Bildinfo unter Aktuelle Informationen




         

Eingefallene Wand (Chiemgauer Alpen) am 14.11.2018

Begonnen von Bergautist, 16.11.2018, 09:07

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Bergautist

Teil 1: Aufstieg zum Heuberggrat über die Eingefallene Wand

Nachdem ich das Areal bei meiner letzten Tour zur Erkundung der Eingefallenen Wand am Heuberg noch weitläufig umrundet hatte (https://www.roberge.de/index.php/topic,9261.0.html), sollte es heute ins "Innere" gehen. Mit dabei war diesmal mein Wanderpartner (mit Kletterpraxis bis UIAA V, man weiß ja nie...).

Als Planungsgrundlage diente das Luftbild und das Relief im BayernAtlas, denn Wege gibt es in dem Gebiet keine; Startpunkt für den Weglosanteil der Tour war die Bichleralm:

https://geoportal.bayern.de/bayernatlas/?lang=de&topic=ba&bgLayer=luftbild_labels&catalogNodes=122,12&E=4513482.50&N=5287670.74&zoom=13&layers=relief_t&layers_visibility=false

Besonders auffällig im Bereich der Eingefallenen Wand ist eine Querrinne, die sich von Nord nach Süd zieht. Die sollte als erstes inspiziert werden (Bild 1). Dort fiel erst einmal die "Schranke" auf, die sich vor Ort als Abstandsmesser entpuppte, wie sie derzeit auch am Hochvogel zum Einsatz kommt. Offenbar befürchtet irgend jemand, dass sich die rechte Felswand in Richtung Tal verselbstständigen könnte, sozusagen als "Einzufallende Wand". Während ich mich im oberen Teil der Querrinne nur bis zum unteren Klemmblock (UIAA III) getraut habe, überwand mein Wanderpartner diesen per Spreizschritt, wie halt in Kaminen so üblich. Zwar musste er nicht wieder absteigen, wurde aber auch weiter oben nicht wirklich glücklich - zu ausgesetzt und gefährlich das nicht nur aus robustem Fels bestehende Gelände, ohne dass es spannende Einblicke gegeben hätte. Also trat er die Flucht nach oben an, um etwas weiter westlich wieder in humaneres Gelände (teilweise mit Seilsicherung) abzusteigen, während ich den rechten Felsblock an seinem Fuß mehr oder weniger "gemütlich" auf einem deutlichen Gamssteig umrundete.

Im südlichen Bereich hat die Querrinne eine Fortsetzung nach unten. Das sieht man sehr schön im BayernAtlas, wenn man das Relief aktiviert. An deren unterem Ende trafen wir dann wieder aufeinander und setzten eine Rippe weiter den Steilgrasaufstieg gemeinsam fort, immer möglichst weit nördlich bleibend. Der Graspickel war heute übrigens eine höchst willkommene Hilfe, denn vertrocknetes Gras kann bei Steigungen jenseits von 45° höchst rutschig werden.

Begleitet wurden wir immer wieder von netten Türmchen (Bild 2 und Bild 3), während unter uns die Wolken "tobten". Der Höhepunkt war aber eine Formation, die wir Amphitheater getauft haben. Hinter dem Grasgrat (Bild 4) verbirgt sich ein kreisrundes Loch, schön eingerahmt von schroffen Felsen und als Grasgelände steilst abfallend (Bild 5). Ein himmlischer Ort!

Fortsetzung (Teil 2 von 2) folgt!

Bergautist

Teil 2: Abstieg über Heuberg und Kitzstein

Nach Erreichen des Heuberggrats ging es dann zurück über Heuberggipfel, Kitzstein und Daffnerwaldalm bis zum Startpunkt Überfilzen. Der Abstieg erfolgte zwar im Dunkeln, unsere 3 Stirnlampen wurden aber nicht gebraucht, denn einen Vorteil haben die Bergbetonstraßen in den Chiemgauern ja: Sie sind auch bei nur wenig Mondlicht wunderbar hell! ;)

Die nachfolgenden Bilder sind irgendwie den Fotos von wim43 in Reinhards Kitzstein-Bericht nachempfunden:

https://www.roberge.de/index.php/topic,9244.msg59654.html#msg59654

Bild 6:    Heuberggrat mit Blick auf den Wendelstein
Bild 7:    Keiner da heute am Heuberggipfel
Bild 8:    Wasserwand vom Heuberggipfel
Bild 9:    Hellwand vom Kitzstein kurz vor Sonnenuntergang
Bild 10:  Tosende Brandung am Kranzhorn




geroldh

Zitat von: geroldh am 22.12.2018, 17:35
Zitat von: Bergautist am 11.11.2018, 15:41
Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.

