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roBerge.de

Hocheisspitze als Skitour

Genuss-Skifahren findet woanders statt

Um es vorweg zu nehmen: Genuss-Skifahren findet woanders statt. Und dennoch: eine Skitour auf die Hocheisspitze (zweithöchster im Hochkaltergebirge) durch das Hintereis genannte, gewaltige Kar gilt als eine der beeindruckendsten Touren, die man im Berchtesgadener Raum unternehmen kann. Wegen der hohen Lawinengefahr sollte man sich erst im Frühjahr bei absolut sicheren Verhältnissen ins Hintereis wagen. Und auch dann hat man keinen Spaziergang vor sich, denn die Tour ist auf der Schwierigkeitsskala weit oben einzuordnen. Nicht nur, dass sie zu einem guten Teil über sehr steiles Gelände führt, es kommt erschwerend hinzu, dass dieses im oberen Drittel oft hart gefroren ist und daher Stürze schwerwiegende Folgen haben können. Aber gerade die Mischung aus etwas Nervenkitzel und einer großartigen, wilden Felslandschaft machen die Skitour so reizvoll.


Blick vom Gipfel der Hocheisspitze ins Hintereis. Im unteren Bereich des Kars ist ein lichtes Lärchenwäldchen zu erkennen, durch welches die Aufstiegsroute auf der im Bild rechten Seite ins Kar führt. Bei der Abfahrt fährt man dagegen im Bild links von dem Wäldchen vorbei. Aufpassen heißt es im welligen Bereich in der Bildmitte. Hier lauern immer wieder Felsabbrüche, die man von oben kommend leicht übersieht. Für das aus Edelstahl geschweißte Gipfelkreuz mag es zwar praktische Gründe geben, aber sein  sehr technischer Anblick stört in der wild-romantischen Berglandschaft doch sehr.

Blick vom Gipfel der Hocheisspitze ins Hintereis. Im unteren Bereich des Kars ist ein lichtes Lärchenwäldchen zu erkennen, durch welches die Aufstiegsroute auf der im Bild rechten Seite ins Kar führt. Bei der Abfahrt fährt man dagegen im Bild links von dem Wäldchen vorbei. Aufpassen heißt es im welligen Bereich in der Bildmitte. Hier lauern immer wieder Felsabbrüche, die man von oben kommend leicht übersieht. Für das aus Edelstahl geschweißte Gipfelkreuz mag es zwar praktische Gründe geben, aber sein sehr technischer Anblick stört in der wild-romantischen Berglandschaft doch sehr.


Kurzinfo:

Region:
Berchtesgadener Alpen
Tourenart:
Skitour (schwer)
Erreichte Gipfel:
Hocheisspitze 2523 m
Dauer:
Aufstieg ca. 4 Std.
Lawinengefahr:
Hoch. Nur bei absolut stabilen Verhältnissen, wie man sie i.d.R. erst im Frühjahr antrifft. Es haben sich bereits mehrere tödliche Lawinenunfälle ereignet. Siehe hierzu auch den Bericht unten.
zur aktuellen Lawinenlage hier klicken
Beste Jahreszeit:
März-Mai, in manchen Jahren bis Juni
Einkehrmöglichkeiten:
  • Hirschbichl (Gasthaus)  geöffnet 1.5. - ca. 20.10., im Frühjahr bei schönem Wetter und günstiger Schneelage ab Mittag geöffnet, Dienstag Ruhetag
Touristinfo:
Lofer

Anforderung:

Höhenunterschied:
ca. 1600 m (inkl. Gegenanstieg)
Schwierigkeit:
schwer
Sehr anspruchsvolle Skitour (schwarz). Sehr steiles Gelände, das sichere Aufstiegs- und Abfahrtstechnik erfordert. Im oberen Drittel meist hart gefroren. Gipfelgrat erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Nicht für Anfänger geeignet.

Start:


Parkplatz Hinterthal 979 m

GPS-Wegpunkt:
N47 32.282 E12 47.684 zu Google Maps

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Mit der Bahn nach Saalfelden, weiter mit dem Bus nach Weißbach bei Lofer.

Mit dem Pkw:

  • vom Inntal kommend über Kössen, Waidring, Lofer, St.Martin nach Weißbach
  • Autobahn A8 München - Salzburg - Abfahrt Siegsdorf/Traunstein über Innzell, Weißbach a.d. Alpenstraße, Grenzübergang Steinpaß (Tunnel), Unken, Lofer, St.Martin nach Weißbach bei Lofer.
  • Von Kitzbühel oder Bischofshofen über Saalfelden nach Weißbach bei Lofer

In Weißbach Zufahrt an der Kirche vorbei über die Hirschbichlstraße zum Parkplatz Hinterthal.

