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Forum => Touren => Hund & Berg => Thema gestartet von: elli pirelli am Mi, 07. Jun 2017, 19:19

Titel: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: elli pirelli am Mi, 07. Jun 2017, 19:19
http://tirol.orf.at/news/stories/2847837/

Titel: Re: 70-Jährige stirbt nach Kuhatacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: Brixentaler am Mi, 07. Jun 2017, 21:29
Traurige Sache. Solche Fälle scheinen sich in den letzten Jahren leider zu häufen, nicht nur weil immer mehr Menschen (sowohl mit als ohne Hunde) in den Bergen unterwegs sind, sondern auch weil Bauern im deutschsprachigen Alpenraum vermehrt auf Mutterkuhhaltung umsteigen.

Deshalb wurden schon vor 3 Jahren in einer Zusammenarbeit von Landesregierung, Tourismus-, Landwirtschafts- und Tierschutzorganisationen einige spezifische Verhaltensregeln verfasst; besonders bezüglich der Mitführung von Hunden auf Almweiden. Diese Regeln waren zwar immer schon gemeingültig und beruhen größtenteils schlicht auf Aufmerksamkeit und respektvollem Umgang mit Natur und (Nutz)Tieren, aber trotzdem gab/gibt es anscheinend Aufklärungsbedarf:

Aufgrund des tragischen Unfalls Ende Juli setzt die Landwirtschaftskammer Tirol in Zusammenarbeit mit dem Almwirtschaftsverein, der Tirol Werbung und der Landesveterinärdirektion verschiedene Maßnahmen, um Wanderer für das richtige Verhalten bei Begegnungen mit Weidetieren auf Almen zu informieren.

"Im Gespräch mit mehreren Fachexperten haben wir festgestellt, dass es ein Informationsdefizit gibt. Daher haben wir als ersten Schritt einen Informationsfolder erstellt, der digital an die Tiroler Gemeinden, Tourismusbetriebe und Almbewirtschafter verschickt wird", erklärt LK-Präsident Josef Hechenberger.

Der Ratgeber wird außerdem an den Tiroler Alpenverein und an die Tiroler Seilbahnbetriebe versendet und steht auf der Homepage der Landwirtschaftskammer Tirol und der Tirol Werbung als Druck-Version und Web-Version zur Verfügung.
...


Quelle bzw. mehr Infos: https://tirol.lko.at/eine-alm-ist-kein-streichelzoo+2500+2214720
Oder alternativ: https://blog.austriatourism.com/2014/08/eine-alm-ist-kein-streichelzoo/
Titel: Re: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: BW am Do, 08. Jun 2017, 22:17
Die Überschrift sagt nur die halbe Wahrheit.

Das Problem sind an erster Stelle die Hunde (Halter) im Weidegebiet, da kommen halt die Urinstinkte der Mutterkühe, das dürfte zwischenzeitlich hinreichend bekannt sein.
Aber nein, da wollen die Hundebesitzer Ihre Quaukal beschützen anstatt ihn von der Leine zu nehmen und sausen zu lassen, da passiert nichts, der Hund flieht die Kuh setzt erfolglos nach und gibt auf.
Aber sehr viele Hundebesitzer fühlen sich eigentlich immer im Recht und erwarten meist sehr fanatisch dass sich andere Personen und das Drumrum ihrer "Tierliebe" unterzuordnen hat.

BW
Titel: Re: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: indian_summer am Do, 08. Jun 2017, 22:49

Aber nein, da wollen die Hundebesitzer Ihre Quaukal beschützen anstatt ihn von der Leine zu nehmen und sausen zu lassen, da passiert nichts, der Hund flieht die Kuh setzt erfolglos nach und gibt auf.
Aber sehr viele Hundebesitzer fühlen sich eigentlich immer im Recht und erwarten meist sehr fanatisch dass sich andere Personen und das Drumrum ihrer "Tierliebe" unterzuordnen hat.



Also Bitte, das sind genau die Kommentare die nix bringen und nur draufhaun.

Ja, ich hab auch einen Hund, und ich bin es echt Leid, dass immer alle über einen Kamm geschoren werden.


Ich würde jedem mal empfehlen sich in die Situation zu versetzen. Du gehst nixahnend mit deinem Hund , und auf einmal kommt eine oder mehrere Kühe dahergerannt. Da kommt man durchaus auch in Panik, hat Angst, der Hund bellt vielleicht auch noch, weil er Angst hat oder was auch immer. Vielleicht hat sich durch den Tumult auch die Leine schon irgendwie (um die Füße) verwickelt. Ja und dann findet das Ganze auch noch im abschüssigen Gelände statt... Ab einem gewissen Punkt meine ich spielt es dann keine Rolle mehr, ob der Hund an der Leine ist oder nicht...

Mal davon abgesehen schreien sonst ja auch immer alle danach, dass Hunde generell anzuleinen sind... was in meinen Augen der Hundebesitzer selbst entscheiden sollte, da er seinen Hund kennt und weiß wie er auf was reagiert...

Leider helfen auch die Ratschläge mit dem "Abstand halten" nicht immer. Manchmal gibt es Engstellen, wo man nicht ausweichen kann.

Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass die Kühe gerade am Anfang der Almsaison ein bisserl gspinnert waren, später gewöhnen sie sich dann auch an Leute und eventuell auch Hunde.
Mit den Mutterkühen ist es allerdings schon etwas anders, und irgendwie kann man es ja sogar nachvollziehen...

Als mein Hund noch in die Berge mitgekommen ist, habe ich während der Almsaison immer versucht Viehweiden größtmöglich zu meiden....

