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Autor Thema: Eine neue Route auf die Zugspitze - Wiederentdeckter Steig  (Gelesen 7508 mal)

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Offline geroldh

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Das Thema “Vergessene Pfade - Wiederentdeckung alter Steige” ist derzeit etwas der Zeitgeist – und dies finde ich auch gut so. Üblicherweise handelt es sich hier um alte Nutzsteige, die durch den Wegfall der ursprünglichen Bestimmung, z.B. Alm-/Waldwirtschaft, aufgegeben und dem Verfall übergeben wurden. Manchmal macht es aber tatsächlich keinen Sinn, einen verwachsenen Steig wieder „auszugraben“, z.B. wenn er ursprünglich schon unsinnig angelegt wurde oder es heute in unmittelbarer Nachbarschaft eine praktischere Alternative gibt – doch das Suchen und Erkunden alter Möglichkeiten ist spannend und macht nun mal auch Spass. Zwar gibt es deshalb auch immer wieder entsprechende Diskussionen darüber, wie z.B. hier im Forum bzgl. Naturschutz vs. Wandern auf alten Pfaden oder dass irgendein Steig einer besonderen Berufsgruppe „gehört“...

Gestern morgen hatte ich beim Aufwachen im Radio-Wecker („Bayern 1 - Rucksackradio“; Anm.: Seit 07/17 verschoben auf <Bayern 2>: SA, 6:00 Uhr) die Ankündigung auf einen Sendungs-Beitrag am späteren Nachmittag gehört – und mir diesen heute sozusagen als „Frühstücksfernsehen“ in der BR-Mediathek angesehen:
Eine neue Route auf die Zugspitze - Wiederentdeckter Steig (16.07.2016, 17:45 Uhr, BR Fernsehen (14 Min.); Beitrag aus der Sendung „Zwischen Spessart und Karwendel“)
Anm.: Damit vmtl. dieser Beitrag ein weiteres Jahr in der BR-Mediathek zur Verfügung stehen kann, wurde er in der Sendereihe am SA, 15.07.2017, 17:45 Uhr wiederholt.

Ergänzend zur BR-Mediathek steht er auch in "YouTube" zur Verfügung.

https://www.youtube.com/watch?v=MYm7EOny5N4


Ich muß gestehen: Ich bin fasziniert von dieser Wiederentdeckung des fast 100 Jahre lang vergessenen Steigs am westl. „Eckpfeiler“ des erweiterten roBerge-Gebiets. Im unteren Teil war es auch einmal ein klassischer Nutzsteig, wenn auch nur für wenige Jahre und dem Sinn, „nebenan“ eine „komfortable Umleitung“ zu bauen, doch mit den Themen „Naturschutz“ und „Jagd“ sollte diese Publikation kaum in Konflikt kommen...

Ergänzende Verknüpfungen:
- Beitrags-Infos (u.a. Ansprechpartner): Eine neue Route auf die Zugspitze - Wiederentdeckter Steig
- Hintergrund-Infos zur Tour: Neue Kletterroute durch die Westwand der Zugspitze - Wo Eisen & Zeit auf Deutschlands höchsten Berg leiten

Nach meinem Verständnis besteht die vorgestellte Tour des geschichtsträchtigen Wegs auf die Zugspitze (vom Eibsee aus sind in Summe wohl 2.200 Höhenmeter zu überwinden) aus drei Teilen:
1. Der einstige Bauarbeitersteig für den Bau des Tunnels der Zugspitz-Zahnradbahn hinauf zum sogenannten "Fenster 4" auf rund 2400m (=verfallener „Klettersteig“ mit alten Sicherungen); Name= "Eisenzeit"-Teil1?
2. Eine neue(?) alpine Kletterroute „Eisenzeit“ (Teil2?): Die Kletterei führt quer durch die NW-ausgerichtete Riffelwand auf den Grat der Riffelspitzen (Große Riffelwandspitze (2626m); angegeben wird alpines Klettern bis UIAA IV); Abseilstelle vom "höchsten Punkt"
3. Dem letzten Anstieg auf den Zugspitz-Gipfel über den heutigen Höllentalsteig (=Klettersteig)

Wenn der Wetterstein nicht ganz abseits von RO wäre, würde ich nicht nur Höllentalsteig und Jubiläumsgrat kennen, aber dafür ist der näher gelegene „Koasa“ eine wertvolle Alternative... ;)