Da sich der "Hausherr des Heubergs", ..., gerade in der Weltgeschichte herumtreibt, war die Gelegenheit günstig, am Heuberg mal nach dem Rechten zu schauen ...

Da beißt die Maus keinen Faden ab - die Katze lässt das Mausen nicht.

Soso, nun wurde auch der Inntaler Heuberg vom Bergautisten einer näheren Erkundung unterzogen – ein ,,Bergerl" durchaus mit ,,Potential"...  ;) 

Aha, genau an dem Tag, an dem der ,,gestiefelte Kater" mit ,,angelegten Krallen" (also: gestiefelt und gespornt) und bei vergleichbaren Wetterverhältnissen (oben Sonne, unten Nebel) sich vom (alternativen) Basecamp (ca. 5300m) in das Highcamp (ca. 5800m) des Mera Peak (Khumbu/Nepal) hinaufmüht, finden zuhause interessante ,,Expeditionen" statt...  :)

Vor wenigen Jahren hatte ich mal die Gelegenheit, mich mit dem vorherigen, langjährigen Pächter der Bichleralm zu unterhalten. Dabei erfuhr ich nicht nur, dass der Heuberg-Stock früher um einiges weniger bewaldet war (er wurde wesentlich zur Heugewinnung benutzt -> ,,Heuberg"), dieser Berg wohl mal großflächig abbrannte, sondern auch, dass die Bichleralm mit Umgebung früher als (Schaf- und) Ziegenalm in Verwendung war.
Er erzählte auch von einem Naturereignis, das bereits Jahrzehnte zurück liegt, als von oben nächtens große Felsbrocken herab donnerten, das südl. gelegene Holzdepot wegräumten, einer sogar das hintere Dach der Alm durchschlug, und dann den weiteren Weg hinab ins Tal suchten. Einen Felsen, der neben dem Haus auf dem Weg zur Kundl liegen blieb, hat in den Folgejahren sein Bub mit Hammer und Meißel bearbeitet und um rund die Hälfte verkleinert – doch für die restl. Kugel fehlte ihm dann wohl die weitere Motivation...
Da scheint es wohl tatsächlich nur konsequent zu sein, den westl. Ausläufer der ,,Eingefallenen Wand" zu überwachen.

In diesem Zusammenhang ist auch ein Absatz aus einem Presseartikel, betitelt mit ,,Stürzt überhängende Wand auf Dorf?", besser einzuordnen, der im verg. Jahr im Rahmen der Streitigkeiten bzgl. der Abbaugrenzen des Steinbruchs veröffentlicht wurde:
Zitat von: ovb-online.de...
Überdies wären mit dem fortschreitenden Abbau konkrete, erhebliche Gefahren für die Bewohner von Überfilzen verbunden, da über dem Steinbruch sich die sogenannte ,,eingefallene Wand", die zum Teil überhängende Felsformationen aufweist, befindet, die geologisch mit der ,,Garwand" in Verbindung stehe. Bei den vorgesehenen Sprengungen an der Garwand bestehe damit die erhebliche Gefahr, dass die ,,eingefallene Wand" ganz oder teilweise abrutscht und Leib und Leben der Bewohner Überfilzens gefährden könnte.
...
ganzer Artikel / Quelle

Beim Kraxeln damit ungünstig in Berührung gekommen, mußte ich mal vor Jahren im Gratbereich der Eingefallenen Wand einige große, nicht mehr tragbare Felsbrocken der Schwerkraft folgen lassen, weil diese als Wackelsteine offenbar nur auf mich gewartet hatten... – und in der Tat kam es aus der südl. Wasserwand vor kurzem zu einem Felsabbruch und im Bereich der Kindlwand kenne ich einige äußerst brüchige Stellen, an denen abgespaltene Felsbrocken irgendwann der Schwerkraft folgen werden...