Elisabeth
Titel: Re: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: elli pirelli am Fr, 09. Jun 2017, 08:15
Liebe Robergler,

es ist in keinster Weise meine Absicht gewesen, mit dieser (angeblich halbwahren Überschrift) zum Eklat aufzurufen.

Meine eigene Meinung und Handlungsweise auf bewirtschafteten Almwiesen dazu habe ich aus genau diesem Grund (Hundehalter-/Führer bin ich selber) nicht erwähnt.

Vielmehr ist es mir ein Bedürfnis gewesen, auf dieses schreckliche, traurige Ereignis in unserem Robergeland hinzuweisen.
Ein Wandergebiet in dem wohl fast ein jeder von uns schon einmal gewesen ist, unbeschwerte schöne Stunden verbracht hat, und jetzt nach diesem Vorfall genau an diesem Ort, eine ganze Familie mit Trauer umgehen muss!

Ich persönlich möchte mir nicht anmaßen zu fragen "wer ist Schuld"! Mein Mitgefühl gilt ALLEN Betroffenen.

elli

Titel: Re: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: MuM.Koeppl am Fr, 09. Jun 2017, 11:09
Die Überschrift sagt nur die halbe Wahrheit.

Das Problem sind an erster Stelle die Hunde (Halter) im Weidegebiet, da kommen halt die Urinstinkte der Mutterkühe, das dürfte zwischenzeitlich hinreichend bekannt sein.
Aber nein, da wollen die Hundebesitzer Ihre Quaukal beschützen anstatt ihn von der Leine zu nehmen und sausen zu lassen, da passiert nichts, der Hund flieht die Kuh setzt erfolglos nach und gibt auf.
Aber sehr viele Hundebesitzer fühlen sich eigentlich immer im Recht und erwarten meist sehr fanatisch dass sich andere Personen und das Drumrum ihrer "Tierliebe" unterzuordnen hat.

BW

Was in der einzelnen Situation besser ist, sollte der einzelne Hundebesitzer beurteilen können. Bei meinen würde es nichts nutzen den Hund "fliehen" zu lassen, weil einer davon zu klein, zu langsam für die Kuh im Gelände ist.

http://www.alpenverein.de/home/mit-weidetieren-richtig-umgehen-wenn-wanderer-kuehen-begegnen_aid_14485.html
Titel: Re: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: geroldh am Mo, 12. Jun 2017, 10:15
Der Titel für diese Diskussion orientiert sich sehr stark an der Überschrift in der (ersten) Pressemitteilung - und diese sind bekanntlich oft genug in einem bestimmten Stil verfasst, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, ggfs. auch um zu provozieren. Wieviel "Wahrheit" hier tatsächlich enthalten ist, oder dort hinein interpretiert wird, ist jedem mündigen Leser selbst überlassen. Das Entscheidende ist für mich dann der nachfolgende Informationsgehalt im Text - sowohl in der Pressemitteilung, als auch (hier) im Forumsbeitrag. Deshalb ein Danke für die aufklärenden, weiterführenden Verknüpfungen - den situativen Umgang zw. Hund und (Mutter)Kuh finde ich im Faltblatt sehr anschaulich dargestellt.

Was mich hier aber näher interessieren würde: Es gibt doch seit jeher auch auf Bauernhöfen und Almen (Familien-/Hof-)Hunde, und die sind i.d.R. doch "wolfsähnlicher" als die "halbe Portion Hund" im aktuellen Fall. Wirkt sich hier der "Gewöhnungseffekt" zwischen beiden Gattungen so stark aus, dass es dort keine Konflikte gibt? Gehen die (Mutter)Kühe von solchen Höfen mit fremden Hunden dann auch relaxter um?


Hier noch weiteres "Diskussionsfutter" aus der Presse:
Zitat von: rosenheim24.de (09.06.17)
Nach Kuh-Attacke: Kommen nun Hundeverbote auf Almen?
Erl/Nußdorf - Nach der tödlichen Kuh-Attacke am Kranzhorn diskutieren die Tiroler nun über Konsequenzen. Kommen nun Verbote?
...
Man habe auf dem Weg zur Alm nun zusätzliche Hinweisschilder angebracht. Auf diesen steht: "Achtung! Weidevieh mit Mutterkühen! Durchgang mit Hunden verboten!"
...
Text/Quelle (https://www.rosenheim24.de/rosenheim/inntal/nussdorf-am-inn-ort47622/erlnussdorf-nach-toedlicher-kuh-attacke-kranzhorn-debatte-ueber-hundeverbot-almen-8389277.html)

Zitat von: ovb-online.de (09.06.17)
NACH TÖDLICHER KUHATTACKE AM KRANZHORN - Bauern und Wanderer geschockt
...
Letztlich gelte es, durch stete Information die Wanderer auf mögliche Gefahren im Bereich bewirtschafteter Almen hinzuweisen und ihnen entsprechende Verhaltensregeln an die Hand zu geben.
...
Da es für Wanderer oftmals nicht erkennbar sei, ob die Almwiese nur von Jungvieh oder auch von Mutterkühen beweidet wird, ist der Almwirtschaftliche Verein Oberbayern derzeit mit Hochdruck dabei, entsprechende Warnschilder zu erarbeiten. Diese werden künftig bei Bedarf den Mitgliedern zur Verfügung gestellt.
...
Text/Quelle (https://www.ovb-online.de/rosenheim/bauern-wanderer-geschockt-8388660.html)

Titel: Re: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: MikeT am Mo, 12. Jun 2017, 10:53
Aufgewachsen auf einem Bauernhof mit Milchvieh, Arbeitspferden, 20 Katzen und immer mindestens 3 Hunden (Collie, Schäferhund und Dackel) + 1 Wolfshund hatte mir meine Oma immer eingeimpft... Sobald nur mit den Hunden gespielt hast (Geruch) obacht bei den Kühen und Pferden...

