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Autor Thema: Bergtouren und Corona  (Gelesen 6028 mal)

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Offline Wanderfreak

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Verstöße können in Tirol richtig teuer werden
« Antwort #40 am: 28.03.2020, 16:50 »
Zitat
Wie kein anderes Bundesland in Österreich ist Tirol von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Alle 279 Gemeinden des Bundeslandes stehen unter Quarantäne, für die Tiroler gelten seit Tagen verschärfte Ausgangsbeschränkungen - auch hinsichtlich sportlicher Aktivitäten in der Freizeit; Skitouren wie Bergwanderungen sind beispielsweise untersagt.

Das Verbot schien aber eine Gruppe von Skitourengehern nicht weiter zu stören. Die vier Personen waren am Montag, den 16. März, von der Polizei bei einer Tour im Bezirk Innsbrucker Land angetroffen worden. Nachdem sie von den Beamten auf die geltende Regelung hingewiesen worden waren, versprachen die Tourengeher, sich daran halten zu wollen. Keine 24 Stunden später wurde die Gruppe erneut von Beamten "auf Tour" erwischt.

Gegen die uneinsichtigen Wintersportler wurde daraufhin Anzeige erstattet. Sie müssen mit einem Bußgeld von bis zu 3600 Euro pro Person rechnen.

Nach übereinstimmenden Medienberichten hat sich die Zahl der in Tirol zur Anzeige gebrachten Verstöße innerhalb von fünf Tagen von 91 auf 216 Fälle erhöht.


Quelle: https://www.alpin.de/home/news/38930/artikel_trotz_verbot_skitourengruppe_zweimal_aufgegriffen.html

roBerge.de

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« Antwort #40 am: 28.03.2020, 16:50 »

Offline steff

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #41 am: 01.04.2020, 23:05 »

Offline Bergautist

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Re: Verstöße können in Tirol richtig teuer werden
« Antwort #42 am: 02.04.2020, 12:47 »
Quelle: https://www.alpin.de/home/news/38930/artikel_trotz_verbot_skitourengruppe_zweimal_aufgegriffen.html

Interessant sind dort vor allem die Kommentare. So z.B. der von alpin.de: "... Wenn alle großen Alpenvereine in Verbund mit den Bergrettungsdiensten dazu aufrufen, derzeit auf Bergtouren zu verzichten, wird das schon seinen Grund haben!...[etwas Polemik...]". (Ein Grund wird übrigens nicht genannt!)

Um es einmal hart zu sagen: Mit dem Spruch ließen sich auch noch ganz andere Dinge rechtfertigen! (Warum denke ich da nur an die jüngere deutsche Geschichte?)

Allerdings haben die Großorganisation wirklich einen nachvollziehbaren Grund: Als solche stehen sie im Blickfeld der Öffentlichkeit und müssen immer etwas vorsichtiger (vielleicht sogar übervorsichtig) agieren, denn man steht hier in besonderer Verantwortung und will alles vermeiden, was vielleicht fehlinterpretiert das eigentliche Ziel konterkariert: Einbremsung der Ansteckungsrate.

Das heißt aber nicht, dass jemand, der sich umsichtig und verantwortungsvoll verhält, weil er informiert ist und im Sinne des genannten Ziels zu handeln in der Lage ist, keine Bergtouren unternehmen darf.

Ich bin froh, dass die Bayerische Staatsregierung vernünftige und nachvollziehbare Regeln erlassen hat, die eigenes Denken nicht überflüssig machen. Leider gibt es immer noch Leute, denen das nicht weit genug geht und die versuchen, durch soziale Ächtung (das Internet macht's möglich) schärfere Regeln durchzusetzen. (Warum erinnert es mich jetzt daran, dass derzeit Husten in einem Supermarkt schon eine Schlägerei auslösen kann?)

