Frozen Church


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Petersberg

»Mini-Wanderung auf eine historische Stätte«


Der Petersberg ist ein dem Hohen Madron vorgelagertes Berglein, weithin erkennbar durch die auf seinem Gipfel stehende weiße Petersberg-Kapelle. Die Wanderung ist leicht (Forststraße) und recht kurz. Sie ist das Ziel zahlreicher Wallfahrten und Bittgänge.

Petersberg mit Kapelle.

Kloster St.-Martin-de-Canigou in den Pyrenäen.
Möglicherweise hat es so einmal auf dem Petersberg ausgesehen.


Kurzinfo:

Region:Bayerische Voralpen
Tourenart:Bergtour (leicht)  
Erreichte Gipfel:Petersberg 847 m
Dauer:einfach 50 Minuten , gesamt ca. 1,5 Stunden
Touristinfo:Flintsbach
Weblinks:Das Petersberg-Projekt

Anforderung:

Höhenunterschied:Flintsbach 478 m, Petersberg 847 m
gesamt 370 m
Schwierigkeit:leicht
leicht, auch als Kurzwanderung geeignet, sowohl im Sommer als auch im Winter
Hunde:für Hunde geeignet

Einkehrmöglichkeit:

Petersberg:
werktags 9:30 - 22:30, Sa/So/Feiertag 9:30 - 18:00
Ruhetag Sommer (Apr - Nov): Montag
Ruhetag Winter (Nov-Mär): Montag und Dienstag
Link zur Hütte ...mehr Info, hier klicken

Hinweis: Da wir die Öffnungszeiten, Übernachtungshinweise, etc. oft aus dritter Hand erhalten, kann es immer wieder vorkommen, dass die hier veröffentlichten Daten nicht mehr ganz aktuell sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich bitte vor Beginn einer Tour direkt bei der Hütte informieren (Telefon / Homepage).


Startpunkt:

Asten-Parkplatz in Flintsbach, 482m


GPS-Wegpunkt:

N47 43.058 E12 07.681  [@google-maps]

Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Mit der Bahn bis zum Bahnhof Flintsbach. Von diesem über die Bahnhofstraße und die Innstraße bis zur Kufsteiner Straße. Dort links abbiegen und nach 50 m rechts in den Astenweg, der in wenigen Minuten bis zum Wanderparkplatz nahe der Ruine Falkenstein führt.

Mit dem Pkw:

Inntalautobahn Ausfahrt Brannenburg. Nach der Ausfahrt links abbiegen und nach wenigen Metern nochmals links in Richtung Flintsbach. Durch die Hauptstraße das Ortszentrum von Flintsbach durch fahren und danach rechts in den Astenweg einbiegen. Auf diesem gelangt man nach ca. 150 m zum Wanderparkplatz.


Ab Rosenheim: 20 Km / 0:20 Std
Ab München: 75 Km / 0:55 Std
Ab Bad Tölz: 60 Km / 0:50 Std
Ab Salzburg: 95 Km / 1:00 Std


Tourenplaner / Online-Fahrpläne:

hier klicken


Tourenbeschreibung:

Asten-Parkplatz in Flintsbach, 482m


Beim Parkplatz beginnt der Weg (Wegweiser Hohe Asten - Riesenkopf). Der Weg ist durchgehend Forststraße und gut begehbar. Wer ihn abkürzen will, kann zeitweilig einen kleinen Pfad benutzen. Dieser beginnt nach 5 - 10 Minuten etwas unterhalb der ersten Kapelle und verlässt den Forstweg auf der rechten Seite (Achtung: bei der Abzweigung nach ca. 15 Minuten geht der Weg links weiter, rechts geht's nach Brannenburg). Nach insgesamt ca. 45 Minuten Abzweigung: geradeaus zur Hohen Asten, Großem Madron und Riesenkopf, links zum Petersberg. Dieser wird nach ca. 10 Minuten erreicht.


Petersberg-Kirche viel älter als angenommen
Zusammenfassung mehrerer Zeitungsartikel im Raum Rosenheim vom Januar 1999:

Geschichtlicher Überblick:
In früheren Zeiten, bevor die Kapelle erbaut wurde, handelte es sich bei dem Gipfelgebiet des Kleinen Madron vermutlich um eine heidnische Kultstätte (Madron kommt von "madal", althochdeutsch und heißt "Versammlung"). Später erhielten verfolgte Mönche vom damaligen Grafen die Erlaubnis, auf dem Hohen Madron ein Kloster zu errichten. Etwa um die Jahrtausendwende, evtl. aber auch schon 200 Jahre vorher entstand hier eine bedeutende Anlage. Das Kloster wurde 1296 zusammen mit Falkenstein zerstört. Die Kirche auf dem Petersberg hat diese Wirren überstanden. Die einzige geschichtliche Erwähnung stammt aus ca. aus dem Jahr 1170 und bezeichnete das Kloster als "monasterium sancti Petri in monte Maderone"

Archäologische Untersuchungen: In den Jahren 1997 und 1998
hat das Institut für Vor- und Frühgeschichte und provinzialrömische Archäologie der Ludwig-Maximilians-Universität München Untersuchungen über die Petersbergkirche unternommen. Diese Ausgrabungen haben eine Bedeutung erreicht, die weit über die Lokalgeschichte dieses Platzes hinausgeht. Sie versprechen wichtige und grundlegend neue Erkenntnisse zur Geschichte des südlichen Oberbayern (Inn-Mangfall-Raum) zwischen Spätantike und hohem Mittelalter, über die bisher nur wenig bekannt war.

