Auf dem Kalkstein

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roBerge.de

Guffert - Fast ein Matterhorn!

Der Westweg herauf aus dem Tal der Großen Laine

Der Guffert benötigt nur wenig für seinen Auftritt: ordentliches Wetter und ein paar Touristen, die auf der Achensee-Straße zum Inntal unterwegs sind. Bei Achental geht dann – wouwh! – der Vorhang hoch, die bewaldeten Hänge weichen zurück, und da steht er: eine elegante Felspyramide, bewaldet der Sockel, heller Kalkfels darüber bis zur Spitze. Dass der Berg auch eine «Breitseite» besitzt, wird erst auf der Fahrt nach Steinberg sichtbar. Und über seine weit hinauf begrünte Südflanke führt der Normalanstieg zum Gipfel: Ein wenig schwieriger, im Hochsommer aber gelegentlich sehr heißer Aufstieg. Da ist der Weg hinten herum, über die Nordseite, nicht so stark der Sonne ausgesetzt; zudem ergibt sich so eine sehr abwechslungsreiche Runde. Und die kurze, gut gesicherte Felspassage oberhalb der Issalm darf sich jeder einigermaßen trittsichere Bergwanderer schon zutrauen.


Almydille auf der Blaubergalm. Die felsig-alpine Kulisse zum beschaulichen Bild liefert der Guffert.

Almydille auf der Blaubergalm. Die felsig-alpine Kulisse zum beschaulichen Bild liefert der Guffert.

Vom Unutz hat man freie Sicht hinüber zum doppelgipfeligen Guffert, der nicht nur Wander-, sondern auch Kletterziel ist.

Vom Unutz hat man freie Sicht hinüber zum doppelgipfeligen Guffert, der nicht nur Wander-, sondern auch Kletterziel ist.


Kurzinfo:

Region:
Brandenberger Alpen / Rofan
Tourenart:
Bergtour (mittel)
Erreichte Gipfel:
Guffert 2195 m
Dauer:
Obere Bergalm – Stubachalm – Einstieg Nordflanke 2 ½ Std., Einstieg – Guffert 1 ¾ Std., Abstieg zur Waldstraße 1 ¾ Std., Rückweg 20 Min., insgesamt etwa 6 ¼ Std.

Anforderung:

Höhenunterschied:
1300 m
Schwierigkeit:
schwer
Recht lange, anspruchsvolle Runde, die eine gute Kondition und Trittsicherheit erfordert. Im Frühsommer liegt in den Gräben auf der Nordseite des Guffert oft Altschnee. Kurze, gesicherte Passagen.

Start:


Obere Bergalm 1029 m

GPS-Wegpunkt:
N47 32.075 E11 45.541 zu Google Maps

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Vom Bahnhof Jenbach oder Tegernsee mit dem Bus nach Achenkirch und von dort aus in Richtung Steinberg.

Mit dem Pkw:
Von München: Autobahnausfahrt Holzkirchen - Tegernsee - Achenpaß - Abzweigung in Achenkirch in Richtung Steinberg. Ausgeschilderte Parkplätze an der Straße.
Vom Inntal: Inntalautobahn Ausfahrt - Wiesing Zillertal - Achenkirch - Richtung Steinberg.

  • Ab Rosenheim: 100 Km / 1:15 Std
  • Ab München: 85 Km / 1:20 Std
  • Ab Bad Tölz: 45 Km / 0:40 Std
  • Ab Salzburg: 175 Km / 1:50 Std

Tourenplaner / Online-Fahrpläne: hier klicken

Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.