Hier mal ein filmischer Beitrag, wie US-Amerikaner einen neuartigen Viren-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff zu bekämpfen gedenken, da dürfen natürlich auch U-Boote, Maschinengewehre und Torpedos nicht fehlen:

https://www.ardmediathek.de/ard/player/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2Zlcm5zZWhmaWxtZSBpbSBlcnN0ZW4vOTkzNzhiNzQtNDA2Yi00NDc4LTk1NmYtY2E2ZDAwNTY2YWFh/die-schreckensfahrt-der-orion-star (Video verfügbar bis: 27.06.2020 ∙ 23:59 Uhr)

Da gibt es so einiges zu bestaunen, was auch gerade zur aktuellen Situation passt...

Nachtrag 3.4.2020: geroldh hat freundlicherweise die Begründung des DAV ausgegraben:

https://www.alpenverein.de/in-der-corona-krise-keine-bergtouren-aber-in-bewegung-bleiben_aid_34793.html

Die steht nicht im Widerspruch zum Geschriebenen und entbindet den DAV vom Aufwand, ständig nachprüfen zu müssen, ob die Relationen noch gewahrt sind (https://www.roberge.de/index.php/topic,10392.msg65627.html#msg65627)! Denn auch ich rechne damit, dass die Grenzen unseres Gesundheitssystems bald ausgelotet werden.

Offline MANAL

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #43 am: 03.04.2020, 00:09 »
Zitat
Junger Alpinist löst große Suchaktion aus

Ein Bergsteiger hat Mittwochabend die Einsatzkräfte in Hinterstoder beschäftigt. Er hatte angekündigt, auf den großen Priel zu wollen. Als sein Auto am Abend noch auf dem Parkplatz stand und er nicht erreichbar war, wurde eine Suchaktion ausgelöst. Unnötigerweise, wie sich herausstellte.


https://ooe.orf.at/stories/3042128/


Offline Franky

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #44 am: 03.04.2020, 09:46 »
Information
Veröffentlichung BayMBl. 2020 Nr. 159 vom 27.03.2020
Bußgeldkatalog „Corona-Pandemie“
(§ 1 Abs. 4 VO)

Frank Steiner

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #45 am: 03.04.2020, 10:09 »
Junger Alpinist löst große Suchaktion aus
Waere der Fall aus bayerischem Boden erfolgt, wuerde er sich wie folgt darstellen: die Bergbesteigung waere nicht per se verboten, allerdings koennte sich das bei unzureichender Ausruestung oder zu hoher Schwierigkeit aendern, weil es dann nicht mehr als normale Bewegung und Sport verstanden werden koennte.
Der Abbruch vor dem KS waere zwar eigentlich vernuenftig, aber das Uebernachten in einer Schutzhuette ist ja nach der bayerischen Regelung definitiv ausgeschlossen (laut Ministeriumssprecher), was rechtfertigen wuerde, dass er den Einsatz zahlen muss. Ausser er musste die Schutzhuette aufsuchen, weil ansonsten Gefahr fuer Leib und Leben bestaenden haette.

So oder so aber sicherlich kein Fall von "wenn ich jetzt in die Berge gehe, dann nur einfache und ungefaehrliche Wege unter meinem sonstigen Leistungsniveau".

Interessant aber die generelle Frage: wenn die Situation mit dem Auto auf dem Parkplatz sich so ohne Ausgangsbeschraenkung abgespielt haette, was waere dann mit den Kosten des Rettungseinsatzes? Wenn jemand anders faelschlicherweise denkt, ich sei in Gefahr und deshalb die Bergwacht ruft, obwohl ich mich zu keinem Zeitpunkt in Gefahr befand, wer zahlt dann den Einsatz? Derjenige hat es ja gut gemeint, aber wenn ich als Wanderer Schuld bin, dass ich irgendwo ohne Handy-Empfang unterwegs bin und vielleicht erst um Mitternacht zurueck zum Auto komme oder ungeplant in einer Schutzhuette uebernachte, dann kann man ja in viele Bergregionen gar nicht mehr gehen.
Ich bin schon manchmal extra irgendwo zum Grat hochgekraxelt, nur um zu Hause Bescheid zu geben, das ich auch die naechsten Stunden im Taleinschnitt keinen Empfang haben werde. Aber es gibt auch Touren, wo das den ganzen Tag nicht geht. Wie macht ihr das? Solche Touren gar nicht, oder Zettel ins Auto "Ich bin womoeglich erst um Mitternacht zurueck" o.ae.?