Offline geroldh

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Re: Eine neue Route auf die Zugspitze - Bericht-Teil 1
« Antwort #1 am: 14.08.2016, 14:18 »
Wieviel „Nostalgie“ darf es in der Gegenwart sein? Ist doch „die Welt von heute“ die Vergangenheit der Zukunft... ::)
Ausgestattet mit einer gewissen Affinität für „Eisenbahn und Technik“ sowie dem (altersbedingtem?) Interesse für (zeitnahe) Berg-Geschichte und dem Wunsch mich von den Massen-Wegen fern zu halten, bin ich für ein paar Tage unterhalb der Zugspitze unterwegs gewesen, um dort nach einsamen und alten Pfaden zu forschen.
Dabei lag mein Hauptinteresse natürlich auf dem kürzlich vorgestellten alten Tunnelbauersteig und die nähere Umgebung von Riffelriss.

Aufgestiegen bin ich westlich der Seil- und Zahnradbahn auf einem alten Zickzack-Weg, der fast von Eibsee ab relativ breit (ca. 1m) angelegt wurde, bereits in der Karte um 1900 verzeichnet war (Anstieg zur Wiener-Neustädter-Hütte (erbaut 1884)), aber unten durch neue Forstautobahnen und zwischendurch immer wieder von der späteren (ca. 1961/62) Riffelriss-Skiabfahrt „gefressen“ wurde. Während um 1900 wohl über das Riffel-Riss-Kar direkt zur Riffel-Scharte (Übergang zur Höllentalangerhütte (erbaut 1893)) aufgestiegen wurde, wurde anscheinend um 1928 als Abzweiger ein ca. 1 m breiter Weg zur ehem. Riffel-Hütte (aus)gebaut, der ggfs. als Zubringer (Arbeiter mit Mulis) zur Baustelle des Zugspitztunnels diente und der heute knapp unterhalb der Station Riffelriss das Gleis der Zahnradbahn kreuzt. Ein Stückchen vor dieser Kreuzung plätschert noch ein kleiner Bach über den Weg, an dem man letztmalig seine Trinkwasservorräte auffüllen kann.
Östlich des Gleises fallen mehrere vermooste Schutt-Höcker auf, die durch Abraum aus dem Tunnelportal entstanden sein dürften. Dazu finden sich noch ebene Stellen im Gelände, tw. mit altem (Lärchen?)Holz, auf denen die Arbeiterbaracken gestanden haben dürften.

Von hier aus zieht ein anläßlich des Tunnelbaus komfortabel angelegter Weg durch lichten Lärchen- und Latschenbestand hinauf an die lokale Baumgrenze und führt dann mit der Bezeichnung „Riffelschartensteig“ über das große Schuttkar hinüber an den nördl. Fuß des Riffeltorkopfs und dann weiter hinauf auf die Riffelscharte. Ich denke, die wenigsten Bergwanderer, die diesen Bereich queren (die Seilbahn-Touristen von oben sowieso nicht), machen sich bewußt, dass dieser Schotter, der sich in Richtung Eibsee hinunterzieht, im Wesentlichen der Ausraum aus dem Zugspitztunnel ist. Deutlich wird dies an den geschützteren Stellen, die inzwischen mit einer dünnen bodendeckenden Vegetation überwachsen sind, während die aktiven Bereiche mit hellem Gestein gefüllt sind.

;) An der Stelle, an der oberhalb des „Riffelschartensteigs“ die letzte größere Lärche steht, zweigt rechts-aufwärts der alte noch im Gelände sichtbare Tunnelbauersteig ab, der zum sog. „Fenster 1“ (heute ein blecherner Sprengbahnaufbau) an den nördl. Wandfuss der Riffelwandspitzen führt. Auch hier finden sich direkt am Fels wenige ebene Flächen früherer Baracken und bereits das erste alte Eisen, das z.T. noch in völlig verwitterten (Lärchen?)Holzbalken steckt. Entlang des Aufstiegswegs finden sich keine wirklich alten Lärchen, aber einige alte Baumstumpfreste, vermutlich wurden diese für den Bau der Hilfsseilbahnmasten und Steigbefestigungen verwendet – das tiefer wachsende Fichtenholz ist bereits seit Jahren verrottet.

