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Autor Thema: Welche Touren gehören ins Kletterboard? Umfrage  (Gelesen 3619 mal)

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Offline RossiS

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Servus liebe Bergfreunde,

da das Thema während eines gemeinsamen Moderatoren-Ausflugs aufgekommen ist würde ich gerne die Meinung(en) der Community einholen. Welche Art von Touren sollten im Kletterboard gepostet werden? Bzw wo ist die Abgrenzung zur Bergtour?
Technisch gesehen fängt das Klettern ja bei UIAA I an aber ich denke keiner würde auf die Idee kommen eine Bergtour mit einer Ier Stelle unter Klettertour einzuordnen. Auch eine Tour über den Normalweg auf den Hochkalter z.b. bei der eine IIer Stelle geklettert werden muss würde ich persönlich eher als Bergtour einordnen (vom gesamt Charakter her). Aber es ist schwierig hier eine Grenze zu ziehen. Was meint ihr dazu?

- Jeder soll selbst über den Charakter der Tour entscheiden und im entsprechenden Forum posten?
- Oder: eine offizielle Grenze / Regeln aufstellen (z.B ab UIAA III oder ab Sicherung mit Seil oder oder oder?)
Und welche Regel/Abgrenzung wäre dann sinnvoll?

Bin gespannt auf euren Input...

vG
Rossi

Offline AbseitsAufwärts

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Re: Welche Touren gehören ins Kletterboard? Umfrage
« Antwort #1 am: 30.10.2016, 19:39 »
Ich denk mal es kommt auf den Gesamtcharakter der Tour an. Wenn ein paar IIer Stellen vorkommen würd ich's nicht als Kletterei ansehen, wenn's dagegen hauptsächlich in dem Bereich ist könnte man's schon als Kletterei einstufen. z.B. den Taubensteingrat (der Rest ist dann Zustieg). Generell find ich die Grenze so ab dem III. Grat, wo's dann definitiv als Kletterei läuft. Watzmann Ostwand würd ich schon als Kletterei nehmen, ich hab die nicht gemacht, was würdst du sagen?
Bsp. Treffauer: Da hab ich nur die normale Runde gedreht, (nicht die Schutterfeldköpfe) würd ich trotz Tuxeck Gipfelkletterei als "Bergtour" nehmen.

Offline Brixentaler

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Re: Welche Touren gehören ins Kletterboard? Umfrage
« Antwort #2 am: 31.10.2016, 17:05 »
... oder ab Sicherung mit Seil ...

Eine etwaige Seilsicherung würde ich nicht als Maß anwenden, denn was für den einen ohne Seil machbar ist, kann für viele andere schon eine ausgewachsene Klettertour sein.
Als (Extrem-)Beispiel möchte ich anführen, dass manche Bergsteiger imstande sind, die Hasse-Brandler (VIII+) oder den Weg durch den Fisch (IX-) free solo zu klettern. Das würde ich jedoch trotzdem nicht als "Bergtour" bewerten #hihi#

Eine Abgrenzung bezogen auf den Schwierigkeitsgrad wäre hingegen tatsächlich sinnvoller, wobei UIAA III auch meines Erachtens ein guter Grenzwert ist.

Offline RossiS

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Re: Welche Touren gehören ins Kletterboard? Umfrage
« Antwort #3 am: 31.10.2016, 17:43 »

Eine etwaige Seilsicherung würde ich nicht als Maß anwenden, denn was für den einen ohne Seil machbar ist, kann für viele andere schon eine ausgewachsene Klettertour sein.


Das Kriterium Seilsicherung ist natürlich ein Schmarrn - da stimme ich dir zu.

Der Schwierigkeitsgrad UIAA III scheint so der Punkt zu sein ab wann es ziemlich sicher als Klettertour einzustufen ist. Das sehe ich vom Gefühl her genauso. Bei UIAA II ist es etwas schwieriger. Kann eine Klettertour sein, muss aber nicht. Wie AbseitsAufwärts schon schreibt ist es wohl abhängig vom Gesamtcharakter der Tour.