Offline sachranger

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #46 am: 03.04.2020, 13:22 »
Genau das soll halt nicht passieren 

#sorry# dafür hab ich kein Verständnis

....

Falls der Link nicht funktioniert, nehmt diesen:
https://www.rosenheim24.de/bayern/grassau-mann-stuerzt-vorderalm-schwer-verletzt-13637079.html
Admin roBerge



Das ist einfach ein Unfall oder Unglück. Das passiert halt.
Der Hype, der aktuell um die Coronakrise gemacht wird, ist nicht nachvollziehbar.

Die Versäumnisse der Regierung sind es, die 1000fache Ansteckungen beim Krankenhauspersonal erst ermöglichen. Schutzmaske und Brille im urbanen Bereich auf ... und dein Infektionsrisiko liegt im Promillebereich. Die Berge können wir problemlos genießen.

Offline wim43

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #47 am: 03.04.2020, 13:31 »
Genau das soll halt nicht passieren 

#sorry# dafür hab ich kein Verständnis

....

Falls der Link nicht funktioniert, nehmt diesen:
https://www.rosenheim24.de/bayern/grassau-mann-stuerzt-vorderalm-schwer-verletzt-13637079.html
Admin roBerge



Das ist einfach ein Unfall oder Unglück. Das passiert halt.
Der Hype, der aktuell um die Coronakrise gemacht wird, ist nicht nachvollziehbar.

Die Versäumnisse der Regierung sind es, die 1000fache Ansteckungen beim Krankenhauspersonal erst ermöglichen. Schutzmaske und Brille im urbanen Bereich auf ... und dein Infektionsrisiko liegt im Promillebereich. Die Berge können wir problemlos genießen.


Kopfschüttel, bis es schmerzt!

wim43

Offline BFklaus

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #48 am: 03.04.2020, 15:41 »
Kopfschüttel, bis es schmerzt!

Das ging mir genau so, als ich diese Bundestagsdrucksache von 2013 gelesen habe.

Offline geroldh

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #49 am: 03.04.2020, 21:21 »
Nun, wenn dies so ist...  #zitter  ...dann setze ich doch noch diesen "Vortrag" hier rein:

The next outbreak? We’re not ready (Der nächste Ausbruch? Wir sind noch nicht bereit.) | Bill Gates (8:36 min. / am 03.04.2015 veröffentlicht)

Wahrscheinlich verfolgt ihr auch die Nachrichten und denkt Euch wo soll das nur hinführen.
Wichtig find ich a gscheide Informationsbesorgung. ...

Und um noch einen Bogen zum Eröffnungsbeitrag dieser Diskussion zu spannen:
Gutes hintergründiges Wissen ("Fakten") zum Thema findet sich m.E. auf 3sat in den Sendungen nano und scobel - hier ein Beispiel aus den "ersten Tagen":

Corona – was es über unsere Gesellschaft verrät (37 min / 17.03.2020)
"Gert Scobel untersucht: Was ist Panikmache und was sind vernünftige Maßnahmen? Gerade jetzt haben wir die Chance, die Demokratie und jeden einzelnen um wichtige Erkenntnisse zu bereichern."

Offline Wanderfreak

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #50 am: 04.04.2020, 10:21 »
 
Bleibts dahoam - da Berg rennt ned weg.jpg


Quelle: klick

Offline Franky

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #51 am: 04.04.2020, 12:27 »
Ja die roBergler...