  • Ab Rosenheim: 100 Km / 1:25 Std
  • Ab München: 150 Km / 1:50 Std
  • Ab Bad Tölz: 130 Km / 1:50 Std
  • Ab Salzburg: 55 Km / 1:00 Std

Tourenplaner / Online-Fahrpläne: hier klicken

Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.

Tourenbeschreibung:

Start: Parkplatz Hinterthal

Besondere Hinweise:

  1. Auch wenn das Verbot von vielen nicht ernst genommen wird: die Zufahrt zum ehemaligen Grenzübergang Hirschbichl ist ab Hinterthal für den allgemein Verkehr gesperrt. Laut Aussage des Hirschbichlwirts hagelt es immer wieder mal Strafzettel.
  2. Für die Tragepartie auf der Hirschbichlstraße ist ein Rucksack mit Skibefestigung von Vorteil.
  3. Unbedingt Harscheisen mitnehmen und diese rechtzeitig aufziehen, am besten beim Eintritt in das Kar.
  4. Leider wird das Gelände in der „falschen“ Reihenfolge von der Sonne beschienen, d.h. im unteren Bereich zuerst und im oberen kaum. Daher muß man sich auf drei Schneearten einstellen: oben beinhart, in der Mitte feiner Firn und unten grundloser Sulz.


Aufstieg:
Vom Parkplatz Hinterthal marschieren wir ca. 30min auf der Teerstraße bis wir den Gasthof Hirschbichl erreicht haben. Noch 200 m auf der leicht abfallenden Straße, dann zweigt nach rechts der Almweg zur Bindalm ab (Wegweiser). Wir folgen diesem und sobald wir die Waldlichtung der Bindalm erreicht haben steigen wir rechts den Hang hinauf und folgen dem Sommerweg zur Mittereisalm, die nach ca. 30 min erreicht wird.
Von der Mittereisalm (drei Almhütten) gibt es zwei Varianten: die kürzere, aber mühsamere führt an der letzten Hütte vorbei, der Abfahrtsroute entlang ins Hintereis. Die bequemere folgt einem unmarkierten Steig durch den Wald zur Hocheisdiensthütte (in den Karten als „Hocheisalm (verfallenen)“ eingezeichnet). Man zweigt etwa auf der Höhe der zweiten Hütte, wo ein Wegweiser „Kammerlinghorn“ steht, nach links (Nordosten) in den dichten Wald hinein ab. Die Diensthütte wird in nach weiteren 30 min erreicht. Hinter der Diensthütte macht der Weg einen weiten Rechtsbogen und wir gelangen in einen lichten Lärchenwald. Diesen durchqueren wir der Fallinie entlang und erreichen alsbald das Kar. Die weitere Aufstiegsroute müssen wir geschickt dem sehr steilen Gelände anpassen. Zur Illustrierung der nachfolgenden Beschreibung wurde in Bild 7 die übliche Aufstiegsroute eingezeichnet.Wir durchqueren das Kar auf der linken Seite bis wir zum hintersten Kessel gelangen (ca. 2030 Hm), wo sich das Hintereis mit einer Steilflanke zum Gipfel hin aufstellt. Diese Steilflanke überwinden wir auf seiner linken Seite in einer Art Rinne, bis wir nach 150 Hm, also in ca. 2170 m Höhe vor der Verengung der Rinne auf dem ersten Absatz nach rechts queren können.Der Schlussanstieg erfolgt dem Gelände angepasst zuerst mehr rechts und dann queren wir in die Mitte zum Schartel (2480 m). Dort befindet sich das Skidepot. Die letzen 40 Hm zum Gipfel bewältigt man zu Fuß auf dem ausgesetzten schmalen Grat.

Abfahrt:
Im oberen Bereich wie Aufstieg, wobei man im mittleren Bereich meist auf die andere Karseite wechselt und unterhalb der Wände des Kleineishörndl abfährt. Auf diese Weise gelangt man über die in Bild 4 gezeigte Abfahrtsroute in den Kessel der Mittereisalm.
Die Abfahrt entlang der Aufstiegsroute durch den lichten Wald ist ebenfalls möglich. Eventuell ist hier der Schnee weniger sulzig und nicht von Lawinenkegeln durchzogen.