Weitere Meinungen/Gedanken gerne posten.

Danke euch schon mal!

Rossi

Offline RossiS

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Re: Welche Touren gehören ins Kletterboard? Umfrage
« Antwort #4 am: 08.11.2016, 10:39 »
Servus beinand,

nach längerem Überlegen und in Absprache auch mit Reinhard sind wir jetzt zu folgendem Ergebnis gekommen:

- Touren ab Stellen UIAA III gehören auf alle Fälle ins Kletterboard.
- Touren mit einzelnen Stellen UIAA II und darunter sollten weiterhin unter "Bergtouren" gepostet werden (klassisches               Beispiel hierfür Hochkalter Normalweg).
- Touren bei denen der II. Grad anhaltender erreicht wird können AUCH ins Kletterboard gestellt werden (müssen aber nicht). Da die Abgrenzung Bergsteigen/Klettern auch im wirklichen Leben schwierig ist soll eine Einordnung der Bericht-Ersteller von Fall zu Fall selbst vornehmen. Stichwort: Gesamtcharakter
Ein Beispiel hierfür wäre der Hochkalter über die Blaueisroute.

Ein weiteres gutes Kriterium zur Einordnung/Entscheidungsfindung ist vielleicht auch ob es sich um einen unterhaltenen, markierten "Weg" handelt oder um eine alpine Route in freiem Gelände.

Ich würde aber das Ganze Thema gerne so wenig streng und strikt behandeln wie möglich und glaube dass das auch nicht nötig sein wird. Vertraue da voll und ganz auf den guten "Hausverstand" von euch RoBerglern. Es wird sich mit der Zeit schon einschleifen.

Ich hoffe wir haben da einen guten Mittelweg gefunden und freuen uns auf viele spannende Berichte....

Vg
Rossi

Offline geroldh

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Hallo zusammen,
die Rückmeldungen waren recht übersichtlich, treffen aber auch meine Meinung zum Thema.

Mit dem nun gefundenen Ergebnis für das Kletterboard seid ihr auch „konform“ mit der „offiziellen Einteilung“ durch die üblichen Schwierigkeitsskalen im Bergsport.  :azn:
Ich denke, das wird sehr schön durch die Graphik* in dieser Übersicht beim Schweizer Alpen-Club (SAC) dargestellt (bzw. erklärt -> SAC-Skalen.PDF), wobei in Bezug auf die Wanderskala im Bereich des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (DÖAV) noch diese Wegekategorien „gelten“ – bzw. als annähernde Gegenüberstellung „gilt“:
blau = T1, T2 / rot = T3 / schwarz = T4, T5  :) (i.d.R. ohne Ausweisung bzw. Markierung bleibt T6).

Während die „Definition“ der DÖAV-Wegekategorien recht überschaubar ist, sind dagegen die SAC-Schwierigkeitsskalen ausführlicher dargestellt:
- Berg- und Alpinwandern  (T1 - T6: Bewertung von Bergwanderwegen)  -> Verwendung bei OpenStreetMap (OSM) bzw. ggfs. bei OSM-basierten Karten
- Berg- und Hochtouren  (L - EX: Bewertung von hochalpinen Gletschertouren sowie Fels- und Eisrouten)
- Alpin- und Sportklettern  (UIAA I - i.d.R. VII: Bewertung für Felskletterrouten)