< Fortsetzung folgt >

Bild 1: An der Station Riffelriss (1640 m), darüber die Eibsee-Seilbahn zum Zugspitz-Westgipfel (2963 m)
Bild 2: Infrastruktur der Zugspitz-Zahnradbahn am Tunnelportal Riffelriss; -> Osterhasi ? #osterhase#
Bild 3: Einfahrt in den Zugspitztunnel mit dem neuen (häßlichen) Funktionsgebäude  :(
Bild 4: Sprengbahnaufbau am ehem. „Fenster 1“ mit dem Tunnelausraum, vom Riffelschartensteig gesehen
Bild 5: Der alte Tunnelbauersteig hinauf zum ehem. „Fenster 1“ (heute Sprengbahnaufbau)

Offline geroldh

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Re: Eine neue Route auf die Zugspitze - Bericht-Teil 2
« Antwort #2 am: 14.08.2016, 14:28 »
Bis zum blechernen Sprengbahnaufbau (ehemals Tunnelfenster 1) aufzusteigen ist abgesehen vom möglichen Steinschlag (darüber ist noch etwas Gamsgelände) kaum gefährlicher, als der spätere, tw. drahtseilversicherte Steig hinauf auf die Riffelscharte. Im übrigen scheint mir das Gestein des Wettersteins brüchiger zu sein wie z.B. das des Kaisergebirges.
An dieser Stelle aber sollte für Interessierte mit reiner Bergwander- und ausschließlicher Klettersteig-Erfahrung Schluss im Gelände sein, jedenfalls ohne kompetente Begleitung, z.B. der eines Bergführers. Denn was darüber folgt sind schmale und mit jahrelangem Schutt bedeckte Bänder und Stufen, die oft knapp an fast senkrecht abfallenden Wänden entlang führen. Nur die größten Eisen wurden früher einbetoniert, die Haken der Drahtseilführen befestigte man wie früher die Schrauben in der Ziegelwand als es den Kunststoffdübel noch nicht gab: In das gebohrte Loch kam Holz zum verklemmen hinein und in dieses wurde der Haken eingeschlagen – inzw. sind viele Eisen ausgerissen oder durch Steinschlag ab-/umgeschlagen.
Wer dort (allein) unterwegs sein möchte muß absolut griff- und trittsicher sein, völlig schwindelfrei und eine gute Orientierungs- und Konzentrationsfähigkeit haben – (alpine) Klettererfahrung hilft ungemein. Auch war mir bewußt, dass wenn ich „nur zum Schauen“ zu den Kavernen aufsteige (was naturgemäß leichter ist), dass ich den gleichen Weg auch wieder hinunter muß.
So hatte ich neben griffiger Gummisohle und schützendem Helm noch eine kleine Kletterausrüstung in Form von Sitzgurt, 10m-Seilstück, Prusikschnüren, Abseilachter und Schraubkarabiner dabei, um kleinere Felsstufen ggfs. absichern bzw. abseilen zu können. Freies Gehen bzw. Klettern im Absturzgelände bleibt es sowieso, aber das Risiko sollte so weit wie möglich reduziert werden.

Ab dem Tunnelfenster 1 habe ich mich von einem anderen Vorsteiger verleiten lassen etwas zu hoch in das Gelände aufzusteigen (der Vorsteiger war dann noch etwas anders unterwegs und scheuchte dabei ein Rudel Gemsen hinab -> Steinschlag), doch ich bin auf alte Holzbalken und Sicherungseisen getroffen, dann auf tw. lose Drahtseile, denen ich sukzessive in westl. Richtung gefolgt und vor der großen Rinne immer höher in die Felsen und kleinen Schuttkare eingestiegen bin. Letztendlich bin ich dann bei Kavernen im Fels leicht östlich über dem blechernen Sprengbahnaufbau herausgekommen – es war das frühere Tunnelfenster 3 auf ca. 2250 m. Auch von hier fand ein Vortrieb des Tunnels statt und der Ausraum wurde einfach über die Felswand hinuntergeschüttet...
Vom letzten/östl. Kavernenfenster aus läßt sich vmtl. die Kleine Riffelwandspitze (2543 m) ersteigen. Für mich hieß es nach einer kleinen Pause noch vorsichtiger auf dem selben Weg abzusteigen, kleine Steine zwischen Schuh und Felsgestein gehen ab wie ... und so mancher Griff oder Trittstein hatte zu erbauers Zeiten wohl noch bombenfest gehalten. Ohne Zeitdruck aber mit viel Konzentration kam ich schließlich wieder am Wellblech-Hüttl an.

