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Schrammacher vom Schlegeisspeicher

»Skihochtour auf einen einsamen Nachbarn des Olperers«


Der Schrammacher ist der zweithöchste Gipfel des Tuxer Hauptkammers, er führt aber im Vergleich zum Olperer ein Schattendasein. Dafür ist er nicht durch ein Gletscherskigebiet verschandelt, wie sein berühmter Nachbar. Über seine Ostflanke kann er im Rahmen einer Skihochtour bestiegen werden, wobei der lange und schmale Gipfelgrat der Tour ein spannendes, hochalpines Finale beschert.

Gipfel des Schrammachers (Bildmitte), vom Stampfkees aus gesehen. Der Schlußanstieg zum Gipfelgrat erfolgt über einen steilen Hang (Pfeil). Am (schmalen) Grat oder Hangfuß richtet man das Skidepot ein.

Die Tour startet am Schlegeisspeicher, einem im Sommer beliebten Ausflugsziel.


Kurzinfo:

Region:Tuxer Alpen
Tourenart:Skitour (schwer)  
Erreichte Gipfel:Schrammacher 3410 m
Hohe Wand 3289 m
Dauer (Stunden):5 bis 6 Stunden (Aufstieg).
Lawinengefahr:Bis zum Stampflkees mittel, der steile Hang zum Grat verlangt absolut sichere Verhältnisse.
Exposition: Süd bis Ost, Nordost
Beste Jahreszeit:Frühjahr (bis Anfang Juni)
Touristinfo:Mayrhofen

Anforderung:

Höhenunterschied:ca. 1600 m
Schwierigkeit:Weg: schwer
Skitechnisch mittel, jedoch alpine Erfahrung im Begehen von vergletschertem, hochalpinen Gelände erforderlich. Teilweise schmaler, ausgesetzter Gipfelgrat, je nach Verhältnissen steile Firnflanken oder leicht zu kletterndes Blockwerk. Eine Felsstufe in 3360m Höhe (bis II. Schwierigkeitsgrad, eventuell Fixseil vorhanden) kann bei günstigen Verhältnissen links über eine steile Firnflanke umgangen werden. Mitnahme vom Steigeisen und Pickel empfehlenswert. Auf dem Stampflkees geringe Spaltensturzgefahr, allerdings Bergschrund beim Übergang zum Gipfelgrat, dessen Überwindung bei ungünstigen Verhältnissen Schwierigkeiten bereiten kann.

Einkehrmöglichkeit:

Dominikushütte (Neue), Gasthof:Wintersaison geschlossen, Sommersaison Mitte Mai bis Ende Oktober

Link zur Hütte ...mehr Info, hier klicken

Startpunkt:

Parkplätze am Schlegeis-Speicher, 1805m


GPS-Wegpunkt:

N47 02.422 E11 42.204  [@google-maps]

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Mit dem Zug bis nach Mayrhofen im Zillertal. Von hier (z.B. Bahnhof, Penkenbahn) mit der Buslinie "Christophorus" über Ginzling nach Breitlahner und Schlegeis Stausee. Info: www.christophorus.at

Mit dem Pkw:

Inntalautobahn Ausfahrt Wiesing /Zillertal. Im Zillertal über die B169 bis nach Mayrhofen, von dort ist die Auffahrt Richtung Schlegeis auf der Schlegeis-Alpenstraße über Hochsteg und Ginzling bis zum Ghs. Breitlahner ganzjährig möglich. Ab Breitlahner Mautpflicht bis zu den Parkplätzen am Stausee. Der erste Parkplatz, direkt nach dem letzten Tunnel, ist geeignet für Touren in Richtung Friesenberghaus, die hinteren beiden Parkplätze für Touren Richtung Olperer, Pfitscher Joch und Furtschaglhaus.
Fahrtzeit vom Inntaldreieck ca. 2 Stunden.

Den einspurigen Harpfnerwandtunnel (Wartezeit) umfährt man seit dem Ausbau der Straße besser durch Dornauberg-Schlucht, falls die Ampel rot zeigt. Die Weiterfahrt über die Mautstraße zum Schlegeisspeicher ist erst ab der zweiten Maihälfte möglich (Schranke). Für den ersten, einspurigen Abschnitt durch die Tunnelstrecke gibt es eine Ampelregelung. Wer vor der Öffnung der Mautstelle (6 Uhr) auffährt, kann per Knopfdruck Grün bestellen.



Ab Rosenheim: 125 Km / 1:35 Std
Ab München: 175 Km / 1:55 Std
Ab Bad Tölz: 105 Km / 1:35 Std
Ab Salzburg: 195 Km / 0:30 Std


Mit dem Bike:

Die Mautstraße wird ganzjährig der für den Werksverkehr offengehalten, so daß fast immer ein Auffahrt mit dem MTB auf eigene Gefahr möglich ist.
Die Auffahrt ab dem Zillertal bis zum Schlegeisspeicher ist bei Bikern beliebt, bildet sie doch einen Teil der Überschreitung des Alpenhauptkamms über das Pfitscher Joch. Der Abschnitt weist ab Finkenberg bis zum Pfitscher Joch eine Entfernung von 35 Kilometer und 1437 Höhenmeter auf (bis zum Schlegeisspeicher: 30 km, 970 Höhenmeter).

Information:

Die Schlegeis-Staumauer ist 725 Meter lang und 131 Meter hoch. Im Bergrestaurant beim vorderen Parkplatz gibt es Informationen über Führungen in die Mauer (im Sommer stündlich). Dabei erhält man auch interessante Informationen über die Stromerzeugung aus Wasserkraft, über den Naturraum der Zillertaler Alpen und über Wanderungen rund um den Stausee Schlegeis.

