Hochalm

Autor Thema: Fellhorn am 14.04.18

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Offline MANAL

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Fellhorn am 14.04.18
« Antwort #0 am: So, 15. Apr 2018, 13:12 »
Nach einigen Touren im Raum Innsbruck in den vergangenen Wochen ging es gestern zur Abwechslung mitten in das roBerge-Kerngebiet auf das Fellhorn (1765m) in den Chiemgauer Alpen.

Eine Tourbeschreibung findet sich hier, daher nur einige Anmerkungen und etwas zu den aktuellen Bedingungen: http://www.steinundkraut.de/bergtour-Fellhorn%202.html


Parken/Startpunkt:
Startpunkt war der kostenfreie Parkplatz in der Blindau (ca. 820m). Nicht ganz optimal wenn man den Fußweg von den Skisprungschanzen hoch zur Hindenburghütte gehen will, da es zuerst ein paar Höhenmeter abwärts geht. Der in Openstreetmap verzeichnete große Parkplatz dort ist leider nicht für Wanderer freigegeben. Das ganze Gut Steinbach wirkt irgendwie unsympatisch...


Aufstieg/Abstieg Hindenburghütte:
Der Aufstieg über den Fußweg zur Hindenburghütte ist sehr gut beschildert und gut begehbar. Er führt durch wunderschöne Wälder und quert auf guten Wegen die recht steilen Hänge oberhalb des Kleinen Steinbach. Erst kurz vor der Hindenbachhütte liegt Schnee. Bis dahin dürfte jeder Wanderer noch durchkommen, auch wenn er oben wohl ein paar hundert Meter im Tiefschnee stapfen darf.
Im Abstieg sind wir über die völlig schneefreie und trockene Fahrstraße gegangen. Sicher nicht die schönste Strecke, aber man kommt recht schnell runter und spart sich den Gegenanstieg von den Sprungschanzen zurück zum Parkplatz. Das einzig nervige waren zwei Autofahrer die mit einem Höllentempo von der Hütte runtergebrettert sind. Vor allem einen SUV-Porschefahrer dient wohl jede Straße als Rennstrecke wo hohe Geschwindigkeit und niedrige Fahrzeit das einzige ist, worauf es zu achten gibt. Hier werden wohl irgendwelche persönliche Defizite durch PS und teure Autos kompensiert. Ein absolutes Unding so an Wanderer auf so einer engen und steilen Straße vorbeizubrettern!!!  #peinlich#
Dass es auch anders geht hat der Shuttlebus der Hindenburghütte gezeigt.

Wer sich den Aufstieg zur Hindenburghütte sparen möchte kann den kostenpflichtige Shuttlebus nutzen und sich die Tour entsprechend verkürzen und den Wanderteil sparen.


Hindenburghütte-Straubinger Haus-Fellhorn:
Ab der Hindenburghütte haben wir die Schneeschuhe durchgehend benutzt. Auf den gut gepressten Schnee der Langlaufflächen der Hemmersuppenalm kann man damit sehr bequem gehen ohne zu versinken. Im Rührkübeltal war nur eine schwach erkennbare Spur der wir gefolgt sind. Über ein paar steilere Stufen kommt man gut hoch zum Sattel vor dem Straubinger Haus.
Das Straubinger Haus ist noch geschlossen und wie die Almen drumrum noch tief eingeschneit. Die Schneemassen hier oben (ca. 1-1,5m auf knapp 1600m) sind für Mitte April immens. Über die Kuppe des Vorgipfels kommt man auf den weitläufigen Rücken des Fellhorn über das man den Gipfel erreicht.


Bedingungen:
Selbst für einen Nicht-Frühaufsteher der erst aus München anfahren muss waren die Bedingungen gestern recht gut (wir sind gegen 11 Uhr unten los). Der Schnee war fast überall gut tragfähig. Im Abstieg wurde er dann schon etwas weicher. Oben am Gipfelrücken aufpassen und nicht zu weit nach Osten zu geraten, dort hängt nach wie vor eine riesige Schneewächte! Wer Spuren da sind sollte das kein Problem sein, bei schlechter Sicht höllisch aufpassen.
Auch südseitig hat es einige größere Wächten von denen am Nachmittag immer wieder Stücke durch die Wärme abgebrochen und die Tiefe gedonnert sind. Ein beeindruckender Anblick!

Unterwegs haben wir kaum Leute getroffen. Zwei Wanderer zur Hindenburghütte, ein Langläufer oben auf der Hochfläche und eine handvoll Tourgeher die uns zu unerwartet später Tageszeit im Abstieg entgegengekommen sind. Daher mussten wir auch fast die ganze Strecke selber Spuren. Der Winterweg war durch alte Begehungsspuren zwar erkennbar, aber es waren kaum frische Spur erkennbar.

Im Gipfelbereich sind manche südseitigen und abgeblasenen Stellen bereits schneefrei und mit Krokussen übersät. Dadurch hat man beeindruckende Kontraste zwischen tiefsten Winter mit 1-1,5m Schnee und blühenden Blumen daneben.


Lawinengefahr:
Bei geeigneter Routenwahl gering.


Aussicht:
Hervorragend, die Fernsicht war grandios. Der Gipfel ist ein perfekter Aussichtsbalkon. Vom Stubai in der Ferne über die Zillertaler bis zu den Tauern. Lediglich nach Südosten versperren die Loferer Steinberge etwas die Sicht, bieten aber selber ein schönes Motiv. Der Wilde Kaiser zeigt sich als beeindruckendes Felsmassiv.


Daten:
Mit Aufstieg über den Wanderweg und Abstieg über die Fahrstraße (ca. 2km kürzer als der Wanderweg) waren es insgesamt 18km Wegstrecke und ca. 1140 Höhenmeter. Rauf haben wir ca. 3,5 Stunden benötigt, runter etwas weniger als 2 Std. Da ein Bergkamerad dabei war, für den es die erste Tour in diesem Jahr war, waren wir nicht so flott unterwegs wie gewohnt. Aber bei der schönen Landschaft war das für mich kein Problem  ;)


Fazit:
Lange Schneeschuhtour durch schönes Gelände das im Gipfelbereicht wunderschöne Aussicht bietet. Momentan für Schneeschuhgeher sehr ruhig und einsam, da die Skifahrer wohl nicht mehr rauf wollen und die Wanderer noch nicht rauf können. Die Tour hat meine Erwartungen weit übertroffen!


Fotos:
- Kaiserblick mit Fernsicht im letzten Aufstieg oberhalb des Straubinger Hauses.
- Gipfelaussicht mit den Loferer Steinbergen im Vordergrund
- Krokusse auf freigeblasenen Flächen neben Tiefschnee
- Blick vom Vorgipfel auf den weitläufigen Gipfelrücken des Fellhorns
- Fellhorngipfel mit großer Wächte nach Osten