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Autor Thema: 08.06.17: Kaisergebirge: Vordere Karlspitze via Südostgrat  (Gelesen 693 mal)

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Offline geroldh

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    • climbing Chulu Far East (6059m), Annapurna Himalaya, Nepal (Okt.2007)
Vor einigen Jahren (ca. Aug. 2011) war ich schon mal auf den beiden Karlspitzen #mountain#  über den Normalweg (T5 bzw. UIAA I), doch u.a. die Beiträge hier in roBerge von Daniel (31.10.2015) und v.a. dieser hier von RossiS (11.11.2015), motivierten mich, nun auch den Südostgrat der Vord. Karlspitze anzugehen – und zwar mit dem nun 77-jährigen „Kraxel-Opa“, dem ich in vielen Disziplinen (noch) lange nicht „das Wasser reichen“ kann.  ;)

Am Parkplatz Wochenbrunneralm (1100 m; ca. 8:45 Uhr) zeigt sich, dass wir diese Idee heute nicht alleine haben, mit Christian und Konstantin stehen wir knapp zwei Stunden später am Einstieg in einer kleinen Scharte (ca. 1750 m; ca. 10:30 Uhr) - und lassen ihnen den Vortritt, da sie die Route bis zur (Not)Abseilpiste „Matejak-Kamin“ bereits kennen. Zuvor war im Anstieg auch ersichtlich, dass in der grasigen zweiten Seillänge schon eine weitere Seilschaft unterwegs ist... Nach einer kurzen Einstiegsquerung führt die Route ziemlich in „Falllinie“ nach oben – und dies merken wir, dass es nicht nur „bröselt“, sondern über mich im Nachstieg auch ein „fetter Brocken“ hinwegsaust  :o  und oberhalb des Kübelkarsteigs, der zum Ellmauer Tor führt, einschlägt. Ich würde meine Aufmerksamkeit gerne vollständig dem Klettern widmen, merke aber spürbar die Ablenkung durch einen häufigen Kontroll-Blick nach oben, denn nicht immer scheint der Warnruf „Stein!“ zu vernehmen zu sein...  ???

Das erste Mal in einer neuen Route unterwegs, ist das Topo ein wirklich guter Freund und häufig halten wir Ausschau nach den spärlich gesetzten Haken zum sichern - dazwischen finden unsere Bandschlingen immer wieder Felsspitzerl für eine beruhigende Zwischensicherung, doch auch so manche längere Kraxelstrecke gehen wir „frei“. Wir sind die Tour mit Bergschuhen angegangen – und inzwischen im Vorstieg am „Durchschlupf“ angelangt, wähle ich die einfachere, aber auch schlankere „Feigling-Variante“ hindurch, die aber mit Sicherheit den größeren Spassfaktor bietet. Im Aufschwung zum „4. Gratturm“ können auch wir die erste Seilschaft, ein gemischtes Doppel, überholen, doch überraschend schnell sind wir bald aus dem eigentlichen Klettergelände heraus und steigen über grasige Schrofen dem Gipfelkreuz der Vord. Karlspitze (2260 m; ca. 17:00 Uhr) entgegen.  :azn:

Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit fällt der Gipfelaufenthalt nicht übermäßig lang aus und wir steigen gemeinsam über den Normalweg in Richtung Ellmauer Tor hinunter. In der Ostflanke befinden sich derzeit noch steile Altschneefelder, die zu queren und abzusteigen sind, doch die Oberfläche ist etwas aufgefirnt und mit der nötigen Umsicht gelangen wir an den Steig im Kübelkar, das es flott im Geröll abfahrend hinabgeht – unser Ziel ist ein WB auf der sonnigen Terrasse der Gaudeamushütte (1263 m). Doch auf den letzten Metern haben wir das gleiche Dilemma wie die Kletterer im Herbst, der Schatten übernimmt ab ca. 18:45 Uhr sein kühles Regiment. Das WB gibt es trotzdem, da die etwas höher gelegene Gruttenhütte derzeit geschlossen ist, ist die Gaudeamushütte gut mit Übernachtungsgästen besucht, so manche werden ein paar Tage auf dem „Adlerweg“ unterwegs sein...
Trotz der „Flying Stones“ war es ein passender Tag für diese Tour und jetzt bereichert auch dieser Kaiser-Klassiker meinen alpinen Erfahrungsschatz. Schee war’s...  :)

Offline RossiS

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Schön! Da werden Erinnerungen wach, auch wenns noch gar nicht so lang her ist.
Wenigstens ist es euch auch nicht besser gegangen als uns mit der Sonne auf der Gaudi-Hüttn!  #hihi#

Schöne Grüße
Rossi