Tourenplaner / Online-Fahrpläne:

hier klicken


Tourenbeschreibung:

Parkplätze am Schlegeis-Speicher, 1805m


Aufstieg:
Ausgangspunkt ist der Parkplatz Zamsgatterl am Ende der Schlegeisspeicherstraße. Man passiert einen Kiosk und folgt dem Wanderweg zum Pfitscher Joch. Auf den ersten Kilometern verläuft dieser weitgehend flach längs der Zamser Bachs. Nach ca. 4 km passiert man die Rotmoosalm (nicht zu dieser aufsteigen) und betritt einen weiten, flachen Kessel unterhalb des Pfitscher Jochs. Hier verläßt man den Wanderweg, wendet sich nach rechts und beginnt über die Stampfler Böden den Anstieg zum Stampflkees. Der Aufstieg erfolgt auf der rechten Talseite. Dabei wechseln flachere und steilere Stücke ab. In ca. 2900 m lehnt sich das Gelände zurück und man betritt das Stampflkees an seinem rechten Rand. Dort weist der Gletscher nur wenige Spalten auf.

Für den Schlußanstieg gibt es zwei Möglichkeiten: entweder steuert man die Oberschrammachscharte (3105 m) an, oder man steigt in der Südflanke des Schrammachers weiter an und betritt den Gipfelgrat über einen sehr steilen Hang in ca. 3220 m Höhe (WP1 im GPS-Track). Spätestens am Grat, der an dieser Stelle sehr schmal ist, richtet man ein Skidepot ein.

Beim Übergang zum Grat ist bei beiden Varianten der deutlich ausgeprägte Bergschrund zu überwinden. Bei günstigen Verhältnissen stellt der Übergang kein Problem dar (siehe Bilder), allerdings sollte man das Gelände kritisch mustern.

Der weitere Anstieg erfolgt zu Fuß über den teilweise sehr schmalen und ausgesetzten Gipfelgrat. Abgesehen von der Schlüsselstelle hält der Grat keine besonderen Schwierigkeiten bereit. In ca. 3360 m (WP2 im GPS-Track) erreicht man eine Felsstufe und damit die Schlüsselstelle. Hier ist ein kurzes Stück Kletterei im II. Schwierigkeitsgrat angesagt (eventuell Fixseil vorhanden, wurde vom Autor nicht geprüft). Bei günstigen Verhältnissen (stabiler Trittfirn) kann diese Stelle umgangen werden. Man quert nach links in die steile Firnflanke und steigt über eine steile Rinne direkt zum Gipfel auf. Steigeisen und Pickel geben hier Sicherheit. Auf den letzten flachen Meter zum kreuzgeschmückten Gipfel auf Überwechtung achten!

Der Abstieg erfolgt auf dem Anstiegsweg. Die anschließende Skiabfahrt kann ebenfalls entlang des Aufstiegswegs erfolgen. Unterhalb des Stampflkees kann im späten Frühjahr der Wechsel auf die andere Karseite und eine Abfahrt unterhalb von Grawandkofel - Zillerflecke vorteilhaft sein, da sich hier der Schnee länger hält.

Variante: Hohe Wand
Die Anstieg zum Schrammacher zieht sich ordentlich in die Länge, da der Gipfelgrat im Auf- und Abstieg einige Zeit und Kraft kostet. Gerät man in Zeit- oder Konditionsnot, kann man umdisponieren und die Hohe Wand besteigen. Obwohl nominell nur gut 100m niedriger, ist ihre Besteigung merklich kürzer und weniger anstrengend. Die schönere Skiabfahrt (skitechnisch schwierig) bietet sie ohnehin. Man folgt dem Anstieg zum Schrammacher, überquert den Stampfkees in einem Linksschwenk auf der auf Höher der Oberschrammachscharte und steigt über den steilen Osthang zum Gipfel der Hohen Wand auf.


MTB-Unterstützung:

Zur Haupttourenzeit (2. Maihälfte, Anfang Juni) ist der Wanderweg längs des Zamser Bachs i.d.R. weitgehend schneefrei und kann von Geübten mit dem MTB bis zu den Stampfler Böden befahren werden.


Literatur:

Skiführer:Brenner-Region (Innsbruck, Stubai, Wipptal, Sterzing) von 

Weiss, Rudolf und Siegrun



Karte:

Die ungefähre Anstiegsroute zum Schrammacher


Ausschnitt aus "Mayr Wanderkarte Nr. 33 "Zillertaler Alpen"".

Mit freundlicher Genehmigung vom Kartenverlag - Walter Mayr GmbH.



GPS-Daten:

GPS-Track für den Aufstieg zum Schrammacher.
WP1 markiert das Skidepot in 3220m und WP2 die Schlüsselstelle in 3360m.
Der Track wurde während der Tour mit einem GPS-Gerät aufgezeichnet und am Rechner nachbearbeitet.

Um die Kartenansicht (Karte, Satellit, Gelände, etc.) zu wechseln, bitte auf der Karte oben rechts den entsprechende Menüpunkt auswählen. Bitte verwendet nie die Tracks ohne betreffendes Kartenmaterial für das dazugehörige Gebiet. Die GPS-Daten sollen nur als zusätzliche Unterstützung verwendet werden.

Download Bedingungen

Die GPS-Dateien dürfen kostenlos heruntergeladen werden. Veröffentlichung jeglicher Art nur mit vorheriger Genehmigung von roBerge.de.Eine kommerzielle Nutzung ist nicht erlaubt!


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