Mit der Geologie befasst man sich bei Bergtouren recht wenig, aber gerade hierzu passend scheint ein historischer Aufsatz aus dem Jahr 1921 zu sein: ,,Geologische Beobachtungen im Gebiete des Heuberg." (PDF; 2.5 MB) Quelle-1 bzw. Quelle-2

Heute bieten die Geologie-Seiten des Bayerischen Landesamts für Umwelt einiges an Material zum vertiefenden Nachbohren (wer suchet, der findet).


Die Formation ,,Amphitheater" (Bild 5) erscheint mir wie ein großer Trichter im Gelände... – diese muß ich mir bei Gelegenheit auch mal ansehen... ;)

Bergautist

 #danke1#, Gerold, für die tollen Informationen! Das lässt die Gegend ja noch spannender erscheinen, als sie vor Ort schon empfunden wurde (und macht roBerge zu einer Wissensdatenbank von besonderem Wert)!

Ach ja, nach langer Abwägung habe ich mich bemüßigt gefühlt, der Eingefallenen Wand einen Gipfel zu verpassen. Meiner Meinung nach würde sich der höchste Punkt im Bild 6 dazu anbieten, der auch am Heubergweg liegt. Was meinen die roBergler dazu?

Das mit dem Mitfahrerbankerl werde ich doch prompt nächstes Jahr mal ausprobieren!

abi

Zitat von: geroldh am 22.12.2018, 17:36
...
Die Formation ,,Amphitheater" (Bild 5) erscheint mir wie ein großer Trichter im Gelände... – diese muß ich mir bei Gelegenheit auch mal ansehen... ;)

Josef Dürnegger schreibt in seinem Buch "Nußdorf einst und jetzt, Bayerisches Inntal vor 100 Jahren" von 1951 auf Seite 128

"...Benachbart ist die eingefallene Wand, wegen ihres Absturzes und der ständigen Abbröckelungen so genannt. Sie hat einen Schacht, dessen Tiefe wohl noch niemals gemessen worden ist..."

Vielleicht hat der Schacht etwas mit dem Trichter bzw. "Amphitheater" zu tun...
#kombiniere#


Bergautist

Zitat von: abi am 23.12.2018, 18:03
Zitat von: geroldh am 22.12.2018, 17:36
...
Die Formation ,,Amphitheater" (Bild 5) erscheint mir wie ein großer Trichter im Gelände... – diese muß ich mir bei Gelegenheit auch mal ansehen... ;)

Josef Dürnegger schreibt in seinem Buch "Nußdorf einst und jetzt, Bayerisches Inntal vor 100 Jahren" von 1951 auf Seite 128

"...Benachbart ist die eingefallene Wand, wegen ihres Absturzes und der ständigen Abbröckelungen so genannt. Sie hat einen Schacht, dessen Tiefe wohl noch niemals gemessen worden ist..."

Vielleicht hat der Schacht etwas mit dem Trichter bzw. "Amphitheater" zu tun...
#kombiniere#
#danke1#, abi, für den Tipp! Wenn der Schacht tatsächlich mit dem Trichter zu tun hat, der endet nach unseren Erkundungen irgendwo in der linken Seitenwand der Querrinne aus Bild 1. Sollte der Schacht aber eine Höhle sein, muss ich passen. So etwas haben wir in dem Gelände nicht gefunden, höchstens ein Loch mit Seiteneingang.

geroldh

Zitat von: abiJosef Dürnegger schreibt ...
Vielleicht hat der Schacht etwas mit dem Trichter bzw. "Amphitheater" zu tun... #kombiniere#
#gutgemacht# #int# #gruebel#  Das macht wirklich neugierig... ;)

...habe gleich mal das "Orakel Gugl" befragt - und (nur) eine brauchbare Antwort erhalten, die einerseits abi's Info bestätigt -
und andererseits doch wieder alles ungewiss läßt. :(

Bin etwas arg faul mit dem Abtippen, außerdem sind Autor und Fotograph ja roBergler... #schild1# -
deshalb nachfolgend drei Auszüge (d.h. Bildschirm-Fotos) aus der Buchvorschau/Leseprobe bei ,,Google-Books" (books.google.de).

