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Autor Thema: Bergtouren und Corona  (Gelesen 5849 mal)

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Offline Bergautist

  • Cirsium palustre
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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #20 am: 20.03.2020, 09:32 »
Es bringt jetzt wenig, wenn wir uns gegenseitig (bzw. natürlich die anderen) als Deppen bezeichnen!

Derzeit sind die meisten unserer Krankenhäuser noch nicht durch Covid-19 überlastet. Das wäre sehr schnell der Fall, wenn wir der Ansteckung freien Lauf lassen würden. Italien hat es unverschuldet vorgemacht.

Ausgehverbote erwarte ich erst, wenn die Fallzahlen zu stark ansteigen, nicht wenn zuviele Leute draußen rumlaufen.

Ich rechne damit, dass die meisten von uns Covid-19 früher oder später durchstehen müssen. Nur sollte das möglichst so geschehen, dass die Krankenhäuser durch die schweren Fälle möglichst gleichmäßig belastet werden, also auch nicht zu wenig, sonst dauert die "Durchseuchung" einfach zu lange! (Braucht's dazu vielleicht die "Deppen"?) Das ist aber leider nur Theorie!

Optimal wäre es natürlich, die Fallzahlen klein zu halten, bis ein Impfstoff gefunden wurde. Aber was, wenn nicht? Optimal wäre es auch, wenn die Risikogruppen sich solange von SARS-CoV-2 fernhalten können, bis entweder die Welle abgeebbt ist oder ein Impfstoff gefunden wurde. Aber auch das ist Wunschdenken!

Risikoarmes Bergwandern ist derzeit nicht zu beanstanden, wenn man auf den ÖPNV verzichtet (Radl oder Auto) und entweder Abstandsregeln beachtend einzeln loszieht oder wenn als Gruppe, dann mit Zusammenlebenden. Und die, die es bereits durchgestanden haben und virenfrei sind, haben freie Bahn - das sieht man denen natürlich von außen nicht an! Es müssen also nicht zwangsläufig Deppen sein.

ÖPNV geht derzeit eh kaum, denn der ÖPNV dünnt sinnigerweise den Fahrplan aus, damit die Züge gut ausgelastet sind (und damit die Abstandregeln nicht eingehalten werden können :( ) ?? Für den RVO-Linienbus sind Fahrkarten nicht mehr beim Fahrer erwerbbar, um den wurde eine Sperrzone eingerichtet. Wo man die Karten sonst herbekommt, bleibt unklar. Jedenfalls geht es nicht über das DB-Internet-Portal! Und Automaten habe ich auch noch keine gefunden... (https://www.rvo-bus.de/)

roBerge.de

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« Antwort #20 am: 20.03.2020, 09:32 »

Offline schneerose

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #21 am: 20.03.2020, 10:05 »
Ausgehverbote erwarte ich erst, wenn die Fallzahlen zu stark ansteigen, nicht wenn zuviele Leute draußen rumlaufen.

Ich zitiere mal von BR24:

Deutschlandweite Ausgangssperre - Ja oder Nein?
In Bayern gilt sie schon in drei Gemeinden - und ab morgen auch in Freiburg: die Ausgangssperre. Ob man sie bundesweit braucht, darüber beraten die Ministerpräsidenten am Sonntag mit Kanzlerin Merkel. Schon jetzt wird heftig diskutiert.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat es in seiner Regierungserklärung klar gesagt: Wenn sich die Menschen draußen nicht vernünftiger verhalten, wenn es weiter "Corona-Partys" gibt und viele so tun, als gäbe es das Virus nicht, dann führt an einer Ausgangssperre in Bayern kein Weg vorbei. Ob es dieses strenge Instrument zur Eindämmung von Corona bundesweit braucht oder nicht, darüber wird gerade kontrovers diskutiert.
Für die Bundesregierung hat Kanzleramtschef Helge Braun jetzt deutlich gemacht: Das Verhalten der Menschen an diesem Wochenende wird ausschlaggebend sein. Dem "Spiegel" sagte Braun: "Der Samstag ist ein entscheidender Tag." Da hätten die Menschen frei, würden sich traditionell verabreden.


Morgen wird´s Wetter schlecht, das könnte unsere Rettung sein...

Offline schneerose

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #22 am: 20.03.2020, 10:09 »
@Bergautist:

Was Fahrkarten angeht: Ich glaub, du brauchst dir keine Sorgen machen, kontrolliert zu werden...