Trächtige Tiere waren immer tabu und mit Vorsicht zu geniessen, auch unsere Schweine und Gänse wurden da aggresiv, selbst ohne Hund oder Geruch.

Wenn sich der Collie oder der Wolfshund zu nahe am Stall rumtrieben wurde die Kühe unruhig, auf der Weide wiederum hat es sie nicht gestört, wahrscheinlich wegen der Ausweichmöglichkeit...
Beim Schäferhund/Dackel keine Reaktion der Kühe... dagegen haben die Gänse auf den Dackel immer heftig reagiert, wobei der Schäferhund zwischen ihnen schlafen konnte.

Also würde ich sagen kommt drauf an... =) Wer mit Hund ne Weide überqueren will einfach mal Zeit nehmen und vorher beobachten. Hatte noch nie ein ernsthaftes Problem mit Kühen, ausser mit den zweibeinigen ,)


Titel: Re: Hunde und (Mutter)Kühe auf Almen - Warn- und Hinweisschilder in Tirol
Beitrag von: geroldh am Mo, 19. Jun 2017, 20:55
#danke1# MikeT für die Mitteilung deiner Erfahrungen - vllt. hat noch jemand weitere Informationen hierzu... #traudich#


Möglicherweise eine unmittelbare Folge dieses bedauerlichen Ereignisses, evtl. auch bereits mit dem Beginn des Almsommers angebracht... -
jedenfalls allzu lange hängen die nachfolgenden Warn- und Hinweisschilder noch nicht in einem Almgebiet des Wilden Kaisers (Fotos von gestern).
Titel: Re: Hunde und (Mutter)Kühe auf Almen - Warn- und Hinweisschilder in Tirol
Beitrag von: indian_summer am Di, 20. Jun 2017, 22:26
Möglicherweise eine unmittelbare Folge dieses bedauerlichen Ereignisses, evtl. auch bereits mit dem Beginn des Almsommers angebracht...

Also das erste Taferl, das sieht man eigentlich recht häufig, und das bereits seit Jahren. Aber wahrscheinlich achtet man da nun besser drauf angesichts des Vorfalles...

Ich hab da auch noch eins...  #gruebel#
Titel: Re: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: BFklaus am Mi, 21. Jun 2017, 19:22
Mmh ... mal abgesehen davon, dass Bruno zweifelsohne ein Bulle ist (RedBull?) und keine Mutter-Kuh, scheint der Taferlaufsteller einen tiefschwarzen Humor zu besitzen.
Titel: Re: Kuhattacke auf der Kranzhornalm: Ermittlungen eingestellt
Beitrag von: geroldh am Mo, 31. Jul 2017, 17:47
Da in einer früheren Antwort auf Publikationen zum Umgang mit Weidetieren Bezug genommen wurde, an dieser Stelle die thematische Verknüpfung zu Bergfuzzi’s Hinweis von vor einigen Tagen:

Eine Alm ist kein Streichelzoo

Zitat
Jährlich sind mehrere Millionen Wanderer auf den Tiroler Almen unterwegs. Nicht jeder weiß, wie er sich bei Begegnungen mit Weidevieh richtig verhalten soll. Damit kritischen Situationen vorgebeugt werden kann, wurde ein neuer Erklärfilm entwickelt, der die wichtigsten Verhaltensregeln anschaulich darstellt


Quelle:
[url]https://tirol.lko.at/eine-alm-ist-kein-streichelzoo-neuer-erkl%C3%A4rfilm+2500+2582639[/url] ([url]https://tirol.lko.at/eine-alm-ist-kein-streichelzoo-neuer-erkl%C3%A4rfilm+2500+2582639[/url])

Video:
[url]https://www.youtube.com/watch?v=MJfMNrQZii8[/url] ([url]https://www.youtube.com/watch?v=MJfMNrQZii8[/url])


Und ggfs. diesen Thread abschließend, noch der kurze Hinweis auf eine Pressemeldung:

Zitat von: ovb-online.de (27.07.17)
TÖDLICHE ATTACKE - Ermittlungen eingestellt

Erl/Nußdorf. – Die tödliche Attacke einer Kuh, bei der eine 70-jährige Bergwanderin Anfang Juni in der Nähe von Erl an der bayerisch/tirolerischen Grenze ihr Leben verlor, hat für den Landwirt, auf dessen Wiese das Tier weidete, keine juristischen Konsequenzen.

... spricht von einem Unglück und sieht keine „Sorgfaltswidrigkeiten“ des Landwirts. Eher das Gegenteil wird vermutet. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft dürfte sich der tödliche Zwischenfall ereignet haben, als Fotoaufnahmen im eingezäunten Bereich gemacht worden sind. Die Wiese sei ordnungsgemäß eingezäunt gewesen, an den Zäunen waren Warnschilder angebracht. Aus diesem Grund seien die Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung eingestellt worden, ...
Text/Quelle (https://www.ovb-online.de/rosenheim/ermittlungen-eingestellt-8522878.html)
Titel: Re: Kuhattacke auf der Kranzhornalm: Ermittlungen eingestellt
Beitrag von: MANAL am Mi, 30. Aug 2017, 15:26
Jetzt muss man die Viehhirten vor den Wanderer warnen  :o

Zitat
Deutscher Wanderer schlug Viehhirten

Ein deutscher Wanderer hat am Dienstag einen Viehhirten in Maurach attackiert und ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Grund für den Streit war offenbar eine Diskussion über den freilaufenden Hund des Wanderers.