Quelle:
Wege im Inntal: Ein anthropospeläologischer Exkursionsführer zu den Höhlen des unteren Inntales zwischen Rosenheim und Kufstein
(Taschenbuch - 10. Mai 2005) von Peter R. Hofmann (Autor) *

Kapitel: Weg XII – Der bayerische Heuberg (Seiten 97, 99 und 100)
BildschirmFoto (Ausschnitt)_Wege im Inntal (Seite 97)_Der bayerische Heuberg.jpg
* BildschirmFoto (Ausschnitt)_Wege im Inntal (Seite 97)_Der bayerische Heuberg.jpg
(Filesize: 263.56 KB, Dimensions: 1133x566, Views: 1187)

BildschirmFoto (Ausschnitt)_Wege im Inntal (Seite 99)_Der bayerische Heuberg.jpg
* BildschirmFoto (Ausschnitt)_Wege im Inntal (Seite 99)_Der bayerische Heuberg.jpg
(Filesize: 110.76 KB, Dimensions: 1133x200, Views: 1239)

BildschirmFoto (Ausschnitt)_Wege im Inntal (Seite 100)_Der bayerische Heuberg.jpg
* BildschirmFoto (Ausschnitt)_Wege im Inntal (Seite 100)_Der bayerische Heuberg.jpg
(Filesize: 253.75 KB, Dimensions: 1133x733, Views: 1199)


Und wie geht's weiter? Was ist nun mit der ,,Schachthöhle" in der Eingefallenen Wand?
Tja, hier bleibt mir das Internet die Antwort leider schuldig, denn:
,,Die Seiten 101 bis 102 werden in dieser Leseprobe nicht angezeigt."

Hmm, bekommen wir hier vom #advent5# eine Antwort?  #xmas3#


* Nachtr. Ergänzung aufgr. weiterer Recherchen:
Peter Hofmann hat auch eine eigene Internetpräsenz - Teile des Buches "Wege im Inntal" sind dort online verfügbar <klick>.
Auf anderen Unterseiten finden sich sein Angebot zu einem themenbez. Vortrag und einer Exkursion.
Infos zur nachf. erw. Jubiläumsschrift "Münchner Höhlengeschichte II" vom Verein für Höhlenkunde in München e.V. gibt's <hier>.

Bergautist

Ich bin zwar nicht der  #advent5#, aber wer die mit 20 € außergewöhnlich preiswerte "Münchner Höhlengeschichte II" sein Eigen nennt, kann Gerolds Bildschirmfotos auch im Klartext verfolgen, und zwar auf den Seiten 332 bis 334 im Kapitel "5.3.11 Der bayerische Heuberg"! Sieht tatsächlich so aus, als ob der Heuberg noch so einige Überraschungen bereit hält.

Um etwas Schwung in die Sache zu bringen, lobe ich schon mal 50 € für denjenigen aus, der den Schacht (meine Definition: da kann man von oben direkt reinfallen und ist nur nach oben offen - damit scheidet das Amphitheater aus) zuerst vor Ort bis Ende 2019 wiederentdeckt und auf roBerge als Erster präsentiert. (Mehr als 50 € würde nur Schatzsucher anlocken, die können wir dort nicht gebrauchen.) Tipp: Wenn der Schacht weit genug ist, müsste man ihn eigentlich als schwarzen Punkt in der Reliefansicht des BayernAtlas sehen!