Für die Stadt Landshut und die Südostbayernbahn hab ich gelesen, daß die Kontrollen derzeit ausgesetzt werden. Ich geh mal davon aus, daß das die meisten Städte und Gemeinden so machen.

Offline efs

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #23 am: 20.03.2020, 11:13 »
Servus liebe RoberglerInnen,

ich verstehe, dass das Thema Corona jeden hier auf unterschiedlichste Art und Weise beschäftigt. Mich eingeschlossen.

Roberge ist ein Bergforum. Es wäre passend, wenn der Fokus der Beiträge einen Zusammenhang zwischen Corona und dem Themenbereich des Roberge Forums hätte. Wie zum Beispiel Auswirkung des Virus auf Hüttenbesuche, aktuelle Informationen vom DAV, Tourenvorschläge für unkritische Touren, etc.

Für losgelöste Diskussionen rund um Corona ist hier aus meiner Sicht nicht der passende Platz.

Sorry für die deutlichen Worte. Liebe Grüsse efs

Offline Samerbergradler

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Re: Coronavirus
« Antwort #24 am: 20.03.2020, 11:13 »
Und daher hattest Du Dir als Ziel eine bewirtschaftete Alm gesucht.
............................
 Da gehörst Du exakt zu den Deppen, über die Du dich aufregst.

Hallo Frank,
lass doch bitte die Kirche im Dorf! Ich habe mich über die Leute aufgeregt, die eng zusammen gesessen sind und gemeinsam Brotzeit gemacht haben. Oder eben sich fürs Gruppenfoto noch eng aneinander gedrückt haben.

Ich selbst war alleine unterwegs. Meine Brotzeit hatte ich auch selbst dabei. Mir war auch klar, dass es keine einsame Tour werden würde - aber von der Anzahl der Autos am Parkplatz war ich sehr wohl überrascht. Es war ja ein Wochentag außerhalb der Urlaubszeit. Deshalb bin ich ja gestern rauf statt am vergangenen Sonntag.

Nach den Empfehlungen, die in den Medien verbreitet worden sind und noch werden, sollte man - neben vielen anderen Vorsichtsmaßnahmen - auch im Freien einfach Abstand zu anderen Leuten halten. Zumindest zu solchen, mit denen man nicht die ganze Zeit zusammen ist.
Das habe ich auch so gemacht und dies ist auf der Almwiese und dem Weg dorthin ja im Grunde problemlos möglich. Sofern man das will!
Ich bin mir sicher, dass ich ab Montag in der Arbeit wahrscheinlich gefährdeter/gefährlicher bin als dort oben.

Im übrigen war ein weiterer Grund für die Wahl dieser Tour, dass im Falle eines äußerst unwahrscheinlichen Unfalls auf der Forststraße die Bergwacht mich mit dem Auto direkt am Unfallort abholen könnte und kein Hubschraubereinsatz samt zugehöriger Rettungskette erforderlich ist.

Offline almrausch

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #25 am: 20.03.2020, 11:51 »
Es wird auch abgeraten überhaupt Bergtouren zu machen, da im Falle eines Unfalls die Rettungskräfte derzeit andere Sorgen haben. Somit ist eine Bergtour auf einsamen Pfaden auch nicht gerade vorbildlich.  Ich persönlich finde das aber noch vertretbar, wenn man einfache Jägerpfade wählt. Ich denke das war deswegen war echt okay was Samerbergradler gemacht hat, da er alleine unterwegs war und sich nicht in die Hütte  bzw. zu den Gruppen auf der Wiese gesetzt hat. 
Almrausch


Offline BFklaus

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #27 am: 20.03.2020, 14:14 »
Im Berchtesgadener Land gibt es derzeit nur einen bestätigten COVID-19 Fall, im Ldkr. Traunstein 33, im Ldkr. Rosenheim 65 und im Ldkr. Miesbach 47.
Quelle: https://experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4/page/page_1/

Von den vielen Ratschlägen zum Verhalten in der Corona-Krise halte ich "Die Spielregeln der Pandemie" von Prof. Kekulé für sehr einprägsam:
1. Komme anderen Gesichtern nicht zu nahe.
2. Wasche die Hände, bevor Du Dir ins Gesicht fasst oder etwas isst.
3. Umarme nur Menschen, mit denen Du Viren austauschen willst.
4. Betrachte öffentliche Innenbereiche als kontaminiert.
5. Vermeide Kontakt zu Anderen, wenn Du Husten oder Fieber hast.
Quelle: https://www.kekule.com/blog/coronavirus-update/living-with-corona/