Ganzer Artikel:
http://tirol.orf.at/news/stories/2863258/
Titel: Tödliche Kuhattacke vor Gericht: Landwirt soll zahlen
Beitrag von: Bergfuzzi am Fr, 22. Feb 2019, 18:41
Zitat von: chiemgau24.de
Tirol

Eine 45-jährige Wanderin aus Rheinland-Pfalz ist auf einer Alm im Stubaital in Österreich im Juli 2014 von 20 Kühen und Kälbern attackiert und totgetrampelt worden. Die Hinterbliebenen klagten auf Schadenersatz. Nun ist Urteil im Zivilprozess ergangen.


Mehr Info:

https://www.chiemgau24.de/welt/news/toedliche-kuhattacke-tirol-gericht-landwirt-soll-490000-euro-zahlen-11790965.html (https://www.chiemgau24.de/welt/news/toedliche-kuhattacke-tirol-gericht-landwirt-soll-490000-euro-zahlen-11790965.html)
Titel: Re.: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: steiger am Sa, 23. Feb 2019, 00:19
Auch in diesem Fall war wieder ein Hund beteiligt, daher noch mal der Tipp: Falls Kühe angreifen =>Leine auslassen.

Kurzes Video dazu mit speziellem Tiroler Humor: Ratgeber Almsicherheit - Gefahrenquelle Hund: https://www.youtube.com/watch?v=Yu6ZfxY6yy4

Grüße
steiger
Titel: Re.: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: Martl am Mo, 25. Feb 2019, 12:55
Man muss zwar erstmal abwarten, ob dieses Urteil auch in der nächsten Instanz bestätigt wird.

Die Konsequenzen könnten aber für viele Wanderer unangenehm werden...  :-\

https://www.rosenheim24.de/rosenheim/inntal/tirol-ort29573/oesterreich-nach-toedlichem-unfall-kuhweide-landwirte-sperren-wanderwege-11798209.html
Quelle: rosenheim24.de


Gruß
Martl
Titel: Re.: "Attacke der Killer-Kühe" oder "Drecksvieh, du blödes"
Beitrag von: geroldh am Mo, 25. Feb 2019, 21:53
???  ...ja, diese "Entwicklung" und die weitere "Auswirkung" wird nun "spannend"... - doch:
Zitat von: Österreichischer Alpenverein
...
"Die Wanderwege im Weidegebiet zu verlegen, wie es manchmal gefordert wird, lässt sich aber sicherlich nicht verwirklichen. Eine tatsächliche Trennung von Bergwanderern und Weidevieh ist wohl nirgends machbar und auch nicht sinnvoll – die Tiere sind schließlich keine Ungeheuer", betont Peter Kapelari, Leiter der Abteilung Hütten, Wege und Kartographie im Alpenverein.
"Die ersten Wanderwege waren allesamt Alm- und Viehtriebwege, ein Miteinander war immer möglich. Mit 'weideviehfreien Zonen' werden wir in Österreich nicht weitkommen. Diesbezügliche Forderungen an die Almbauern oder Schuldzuweisungen mit Schadenersatzforderungen würden dem Wandertourismus und den Erholungsmöglichkeiten in unserer Kulturlandschaft definitiv schaden", so Kapelari.
Quelle: Kühe und Wanderer - Tipps zum richtigen Umgang mit Weidetieren (07/2017) (https://www.alpenverein.at/portal/news/aktuelle_news/2017/2017_07_18_kuehe-und-wanderer.php)

Anschaulich (und hörbar! #hihi#) dargestellt auch in einem älteren Beitrag aus der BR-Reihe "Unser Land":
Wilde Kühe auf der Alm: Gefahr für Wanderer? (http://www.youtube.com/embed/_Zv-Ap3_YUw?feature=player_embedded) (5:08 Min. / am 29.07.2016 veröffentlicht)

Und ergänzend ein Faltblatt:
Almen und Alpen sind kein Streichelzoo - Ein Ratgeber für das richtige Verhalten bei Begegnungen mit Weidetieren (http://www.stmelf.bayern.de/mam/cms10/zentral/landwirtschaft/dateien/ratgeber_almen_alpen_barrierefrei.pdf) (PDF ca. 400 kB)
Titel: Re.: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: Bergonkel am Di, 26. Feb 2019, 08:11
Moin, moin zusammen.

Meine/unsere persönlichen Erfahrungen mit dem "Rindvieh" auf der Almwiese sind weit entfernt von dem, was in Medien gerne als "Killerkühe" bezeichnet wird.
Wenn wir auf einem Wanderweg sind, der von Kühen blockiert wird, fangen wir an mit den Kühen in einem ruhigen und sanften Ton zu sprechen und - ganz wichtig - halten die Wanderstöcke ruhig. Und nicht erst, wenn man neben dem Vieh steht, sondern schon einige Meter vorher, damit sie aufmerksam werden und nicht erschrecken. Die Kühe gucken kurz und machen dann meist seeeeehr gemüüüüüütlich Platz. Was nicht heißt, dass man unachtsam sein soll!

Allerdings, wenn Wanderer mit Hund unterwegs sind, halten wir einen sehr großen Abstand. Einerseits, weil wir nicht wissen, was der Hund macht und andererseits, weil die Kühe dann schon etwas nervös sind.

Ein Senner hat uns für diese Vorgehensweis gelobt. Andere Wanderer hatten sich über uns nur lustig gemacht.

