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Die stille Seite am Spitzing


Von Geitau über den Auerspitz

Diese Paradetour in den Münchner Hausbergen hat geradezu das Zeug zum Öffi-Klassiker. Sie vereint alles, was man sich von einer perfekten Skisafari an einem einzigen Tag erwartet: einfache, umsteigefreie Anfahrt mit dem Zug, einsamer Aufstieg ins Tourengebiet, einen kleinen, aber feinen Gipfel, Schneesicherheit, viele Variationsmöglichkeiten, gemütliche Hütten auf dem Weg und eine Skiabfahrt fast bis zur Bushaltestelle. Und das auch noch alles zusammen in einem Gebiet, das seit Generationen von Wintersportlern mit allem erdenklichen Sportgerät regelrecht überrannt wird: dem legendären Spitzing.
Weil wir mit unseren Tourenski in entgegengesetzter Richtung unterwegs sind, bekommen wir vom vielen Verkehr und vom Trubel rund um den Spitzingsee überhaupt nichts mit. Dieser ist lediglich Endpunkt unserer großartigen Skidurchquerung. Am frühen Abend, wenn uns der letzte Bus an der Talstation der Taubensteinbahn Richtung Bahnhof Fischhausen-Neuhaus abholt, begegnen wir höchstens noch wenigen SkitourengeherInnen, die zu einer kurzen Feierabendrunde starten. Dann versinkt dieses wunderbare Minigebirge wieder in einen kurzen Erholungsschlaf, bis am nächsten Morgen der Rummel wieder von vorne beginnt. Wer sich auf den Weg zu dieser Skisafari macht, wird belohnt mit dem Gefühl, eine große lange Skitour gegangen zu sein. Von der bäuerlich geprägten Landschaft über verschneite Almwiesen bis hin zu den schroffen Felsen der Ruchenköpfe wechselt die Szenerie ständig. Stetig schreiten wir voran, ziehen unsere Schwünge, um dann wieder aufzusteigen. Kein Weg ist doppelt. Wer konditionsstark ist, wird diese Tour erweitern. Viele Möglichkeiten stehen den ambitionierten SkitourengeherInnen dabei zur Verfügung. Woher man gekommen ist, hat man schon nach kurzer Zeit vergessen. Wir müssen nicht mehr denselben Weg zurück, sondern besitzen die große Freiheit weiterzuziehen und viele Eindrücke mitnehmen zu dürfen. Let's go Spitzing!


Nicht viel los an diesem herrlichen Wintertag

Nicht viel los an diesem herrlichen Wintertag


Bei Schneefall besonders schön: das legendäre Gipfelkreuz auf dem Auerspitz

Bei Schneefall besonders schön: das legendäre Gipfelkreuz auf dem Auerspitz



Kurzinfo:


Region:
Bayerische Voralpen
Tourenart:
Skitour
Naturverträglichkeit
Naturverträgliche Ski-/Schneeschuhtour
mehr Informationen
Erreichte Gipfel:
Auerspitz 1810 m
Dauer:
Geitau Bahnhof - Auerspitz (Aufstieg) ca. 3.30 Std., Auerspitz - Großtiefenthalalm (Abfahrt) ca. 30 Min.. Großtiefenthalalm - Miesingsattel (Aufstieg) ca. 30 Min., Miesingsattel - Kleintiefenthalalm (Abfahrt) ca. 30 Min., Kleintiefenthalalm - Bergstation Taubensteinbahn (Abfahrt) ca. 30 Min., Taubensteinbahn - Talstation Taubensteinbahn (Abfahrt) ca. 30 Min., gesamt ca. 6 Std.
Lawinengefahr:
Mäßig bis mittel. Hangrichtung: Alle Hangrichtungen; bis zum Auerspitz und Abfahrt Großtiefenthal Nord, danach Abfahrt vor allem Süd
zur aktuellen Lawinenlage
Einkehrmöglichkeiten:

Anforderung:


Höhenunterschied:
1200 m
Streckenlänge:
14,7 km
Schwierigkeit:
leicht
Für den langen Aufstieg zum Auerspitz ist eine gute Kondition erforderlich, danach schöne Abfahrten und nur zwei weitere verhältnismäßig kurze Aufstiege; mehrmaliges Auf- und Abfellen notwendig.
Orientierung: Die Route ist teilweise ausgeschildert, u.a. markierte DAV-Skiroute; zudem ist sie vom Gelände gut vorgegeben und in weiten Strecken oftmals gespurt

Start:


Parkplatz Geitau am Bahnhof 790 m


GPS-Wegpunkt:
N47 41.624 E11 58.070 zu Google Maps


Umweltfreundliche Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Mit der Bayerischen Regiobahn Richtung Bayrischzell bis Geitau. Abfahrt ab München Hbf Dauer ca. 1.20 Std.