Die erste Bauphase:
Wie oben erwähnt, entweder um das Jahr 1000 oder 800. Vielleicht geht die Kirche auf eine Burgkapelle zurück und das Klostergebäude könnte der beheizbare Wohnbau der Burg gewesen sein. Evtl. kann man sich das Kloster als Vierseitenanlage, ähnlich wie das Kloster St.-Martin-de-Canigou in den französischen Pyrenäen vorstellen (siehe Foto).

Die Ausgrabungen des Münchner Archäologen Thomas Maier
mit seinen studentischen Mitarbeitern führen zu der Annahme, dass das Kloster nicht, wie bisher angenommen, um 1232 gegründet wurde, sondern um das Jahr 1000, eventuell sogar noch bis zu 200 Jahre früher. So wurde die Existenz einer mittelalterlichen Klosteranlage um die Jahrtausendwende nachgewiesen. Ob es sich damals schon um ein Kloster oder um eine ältere Befestigungsanlage handelte, ist noch ungewiss.

Keramikfunde zeugen von Wohlstand:
Die Gemeinschaft der Mönche, die aus 10 bis 12 Personen bestand, erfreute sich des Wohlstands. Fundamente, Keramik- und Glasfunde ließen auf einen relativ wohlhabenden und bedeutenden Konvent schließen, so Maier. Die Scherben deuten auf hochmittelalterliche Feinkeramik hin, die aus dem Kölner Raum herbeigeschafft worden war. So zeugt die Scherbe eines Nuppenbechers von Besitztum und Vermögen, da sich Nuppenbecher oft auf Plätzen des Adels, aber nicht bei Bauern oder Handwerkern fanden. Thomas Meier bei einem Vortrag im Februar 1999 in Rosenheim: "Es weist auf weite Beziehungen und Reichtum hin, wenn man sich Waren von so weit kommen lässt oder geschenkt bekommt." Gefundene Beinringe deuten auf Frömmigkeit hin. Die Beinringe gehörten zu den Vorläufern des Rosenkranzes. Die Mauern sind bis zu einer Höhe von 70 cm erhalten.

Die Räumlichkeiten:
Die Grabungen wurden südlich der Kirche neben dem Weg und östlich der Kirche durchgeführt. Südlich der Kirche wurde Reste eines massiven Steingebäudes aus dem Barock freigelegt, aber auch wesentlich ältere Fundamente, die sich einem Gebäude, größer als die Kirche selbst, zuordnen lassen. Es steht allerdings noch nicht fest, ob es sich hier schon um ein Kloster oder um eine Befestigungsanlage gehandelt hat. Ein weiterer, beheizter Raum wurde im 11. oder 12. Jahrhundert angebaut. Im Osten der Kirche befand sich ein Friedhof.

Der Friedhof
Er stammt wahrscheinlich aus der Zeit vor 1388. Es handelt es sich bei den Gräbern wahrscheinlich um insgesamt sechs Mönche. Eine Besonderheit ist das Grab einer Frau, die mit neugeborenen Zwillingskindern bestattet wurde.

Die Kirche
Ein Aquarell von 1892 zeigt an der Südwand eine heute nicht mehr existierende Außenkanzel. Hier gab es möglicherweise ein Theater, wo sich bis zu 1000 Menschen im Freien versammeln konnten. An der Westfassade gibt es in Flachrelief des sitzenden Petrus, das bisher von Historikern als "rückständig" (für diese Epoche) gewertet wurde. Wenn man es jedoch auf ca. 1000 bis 1050 zurückdatiert, stellt es eine qualitätvolle Arbeit der vorromanischen Zeit dar, wie es auch ähnliche Petrusdarstellungen aus dieser Zeit von den Pyrenäen zeigen.

Der Gründer des Kloster
steht noch nicht fest. "Der äußerst frühe, qualitätvolle Steinbau und die Funde wertvoller Gefäße lassen den Klostergründer im höchsten bayerischen Adel vermuten. Sollte sich bewahrheiten, dass dem Kloster eine frühe Befestigung vorangegangen war, dürfte es sich sogar um den bayerischen Herzog handeln." (OVB Januar 1999). Möglicherweise war es auch ein Graf aus der Oberpfalz oder der Bischof von Salzburg.



Die Petersbergkirche

Aufstieg: Beim letzten Stück handelt es sich um den "Stationsweg der Heiligen Apostel", der seit 1978 besteht. Bereits vorher bestand hier ein Stationsweg.

Aus der Geschichte: Ehemalige Klosterkirche. Das älteste romanische Bauwerk des Landkreises Rosenheim. Graf Siboto von Falkenstein stiftete im Jahr 1130 ein kleines Benediktinerkloster auf dem Petersberg. Im Jahr 1163 wurde es erstmals urkundlich erwähnt. Als im Jahre 1296 die Burg Falkenstein zerstört wurde, wurde auch die Kirche verwüstet.