 
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Offline BFklaus

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #52 am: 04.04.2020, 12:38 »
Nun, wenn dies so ist...  #zitter  ...dann setze ich doch noch diesen "Vortrag" hier rein:

The next outbreak? We’re not ready (Der nächste Ausbruch? Wir sind noch nicht bereit.) | Bill Gates (8:36 min. / am 03.04.2015 veröffentlicht)

Absolut sehenswerter, visionärer Vortrag von Bill Gates, hier auch zum Nachlesen in 40 Sprachen: https://www.ted.com/talks/bill_gates_the_next_outbreak_we_re_not_ready/transcript

Im Prinzip liegt seine fünf Jahre alte Präsentation auf der gleichen Linie wie die brillante Risikoanalyse des Robert-Koch-Instituts von 2012. Passiert ist seither nichts. Die alarmierende fachliche Risikoanalyse wurde von den politisch Verantwortlichen mit der Risikobewertung C („bedingt wahrscheinlich, ein Ereignis, das statistisch in der Regel einmal in einem Zeitraum von 100 bis 1.000 Jahren eintritt“) versehen und abgeheftet. Auch Bill Gates‘ zig millionenfach geklicktes Video erreichte nichts, wie er kürzlich selbst eingestand.

Ein klein wenig Hoffnung auf ein Umdenken macht die Pressekonferenz unserer Bundesumweltministerin vor zwei Tagen: https://www.zdf.de/nachrichten/politik/coronavirus-naturschutz-schulze-100.html

Offline Bergautist

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Covid-19-Tipps für Spaziergänger und Sporttreibende
« Antwort #53 am: 04.04.2020, 15:39 »
Derzeitiger Kenntnisstand ist, dass fast 50 % aller Covid-19-Infektionen bereits stattfinden können, wenn der Überträger (noch) keine Symptome verspürt. Damit kann jeder, der sich (noch) unbeschwert in der Natur bewegt und die Infektion noch nicht überstanden hat, zum Überträger werden.

Solange in Bayern das Spazieren gehen und Sport treiben noch erlaubt ist, sind für unsere Unentwegten einige physikalische Tipps angebracht, die über das hinausgehen, was man sonst so liest.

Tröpfcheninfektion

Insbesondere beim Sprechen entstehen große, mittlere und kleine Tröpfchen, die infektiös sein können. Bei Windstille fallen die großen schneller zu Boden, die kleineren entsprechend langsamer, was zu der 1.5 (2) m-Abstandsregel geführt hat. Es gibt Situationen, in denen dieser Abstand möglicherweise nicht ausreicht. Denn eigentlich steigt das Infektionsrisiko nicht nur mit dem Abstand, sondern auch mit der Dauer der Exposition! Aber auch die Luftbewegung bzw. Bewegung in der Luft spielt eine Rolle. Also

  • Je kleiner der Abstand, desto kürzer die Begegnung halten!
  • Mindestabstand vergrößern, wenn man sich hinter einer Person bewegt - je größer die gemeinsame Geschwindigkeit, desto größer der Abstand! Oder lieber "schnell" überholen oder zurückfallen lassen.
  • Rücken- und Vorderwind bei Vorausgehenden vermeiden
  • Am besten ist Seitenwind, vorausgesetzt, es geht kein permanent Haushaltsfremder neben mir
  • Sprechen in der Nähe anderer Personen vermeiden oder Maske aufsetzen

Kontaktinfektion

Derzeit kenne ich außer fehlinterpretierten Studien nichts, was das Risiko von Kontaktinfektionen quantifizieren könnte. Das heißt aber nicht, dass es diese Gefahr nicht gibt.