Mit dem Pkw:
Auf der Verbindungsstraße zwischen Bayrischzell und Aurach bei Geitau auf die nördliche Straße Richtung Bahnhof einbiegen. Dort stehen nur begrenzt Parkplätze zur Verfügung (10-15). Wenn diese belegt sind bietet sich als Alternative der Parkplatz der Wendelsteinbahn an. Gehzeit von dort ca. 20 Minuten.

  • Ab Rosenheim: 35 Km / 0:45 Std
  • Ab München: 70 Km / 1:00 Std
  • Ab Bad Tölz: 45 Km / 0:45 Std
  • Ab Salzburg: 110 Km / 1:15 Std


Tourenplaner / Online-Fahrpläne:
hier klicken


Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.

Tourenbeschreibung:


Wir starten am Bahnhof Geitau, 780 m, und gehen vom Bahnsteig kommend rechts auf die Landstraße, die nach Geitau führt. Nach ca. 5 Min. überqueren wir die Bundesstraße (Vorsicht vor schnellem Verkehr!), gehen in Geitau auf der Hauptstraße am Postgasthof Rote Wand vorbei, bis wir zu einer Kreuzung mit Wanderschildern kommen. Hinter der Kreuzung befindet sich ein Parkplatz. An der Kreuzung biegen wir links ab und folgen auf dem weiteren Weg der Beschilderung Richtung Rotwand bzw. später Auerspitz. Bei ausreichender Schneelage können wir bereits hinter den letzten Häusern unsere Skier anschnallen. Die kleine Teerstraße führt uns an einem Segelflugplatz vorbei, und über einen Forstweg erreichen wir in gerader Linie den Waldrand. Im Wald beginnt der Forstweg entlang eines Bachs in angenehmer Steigung schnell an Höhe zu gewinnen. Wir folgen im Verlauf des Weges der Beschilderung in Richtung Soinsee bzw. Rotwandhaus. Nach ca. 1.30 bis 2 Std. lichtet sich der Wald und wir erreichen die Schellenbergalm, 1348 m. An dieser gehen wir links haltend vorbei und weiter auf einem Forstweg in Richtung Soinsee, den wir vom Bahnhof Geitau nach ca. 2 bis 2.30 Std. erreichen. Vor dem im Winter oftmals zugefrorenen Soinsee verlassen wir den breiten Forstweg, gehen links über eine kleine Holzbrücke und folgen weiter der Beschilderung "Auerspitz/Rotwand". Zunächst führt unser Weg hinter dem Soinsee über eine Mulde zu einer Anhöhe, von der wir unser erstes Ziel, der Auerspitz, bereits erspähen können. Nun gehen wir immer geradeaus, links an den markanten Ruchenköpfen vorbei, bis zur Einbuchtung mit Beschilderung. Hier folgen wir der Beschilderung "Auerspitz" zum Nordwestkamm, schlängeln uns zwischen Latschen hindurch und erreichen nach 20 Min. den Auerspitz, 1810 m, einen unscheinbaren Gipfel mit einem zwar kleinen, aber schönen schmiedeeisernen Gipfelkreuz. Am Gipfel fellen wir nun das erste Mal ab und fahren über den freien Nordhang wieder hinunter bis zur Ausschilderung. Hinter dem Schild "DAV-Skiroute" befindet sich die unscheinbare Einfahrt zur nordseitigen Abfahrt in Richtung Großtiefenthalalm. Zuerst müssen wir zwischen ein paar Latschen hindurch, dann gelangen wir über schönes Skigelände zur Großtiefenthalalm, 1500 m. Dort angekommen sehen wir schon unser nächstes Ziel, den Miesingsattel. Wir fellen auf und steigen in ca. 30 Min. die 200 Hm über Mulden nach Nordwesten zum Miesingsattel, 1703 m, auf, der sich zwischen Rotwand und Hochmiesing befindet. Hier fellen wir ein weiteres Mal ab und fahren zur Kleintiefenthalalm 6, 1555 m, ab. Dabei schwingen wir zunächst einige Meter geradeaus und halten uns dann eher links, ehe wir erneut geradeaus an der Alm vorbeifahren und uns wieder links halten. Ca. 100 Hm unterhalb der Alm kommen wir zu einem kleinen Waldbereich und zu einem markanten Felsen. Wir fahren rechts davon mit einigen Schwüngen durch das kurze Waldstück und erreichen so eine Lichtung mit Blick zum Taubensteinhaus. Ein letztes Mal werden die Felle montiert, und wir steigen in 10 Min. zum Taubensteinhaus, 1567 m, auf. Von dort aus gehen wir leicht ansteigend und querend in 10 Min. weiter zum Taubensteinsattel, 1592 m. Die Bergstation der Taubensteinbahn befindet sich in unmittelbarer Nähe. Hier fellen wir ein letztes Mal ab. Die Abfahrt erfolgt entlang der aufgelassenen Skipiste. Zunächst fahren wir über ideales Abfahrtsgelände, bis die Piste flacher wird. Hier folgen wir skatend oder gehend ca. 10 Min. der Piste, bis die Abfahrt wieder steiler wird und wir schlussendlich die Talstation der Taubensteinbahn erreichen. Hier gehen wir links an der Talstation vorbei und kommen zur Spitzingstraße. An der Einmündung gehen wir 10 m nach links zur Bushaltestelle Taubensteinbahn, 1091 m.

