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Wandspitz

Unbekannter Aufstieg in bekanntem Gelände

Viele Wege führen an den Fuß des Geigelsteins, der beliebteste und bekannteste ist immer noch die Forststraße von Sachrang über die Priener Hütte. Hier beschreiben wir einen unbekannteren Weg: Den reizvollen Bergsteig durch Waldgelände über Schreckalm und Oberkaseralm mit der Gipfelbesteigung der harmlosen Wandspitz.

Achtung: Diese Wanderung tangiert in Teilen ein Betretungsregelung im Naturschutzgebiet Geigelstein: Die letzten 600 Entfernungsmeter zwischen der Abzweigung rechts zum Geigelsteingipfel und dem Wandspitzgipfel dürfen zwischen dem 1.12. und 31.5. nicht betreten werden. In der übrigen Zeit besteht eine Wegegebot, d.h. der Weg darf nicht verlassen werden.


Die Oberkaseralm, rechts im Hintergrund der Roßalpenkopf.
Die Wandspitz befindet sich auf dem Foto ganz oben direkt über der Alm. Ein richtiger Berg ist sie nicht: Wie hier zu sehen, ist sie eigentlich nur eine schwach ausgeprägte Erhebung im Kamm Roßalpenkopf - Mühlhörndl.

Die Oberkaseralm, rechts im Hintergrund der Roßalpenkopf.
Die Wandspitz befindet sich auf dem Foto ganz oben direkt über der Alm. Ein richtiger Berg ist sie nicht: Wie hier zu sehen, ist sie eigentlich nur eine schwach ausgeprägte Erhebung im Kamm Roßalpenkopf - Mühlhörndl.


Kurzinfo:

Region:
Chiemgauer Alpen
Tourenart:
Bergtour (leicht)
Erreichte Gipfel:
Wandspitz 1685 m
Dauer:
Aufstieg ca. 2 Std., Abstieg ca. 1,5 - 2 Std., insgesamt ca. 3,5 - 4 Std.
Touristinfo:
Sachrang

Anforderung:

Höhenunterschied:
Sachrang 735 m, Wandspitz 1685 m, insgesamt ca. 950 m
Streckenlänge:
ca. 6,5 km (einfache Strecke)
Schwierigkeit:
mittel
leichte Bergsteige und Forststraße, im unteren Bereich des Steiges ist die Orientierung teilweise schwierig, da die Markierungen sehr schwach sind.

Einkehrmöglichkeit:

Priener Hütte:
täglich geöffnet - Weihnachtsfeiertage regelmäßig nicht bewirtschaftet. 2.12. bis 26.12.2018 geschlossen.   Hütten Info, hier klicken
Ackeralm:
nur in den Sommermonaten   Hütten Info, hier klicken
Schreckalm:
ca. Anfang Juni bis Anfang Oktober, kein Ruhetag   Hütten Info, hier klicken

Start:


Wanderparkplatz zwischen Huben und Innerwald im Priental 725 m

GPS-Wegpunkt:
N47 42.493 E12 16.975 zu Google Maps

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Strecke München-Salzburg bis Prien am Chiemsee; von dort mit der Chiemgau-Bahn bis Aschau i.Ch. - weiter mit Linienbus 9502 Mo - Sa) in Richtung Sachrang bis zur Haltestelle "Geigelstein Huben" kurz vor der Ortschaft Huben. Am Wochenende eingeschränkter Busverkehr!

Mit dem Pkw:
Autobahn A8 (München-Salzburg) bis Ausfahrt Frasdorf oder Bernau a. Ch., von dort jeweils ca. 5 km bis Aschau, weiter in Richtung Sachrang. Ungefähr 400 Meter nach Innerwald, noch vor der Ortschaft Huben befindet sich, von Aschau kommend, auf der linken Seite der Wanderparkplatz (Brücke über die Prien).

  • Ab Rosenheim: 30 Km / 0:35 Std
  • Ab München: 95 Km / 1:00 Std
  • Ab Bad Tölz: 80 Km / 1:05 Std
  • Ab Salzburg: 80 Km / 0:55 Std

Mit dem Bike:
Von Aschau aus führt neben der Hauptstraße ein breiter Radweg durch das Priental. Von Aschau (große Kreuzung im Zentrum) aus 9 Kilometer bei etwas über 100 Höhenmeter.

Tourenplaner / Online-Fahrpläne: hier klicken

Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.

Information:
Der Name "Prien" kommt aus dem keltischen "Brig Enna" - übersetzt: die aus den Bergen kommende. Sie entspringt am Südhang des Spitzsteins, ist 32 km lang und mündet in den Schafwaschener Winkel in den Chiemsee. Bei Hochwasser bringt sie enorme Holz- und Schwebstofffrachten, insbesondere aber Sand in den Chiemsee. So hat sich der Boden der Bucht in den letzten 45 Jahren um 145 cm angehoben, wie sedimentologische Untersuchungen herausgefunden haben. Das bedeutet, dass der See zusehends verlandet, was aber eigentlich ein natürlicher Vorgang ist.