Anbei noch zwei Bilder von einem anderen verdächtigen Loch im oberen Teil der Unterseite der Eingefallenen Wand.

geroldh

Nein Bergautist, du bist sicher nicht der #advent5# #hihi#, obwohl du häufig "rot" trägst - oder war es nur der Rucksack?  ;)

Aber dein Beitrag macht die ganze Sache spannend, wie einen "Höhlenforscher-Krimi" eben - und am Ende könnte sich die Lösung in etwa so darstellen, wie es vor ein paar Jahren bei einem anderen "Loch" in der Nähe dokumentiert wurde:
Unterwelten - Thema: Kitzsteinhöhle 1341/23 ("Goldloch")

PS: Deine o.g. Definition von Schacht "... und ist nur nach oben offen" könnte sich lt. dem Hinweis gem. Pkt. 7 "... von der ein Schacht abteuft" als etwas zu einschränkend herausstellen... - und es könnte in etwa so wie beim "Goldloch" unterhalb der Kampen sein, nur dass am Heuberg wohl kein "echter Bus hochkant" hineinpassen würde...  :)

Bergautist

Zitat von: geroldh am 24.12.2018, 09:06
PS: Deine o.g. Definition von Schacht "... und ist nur nach oben offen" könnte sich lt. dem Hinweis gem. Pkt. 7 "... von der ein Schacht abteuft" als etwas zu einschränkend herausstellen... - und es könnte in etwa so wie beim "Goldloch" unterhalb der Kampen sein, nur dass am Heuberg wohl kein "echter Bus hochkant" hineinpassen würde...  :)
Hast recht, ich erweitere meine Definition dahingehend, dass "oben" nicht der Himmel sein muss, sondern auch eine Höhlendecke sein darf oder was auch immer ich jetzt grad' vergessen habe. "Relief" geht dann nimmer...

rennschnecke

Zitat von: Bergautist am 22.12.2018, 19:19
#danke1#, Gerold, für die tollen Informationen! Das lässt die Gegend ja noch spannender erscheinen, als sie vor Ort schon empfunden wurde (und macht roBerge zu einer Wissensdatenbank von besonderem Wert)!

Ach ja, nach langer Abwägung habe ich mich bemüßigt gefühlt, der Eingefallenen Wand einen Gipfel zu verpassen. Meiner Meinung nach würde sich der höchste Punkt im Bild 6 dazu anbieten, der auch am Heubergweg liegt. Was meinen die roBergler dazu?

Das mit dem Mitfahrerbankerl werde ich doch prompt nächstes Jahr mal ausprobieren!

Hallo zusammen,

also unabhängig davon, dass ihr da eine absolut spannende Geschichte ausgepackt habt:
Für mein Empfinden müssten das Amphitheater und der mehrmals früher schon beschriebene Schacht identisch sein.
Die Satellitenbilder geben leider nicht viel her. Bei Google schon fast gar nichts, und beim Bayernatlas könnte man die Lage nur an einer Stelle erahnen.

Oben reinfallen sollte klar sein, und unten? Ich glaube, das durch die großen Mengen an Regen- und Schmelzwasser im unteren Bereich der Schacht, respektive Trichter, ausgewaschen ist und auch loses Erdmaterial immer wieder ausgewaschen wird. Der Boden dürfte brüchig sein und Wasser (Schmelz- wie Regenwasser) einen schnellen Abfluss ermöglichen. Ich glaube aber nicht daran, dass dieses Loch allzu groß ist, denn da wird mir Sicherheit auch immer wieder einiges an Gestein hinunter rutschen und die größeren Steine werden den Eingang einigermaßen verschließen. Wenn, dann gibt es vielleicht seitlich irgendwo im steilen Abhang einen Eingang in eine Höhle.
Aber die Erforschung dürfte wohl einer Seilschaft mit der entsprechende Ausrüstung und Fähigkeiten vorbehalten sein.

Zur Idee mit dem Gipfel:
Eigentlich i.O., aber im Bayernatlas ist am südwestlichen Ende der Eingefallenen Wand auf etwa 1.082m schon ein Gipfelkreuz eingezeichnet (zugegeben aber ohne Namensangabe etc.). Ist Euch da etwas aufgefallen?

Und noch eine Frage: Wo ist euch denn die Schranke (vermutlich zum messen/prüfen der Bergbewegungen aufgefallen? Könntet ihr die Lage genauer beschreiben oder noch besser, in einer der bei uns erlaubten Karten einzeichnen?