Frank Steiner

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #28 am: 20.03.2020, 18:40 »
Ausgangsbeschränkung für ganz Bayern
Erlaubt erfreulicherweise das alleinige Wandern oder im Familienkreis nach wie vor.
Zum Thema "Deppen": Die Motivation der Staatsregierung speist sich u.a. aus zu beobachtenden "Anballungen" von Personenmengen (Zitat eines privat bekannten hochrangigen Vertreter einer Regierungsbehoerde). Und dazu zaehlen auch brechend volle Wanderparkplaetze zu Huetten. Wer eine bewirtschaftete Huette besucht (die ab jetzt ja sowieso schliessen muss), setzt sich ganz automatisch einem erhoehten Risiko aus. Wenn Du z.B. in der Gaststube was zu trinken holst, kannst Du den Abstand von 1,5m zu allen Personen schwerlich einhalten, und es reicht auch, wenn jemand vor Dir im Abstand von 2 Metern reingeht und paar Mal hustet. Beim Oeffnen der Tuere zur Alm kann sich der Vorgaenger gerade im Auge gewischt und dann die Tuer angefasst haben, genauso der Wirt, der Dir danach Dein Glas hinstelle. Da desinfizierst Du ja auch nicht erstmal das Glas oder nach jedem Schluck Deine Haende.
Das sind Situationen, die durch die Bitte, zu Hause zu bleiben und die Sozialkontakte zu verringern, vermieden werden sollten. Im Supermarkt sind die Risiken genau dieselben, aber da muss man halt ab und zu hin und kann die Leute in der Schlange an der Kasse nur Auffordern, einem nicht direkt in den Nacken zu schnaufen... Wir duerfen an der Uni schon seit Wochen keine Pruefungen mehr mit mehreren Leuten in einem Raum durchfuehren, selbst wenn die 3 Meter auseinander sitzen wuerden. Weil sich einfach moeglichst nicht wildfremde Leute in einem Raum aufhalten, dieselbe Toilette benutzen oder durch dieselbe Tuer gehen sollen. Lauter Dinge, die in einem Restaurant oder einer bewirtschafteten Alm aber genau so passieren.
Staatsbedienstete waren jedenfalls angehalten, die Oeffentlichkeit und das Verhalten der Bevoelkerung zu beobachten. Die fahren da nicht auf die Almhuetten und schauen, wer da wie eng sitzt. Sondern die melden einen vollen Wanderparkplatz und die Schlussfolgerung ist "Die Leute halten sich nicht an die Empfehlungen und rennen weiterhin in Massen auf die Berghuetten". Neben vielen anderen Beobachtungen konnte also auch ein voller Wanderparkplatz zum heutigen Beschluss beitragen.

Im Uebrigen sehe ich nicht, inwiefern die Diskussion hier vom Thema "Berge" losgeloest waere...

Offline Reinhard

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #29 am: 20.03.2020, 19:27 »
Anmerkung zwischendurch:

Ich finde diese Diskussion recht interessant, der Bezug zu den Bergen ist auch vorhanden. Ich will mich nicht weiter einmischen, lese aber interessiert mit. Macht weiter so!

Jedoch bitte ich, unsere Forumsregeln einzuhalten.
Deshalb sollten wir gegenüber Gruppen, auch wenn sie nicht User unseres Forums sind, oder auch gegenüber bestimmte einzelne User nicht persönlich werden. Das passt nicht zu Euch. Mir ist klar, dass die Emotionen derzeit hoch schlagen. Doch wir haben hier im Forum immer einen sachlichen Ton sowie sachliche Schreiber gehabt -  und so soll es auch bleiben!

 #danke1#

Offline Kalapatar

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #30 am: 20.03.2020, 20:00 »
Servus Beinand

Jetzt muss ich mich auch noch melden.