Tourenbeschreibung:

Start: Wanderparkplatz zwischen Huben und Innerwald im Priental

Aufstieg
Vom Parkplatz aus auf einem breiten Weg in ca. 15 Minuten bis zu einer Diensthütte an der Forststraße zur Priener Hütte, in die man links einbiegt. Bald biegt links eine weitere Forststraße ab in Richtung Schachenalm/Schreckalm. Hier einbiegen und nach wenigen Minuten rechts dem Weg "3 Schreckalm - Geigelstein" folgen. Dieser geht bald in einen zuerst steilen, dann wieder flacheren Steig über, dem man immer in Richtung Schreckalm folgt. Der Weg ist schwach rot-weiss-rot markiert. Zweimal wird eine andere Forststraße gequert. Auf ca. 1300 Meter erreicht man das freie Almgelände, hier folgt man dem Weg bis zur Schreckalm. Ab dieser folgt man dem Weg in östlicher Richtung leicht ansteigend und erreicht nach einem kleinen Abstieg die Sulzing- und die Oberkaser-Alm. Weiter dem Bergsteig in Richtung Geigelstein folgen. An der Mulde zwischen Wandspitz und Roßalpenkopf (Roßkopf) angekommen, hält man sich links und ist in wenigen Minuten auf dem unscheinbaren Flachgipfel ohne Gipfelkreuz.
Hinweis zum Roßalpenkopf (oder Roßkopf, wie ihn die Einheimischen nennen). Man muss sich auf dem Weg zum Gipfel mühsam durch ein Latschenfeld "kämpfen" und es gibt auch keinen offiziellen Weg. Zum Schutz der Vegetation und der darin lebenden Tierwelt sollte auf diesen unbedeutenden Gipfel verzichtet werden.

Abstieg
Der Rückweg erfolgt auf dem Aufstiegsweg oder für Durstige über Priener Hütte bzw. Ackeralm.

Aufstiegsalternative Bike & Hike
Ab Wanderparkplatz Sachrang mit dem Mountainbike in Richtung Priener Hütte fahren (siehe hier). Nach dem letzten steilen Anstieg (also oberhalb der Abzweigung rechts Richtung Wandberg / Ackeralm) biegt man links in den Forstweg ein und erreicht die Schreckalm auf leichter Fahrbahn nach 10 Minuten. Hier das Bike abstellen und auf dem beschriebenen Weg zur Wandspitz.

GPS-Daten:


GPX-Tracks sind oft ungenau. Die angezeigten Daten können (insbesondere zur Höhe und Steigung) falsch sein. Daher verwendet bitte nie die Tracks ohne betreffendes Kartenmaterial für das dazugehörige Gebiet. Die GPS-Daten sollen nur als zusätzliche Unterstützung verwendet werden. Auf der Karte lässt sich rechts oben in die Kartengrundlage OpenTopomap umschalten (OpenTopoMap ist nicht immer sofort verfügbar). Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.


Download Bedingungen

Unsere GPS-Dateien dürfen kostenlos für die private Nutzung heruntergeladen werden. Veröffentlichung jeglicher Art und kommerzielle Nutzung nur mit vorheriger Genehmigung von roBerge.de. Die GPS-Daten wurden mit größter Sorgfalt aufbereitet. Trotzdem kann keine Gewährleistung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten gegeben werden. Sie können deshalb nur als Unterstützung bei der Wegfindung dienen. Wir weisen deshalb ausdrücklich darauf hin, dass die Nutzung der Daten auf eigene Verantwortung erfolgt und die Wegfindung nur aufgrund offizieller Karten erfolgen darauf. Die Benutzung privater Straßen und das Betreten privater Grundstücke kann gesetzlichen Beschränkungen unterliegen.

Ich akzeptiere die obigen genannten Bedingungen.



Webcams:

Aktuelle Bilder von Webcams im Umkreis von 30km vom Ausgangspunkt.
  weitere Webcams findest du hier



Hochrieshütte
(©foto-webcam.eu)

Hochrieshütte
(©foto-webcam.eu)

Bergstation Hochries-Seilbahn
(www.foto-webcam.eu)

Der Rossalm-Krieg:

So ganz nebenbei begeht man im oberen Bereich dieser Tour einen Weg, der es bis zum Jahr 2005 zu einer fragwürdigen "Berühmtheit" gebracht hatte: Hier sollte ein 1,8 Kilometer langer Verbindungsweg zwischen der Oberkaseralm südlich unterhalb der Wandspitz und der Roßalm auf der nördlichen Seite der Wandspitz gebaut werden. Jahrelang stritten sich DAV und die Bürgerinitiative «Rettet den Geigelstein» mit Almwirtschaftern, Politikern und Behörden, bis schließlich im Februar 2005 das Bayerische Verwaltungsgericht München einer Klage des Bundes Naturschutz statt gab und den Bau der Fahrstraße untersagte. Das Gericht konnte keine Notwendigkeit für den Bau entdecken, dafür aber den Befürwortern handwerkliche Fehler nachweisen.