Viele Grüße

rennschnecke

geroldh

Zitat von: rennschnecke...
Aber die Erforschung dürfte wohl einer Seilschaft mit der entsprechende Ausrüstung und Fähigkeiten vorbehalten sein.

Zur Idee mit dem Gipfel:
Eigentlich i.O., aber im Bayernatlas ist am südwestlichen Ende der Eingefallenen Wand auf etwa 1.082m schon ein Gipfelkreuz eingezeichnet (zugegeben aber ohne Namensangabe etc.). Ist Euch da etwas aufgefallen?

Und noch eine Frage: Wo ist euch denn die Schranke (vermutlich zum messen/prüfen der Bergbewegungen aufgefallen? Könntet ihr die Lage genauer beschreiben oder noch besser, in einer der bei uns erlaubten Karten einzeichnen?

Viele Grüße
rennschnecke
Servus rennschnecke - und danke für deinen Beitrag.

Ja, an eine entspr. Ausrüstung und Erfahrung bei der Erforschung denke ich da auch - das Gelände ist durch die Brüchigkeit und Steilheit nicht ohne...

Zum angefragten Gipfelkreuz: Dieses gibt es wirklich! ;)
Tipp: Wenn du im Zoom von der Topo-Karte rechts unten auf die Luftbild-Ansicht umschaltest, wirst du erkennen, dass damit die Kundl gemeint ist - eine "Felsnadel" mit Kletterrouten - und einem von der Bichleralm aus sichtbaren Kreuz.

Zur Messstange: Wenn das erste Foto mit der "Querrinne" z.B. in einem neuen Tab (vergrößert) geöffnet wird, ist etwa in Bildmitte - sowie etwa in der Mitte der markanten Rinne - diese "Schranke" zu erkennen. Ggfs. gibt's vom Bergautist noch ein Nahbild...

abi

Edit: geroldh war schneller  :)

Zitat von: rennschnecke am 25.12.2018, 17:15...im Bayernatlas ist am südwestlichen Ende der Eingefallenen Wand auf etwa 1.082m schon ein Gipfelkreuz eingezeichnet (zugegeben aber ohne Namensangabe etc.). Ist Euch da etwas aufgefallen?
Das müsste der Kletterfelsen "Kundl" sein. Zum Namen und dem Nebenfelsen "Backofen" gibts eine Sage...

Hier mit Highline zwischen "Backofen" (links) und "Kundl" (rechts) von der Bichleralm aus gesehen (Highliner macht gerade in der Mitte Pause):

Bergautist

Zitat von: rennschnecke am 25.12.2018, 17:15
Und noch eine Frage: Wo ist euch denn die Schranke (vermutlich zum messen/prüfen der Bergbewegungen aufgefallen? Könntet ihr die Lage genauer beschreiben oder noch besser, in einer der bei uns erlaubten Karten einzeichnen?
Ich habe hier ein paar Markierungen im BayernAtlas:

Abstandsmesser: https://v.bayern.de/LygtT
Amphitheater: https://v.bayern.de/L9fwV
2-3 nur aus der Nähe sichtbare Kreuze: https://v.bayern.de/MWfBd
Kundl: https://v.bayern.de/LWL5w
Mein Gipfelvorschlag für Eingefallene Wand: https://v.bayern.de/Ht5Dx

Und noch ein Bild vom Abstandsmesser:

Reinhard

Zitat von: abi am 25.12.2018, 19:17
Das müsste der Kletterfelsen "Kundl" sein. Zum Namen und dem Nebenfelsen "Backofen" gibts eine Sage...

Hier steht die Sage (nach unten scrollen).

roskin

Zitat von: Bergautist am 25.12.2018, 19:35
Mein Gipfelvorschlag für Eingefallene Wand: https://v.bayern.de/Ht5Dx

Wozu ein "Gipfel"? Ich mein', es ist eine Wand und das reicht doch. Einen klaren Gipfel gibt's da nicht. Und wenn dann eher nördlich. Da gibt's einen Vorsprung. Aber auch das wäre für mich überflüssig.

