/den Medien nur als Meldung mit negativen Schlagzeilen erscheint, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Dabei werden sehr oft entscheidende Tatsachen entweder gar nicht erwähnt oder bewusst verschwiegen. Seriöse Berichterstattung heißt auch ein Mindestmaß an Recherche, aber das bedeutet ja Aufwand und echte journalistische Arbeit.

Es geht häufig auch gar nicht mehr um seriöse Berichterstattung, sondern rein darum um möglichst viele Abrufe/Klicks/Likes/usw. zu generieren damit man am meisten Werbegelder einnimmt. Besonders bei den "Social Media" sieht es bzgl. seriöse Berichterstattung zappenduster aus. Gerade so ein Mist wie Twitter oder Instagram mit einem Textumfang der unter der einer BLÖD-Zeitung liegt ist das Letzte. Dass der Volltrottel-Präsident jenseits vom Atlantik das als Informationsmedium Nummer 1 nutzt ist symptomatisch. Wer sowas nutzt will oder kann nicht Informationen weitergeben, sondern will nur irreführende oder blödsinnige Schlagzeilen um sich werfen.

Offline AbseitsAufwärts

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Diskussionsrunde zum Thema auf Servus TV

Wer Zeit und Lust hat kann ja mal reinschauen, es sind alle Seiten vertreten: Ein Hundebesitzer der von Kühen angegriffen wurde, ein Almbauer, (der selbst von einer Kuh attackiert wurde), Tourismusbeauftragte usw.
Auch Fragen, die hier auch schon aufgeworden wurden, z.B.  Hundeverbote an bestimmten Orten (wird von der Fernsehköchin und Ö-Grünen EU-Wahl Kandidatin Sarah Wiener angedacht)  oder Überdenken der Mutterkuhhaltung (vom attackierten Hundebesitzer) , Versicherungsgeschichte, rechtliche Unsicherheit...

https://www.servus.com/tv/videos/aa-1xmr88gjh1w12/?fbclid=IwAR1exsVmxbCqINpuQ_G9SxFH9UrC_c-1KX1TXIvZTrGKXdUAvIhhP0DFBK4

Offline Wanderfreak

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Für Nordtirol wurde für die Zeit ab 01.04.2019 bereits eine Lösung gefunden: klick

Siehe auch den Beitrag in der gestrigen Sendung von "Tirol heute": klick

Offline BFklaus

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Für Nordtirol wurde für die Zeit ab 01.04.2019 bereits eine Lösung gefunden: klick

Da freut sich doch die Versicherungswirtschaft  :)
Ziemlich heftig fällt der einzige Diskussionsbeitrag zum verlinkten Artikel aus. Den Ethnophaulismus "Pi(e)fkinesen" kannte ich noch nicht.
Vermutlich sind damit die Touristen aus Deutschland und China gemeint  #nocomment#

Nachtrag: Ich habe gerade gelernt, dass mit "Piefkinesien" nur Deutschland gemeint ist  :(. Die Chinesen sind also außen vor  #hihi#

Offline kogo

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Auch Hundebesitzer sollten ihre Verantwortung wahrnehmen. Denn es passiert auch so etwas.
Deshalb ist mir das zur Sprache gebrachte Verbot von Hunden auf Almflächen durch aus verständlich.


Am Eingang zum Brendlkar (Mieminger Kette).

Es waren auch noch Bilder mit über den Hang verteilten toten Schafen und Lämmern  angeschlagen. Leider zu verwaschen um auf einem Foto noch etwas zu erkennen.

Und so gehts, ein Praxisbeispiel: :)
Zitat
Körpersprache (erkennen)


Nach erfolgter Einkesselung. Ist das wohl der Senner? ;)

Zitat
Im Fall der Fälle


Rucksack abnehmen. Nein, er hat keinen Leckstein dabei. #hihi#



Offline roBerge-Infothek

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Verhaltensregeln für Alm-Besucher
« am: Mi, 17. Apr 2019, 07:31 »
In Österreich wurden jetzt vom Tourismusministerium zehn Verhaltensregeln für Alm-Besucher im Ungang mit Weidevieh aufgestellt:

1. Kontakt zum Weidevieh vermeiden, Tiere nicht füttern, sicheren Abstand halten!
2. Ruhig verhalten, Weidevieh nicht erschrecken!
3. Mutterkühe beschützen ihre Kälber. Begegnung von Mutterkühen und Hunden vermeiden!
4. Hunde immer unter Kontrolle halten und an der kurzen Leine führen. Ist ein Angriff durch ein Weidetier abzusehen: Sofort ableinen!
5. Wanderwege auf Almen und Weiden nicht verlassen!
6. Wenn Weidevieh den Weg versperrt, mit möglichst großem Abstand umgehen!
7. Bei Herannahen von Weidevieh: Ruhig bleiben, nicht den Rücken zukehren, den Tieren ausweichen!
8. Schon bei ersten Anzeichen von Unruhe der Tiere Weidefläche zügig verlassen!
9. Zäune sind zu beachten! Falls es ein Tor gibt, dieses nutzen, danach wieder gut schließen und Weide zügig queren!
10. Begegnen Sie den hier arbeitenden Menschen, der Natur und den Tieren mit Respekt!