Hochalm

Autor Thema: Vom Main in die Alpen: Radtour von Würzburg nach Füssen

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Offline Kalapatar

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Vom Main in die Alpen: Radtour von Würzburg nach Füssen
« Antwort #0 am: So, 24. Jun 2018, 18:31 »
Vom Main zu den Alpen
Die Romantische Straße von Würzburg nach Füssen

Würzburg und die Landesgartenschau

Mit dem Zug ging es diesmal von München über Nürnberg nach Würzburg. Übernachtung war vorgebucht im Hotel Fischzucht. Mit dem Bus dann in die Stadt und hoch zur Festung Marienberg durch Weingärten. Leider waren wir schon ziemlich spät dran, sodass man nichts mehr besichtigen konnte, aber ich kenne Würzburg ja von meiner Radtour am Main entlang. Also wieder runter zur alten Mainbrücke und dort erst mal einen Silvaner getrunken. Hier trifft man jede Menge Leute, ich mag gar nicht nachdenken, wieviel Wein da pro Tag verkauft wird.

Am nächsten Tag haben wir eine Tageskarte des Würzbuger Nahverkehrs gekauft und sind zur Landesgartenschau rausgefahren (auf einem ehemaligen Militärgelände). 18€ Eintritt! Irgendwie war ich aber nicht so angetan, sicher findet man viele Anregungen was Bepflanzungen angeht, aber wenn man das mit den vorherigen Gartenschauen wie Bayreuth, Deggendorf oder Rosenheim vergleicht, war ich doch etwas enttäuscht. Zurück in der Stadt habe ich dann die Marienkapelle besichtigt mit dem berühmten Südportal und den Kopien der Sandsteinfiguren von Tilman Riemenschneider (Adam und Eva).

Von Würzburg nach Weikersheim

Rauf aufs Radl und los geht’s. Erst mal raus aus der Stadt und zwischen Festung Marienberg und der Wallfahrtskirche „Käppele“ hindurch gleich mal hoch zur Eisinger Höhe. Der Weg ist gut beschildert. Kurz vor Werbach kommt man an einer Liebfrauenbrunnkapelle vorbei. Dort füllten sich die Leute das „heilende“ Wasser in Plastikkanister und nahmen es mit nach Hause. Kurz darauf erreicht man das Taubertal und fährt ein ganzes Stück an der Tauber entlang. Eine Rast in dem romantischen Tauberbischofsheim musste schon sein. Immer wieder beeindruckend die Fachwerkhäuser und hier auch das Kurmainzische Schloss mit dem Türmerturm (Wahrzeichen der Stadt). Über Lauda ging es weiter nach Bad Mergentheim. Hier lohnte sich ein Besuch im Münster St. Johannes und im Deutschorden Schloss.  Von hier sind es noch ca. 15km nach Weikersheim, das wieder mit einem Renaissance Schloss aufwarten kann.
Also mit was ich nicht gerechnet hatte war, dass es doch ganz schön bergig ist, ein stetes bergauf, bergab.

Statistik: 77km, ca. 650Hm (max. Steigung: 16%)

Von Weikersheim nach Feuchtwangen

Kurz nach dem Start, in Tauberrettersheim überquert man eine 6 bogige Steinbrücke, mit dem Brückenheiligtum Nepomuk, angeblich die schönste Tauberbrücke des ganzen Tales (von Balthasar Neumann geschaffen). An der Holdermühle verläuft die Landesgrenze zwischen Bayern und Baden Würtemberg, die Tischdecken sind gemäß der Landesfarben weiß-blau bzw. gelb-schwarz eingedeckt.  Weiter geht es nach Rothenburg und da muss man mal wieder steil nach oben fahren. Hier herrschte natürlich ein reges Treiben und immer wieder wurden asiatische Gruppen von den Fremdenführern „durchgeschleust“. Da ich bei meiner Radtour durchs Altmühltal hier schon einmal vorbei kam, war nur eine Trinkpause angesagt. Der Weiterweg führte wieder bergauf nach Schillingsfürst mit seinem Falkenhof und Schloss und dann war endlich Feuchtwangen erreicht. Altfränkische Fachwerkhäuser umschließen den Marktplatz, dessen Mitte vom Röhrenbrunnen geschmückt ist.

Statistik: 78km, 830Hm

Von Feuchtwangen nach Nördlingen

Heute ging es erst einmal nach Dinkelsbühl. Die Stadt wurde nahezu nicht von Kriegen zerstört und hat so ihren mittelalterlichen Charakter bewahrt. Auch im 30jährigen Krieg blieb es vor der Plünderung durch die Schweden verschont: Der Überlieferung nach war es ein mutiges Mädchen, das zusammen mit den Kindern der Stadt den Feind milde stimmte. Über Wallerstein ging es nach Nördlingen ins Ries. Das Nördlinger Ries entstand durch den Einschlag eines 12km großen Meteoriten. Durchmesser dieser Senke heute ca. 25km. Nördlingen ist noch ganz von einer Stadtmauer umgeben. Leider war der Daniel, das Wahrzeichen der Stadt, schon geschlossen. Von dort oben soll man einen tollen Blick auf das Ries und die Stadt haben.