War ja die letzten Tage auch immer mal wieder unterwegs und habe manches auch hier ins Forum gestellt. Zudem aber auch in die sozialen Medien!
Also was man da manchmal als Feedback bekommt ist schon krass! Ich habe versucht mit sowenig Leuten wie möglich in Kontakt zu kommen und beim morgendliche Einkauf im Supermarkt waren es definitiv 10x soviel wie auf jeder der Wanderungen (wegen meines Sprunggelenks geht leider immer noch nicht mehr). Aber man wird ja fast schon als der "Corona Verbreiter" geoutet!

Dass der Herr Söder heute so reagiert hat war klar, aber nicht wegen Dir, Euch oder mir, sondern wegen der Corona Parties, und der Ansammlungen an Isar, Tegernsee und wo weiß ich denn noch wo. Wir dürfen noch Spazieren gehen, allein oder mit Partner/Familie, mehr haben wir ja alle nicht gemacht! Ist vielleicht auch mal die Gelegenheit und Chance die nähere Umgebung näher zu erkunden - und jetzt wo der Frühling beginnt ist es bestimmt interessant mal ein "Was blüht denn da?" oder ähnliches in der Tasche zu haben und ein paar neue Pflanzerl zu entdecken.
Last Euch alle nicht unterkriegen, viele Spaziergänge, keinen HOK (das Wort fand ich Super!!) und vielleicht lernen wir so unsere nähere Umgebung "noch besser" kennen.

Kalapatar

Offline rennschnecke

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #31 am: 20.03.2020, 20:38 »
Hallo,
ich denke auch, dass die Einschränkungen nicht auf den Leuten begründet ist, die alleine oder zu zweit in die Berge gehen. Und ob die Wege so einsam sind, dass sie nirgends eingezeichnet werden, oder der Heuberg, ist doch erst einmal egal.
Wichtig ist viel mehr, dass man sich eben nicht zu Gruppen zusammen tut, etc. . Und bei allem Verständnis  für die Hüttenbetreiber. Aber macht zu, dann verliert schon mal ein erster großer Schwung die Lust......
Und ja, ich möchte mich kalapatar voll anschließen. Auch die nähere Heimat (wo man evtl. sogar ohne Auto hinkommt) hat oft viel zu bieten. Und einiges davon hat man vielleicht schon lange nicht mehr gesehen, oder auch noch nie gesehen. Ich denke einen besseren Zeitpunkt, das zu erkunden, gibt es doch nicht. Auch wenn es zugegeben schwer fällt, seien wir loyal und orientieren wir uns eben nicht an den Unvernünftigen (die wohl nie aussterben werden, auch nicht mit diesem Virus).
Bleibt gesund
rennschnecke
rennschnecke

Offline Tuxa

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #32 am: 22.03.2020, 08:14 »
Hallo Zusammen,
zum Thema Berggehen hat das IM gestern folgendes veröffentlicht:

„Viele Betroffene nähern sich der Frage der Berechtigung zu aller erst über die Ausnahmetatbestände. Dies ist aber der falsche Einstieg. Denn im Vordergrund steht zu aller erst der Grundsatz, wonach jeder angehalten ist, die physischen und sozialen Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Wo immer möglich, ist ein Mindestabstand zwischen zwei Personen von 1,5 m einzuhalten. Dieser Grundsatz lenkt und leitet auch die Auslegung der Ausnahmen. Deshalb wäre es unangebracht, die Liste der Ausnahmen trickreich nach vermeintlichen Schlupflöchern zu durchsuchen oder so zu interpretieren, dass am Ende die Ausnahmen die Regel bilden. [...]
Sehr viele fragen auch, „darf ich zum Spazierengehen an den Tegernsee, Chiemsee oder zum Wandern an einen beliebten Berg fahren, auch wenn ich nicht in der unmittelbaren Umgebung wohne?“. Von derlei Touren raten wir ab. Es waren ja gerade auch die enormen Massen an Ausflüglern, die sich letzte Woche bei schönstem Wetter dicht gedrängt an den touristischen Hotspots Bayerns getummelt haben, die die Staatsregierung zum neuerlichen Erlass verschärfter Regelungen gezwungen haben.
Es wäre also unsinnig und kontraproduktiv, wenn solche Zustände neuerlich auftreten würden, weil viele Menschen die Ausnahmeregelung viel zu weit interpretieren. Gehen Sie an die Luft, gehen Sie spazieren, aber tun Sie dies in der näheren Umgebung Ihrer Wohnung.“