  • Insbesondere in den Bergen nur Wege begehen, bei denen man nichts anfassen muss (Seile, Gatter)


Offline elli pirelli

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Offline almrausch

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #55 am: 05.04.2020, 08:45 »
Ich beobachte die  Tendenz in einigen  Artikeln in lokalen Zeitungen und  viele Kommentaren im Netz und Medien zu diesem Thema zunehmend mit einer gehörigen Portion an Unbehagen.  Wir leben in einer Demokratie und unsere Verfassung und Grundrechte sind nicht per se nun durch die Corona Krise außer Kraft gesetzt. d.h auch bei der Abwendung von Gefahren muss das vertretbare Mittel gewählt werden, die Verhältnismäßigkeit muss gewahrt bleiben  und nicht nach dem Motto gehandelt werden  "viel hilft viel" sondern so viel wie nötig so wenig wie möglich.  Ich finde diese Art wie derzeit über Wanderungen in den Medien und im Netz  berichtet  wird, vergiftet die gesellschaftliche Stimmung und führt zu Denunziantentum,  wenn man wie jetzt versucht die Wanderer einzuschüchtern unter dem Motto "wenn ihr nicht tut was wir wollten, seit ihr Schuld wenn ihr gerettet werden müsst, wenn dann Retter infiziert werden und Klinikbetten fehlen".  Es existieren klare rechtsstaatliche Vorgaben (Sport ist erlaubt), stattdessen wird mit moralischen Schuldgefühlen gearbeitet in dem Fotos von vollen Wanderparkplätzen gezeigt werden oder die wenigen einzelnen Unfälle besonders herausgestellt werden. Dieses dogmatische Vorgehen, keine Diskussion zuzulassen und abzuwägen entspricht nicht dem Konzept einer Demokratie.  Um  klar zustellen, ich halte mich an die staatlichen Vorgaben und zeige dafür auch absolutes Verständnis. Ich versuche mich umsichtig zu verhalten und unternehme zur Zeit nur einfache Radtouren und sehr einfache Wanderungen in der näheren Umgebung. Wie der Einzelne diese  Begriffe definiert ist eine höchst persönliche Abwägung und in einer Demokratie darf auch in einer Krisensituation  das individuelle Selbstbestimmungsrecht nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen und Voraussetzungen außer Kraft gesetzt werden.
Almrausch


Offline Bergautist

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #57 am: 05.04.2020, 10:03 »
Ich finde diese Art wie derzeit über Wanderungen in den Medien und im Netz  berichtet  wird, vergiftet die gesellschaftliche Stimmung und führt zu Denunziantentum,  wenn man wie jetzt versucht die Wanderer einzuschüchtern unter dem Motto "wenn ihr nicht tun was wir wollten, seit ihr Schuld wenn ihr gerettet werden müsst, wenn dann Retter infiziert werden und Klinikbetten fehlen".

Zum Glück sind wir roBergler ja noch recht vernünftig! Da kann man auch die eine oder andere Fehlassoziation schon mal entschuldigen! Richtig schlimm wird es, wenn man die Kommentare zu Bergunfällen aus den lokalen Internet-Käseblättern so sieht. Da ist Übelkeit dann nicht mehr weit! Und Covid-19 bietet den Berufsempörern noch zusätzliche Scheinargumente zu den schon bekannten wie "Wer in den Bergen verunfallt kann nur ein Volltrottel sein, ist selber schuld und soll sich gefälligst selber retten!"

Offline wim43

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #58 am: 05.04.2020, 10:13 »

Corona – was es über unsere Gesellschaft verrät (37 min / 17.03.2020)
"Gert Scobel untersucht: Was ist Panikmache und was sind vernünftige Maßnahmen? Gerade jetzt haben wir die Chance, die Demokratie und jeden einzelnen um wichtige Erkenntnisse zu bereichern."


Ein sehenswerter Beitrag, da ist jede Sekunde zuhören eine gute Investition in das eigene Verständnis!

Online Reinhard

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #59 am: 05.04.2020, 10:22 »
Passend dazu habe ich heute im Merkur ein interessantes Interview mit Reinhold Messner gefunden:
https://www.merkur.de/sport/mehr-sport/reinhold-messner-an-einem-prozent-berge-treffen-sich-alle-13636029.html