Statistik: 70km, 580Hm

Von Nördlingen nach Rain am Lech

Heute ging es an der Wörnitz entlang nach Harburg, eine der am besten erhaltenen Burgen Deutschlands,  und dann weiter nach Donauwörth. Hier fließt die Wörnitz in die Donau und trennt die Fränkische und Schwäbische Alb. Die Stadt wurde durch eine Brücke reich, denn hier kreuzte die wichtige Handelsstraße zwischen Nürnberg und Augsburg die Donau. Weiter ging es nach Schloss Leitheim (mal wieder ein „gacher“ Anstieg, mit einem tollen Blick ins Lechtal) nach Marxheim. Hier fließt der Lech in die Donau. Von hier war es nicht mehr weit nach Rain am Lech. Weil ich von der LGS nicht so überzeugt war habe ich mir hier noch den Dehner Blumenpark angesehen und der war richtig toll.

Statistik:
63km, 450Hm

Von Rain am Lech  nach Augsburg – Königsbrunn

Jetzt geht es nur noch am Lech entlang (aber Fluss aufwärts). Das Kloster Holzen zeigt mal wieder eine fantastische Barocke Kirche. Überhaupt sind die Kirchen auf dieser Fahrt alle sehr sehenswert. Über Gersthofen geht es nach Augsburg und durch den Stadtwald nach Haunstetten und Königsbrunn. Hier wurde auf Plakaten vor dem Eichenprozessionsspinner gewarnt, und tatsächlich bekam ich einen starken Ausschlag und musste mir in einer Apotheke helfen lassen.

Statistik: 78km, 250Hm

Von Augsburg – Königsbrunn nach Schongau

Am Lech entlang ging es weiter. Eine Staustufe folgt auf die andere. Bald ist Landsberg erreicht. Hier kann man direkt am Lech sitzend die Wassermassen beobachten. Nach Landsberg sieht man dann zum ersten mal wieder Berge. Auch jetzt geht es immer wieder direkt zum Lech runter um dann auf der anderen Seite wieder den Berg rauf: ein stetes bergauf bergab. In Schongau mit seiner Stadtpfarrkirche (Stuckarbeiten von Dominikus Zimmermann) merkt man deutlich, dass man jetzt im Paffenwinkel ist.

Statistik: 78km, 580hm

Von Schongau nach Füssen

Der letzte Radltag. Von Schongau erst einmal wieder runter zum Lech und dann hoch nach Peiting. Hier hat man die Möglichkeit entweder über Steingaden oder über Rottenbuch zur Wieskirche zu fahren. Da ich auf meiner Ammer-Amper Tour das Kloster Rottenbuch schon kannte habe ich mich für Steingaden entschieden. Leider wurde das Welfenmünster hier gerade restauriert, sodass es nicht zu besichtigen war, also weiter zur Wies. Immer wieder beeindruckt diese Kirche durch die Arbeiten von Dominikus (Architekt) und Johann Baptist (Malerei) Zimmermann. V.a. die Licht durchflutenden Fenster lassen die Sonnenstrahlen ungehindert eindringen und zaubern eine tolle Atmosphäre. Weiter geht es nach Trauchgau. In der gleichnamigen Almstube gab es dann ein letztes Erfrischungsgetränk, bevor der kurze Teil nach Füssen in Angriff genommen wird. Am Bannwaldsee vorbei sieht man dann links bald die Königsschlösser und erreicht kurze Zeit später Füssen.

Statistik: 57km, 600Hm

Am nächsten Tag ging es dann mit dem Zug über Augsburg zurück nach München und Rosenheim, und weil der Anschluss dort nicht klappte bin ich die 25km auf dem Mangfallradweg auch noch nach Hause geradelt.

Statistik gesamt: 501km, 3940Hm

Eine sehr nette Tour, die jedoch wegen der Höhenmeter nicht unterschätzt werden sollte. Vor allem in Franken ist es oft ein stetiges auf und ab (Schlagwort „Frankenhöhe“). Und man hat natürlich mehr Gepäck dabei als bei einer „normalen“ MTB Tour. Ausgangs- und Endpunk sind sehr gut mit der Bahn erreichbar. Wir haben die Unterkünfte, bis auf Würzburg, nicht vorgebucht sonder einfach immer spontan angerufen. Es gab keine Probleme.
Ich habe als Führer das Bikeline Radtourenbuch „Romantische Straße – von Würzburg nach Füssen“ aus dem Esterbauer Verlag verwendet.

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Offline Kalapatar

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und hier noch ein paar Bilder