Flora und Fauna:

Der Geigelstein trägt nicht umsonst den Namen "Blumenberg der Chiemgauer Alpen". Insbesondere im oberen Bereich, ungefähr ab der Oberkaseralm, trifft man unzählige Arten an, die man anderswo vergeblich findet (siehe hierzu auch unseren Bericht Botanische Wanderung im Geigelstein-Gebiet von Dr. Markus Höper).
Ein kleiner Ausschnitt hiervon:
Der Hang zwischen Oberkaser-Alm und Rosskopfsattel beherbergt eine schöne Kalk-Magerrasen-Flora. Erwähnt seien hier nur Kugelorchis (Traunsteinera globosa), Rauher und Stengelloser Enzian (Gentianella aspera, Gentiana clusii), Mückenhändelwurz und Wohlriechende Händelwurz (Gymnadenia conopsea, Gymnadenia odoratissima), Frühlingsenzian oder Schuasternagerl (Gentiana verna), Zierliche Sommerwurz (Orobanche gracilis), Grüne Hohlzunge (Coeloglossum viride), Weiße Höswurz oder Weißzüngel (Pseudorchis albida), Schwarzes Kohlröschen (Nigritella nigra) u.v.a.

Literatur:

Führer

Chiemgau - Die schönsten Tal- und Höhenwanderungen
von Bauregger, Heinrich
Infos: Führer

Chiemgau - Die schönsten Tal- und Höhenwanderungen

Führer

Berchtesgadener und Chiemgauer Wanderberge
von Brandl, Sepp
Infos: Führer

Berchtesgadener und Chiemgauer Wanderberge

Alpenvereinsführer

Alpenvereinsführer Chiemgauer Alpen
von Zebhauser, Marianne und Helmuth
Infos: Alpenvereinsführer

Alpenvereinsführer Chiemgauer Alpen

Galerie:


Weitere schöne Bilder sind in unserer Fotoshow

Diashow:

Auf dem Forstweg Richtung Schachenalm biegt man her rechts ab. kurze Zeit später geht der Weg in einen Steig über.Die Schreckalm. Man kann sie auch bequem mit dem Mountainbike erreichen.Blick nach Süden auf die Ackeralm.Der Geigelstein-Gipfel.Die Oberkaser-Alm.Oberhalb der Oberkaser-Alm kann man mit etwas Glück den Gefransten Enzian entdecken.Der kreuzlose Gipfel der Wandspitz.

Panorama:

  zur Panorama Ansicht ins Bild klicken

Sagen, Mythen und Wahrheiten:

Zeitungsartikel: Das Ende eines langen Ringens

Das Verwaltungsgericht München hat jetzt den über 15-jährigen Streit um den Bau eines Fahrwegs auf die Rossalm am Geigelstein im Chiemgau mit einem Erfolg für den Bund Naturschutz beendet.
Das Gericht hob die von der Regierung von Oberbayern erteilte naturschutzrechtliche Befreiung für das umstrittene Projekt auf. Es hielt der Regierung «handwerkliche Fehler» vor.
Damit darf die 1,2 Meter breite Fahrstraße zur Rossalm, die durch ein Naturschutz- und FFH-Gebiet führen sollte, endgültig nicht gebaut werden.
«Das Urteil ist eine herbe Niederlage für den bayerischen Umweltminister Werner Schnappauf, der sich persönlich für die Fahrstraße am Geigelstein stark gemacht hat», sagte die umweltpolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, Ruth Paulig.
Wenig überrascht zeigte sich Landrat Dr. Max Gimple über das Urteil. Nachdem mit dem neuen Bundesnaturschutzgesetz von 2002 die Verbandsklage möglich geworden sei, habe für ihn festgestanden, dass der Bund Naturschutz diesen Weg gehen werde. Der Landrat bedauert das Urteil sehr, da nun kein maßvoll angelegter und landschaftlich verträglicher Weg möglich sei. Gimple: «Ein solcher Weg hätte eine Kanalisierung der Wanderer bewirkt und die Verhältnisse dort verbessert. Die Wanderer werden nun weiterhin auf wilden Pfaden unterwegs sein. Die Folgen sind hinreichend bekannt.»
Aschaus Erster Bürgermeister Kaspar Öttl - die Gemeinde hatte den Bau des Fahrwegs beantragt - will erst das schriftliche Urteil abwarten. Öttl: «Wenn der Gerichtsentscheid wirklich endgültig sein sollte, werden wir uns beugen.»

Den Zeitungsartikel 18.2.2005 erhielten wir mit freundlicher Genehmigung von OVB-Online