Viele Grüße
Tuxa

Offline BFklaus

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #33 am: 22.03.2020, 10:49 »
Hallo Zusammen,
zum Thema Berggehen hat das IM gestern folgendes veröffentlicht:
" ... Gehen Sie an die Luft, gehen Sie spazieren, aber tun Sie dies in der näheren Umgebung Ihrer Wohnung.“
Auf dem Land mag das Sinn machen. In München führt das vorhersehbar zur Überfüllung des Englischen Gartens, des Olympiaparks und der Isarauen #gruebeln#

Frank Steiner

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #34 am: 23.03.2020, 19:47 »
In München führt das vorhersehbar zur Überfüllung des Englischen Gartens, des Olympiaparks und der Isarauen #gruebeln#
Wär mir jetzt neu, dass wir in München alle 1.5 Mio in der "näheren Umgebung" zu diesen 3 Plätzen wohnen :) Man kann auch in seinem Viertel gut spazieren gehen und mal bewusst andere Wege irgendwohin nehmen und zwar nahe, aber unbekannte Sträßchen entdecken. Allerdings begegnen wir da deutlich mehr Leuten, denen wir im Zweifel vom schmalen Bürgersteig weg auf die Straße ausweichen müssen, um die Vorgaben des Ministeriums zu erfüllen, als wenn wir eine unsere Wanderungen unternehmen (und unsere Wohnstraße ist da deutlich mehr "Hotspot" der Anzahl der Autos nach :)).
Wer schön, aber einsam im Wald spazieren gehen will, braucht ja nur irgendwo hinzufahren, wo nichts Bekanntes ist. Man kann aktuell  z.B. auf der Straße zwischen Ettal und Plansee auf einem der Stellplätze parken und einfach auf den Forstwegen durch den Wald laufen oder an der Linder entlang spazieren. Da ist wegen der Grenzschließung nichts los, aber es gibt lange Radwege durch den Wald, und der ein oder andere Waldweg führt auch ein bisschen in die Berge hinein. Alles nicht gefährlich, aber teilweise sehr schön (z.B. die Lotterslahne bis zum Ende des Fahrwegs hochsteigen, dann auf der rechten Seite den Trampelpfad weiter und  um die Ecke zum Wasserfall schauen). So kann man guten Gewissens in die Berge fahren, ohne einen Hotspot-Parkplatz zu befüllen. Ähnliches gilt für den Isarwinkel. Und wer in München wohnt, kann mal im Bereich Gautinger Loch/Schwaigwald herumspazieren. Wenn man da wen trifft, hat der sich vermutlich verirrt.
Besser kann man "die physischen und sozialen Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren" gar nicht umsetzen...

Offline Wanderfreak

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #35 am: 23.03.2020, 21:04 »
Dazu passend:

Dem Tegernseer Tal bereitet der Ansturm der Menschen aus dem Großraum München während der Corona-Krise Probleme:
https://www.merkur.de/lokales/region-tegernsee/tegernsee-ort29547/coronavirus-tegernsee-muenchen-ausfluegler-bayern-brief-ilse-aigner-soeder-buergermeister-johannes-hagn-13610168.html

Die entscheidende Passage aus diesem Artikel lautet:

Zitat
Ilse Aigner hat umgehend auf das Schreiben vom Tegernsee reagiert:

Die Antwort aus Aigners Büro ließ nicht lange auf sich warten. Sie habe „absolut kein Verständnis für diese Art von Freizeitgestaltung“, heißt es. „Natürlich soll es den Menschen weiterhin möglich sein, vor die Tür zu gehen. Das darf aber nicht so verstanden werden, mit dem Auto Ausflüge in andere Landkreise zu unternehmen und den gleichen Bewegungsradius wie vorher zu haben. Damit würden Maßnahmen konterkariert.“

Offline MANAL

  • roBergler
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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #36 am: 24.03.2020, 11:02 »
Da muss man sich echt fragen was solche Menschen im Hirn haben. Da fehlt's doch echt.  #gruebeln#

Zitat
Tschechin in Ischgl aus Alpinnot gerettet

Trotz Ausgangssperre und Quarantäne ist am Montag eine junge Tschechin in Ischgl zu einer Wanderung aufgebrochen. Weil sie wegen der Steilheit des Geländes und des vielen Schnees nicht mehr weiter kam, schlug die Frau Alarm. Sie wurde mit dem Hubschrauber geborgen.