Die Eingangs-Säulen enthalten vorchristliche, wahrscheinlich keltische Symbole Widder (links) und Bär (rechts). Die Kapitelle enthält christliche Zeichen (Blatt- und Weinranken mit Trauben, pickende Vögel und Kornähren). Im Kircheninneren stammt die Holzkassettendecke von 1908, das Kreuz an der rechten Wand stammt aus dem 13. Jahrhundert.


Literatur:

Alpenvereinsführer:Alpenvereinsführer Bayerische Voralpen Ost
von Zebhauser, Marianne und Emmeram
Bildband:Land unter dem Wendelstein
von Eberhard, Robert

GPS-Daten:

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Sagen, Mythen und Wahrheiten:

Warum das erste Kirchlein des Inntales auf den Kleinen Madron, den Petersberg, kam

Auch in alten Zeiten endete der Bergwald am Hohen Madron dicht unterhalb des kuppelförmigen Gipfels. Auf der freien Wiese dort oben hielten unsere Vorfahren ihre Versammlungen ab, wenn der Gaugraf die Edlen seines Stammes zu Beratungen zusammenrief, oder wenn Gerichtstag gehalten wurde. Auf dieser freien Bergwiese hoch über den Niederungen fühlten sich die Menschen aber auch ihren Göttern besonders nahe, so dass sie mit ihren Priestern auf dem ,,Maderan", was soviel heißt wie ,,Berg der Gemeinschaft", auch ihre Gottesdienste und religiösen Feste feierten.

Als dann die vom Papst in Rom ausgesandten fünf, sechs Mönche ins Inntal kamen, um die Bergbauern zum Christentum zu bekehren, wollten die neuen Christen auch eine Kirche haben. Auf den heiligen Berg der Ahnen, den Großen Madron, sollte sie kommen. Also fällten Bauern und Knechte am Berg Bäume und Zimmerleute begannen, die Stamme für den Kirchenbau zu bebauen. Einer der Männer schlug sich mit der Axt versehentlich in die Hand, so dass sein Blut die abgefallenen Späne rot färbte. Die Arbeit aber ging trotzdem weiter. Jedoch schon am anderen Morgen hackte sich ein Holzknecht tief in den Fuß und wieder floss Blut auf die Holzspäne. Und so passierten immer wieder schlimme Unfälle. ,,Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen!" sagten sich schließlich die arbeitgewohnten Männer. Sie unterbrachen ihre mühsame Arbeit auf dem Berg. Kaum hatte das Lärmen des Holzhackens aufgehört, kamen ein paar Bergfalken ohne Scheu angeflogen. Jeder nahm einen von den blutigen Spänen mit seinem Schnabel auf und schwirrte damit ab. Die erstaunten Leute guckten ihnen nach. Zum Kleinen Madron hinüber, dem niedrigeren Nachbarberg, brachten die Vögel die blutigen Späne, legten sie dort nieder und kamen zurück, um ihr Tun zu wiederholen. Jetzt erkannten die Kirchenbauer, dass Gott sein Haus nicht auf dem alten Heidenberg haben wollte. Sie packten ihr Werkzeug zusammen, gingen hinüber auf den Kleinen Madron, der heute Petersberg heißt, und begannen dort ihr Werk von neuem. Ohne jeden Unfall konnten sie es jetzt zu Ende bringen. Ihr Kirchlein, zu dem früher auch noch ein kleines Kloster gehörte, grüßt heute noch mit seinem behäbigen Satteldach herab ins Inntal.

Mit freundlicher Genehmigung entnommen aus dem Buch "Sagen und Legenden rund um den Wendelstein" von Dr. Josef Bernrieder", erschienen im Verlag Meißner-Druck GmbH, Oberaudorf, 1995, erhältlich u. a. im Rosenheimer Buchhandel.


Petrus und das Teufelsloch am Petersberg.

Beim Aufstieg auf den Petersberg kommt man kurz vor der Einmündung des Brannenburger Weges an einer Felsspalte vorbei. An dieser trafen sich einst der Apostel Petrus, dem die Kirche geweiht ist und der Teufel. Sie wetteten, wer eher auf dem Gipfel des Petersberges sein würde. Petrus, der schon alt und gebrechlich war, ging daraufhin den normalen Weg nach oben. Der Teufel glaubte, leichtes Spiel zu haben, indem er den Felsspalt benutzte, der durch den Berg hindurch bis oben hin zum Gipfel verläuft. Er wusste allerdings nicht, dass auf dem Ende des Felsspaltes die Peterskirche stand. der geheiligte Boden der Kirche hinderte ihn daran, den Berg zu verlassen. Der heilige Petrus hatte somit die Wette gewonnen.


Wochenendwetter: Der Winter ist da!

Gestern um 20:46
Für das Wochenende bis 16.12.2018 gilt: Winter hat Einzug gehalten
ausführlicher AV-Bergbericht    Alpenvereinswetter
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