GPS-Daten:


GPX-Tracks sind oft ungenau. Die angezeigten Daten können (insbesondere zur Höhe und Steigung) falsch sein. Daher verwendet bitte nie die Tracks ohne betreffendes Kartenmaterial für das dazugehörige Gebiet. Die GPS-Daten sollen nur als zusätzliche Unterstützung verwendet werden. Auf der Karte lässt sich rechts oben in die Kartengrundlage OpenTopomap umschalten (OpenTopoMap ist nicht immer sofort verfügbar). Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.



Webcams:

Aktuelle Bilder von Webcams im Umkreis von 30km vom Ausgangspunkt.
  weitere Webcams findest du hier



Vorderloiplsau
(www.foto-webcam.eu)

Saalfelden / Ritzensee
(www.foto-webcam.eu)

Stuhljoch
(©foto-webcam.eu)

Pressebericht:

Pressebericht:

Am 27.12.2002 gegen 12 Uhr wurden zwei Tourengeher trotz geringer Schneelage und Gefahrenstufe 1 von einer Lawine erfasst und getötet. Der rote Kreis markiert den Standort der Tourengeher zum Zeitpunkt der Lawinenauslösung, die beiden Kreuze die Auffindepunkte (Entfernung 700 Meter).
Die Anrissmächtigkeit schwankte zwischen 20 und 30 cm, örtlich betrug sie bis zu 70 cm. Dort, wo die Lawine von den Tourengehern ausgelöst wurde, betrug die Mächtigkeit des abgleitenden Schneebretts ca. 30 cm.



Foto und mehr Info: Lawinenwarndienst Bayern.
Dieser Lawinenunfall hat wieder einmal mit aller Deutlichkeit gezeigt, dass schneearme Winter ein großes lokales Gefahrenpotential besitzen. Zum einen sind vorhandene Schwachschichten aufgrund der geringen Schneehöhe leicht zu stören, zum anderen weicht der Skitourengeher in Bereiche aus, in denen Schnee vorhanden ist - in Rinnen und Mulden.

Literatur:

Skitourenführer

Skitourenführer Berchtesgadener und Chiemgauer Alpen
mit Kaisergebirge und Steinbergen
von Brandl, Sepp
Infos: Skitourenführer

Skitourenführer Berchtesgadener und Chiemgauer Alpen

Alpenvereinsführer

Alpenvereinsführer Berchtesgadener Alpen alpin
Alle Routen für Wanderer und Bergsteiger
von Kühnhauser, Bernhard
Infos: Alpenvereinsführer

Alpenvereinsführer Berchtesgadener Alpen alpin

Skiführer

Bayerische Alpen zwischen Bad Tölz und Berchtesgaden
von Stadler, Markus
Infos: Skiführer

Bayerische Alpen zwischen Bad Tölz und Berchtesgaden

Galerie:


Weitere schöne Bilder sind in unserer Fotoshow

Diashow:

Los geht’s vom Parkplatz Hinterthal. Die Weiterfahrt zum ehemalogen Grenzübergang Hirschbichl ist für den allgemeinen Verkehr gesperrtKurz hinter dem Grenzübergang Hirschbichl zweigt rechts der Almweg zur Bindalm ab.Der Blick über die Bindalm nach Norden auf das von der Morgensonne angestrahlte Große und Kleine Mühlsturzhorn.Talkessel der Mitteleisalm, aufgenommen an der letzen Hütte. Wer dieses Bild sieht, hat die Abzweigung der bequemeren Aufstiegsroute durch den Wald um ca. 50m verpaßt. Die Abfahrtsroute ist rot eingezeichnet, entlang derer der (beschwerliche) Aufstieg ebenfalls möglich wäre. Die Hocheisdiensthütte auf der Lichtung der verfallenen Hocheisalmen. Hinter der Hütte geht es in einem großen Rechtsbogen weiter.Eintritt in Hintereis (Kar der Hocheisspitze). Der Gipfel und das Skidepot, ein Scharterl unterhalb des Hocheisgipfels, sind bereits sichtbarIm Hintereis. Die Aufstiegsroute, das Scharterl (Skidepot) und der Gipfel sind eingezeichnet. Das Bild vermittelt nicht die wahre Steilheit des Geländes. Hier darf man sich keinen Ausrutscher leisten!Der Blick vom Scharterl in das Hintereis. Jetzt bloß keine weichen Knie bekommen.Auf einem schmalen, ausgesetzten Grat geht es zum Gipfel der Hocheisspitze.Der steile Schlussanstieg zum Scharterl vom Gipfel der Hocheisspitze aus gesehen.

Autor:

 Autor: Bernhard G.   Zu Bernhard G. im roBerge-Forum