Tourenbeschreibung:

Start: Obere Bergalm

Ausgangspunkt der großen Runde ist die Obere Bergalm (1029 m); am Waldrand entdeckt man den ersten Hinweis «Guffert». Der Weg verläuft zunächst flach, beginnt oberhalb der Unteren Bergalm (Zugang über Waldstraße möglich) kräftig anzusteigen. Man gewinnt rasch an Höhe, aber (noch) kaum an Aussicht. Über dem Eingang ins Tal des Weißbachs wird dann der Blick zu den Blaubergen frei; im Westen steht massig der Juifen. Bei der (verfallenen) Stubachalm (1731 m) beginnt die lange Querung der Guffert-Nordflanke, ein recht mühsames Auf und Ab, wobei einige raue Gräben zu queren sind. Vorsicht im Frühsommer, wenn noch Altschneereste liegen! Schließlich peilt das Weglein absteigend den Gratrücken an, der Guffertstock und Schneidjoch verbindet. Der Höhenverlust lässt sich allerdings vermeiden, wenn man gleich hinter dem letzten Graben der (unmarkierten) Spur folgt, die zwischen den Latschen kurz ansteigt, dann zum «Originalweg» hinüberquert.

Links unterhalb stehen die Hütten der Issalm: im Karwinkel am Fuß der Guffert-Nrodwand lassen sich oft Gämsen beobachten. Doch der Blick geht jetzt nach oben, in die Felsen, sucht den Durchstieg. Bald ist die «Schwachstelle» in der abweisend wirkenden Front ausgemacht: ein kurzer, gestufter Aufschwung, der auf eine nach links ansteigende Rampe führt. Drahtseile und ein paar Eisenhaken entschärfen die «Schlüsselstelle»; der weitere Anstieg über den mächtigen Felsrücken bietet dann keine vergleichbaren Schwierigkeiten mehr. Gut auf die verblassten Markierungen achten! Oben am Kamm (ca. 2060 m) trifft man auf den von Steinberg heraufkommenden Südweg. Nun rechts um den ersten Buckel herum, dann direkt am felsigen Grat mit Hilfe einiger eiserner «Antiquitäten» (Drahtseile, Haken) zum großen Gipfelkreuz des Guffert.

Den Abstieg nimmt man Richtung Steinberg. Das Weglein verläuft über den Ostrücken (Markierungen nicht verlieren!) hinab in die Mulde unter dem Guffertstein (1963 m), taucht dann ein ins Latschendickicht (Quelle). Nach einer kurzen Traverse am Fuß plattiger Felsen führt die Spur in Serpentinen steil talwärts bis zum Ansatzpunkt der markanten Rinne (1423 m), die unmittelbar unter dem Gipfelgrat des Gufert beginnt (Unerschrockene fahren hier im Frühling rund 600 Meter ab!). Nun links in den Wald und auf gutem Weg, ein paar Rinnen querend, abwärts. Schließlich stößt man auf eine Waldstraße; sie leitet zurück zum Ausgangspunkt bei der Oberen Bergalm.

Webcams:

Aktuelle Bilder von Webcams im Umkreis von 30km vom Ausgangspunkt.
  weitere Webcams findest du hier



Wallbergkircherl
(©foto-webcam.org)

Arabella Alpenhotel / Spitzingsee
(©Foto-Webcam.org)

Prasserbad in Rottach-Egern
(©foto-webcam.org)

Literatur:

Wanderführer

Isarwinkel
Bad Tölz - Lenggries - Kochel
von Hüsler, Eugen E.
zum Buch

Isarwinkel

Bildband

Faszination Alpenpanorama
Gipfelbestimmung von Münchner Hausbergen und markanten Aussichtspunkten im Alpenvorland
von Reimer, Michael
zum Buch

Faszination Alpenpanorama

Klettersteig-Führer

Klettersteige (Bayern · Vorarlberg · Tirol · Salzburg)
92 Klettersteige zwischen Rhein und Salzach
von Werner, Paul / Huttenlocher, Thomas
zum Buch

Klettersteige (Bayern · Vorarlberg · Tirol · Salzburg)

Karte:

Wanderkarte: Freytag & Berndt, Wien

Karte

Galerie:


Weitere schöne Bilder sind in unserer Fotoshow