Soviel dazu - einen schönen Tag noch
Titel: Re.: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: Radlbiene am Mi, 27. Feb 2019, 08:56
Zur Information jetzt mal die Presseerklärung des Landgerichts Innsbruck zu dem Urteil über die tödliche Kuhattacke:

https://files.orf.at/vietnam2/files/tir/201908/kuh_-attacke_pinnistal_651572.pdf?fbclid=IwAR1a5t5aIAVSZAMNQhIybGWCoNzoGiwX5FPsPvI8UYO_xVnXmT-QNsAfmTQ

Es ist somit kein wegweisendes Urteil für alle Almbauern, sondern nur für diesen speziellen Fall. Freilich ist es hart und freilich wird es wohl angefochten werden, aber man sollte auf alle Fälle nicht den reisserischen Artikeln von Horror24 und dergleichen auf dem Leim gehen, sondern die tatsächlichen Hintergründe ermitteln.

LG
Radlbiene
Titel: Re.: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: Martl am Mi, 27. Feb 2019, 09:53
... nicht den reisserischen Artikeln von Horror24 und dergleichen auf dem Leim gehen, sondern die tatsächlichen Hintergründe ermitteln.


Hallo Sabine,

du hast natürlich recht mit der regionalen B...-Zeitung. -> ...24.de  ;)
Das Niveau ist oftmals zweifelhaft.

Aber es ändert nichts daran, daß es zukünftig zu Änderungen (welcher Art auch immer) kommen könnte bzw. aus Sicht der Almbauern kommen müßte. Keiner wird sich ggf. darauf verlassen, daß solch ein Urteil nicht auch öfter gefällt werden könnte...

Hier noch der SZ-Artikel:
https://www.sueddeutsche.de/panorama/kuh-angriff-bauer-schadenersatz-1.4341797


Gruß
Martl
Titel: Re.: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: AbseitsAufwärts am Mi, 27. Feb 2019, 19:29
Keiner wird sich ggf. darauf verlassen, daß solch ein Urteil nicht auch öfter gefällt werden könnte...

Also, wenn ich jetzt österr. Almbauer wäre, würde mir nach so einem Urteil auch gehörig die Düse gehn. Und wenn ich Richter wäre, sähe das Urteil auch anders aus.
Titel: Re.: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: Frank Steiner am Mi, 27. Feb 2019, 21:38
Sollte das Urteil in der  nächsten Instanz nicht aufgehoben werden, könnte eine Konsequenz  das Verbot von Hunden auf Almgeländen sein. Gibt die Forderungen in Tirol schon, und was der Landeshauptmann so anklingen lässt bzgl. Schutz der Almbauern vor solchen Urteilen, könnte es dazu kommen.

An meinem Arbeitsplatz sind Hunde übrigens auch verboten. Und wenn Hunde per se ein Störfaktor am Arbeitsplatz von Almbauern sind (Kuh: "Hund = Wolf = Gefahr"), erscheint ein solche Verbot logisch.
Titel: Re.: Kuhattacken-Urteil: „Das ist völliger Irrsinn!“
Beitrag von: geroldh am Mi, 27. Feb 2019, 22:05
Zitat von: Martl
...
Aber es ändert nichts daran, daß es zukünftig zu Änderungen (welcher Art auch immer) kommen könnte ...

... z.B. als (neues) "Geschäft" für Versicherungen...

Dies offenbar als Ergebnis eines "Runden Tischs" (https://tirol.orf.at/news/stories/2966519/), der heute stattfand: "Kuhattacke: Versicherungsschutz für Bauern" (https://tirol.orf.at/news/stories/2967004/) (27.02.2019)

Heute morgen hat sich im Ö3-Radio auch der Schauspieler und Bergbauer Tobias Moretti geäußert (aus steiger's Video):
Moretti über Kuhattacken-Urteil: „Das ist völliger Irrsinn!“ (https://oe3.orf.at/stories/2966901/) (ganz hinunter scrollen / 27.02.2019)
Titel: Re.: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: Reinhard am Mo, 04. Mär 2019, 07:34
zum Faschings-Endspurt ...

  [ Es ist nicht erlaubt, Dateianhänge anzusehen. ]  
Titel: Re.: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: efs am Mo, 04. Mär 2019, 08:53
Hallo Zusammen,

hier das aktuelles Statement vom DAV dazu mit Hintergrund zu dem Urteil:

Kuhangriff-Urteil: Bloß keine Panik!
27.02.2019, 12:51 Uhr

Am 20. Februar hat das Landesgericht Innsbruck ein vielbeachtetes Urteil gefällt. Darin wurde ein Almbauer zur Zahlung einer hohen Schadenersatzsumme an die Hinterbliebenen einer 2014 tödlich verunfallten Wanderin verurteilt. Diese war von einer Kuhherde zu Tode getrampelt worden. In der Öffentlichkeit wird nun viel darüber diskutiert, ob dieses Urteil gravierende Folgen haben könnte – sowohl für den Almbetrieb als auch für den Tourismus. Es genügt allerdings ein Blick auf das Urteil, um zum Schluss zu kommen: Hier ist Gelassenheit angebracht.
 
Im Urteil geht es um eine besondere Situation

Der tödliche Unfall, um den es beim aktuellen Urteil geht, ereignete sich an einem stark frequentierten Weg zu einer beliebten Gaststätte inmitten des Weidegebiets einer zuvor bereits mehrfach für ihr agressives Verhalten aufgefallenen Mutterkuhherde. Das Landesgericht Innsbruck schreibt in der Zusammenfassung des Urteils: "An derart stark frequentierten Orten reicht ein bloßer Hinweis auf das Vorhandensein einer Mutterkuhherde nicht aus, sondern ist zusätzlich eine Abzäunung notwendig, um der von den Tieren ausgehenden Gefahr zu begegnen."
 