*Als es in der jüngeren Vergangenheit das Kletterboard (mit seinem neuen Symbol/Icon - ;) #danke1#) noch nicht gab, habe ich als Kompromiss zur „anspruchsvolleren Unterscheidung“ wenigstens das (alte) roBerge-Symbol für Hochtouren verwendet – diese wenigen Berichte werden nun aber vernünftig „aufgeräumt“...
Auch wenn das roBerge-Gebiet keine „echten“ Hochtouren zuläßt (Blaueis- und Höllental-Route tendieren m.E. „klimabedingt“ eher zu „Bergtouren“), so dürfte/könnte es doch zunehmend auch Berichte von Bergfahrten ins „echte“ Hochgebirge geben – und damit vllt. mittelfristig auch ein „Hochtourenboard“ sinnvoll sein. Wenn die Betreff-Zeile entsprechend ergänzt/verändert wird, könnte die bereits im Hintergrund angestossene Diskussion hier in diesem "Thread" fortgeführt werden... – und was meint ihr?

Offline tobig

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*Als es in der jüngeren Vergangenheit das Kletterboard (mit seinem neuen Symbol/Icon - ;) #danke1#) noch nicht gab, habe ich als Kompromiss zur „anspruchsvolleren Unterscheidung“ wenigstens das (alte) roBerge-Symbol für Hochtouren verwendet – diese wenigen Berichte werden nun aber vernünftig „aufgeräumt“...
Auch wenn das roBerge-Gebiet keine „echten“ Hochtouren zuläßt (Blaueis- und Höllental-Route tendieren m.E. „klimabedingt“ eher zu „Bergtouren“), so dürfte/könnte es doch zunehmend auch Berichte von Bergfahrten ins „echte“ Hochgebirge geben – und damit vllt. mittelfristig auch ein „Hochtourenboard“ sinnvoll sein. Wenn die Betreff-Zeile entsprechend ergänzt/verändert wird, könnte die bereits im Hintergrund angestossene Diskussion hier in diesem "Thread" fortgeführt werden... – und was meint ihr?

Hallo ich denke grundsätzlich wäre eine Thema Erweiterung zum Thema Hochtouren gut (ich finde die Einteilung nach dem SAC Bild im Übrigen sehr gut und entsprich weitestgehend meinem Sprachgebrauch (wobei das sich eigentlich kaum vom DAV unterscheidet)). Die Anzahl an guten Foren zu Themen wie Hochtouren in den Alpen ist doch sehr überschaubar und zum Teil mangelts auch an der Qualität.

Allerdings sind zwei Sachen zu beachten: 1. je größer ein Board wird desto schwerer zu managen und damit leidet auch die Qualität, die roBerge ja gerade ausmacht. Ausserdem zieht es dann auch immer mehr Leute an die eigentlich nur Marketing für sich selber machen und das kann sehr anstrengend sein.
2. und das ich vielleicht noch wichtiger, gibt es immer noch einen Eigentümervorbehalt. Ein Forum ist community dirven aber nicht unbedingt Community defined. Eine Auswertung auf Hochtouren würde also den Definitionsbereich deutlich erweitern, und ob das der Reinhard will? Ich meine einen teil des Charms bezieht roBerge ja gerade daraus, dass es ein SpezialForum ist und eben auch der Geheimtipp aus dem hinterletzten Chiemgauer Berg hier zu finden ist.

Ich würde deshalb alleine schon aus Markenstrategischen Gründen das nicht einführen, oder wenigstens ein Spinn off unter anderer Marke zu machen (wie Innsberge, RO_TN Berge (von Rosenheim -- Trento), 12°berge (Längengrad)...). Das würde roBerge an sich schon schützen. Vor Überbevölkerung, Qualitätsverlust und so weiter...

Offline Ameranger

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Re: Welche Touren gehören ins Kletterboard? Umfrage
« Antwort #7 am: 09.11.2016, 00:48 »
Servus Beinand,

Allerdings sind zwei Sachen zu beachten: 1. je größer ein Board wird desto schwerer zu managen und damit leidet auch die Qualität, die roBerge ja gerade ausmacht. Ausserdem zieht es dann auch immer mehr Leute an die eigentlich nur Marketing für sich selber machen und das kann sehr anstrengend sein.