https://tirol.orf.at/stories/3040618/

Frank Steiner

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #37 am: 25.03.2020, 10:59 »
Die entscheidende Passage aus diesem Artikel lautet:
Zitat
Ilse Aigner hat umgehend auf das Schreiben vom Tegernsee reagiert:
Die Antwort aus Aigners Büro ließ nicht lange auf sich warten. Sie habe „absolut kein Verständnis für diese Art von Freizeitgestaltung“, heißt es. „Natürlich soll es den Menschen weiterhin möglich sein, vor die Tür zu gehen. Das darf aber nicht so verstanden werden, mit dem Auto Ausflüge in andere Landkreise zu unternehmen und den gleichen Bewegungsradius wie vorher zu haben. Damit würden Maßnahmen konterkariert.“

Dann hat Frau Aigner den Sinn der Maßnahmen leider nicht wirklich verstanden. Es geht nicht darum, wohin ich mit meinem Auto fahre und wo ich spazieren gehe. Es geht darum, Kontakte mit anderen Leuten zu vermeiden. Wenn ich auf einen Wanderparkplatz mit 100 anderen Autos fahre und dann alle auf demselben Spazierweg um den See laufen, vermeide ich diesen Kontakt nicht, das hatten wir ja schon. Wenn ich irgendwo in den Wald fahre und da spaziere oder wandere, wo sonst niemand unterwegs ist,  habe ich gar keinen Kontakt und damit deutlich weniger, als wenn ich einmal zu Fuss zum naechsten Supermarkt laufe. Manche haben das offenbar verstanden. Aus demselben Artikel:

Zitat
Update vom 24. März, 19.50 Uhr: Hilfe, die Münchner parken unsere Gemeinden zu und hinterlassen ihren Dreck, und das trotz Corona! Mit einem Brandbrief an seine Stimmkreisabgeordnete und Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) wollte der Tegernseer Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) erreichen, dass Bürger in Zeiten der Corona-Beschränkungen nicht mehr über Landkreisgrenzen hinweg Spaziergänge unternehmen dürfen. Aigner unterstützte den Vorstoß. Doch bei Ministerpräsident Markus Söder (CSU) blitzten Hagn und Aigner ab.

Man werde jetzt keine weiteren Einschränkungen machen, sagte Söder gestern nach einer Kabinettssitzung. „Das wäre jetzt das falsche Signal“, betonte er. Erlaubt seien Aufenthalte an der frischen Luft, und das gelte „natürlich auch für einen Ausflug, wenn man den machen sollte“, so der Regierungschef. Söder appellierte aber an alle, das in „vernünftiger Form“ zu machen. Auch Innenminister Joachim Herrmann (CSU) rief die Menschen zur Vernunft auf. „Es ist sicherlich nicht der Sinn der Sache, dass ich jetzt 50 Kilometer mit dem Auto fahre, um dann zehn Minuten spazieren zu gehen“, sagte er dem Radiosender Antenne Bayern unter Verweis auf die geltenden Ausgangsbeschränkungen.
"Vernuenftige Form" bedeutet fuer mich, dort spazieren zu gehen, wo wir mit der Familie alleine unterwegs sind. Und wenn man in Muenchen wohnt, ist das in der Tat deutlich leichter, wenn man zumindest 20 Kilometer mit dem Auto rausfaehrt. Geh ich zu Hause spazieren, muss ich permanent anderen Spaziergaengern ausweichen. Und 50 km zu fahren, um 2-3 Stunden spazieren zu gehen, ist auch schon wieder eine vernuenftige Relation.


Offline Reinhard

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #38 am: 25.03.2020, 23:15 »
Unser Mitglied Kaiser, der in Tirol wohnt, hat mir folgende Information zukommen lassen, die ich gerne veröffentliche:

Hallo,
Da wir leider keine so guten Verordnungen in Österreich haben ein Hinweis für alle Bayern. Eure Verordnung sagt in Punkt g. Sport ist grundsätzlich erlaubt sofern allein oder mit Leuten des Hausstand. Es zählt immer nur die Verordnung ... Ich gönne euch die vernünftige Regelung. Bei uns leider nicht so geregelt. Lg. Bleibts gesund

Offline Reinhard

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Re: Bergtouren während der Coronakrise
« Antwort #39 am: 27.03.2020, 20:08 »
Appell: Wer den Samerberg liebt, bleibt ihm fern!
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