Die Einzäunung aller Almflächen wird nicht gefordert

Ebenfalls in der Zusammenfassung des Urteils schreibt das Landgericht Innsbruck: "Entgegen der - in der Öffentlichkeit - immer wieder propagierten Ansicht geht es hier nicht darum, sämtliche Wege in einem Weidegebiet abzuzäunen, sondern nur um den konkreten Unfallbereich. Eine Abzäunung sämtlicher Wege durch ein Almgebiet wäre einerseits wohl nicht notwendig (...), andererseits wäre ein solcher Aufwand dem Tierhalter kaum zumutbar." Anders formuliert: Die Situation am Unfallort war sehr speziell – die Kombination aus sehr hoher Frequentierung durch Wanderer und aggressiven Tieren – und findet sich im "normalen" Almgelände eher selten. Deshalb sind auf den allermeisten Almflächen auch keine massiven Konsequenzen zu befürchten.
 
Die Almflächen sind wesentlicher Teil der Alpen

Nun ist die Aufregung bei den Almbauern gut nachvollziehbar – und auch bei den Touristikern. Denn schon stehen Ankündigungen der Almbauern im Raum, die Wanderwege über ihre Weideflächen zu sperren. Gerade deshalb ist es jetzt besonders wichtig, gelassen zu bleiben und die Bedeutung des Urteils richtig zu lesen. In Tirol findet deshalb am Mittwoch, 27. Februar, auf Einladung der Landesregierung ein Runder Tisch statt, an dem auch der Österreichische Alpenverein teilnimmt. Mit ihm teilt der Deutsche Alpenverein die Überzeugung, dass Almflächen zum Wesen der Alpen gehören und in der jetzigen Form unbedingt zu erhalten sind. Sie machen das Landschaftsbild erst so vielfältig und abwechslungsreich, wie wir alle es schätzen. Es ist deshalb im ureigensten Interesse aller Bergsportlerinnen und Bergsportler, sich in Weidegebieten angemessen zu verhalten. Nur so wird eine Koexistenz von Almbewirtschaftung und Bergtourismus auch in Zukunft so gut funktionieren, wie es seit vielen Jahrzehnten bereits funktioniert.
 
So begegnet man Kuhherden am besten

Abstand halten und Hunde anleinen
Das A und O: Wanderer sollten ausreichend Abstand zu den Kühen halten. Wenn möglich, sollte man den markierten Wanderweg nicht verlassen; im Zweifel kann es aber nötig sein, einen Umweg zu machen. Hunde sollten angeleint sein. Aber Achtung: Wenn Kühe aggressiv werden, sollte man den Hund laufen lassen. Ihm laufen die Kühe in der Regel nach, die Menschen sind damit aus der Gefahrenzone. Hunde sind schneller als Kühe und kommen nahezu immer unversehrt davon.
 
Körpersprache (erkennen)
Eine Kuh sollte man nicht mit den Augen fixieren. Außerdem: Die Tiere nicht erschrecken, stets entspannt und vor allem ruhig bleiben. Gleichzeitig stets auf Drohgebärden der Tiere achten – wie das Senken des Kopfes, Scharren, Brüllen oder Schnauben.
 
Vorsicht bei Kalb und Mutterkuh
Kühe sind keine Kuscheltiere – die Tiere daher in Ruhe lassen und die Kälber auf keinen Fall streicheln oder gar füttern. Wenn eine Mutterkuh ihren Nachwuchs gefährdet sieht, ist sie bereit alles zu tun, um das Kalb zu schützen und den vermeintlichen Eindringling heftig zu attackieren.
 
Im Fall der Fälle
Nähert sich eine Kuh und greift an, dann gilt: Ruhe bewahren, dem Tier nicht den Rücken zukehren und die Weide möglichst zügig, aber geordnet verlassen. Im alleräußersten Notfall der Kuh mit dem Wanderstock auf die Nase schlagen.
 
Beobachten und andere Wanderer aufmerksam machen
In aller Regel lässt sich schon von Weitem erkennen, ob Kühe „auf Krawall gebürstet“ sind. In solch einem Fall empfiehlt es sich, die Tiere in ausreichend großer Distanz (20 – 50 Meter Abstand) zu umgehen. Zudem: Wer bemerkt, dass sich ein anderer Wanderer falsch oder unvorsichtig gegenüber den Weidetieren verhält – einfach direkt und ohne zu zögern darauf aufmerksam machen!

Quelle Internetseite DAV
https://www.alpenverein.de/der-dav/presse/presse-aktuell/kuhangriff-urteil-bloss-keine-panik_aid_33001.html
Titel: Re.: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: wim43 am Mo, 04. Mär 2019, 09:30
Servus efs,

danke für deinen Beitrag, der wohltuend einige Hintergünde des Urteils erklärt und damit manches, was man bisher darüber lesen konnte, relativiert.

Leider ist es in unserer Zeit zunehmend zu beobachten, dass Vieles in der Presse/den Medien nur als Meldung mit negativen Schlagzeilen erscheint, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Dabei werden sehr oft entscheidende Tatsachen entweder gar nicht erwähnt oder bewusst verschwiegen. Seriöse Berichterstattung heißt auch ein Mindestmaß an Recherche, aber das bedeutet ja Aufwand und echte journalistische Arbeit.

Und leider werden auf solche Meldungen hin bei manchen Menschen Meinungen erzeugt, die in ihr persönliches Weltbild gerade passen. Die Folge ist, dass dann möglichst schnell und ungeprüft einfach Statements in der Öffentlichkeit plaziert werden, die leider oftmals stammtischlerische Züge tragen und von der Realität weit entfernt sind.

Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, das leider oftmals falsch verstanden wird. Und die habe ich mit diesem Beitrag versucht, anzuwenden. Ich bin auch der Meinung, dass diese Darstellung des AV durchaus als seriös bewertet werden kann.
Titel: Re.: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: MANAL am Mo, 04. Mär 2019, 11:59
Auch von mir ein Dankeschön an @efs für das posten und dem DAV für das Verfassen dieser sachlichen Beurteilung der Situation!  #dankeschoen#


Leider ist es in unserer Zeit zunehmend zu beobachten, dass Vieles in der Presse/den Medien nur als Meldung mit negativen Schlagzeilen erscheint, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Dabei werden sehr oft entscheidende Tatsachen entweder gar nicht erwähnt oder bewusst verschwiegen. Seriöse Berichterstattung heißt auch ein Mindestmaß an Recherche, aber das bedeutet ja Aufwand und echte journalistische Arbeit.

Es geht häufig auch gar nicht mehr um seriöse Berichterstattung, sondern rein darum um möglichst viele Abrufe/Klicks/Likes/usw. zu generieren damit man am meisten Werbegelder einnimmt. Besonders bei den "Social Media" sieht es bzgl. seriöse Berichterstattung zappenduster aus. Gerade so ein Mist wie Twitter oder Instagram mit einem Textumfang der unter der einer BLÖD-Zeitung liegt ist das Letzte. Dass der Volltrottel-Präsident jenseits vom Atlantik das als Informationsmedium Nummer 1 nutzt ist symptomatisch. Wer sowas nutzt will oder kann nicht Informationen weitergeben, sondern will nur irreführende oder blödsinnige Schlagzeilen um sich werfen.
Titel: Re.: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: AbseitsAufwärts am Fr, 15. Mär 2019, 12:51
Diskussionsrunde zum Thema auf Servus TV

Wer Zeit und Lust hat kann ja mal reinschauen, es sind alle Seiten vertreten: Ein Hundebesitzer der von Kühen angegriffen wurde, ein Almbauer, (der selbst von einer Kuh attackiert wurde), Tourismusbeauftragte usw.
Auch Fragen, die hier auch schon aufgeworden wurden, z.B.  Hundeverbote an bestimmten Orten (wird von der Fernsehköchin und Ö-Grünen EU-Wahl Kandidatin Sarah Wiener angedacht)  oder Überdenken der Mutterkuhhaltung (vom attackierten Hundebesitzer) , Versicherungsgeschichte, rechtliche Unsicherheit...

https://www.servus.com/tv/videos/aa-1xmr88gjh1w12/?fbclid=IwAR1exsVmxbCqINpuQ_G9SxFH9UrC_c-1KX1TXIvZTrGKXdUAvIhhP0DFBK4
Titel: Re.: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: Wanderfreak am Fr, 15. Mär 2019, 14:28
Für Nordtirol wurde für die Zeit ab 01.04.2019 bereits eine Lösung gefunden: klick (https://www.stol.it/Artikel/Chronik-im-Ueberblick/Chronik/Versicherung-fuer-Nordtiroler-Almbauern-nach-Kuh-Urteil-ab-April)

Siehe auch den Beitrag in der gestrigen Sendung von "Tirol heute": klick (https://tvthek.orf.at/profile/Tirol-heute/70023/Tirol-heute/14007450/Massnahmenpaket-fixiert/14463157)
Titel: Re.: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: BFklaus am Sa, 16. Mär 2019, 10:01
Für Nordtirol wurde für die Zeit ab 01.04.2019 bereits eine Lösung gefunden: klick ([url]https://www.stol.it/Artikel/Chronik-im-Ueberblick/Chronik/Versicherung-fuer-Nordtiroler-Almbauern-nach-Kuh-Urteil-ab-April[/url])

Da freut sich doch die Versicherungswirtschaft  :)
Ziemlich heftig fällt der einzige Diskussionsbeitrag zum verlinkten Artikel aus. Den Ethnophaulismus "Pi(e)fkinesen" kannte ich noch nicht.
Vermutlich sind damit die Touristen aus Deutschland und China gemeint  #nocomment#

Nachtrag: Ich habe gerade gelernt, dass mit "Piefkinesien" nur Deutschland gemeint ist  :(. Die Chinesen sind also außen vor  #hihi#
Titel: Re.: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: kogo am Sa, 16. Mär 2019, 19:47
Auch Hundebesitzer sollten ihre Verantwortung wahrnehmen. Denn es passiert auch so etwas.
Deshalb ist mir das zur Sprache gebrachte Verbot von Hunden auf Almflächen durch aus verständlich.

(https://farm4.staticflickr.com/3669/12121243346_5b7ff0d7a5_n.jpg) (https://flic.kr/p/jt7xmf)
Am Eingang zum Brendlkar (Mieminger Kette).

Es waren auch noch Bilder mit über den Hang verteilten toten Schafen und Lämmern  angeschlagen. Leider zu verwaschen um auf einem Foto noch etwas zu erkennen.