Sag Mal tobig, du wirst doch nicht auf mich anspielen hier  ???

2. und das ich vielleicht noch wichtiger, gibt es immer noch einen Eigentümervorbehalt. Ein Forum ist community dirven aber nicht unbedingt Community defined. Eine Auswertung auf Hochtouren würde also den Definitionsbereich deutlich erweitern, und ob das der Reinhard will? Ich meine einen teil des Charms bezieht roBerge ja gerade daraus, dass es ein SpezialForum ist und eben auch der Geheimtipp aus dem hinterletzten Chiemgauer Berg hier zu finden ist.

Da muss ich dir zum einen Recht geben, das es den Definitionsbereich deutlich vergrößern wird. Aber bitte bedenke wann ist die Zeit für Hochtouren und wer hat bislang wirklich welche eingestellt ?!.  Das Fenster ist eher kurz, und die Berichte halten sich fast ähnlich des Kletterboards überschaubar. Von daher ist ja das Icon "Hochtour" vorhanden, ich finde das reicht meines Erachtens ?!.

Ich und RossiS haben uns anläßlich eines Moderatorenausflugs  ::) ( Bericht folgt ) auch sehr rege über das Kletterboard unterhalten was denn nun rein darf und was nicht ?!. Ich für meinen Teil hätte gerne etwas weiter " unten" angesetzt um mehr Berichte hinein zu bekommen. ABER: Da muss ich RossiS (und Reinhard) wiederum Recht geben, das würde die Qualität der Kletterrouten wieder deutlich herab setzten !, deswegen auch das von RossiS vorgestellte Unterscheidungskriterium.
Und schon wäre ich beim Thema: Ich PERSÖNLICH finde das es genau diese Qualität im Roberge - Forum ist, was das Forum ausmacht. Eben Tipps von Profis ( jeder auf seinem Gebiet )  aus unserem schönen Chiemgau und der Umgebung und der Familiäre Umgang mit der Liebe zu den Bergen und seinen Touren. Eben nicht ein "plumper" Post um sich selber zu profilieren um möglichst viele Zugriffe usw zu erhalten - sondern viel mehr seine Erlebnisse weiter zu vermitteln !

In diesem Sinne, es lebe das Roberge-Forum mit seinen vielen verschieden qualitativen Ansichtsweisen und " Familienmitgliedern"  #danke1#

Vg Ameranger

Offline Zeitlassen

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  • ...und immer schön zeitlassen...
der Familiäre Umgang mit der Liebe
  #hihi#
Meine lieben Familienmitglieder #warnurspass#
die Rückmeldungen waren recht übersichtlich, treffen aber auch meine Meinung zum Thema.
Diesen Thread habe auch ich aufmerksam verfolgt. (Aber mein Senf war verzichtbar.) Was hier über das neue Kletterboard und seine Inhalte mit viel Engagement erdacht und gesagt wurde, unterstütze ich voll und ganz.
 #sorry# Nach der von RossiS genannten Abgrenzung, der ich voll zustimme, wird von mir im Kletterboard kein Beitrag kommen. Schade eigentlich, aber das ist korrekt, denn ich bin Bergsteiger und Weitwanderer. Trotzdem stehe ich zum Kletterboard und seinen Chefs!
 #falschesforum# Ein eigenes (gebietsfremdes) Hochtourenboard halte auch ich für eine Überschreitung unserer Grenzen, es passt nicht zum Roberge-Wesen. Grundsätzlich sollten wir uns als Spezialisten auf das Roberge-Gebiet beschränken. Mit Ausnahmen: Auch bisher wurden schon Berichte aus fernen Gegenden hier eingestellt und gerne gelesen, aus Südtirol, Korsika, Amerika oder sogar dem Lungau! Also, Ameranger, poste uns auch deine baldigen Himalaya-Berichte. Oder falls wer auf dem Olympus Mons war...