Variante: Gipfelaufstieg zum Hochmiesing, 1883m. Vom Miesingsattel gehen wir in weniger als 30 Min. der Beschilderung folgend durch einen Latschengürtel zum freien Gipfel. Vom Gipfel fahren wir zunächst durch Latschengassen und Mulden, danach durch die Westrinne hinab zur Kleintiefenthalalm. Danach weiter auf der Hauptroute.

Rückfahrt mit Öffis: Endpunkt Bushaltestelle Spitzing Taubensteinbahn, 1091m. An der Straße direkt an der Talstation Spitzingsee. Mit dem Bus 9562 nach Bahnhof Fischhausen oder Bahnhof Schliersee. Die Weiterfahrt mit der BRB (RB 55) nach München Hbf ist mit den Ankunftszeiten der Busse abgestimmt. Abfahrt Bushaltestelle Spitzing Taubensteinbahn nach München Hbf über München Harras bis 17:32 Uhr mindestens stündlich, Dauer ca. 1.30 Std.

Autorentipp: Da die Abfahrt vom Auerspitz zum Soinsee nord- bis nordostseitig ausgerichtet ist, kann die Tour bei guten Schneeverhältnissen auch in entgegengesetzter Richtung empfohlen werden. Ab der Schellenbergalm verläuft die Abfahrt dann jedoch größtenteils über eine Forststraße. In Geitau kann man direkt zum Bahnhof gehen oder eine Wartezeit mit der Einkehr im Postgasthof Rote Wand verkürzen.


GPS-Daten:


GPX-Tracks sind oft ungenau. Die angezeigten Daten können (insbesondere zur Höhe und Steigung) falsch sein.
Auf der Karte lässt sich rechts oben in die Kartengrundlage OpenTopomap umschalten (OpenTopoMap ist nicht immer sofort verfügbar).
Zum Zoomen der Karte bitte STRG und Mausrad benutzen.



Webcams:


Aktuelle Bilder von Webcams im Umkreis von 30km vom Ausgangspunkt.
  weitere Webcams findest du hier



Wendelstein West
© https://www.foto-webcam.eu

Wendelstein Ost
© https://www.foto-webcam.eu

Sudelfeld Kitzlahner-Bergstation
© Skiparadies Sudelfeld

Literatur:


Skitourenführer

Natürlich mit Öffis
Die besten Skitouren, Reibn und Skisafaris ab München
von Angelika Feiner, Barbara Schmid, Sven Schmid und Michael Vitzthum
Infos: Skitourenführer

Natürlich mit Öffis

Karte

Alpenvereinskarte 7/1
Tegernsee, Schliersee
von Alpenverein
Infos: Karte

Alpenvereinskarte 7/1

Galerie:




Gipfelpanorama bei PeakFinder:

zu Peakfinder auf roBerge.de


Autor/en:


Angelika Feiner, Barbara Schmid, Sven Schmid und Michael Vitzthum
Mit freundlicher Genehmigung des Bergverlags Rother aus dem Rother Skiführer "Natürlich mit Öffis! Die besten Skitouren, Reibn und Skisafaris ab München"  


  • Openstreetmap Darstellung von J.Dankoweit



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