Und so gehts, ein Praxisbeispiel: :)
Zitat
Körpersprache (erkennen)

(https://farm5.staticflickr.com/4488/37235789860_a4a9feca7d_m.jpg) (https://flic.kr/p/YJpa3U)
Nach erfolgter Einkesselung. Ist das wohl der Senner? ;)

Zitat
Im Fall der Fälle

(https://farm5.staticflickr.com/4504/36824630073_6d5b4f55b7_m.jpg) (https://flic.kr/p/Y74Rz4)
Rucksack abnehmen. Nein, er hat keinen Leckstein dabei. #hihi#


Titel: Verhaltensregeln für Alm-Besucher
Beitrag von: rB-Infothek am Mi, 17. Apr 2019, 07:31
In Österreich wurden jetzt vom Tourismusministerium zehn Verhaltensregeln für Alm-Besucher im Ungang mit Weidevieh aufgestellt:

1. Kontakt zum Weidevieh vermeiden, Tiere nicht füttern, sicheren Abstand halten!
2. Ruhig verhalten, Weidevieh nicht erschrecken!
3. Mutterkühe beschützen ihre Kälber. Begegnung von Mutterkühen und Hunden vermeiden!
4. Hunde immer unter Kontrolle halten und an der kurzen Leine führen. Ist ein Angriff durch ein Weidetier abzusehen: Sofort ableinen!
5. Wanderwege auf Almen und Weiden nicht verlassen!
6. Wenn Weidevieh den Weg versperrt, mit möglichst großem Abstand umgehen!
7. Bei Herannahen von Weidevieh: Ruhig bleiben, nicht den Rücken zukehren, den Tieren ausweichen!
8. Schon bei ersten Anzeichen von Unruhe der Tiere Weidefläche zügig verlassen!
9. Zäune sind zu beachten! Falls es ein Tor gibt, dieses nutzen, danach wieder gut schließen und Weide zügig queren!
10. Begegnen Sie den hier arbeitenden Menschen, der Natur und den Tieren mit Respekt!
Titel: Re.: Verhaltensregeln für Alm-Besucher
Beitrag von: geroldh am So, 28. Apr 2019, 14:21
In Österreich wurden jetzt vom Tourismusministerium zehn Verhaltensregeln für Alm-Besucher im Umgang mit Weidevieh aufgestellt:
...

Wie in der heutigen Zeit "erforderlich", gibt es diese Regeln für "lesefaule" auch anschaulich erklärt als Video:
10 Regeln für den richtigen Umgang mit Weidevieh (http://www.youtube.com/embed/NYVYvHiHsKU?feature=player_embedded) (3:25 Min. / am 16.04.2019 veröffentlicht)


https://www.youtube.com/watch?v=NYVYvHiHsKU


Gleichzeitig erinnert in einer Pressemeldung der Chiemsee-Alpenland Tourismus (roBerge-Kerngebiet) an eine bereits vor einem Jahr erschienene Broschüre (52 Seiten => online & PDF):
Zitat von: Samerberger Nachrichten
Die ... Broschüre „Auf der Alm Dahoam“ von Chiemsee-Alpenland Tourismus (CAT) ([url]https://www.chiemsee-alpenland.de/Info-Service/Prospekte/Auf-der-Alm-Dahoam[/url]) soll Einheimischen und Gästen die Bedeutung der heimischen Almwirtschaft näher bringen. Sie beinhaltet Wissenswertes über das Leben und die Arbeit auf einer Alm, Verhaltensregeln in den Bergen, Expertentipps, Vorschläge zum Almerlebnis in der Region und Erklärungen zu Begriffen wie „Millebitschn“ oder „Oimnussen“.
...
Quelle/Text (https://www.samerbergernachrichten.de/neue-broschuere-auf-der-alm-dahoam-von-chiemsee-alpenland-tourismus)
Titel: Re.: Verhaltensregeln für Alm-Besucher
Beitrag von: MANAL am So, 28. Apr 2019, 15:19
Wie in der heutigen Zeit "erforderlich", gibt es diese Regeln für "lesefaule" auch anschaulich erklärt als Video:

Damit das heutzutage klappt braucht es schon eine hippe App und natürlich Beiträge in Instagram und Twitter. Sonst bekommt es eine ganze Generation überhaupt nicht mehr mit. Ein 3 Minuten langen Video packen die heute doch gar nicht mehr...
Titel: Re.: 70-Jährige stirbt nach Kuhattacke auf der Kranzhornalm
Beitrag von: maisalm am So, 28. Apr 2019, 17:58
Die Hinweise sind angesichts der großen Anzahl an Bergwanderern sehr wohl in Ordnung und wichtig. Ich komme vom Land und bin nicht in, aber neben einem Bauernhof, also mit auf dem Bauernhof aufgewachsen.
Wir wurden immer vor den Kühen gewarnt und Vorsicht und Respekt - nicht Angst- waren selbstverständlich im Stall. Und ich kann einige aufzählen - Frauen wie Männer- , die im Stall beim Melken, kalben etc. ihr Leben gelassen haben. Ganz einfach, weil sie entweder an der Wand zerdrückt oder am Boden totgetreten wurden. Das kommt immer wieder vor, obwohl die Bauern täglich mit ihrem Vieh zu tun haben.
Als ich vor ein paar Jahren zusammen mit zwei Begleiterinnen beim Wandern war, beide aus Landwirtschaft mit Kühen stammend, hatten interessanterweise diese beiden die meiste Angst, eine den Weiterweg blockierende Herde zu durchqueren.
Da ging auch nicht Tipp xy, links oder rechts oder sonst wo vorbei.
Die Tiere (eine ganze Reihe hintereinander) standen auf dem steigartigen Weg , Gelände links abseits ins nichts, rechts steil hoch ins nichts. Kein Tipp. Da musst durch, wenn du nicht den ganzen Weg wieder runter, sondern weiter nach oben möchtest.
Sagen möchte hier, es gibt 1. nicht immer die Topp 1 Lösung und 2. kann man ganz schnell in eine zumindest nicht ganz ungefährliche Situation kommen.
Tiere sind nicht berechenbar, Kühe groß und stark, Jungvieh oft sehr ungestüm.
Für viele Menschen sind Begegnungen mit Tieren im Freien eine völlig neue Erfahrung. Wo sollen sie den Umgang gelernt haben?