Bergautist

Zitat von: AbseitsAufwärts am 25.12.2018, 22:24
Zitat von: Bergautist am 25.12.2018, 19:35
Mein Gipfelvorschlag für Eingefallene Wand: https://v.bayern.de/Ht5Dx

Wozu ein "Gipfel"? Ich mein', es ist eine Wand und das reicht doch. Einen klaren Gipfel gibt's da nicht. Und wenn dann eher nördlich. Da gibt's einen Vorsprung. Aber auch das wäre für mich überflüssig.
Magst recht haben! Aber eine Wand habe ich in dem Gebiet auch nicht gefunden, eher mehrere. Und wenn da etwas eingefallen ist, muss das schon ewige Zeiten her sein. Vielleicht können wir uns so einigen: Wenn der eingezeichnete Punkt wirklich zur Eingefallenen Wand gehört, dann ist es mit selbst gemessenen 1290 m zweifelsfrei der höchste Punkt. Und je nach Karte gehört der Punkt zusammen mit Backofen und Kundl noch zur Eingefallenen Wand. Aber mangels klar definierter Umgrenzung kann man sich da vortrefflich streiten...

geroldh

Weihnachtsfeiertag kombiniert mit Prachtwetter – und von meiner ,,Spezl-Wirtschaft" ist nix zu hören/lesen. Entweder ist sie (doch) noch familär verpflichtet – oder sie hat heute was besseres vor. Nun gut, höchste Zeit am Heuberg mal wieder ,,Patrouille" zu gehen – und außerdem gibt es dort für mich ja noch was ,,nachzuholen"...  ;)

Der Morgen beginnt gemächlich, die aufgehende Sonne hat Gelegenheit den nächtlichen Frost zu vertreiben, bevor mit dem Radl entlang des Inns nach Nußdorf gestrampelt wird. Über den alten Bichleralm-Steig wird um die Mittagszeit die kleine Hütte erreicht und bei dieser Gelegenheit noch ein historischer Steigverlauf oberhalb der Alm erkundet.
1_ Bichleralm vor Eingefallene Wand.JPG
* 1_ Bichleralm vor Eingefallene Wand.JPG
(Filesize: 322.25 KB, Dimensions: 800x600, Views: 880)


Nun wird der ,,Abstandsmesser" in der Querrinne angepeilt, der den vorderen Teil der Eingefallenen Wand überwachen soll. Die ganze Einrichtung sieht ziemlich neu aus (kurze Holzlatten für das Meßkastl zeigen noch keine Verwitterung) und ist sehr wahrscheinlich erst in diesem Jahr montiert worden – vmtl. im Zusammenhang mit der Diskussion bzgl. der Sicherheit der Talbewohner beim fortschreitenden Abbau im darunter liegenden Steinbruch.
Doch war die Meßvorrichtung Mitte Nov. gem. dem Detail-Foto vom Bergautist noch unversehrt, so scheint sie in den verg. Wochen mal einen größeren Stein auf's Rohr bekommen zu haben – zwischenzeitlich saußen auch zwei kleinere Steine in der Nähe von oben herunter und schlagen in der Rinne ein...
2_ Obere Querrinne - Abstandsmesser.jpg
* 2_ Obere Querrinne - Abstandsmesser.jpg
(Filesize: 299.76 KB, Dimensions: 600x903, Views: 831)


So, aber jetzt steht noch ein ,,Theater" als Höhepunkt auf dem Touren-Programm. Dazu wird in der Nähe der Kundl eine breite Grasrinne zum Aufstieg gewählt, denn angesichts des Schnees sind andere (steilere) Möglichkeiten vorher wenig einladend. Ab und zu rutscht der Bergstiefel etwas, doch die Stöcke geben ausreichend Stabilität. Weiter oben wird auf schneefreiem Fels eine kleine Rippe erkraxelt, aber ich kann aufgrund des steilen Geländes nicht rechtzeitig queren, muß höher steigen und später wieder hinab zur bereits sichtbaren Felsformation am ,,Amphitheater".
3_ Felsnadel - Formation mit Backofen und Kundl.jpg
* 3_ Felsnadel - Formation mit Backofen und Kundl.jpg
(Filesize: 218.33 KB, Dimensions: 600x903, Views: 856)


