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Autor Thema: Lechtaler Traumskitouren (25.2-27.2): Auftakt Bleispitze (2225m)  (Gelesen 643 mal)

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Offline Bernhard G.

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Die Lechtaler Alpen sind absolute Traumberge - Sommers wie Winters. Daß ich da mal ein paar Skitouren gehen muß, war mir spätestens seit dem Augsburger Höhenweg im August 2015 klar. Allerdings sind die steilen Grashänge Lawinenrutschbahnen erster Güte und die allermeisten Touren nur bei sicheren Verhältnissen durchführbar. Zudem ist wegen ausgedehnter Latschengürtel bei vielen Touren eine hohe Schneelage wünschenswert. Nicht gerade ideale Voraussetzungen, um im Winter 2016/17 hier Skitouren durchführen zu können. Dennoch sind uns drei traumhafte Touren gelungen, die ich der Reihe nach kurz beschreiben möchte.

Den Auftakt machte die Bleispitze von Bichlbächle aus - eine der wenigen einfachen Skitouren in den Lechtalern. Wobei einfach relativ ist. Im engen Waldgürtel ist sichere Skibeherrschung  gefragt, sonst hat man wenig Freude an der Tour. Dafür ist die Tour auch bei nicht ganz optimale Verhältnissen vertretbar. Und die hatte es dank Neuschnee und Windverfrachtungen.

Los gings an der Parkbucht in Bichlbächle zunächst durch Waldschneisen und Aufforstungsgebiete. Im unteren Teil lag im Wald stellenweise so wenig Schnee, daß wir kurz die Ski tragen mußten. Etwas oberhalb der Bichlbächler Almen gab es echtes Hochwinter-Feeling im frisch verschneiten Wald (Bild 01).

Gegenüber leuchtete der Rote Stein in der Morgensonne, eine ebenfalls sehr beliebte, aber recht steile Skitour (Bild 02).  Ein Mutiger war fast zeitgleich mit uns am Parkplatz zu dieser Tour aufgebrochen. Mutig, mutig - dazu später mehr!

Nachdem man den Waldgürtel hinter sich gelassen hat, liegen ideale Skihänge vor einem (Bild 03). In guten Wintern sieht man von dem Gestrüpp kaum was, heuer störte es zumindest beim Abfahren kaum. So traumhaft die Szenerie auf den Bildern auch wirkt war es in Realität leider nicht - ein eisiger, an- und abflauender Wind machte uns ganz schön zu schaffen. Mein Spezl war mehrmals mit dem Jacke-anziehen-Jacke-ausziehen-Spiel beschäftigt (Bild 04).




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« am: 06.03.2017, 20:41 »

Offline Bernhard G.

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Der langgezogene Gipfelhang war recht mühsam. Unsere Vorsteiger hatten die Spur in den abgeblasenen Gratrücken gelegt - lawinensicher aber unbequem zu gehen. Bei der Abfahrt zeigte sich, daß die Vorsicht übertrieben war - im Grunde gab es im ganzen Gipfelhang keine wirklich gefährlich eingewehte Bereiche. Doch das sieht man von unten halt schlecht.

Am Gipfel angekommen beließen wir es bei einer kurzen Rast. Zwar war der Ausblick traumhaft, aber der schneidende Wind vergällte einem das Sonnenbad (Bild 05). Vom Gipfel hat man einen wunderbaren Blick auf das Zugspitzmassiv (Bild 06) und den Roten Stein (Bild 07). Aus der Ferne betrachtet kann man sich gar nicht vorstellen, daß man auf letzeren bis fast zum Gipfel mit Skiern aufsteigen kann. Lediglich die letzten ca. 100Hm sind anspruchsvolle Gratkletterei.


Die Abfahrt war dann ein Traum. 20 bis 30 cm bester Powder auf festem Untergrund - da rauschen die Höhenmeter nur so durch!

Und nun nochwas zum Roten Stein. Am Auto angekommen trafen wir den Mutigen von frühmorgens wieder. Er hatte es tatsächlich bis zum Gipfel geschafft. Allerdings war er vom Erlebten sichtlich gezeichnet. Zwei Schneebretter hatte er ausgelöst, von denen ihn eines fast vom Grat gefegt hätte. Ich geb es zu: beim Aufstieg zur Bleispitze hab ich schon neidisch Richtung Roter Stein geblickt. Aber nach der Schilderung war ich mit unserem bescheidenen Ziel ganz zufrieden.