Hier ist das Gelände noch etwas steiler – und mit dem nassen Schnee auf dem geknickten Gras wirklich ernst zu nehmen. Nun wird es also Zeit für die Steigeisen (nix Grödeln!!) – mit einem verkürzten Stock in der linken Hand und einem zweizackigen (Gras)Hackl in der Rechten macht das Herumsteigen schon viel mehr Spass. Die Einwölbung des ,,Amphitheaters" ist nicht allzu groß, aber in der Kombination mit den begrenzenden Felsen beeindruckend, dies kann wohl nicht mal der gleichzeitig darüber fliegende Paragleiter so richtig erfassen.
4_ Begrenzung Amphitheater - Amphitheater mit Steinbruch.jpg
* 4_ Begrenzung Amphitheater - Amphitheater mit Steinbruch.jpg
(Filesize: 270.45 KB, Dimensions: 600x903, Views: 781)


Das Inntal liegt bereits zunehmend im Schatten, doch die Steigeisen machen das weitere Aufsteigen zum Grat hinauf angenehm und sind auch auf dem glattgetretenen, derzeit stets schattigen Steig in Richtung Kindlwandsattel hinab eine gute Unterstützung. Durch die ,,Krallen" an den Füßen kommt auch die Entscheidung zustande, im nördl. Bereich ,,durch" die Eingefallene Wand abzusteigen – zeigen historische Karten schließlich hier einen skizierten Steigverlauf...
5_ Licht und Schatten - Abstiegsrinne.jpg
* 5_ Licht und Schatten - Abstiegsrinne.jpg
(Filesize: 260.74 KB, Dimensions: 600x903, Views: 833)

Bergautist

Zitat von: geroldh am 27.12.2018, 00:33
Nun gut, höchste Zeit am Heuberg mal wieder ,,Patrouille" zu gehen – und außerdem gibt es dort für mich ja noch was ,,nachzuholen"...  ;)
Chapeau! Hätte ich mir doch denken können, dass den Gerold das Thema nicht ruhen lässt! ;)

Ich möchte auch noch eine Idee beitragen, wo sich vielleicht abis "Schacht" befinden könnte, sollte er nicht mit dem Amphitheater identisch sein. Da ich mir nicht vorstellen kann, dass die alten Beschreibungen viel Kletterei voraussetzen, liegt es für mich näher, dass das Loch irgendwo am "Wegesrande" liegt. Und da der Schacht zu den vergessenen Objekten gehört, könnte er ja zu einem "vergessenen Weg" passen, also einem Weg, wie ihn Gerold als Abstieg genutzt hat. Schaut man sich das Bild 1 in diesem Beitrag

https://www.roberge.de/index.php/topic,9261.0.html

genauer an, möchte ich nicht ausschließen, dass es dort in den Wandeinkerbungen noch Interessantes zu entdecken/wiederzuentdecken gibt! Ganz ohne Kraxeleien wird das aber wohl auch nicht abgehen.

(Derweil werde ich mal versuchen, hier das Bild aus dem anderen Beitrag einzufügen, ohne es neu hochladen zu müssen!)

Danke Reinhard, war ja superleicht!

Reinhard

Zitat(Derweil werde ich mal versuchen, hier das Bild aus dem anderen Beitrag einzufügen, ohne es neu hochladen zu müssen!)

Das ist ganz einfach: Finde den Speicherplatz des betreffenden Bildes heraus. Bei meinem Browser (Chrome) geht das mit der rechten Maustaste und dann "Bildadresse kopieren", beim Firefox heißt es "Grafikadresse kopieren".

Klicke dann in Deinem Beitrag rechten Maustaste auf den Platz, wo das Bild erscheinen soll und füge ein. Anschließend markierst Du mit der Maus diesen Bereich und klickst dann auf das Bildsymbol .

Dann müsste es so aussehen: [img]https://www.....[/img].
Beitrag speichern - fertig.