< Fortsetzung folgt >

Bild 6: Der alte Tunnelbauersteig hinauf zum ehem. „Fenster 3“;
           Da geht’s drüber, aber diesem Stein möchte ich mein Körpergewicht nicht mehr anvertrauen...  :o
Bild 7: Seilsicherung: Dieser Stein wäre bereits „unten“ gewesen, wenn... - jetzt liegt er (entschärft) immer noch „oben“...  :azn:
Bild 8: Tiefblick auf den Riffelschartensteig kurz vor den Kavernen von „Fenster 3“;
           Der Sprengbahnaufbau („Fenster 1“) befindet sich (unsichtbar) links-oben der Bildmitte
Bild 9: Absicht? Der (gefressene) Bohrer hebt sicher viel besser als so mancher Eisenstift...  ???
Bild 10: Seeblick! Die Sehnsucht der Arbeiter mal abzutauchen, dürfte im Sommer wohl intensiv gewesen sein...  8)

Offline geroldh

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Re: Eine neue Route auf die Zugspitze - Bericht-Teil 3
« Antwort #3 am: 14.08.2016, 20:04 »
OK, damit war ich ungeplanterweise auf eine interessante Alternative gestoßen, aber nun wollte ich doch noch die „eigentliche“ andere Route erkunden, die es im Bericht zu sehen gab. Ich ging kurz in mich um zu prüfen ob sowohl die Zeit (das Wetter war stabil) als auch meine Konstitution dafür noch ausreichte und stieg diesmal in die richtige Richtung. Tatsächlich, man möchte es aus der Entfernung kaum glauben, dass es hier doch „durchgeht“. War ich bisher ganz angenehm im Schatten der Nordwand unterwegs, so kam ich nun in die sonnige Westwand und über mir surrte pausenlos die Seilbahn mit den Sonntagsausflüglern hinweg. Aufmerksam schauend kletterte ich am liebsten über griffigen festen Fels nach oben in Richtung der alten Seilbahnumlenkstütze mit den Strahlern. Ich möchte nicht wissen, wie oft ich von den Seilbahnnutzern begutachtet und fotografiert wurde, erscheint die Perspektive aus der vorbeifahrenden Gondel eher als senkrecht denn als steil.

Ging es bisher in etwa im II-IIIer-Gelände nach oben, so kam ich schließlich an eine Stelle (hier ein Foto; im Film bei 6:40 min knapp nicht zu sehen), die kleingriffig und spröde über einen Einschnitt führt. Wie ich in der Nachbearbeitung festgestellt habe, wird diese Stelle mit UIAA IV als die schwierigste der Route zu den Kavernen des Tunnel-Fensters 4 auf ca. 2400 m gesehen: Ich testete die Hälfte an und stieg wieder hinab. Hinauf ist es kein so großes Problem, sofern Griffe und Tritte halten, aber rückwärts hinunter eher blöd. Ich weiß wirklich nicht, was ich sonst an dieser Stelle gemacht hätte, aber nachdem ich gesehen hatte, dass es zwei Möglichkeiten von (alten) Abwärtssicherungen gab und ich mein Material dabei hatte, stieg ich durch. Kurz darauf kam ich dann zu den Kavernen mit dem dahinter liegendem Gang unter der Großen Riffelwandspitze (2626 m). Als ich vor vielen Jahren hier auch schon mal mit der Seilbahn vorbeigerauscht bin, hatte ich sicher auch vermutet, dass dahinter die Zahnradbahn vorbeifährt und man vom Zug aus wie in einer Galerie hinausschauen könne. Doch die Röhre ist tiefer im Fels und es gibt nur einen alten Ausräumtunnel, in dem der Schutt zur Felskante gebracht wurde. Wie beim Fenster zuvor dürfte hinter der ersten Stahltür das Betriebsgelände der Zugspitzbahn beginnen, wer hier unterwegs ist sollte dies respektieren.

Als ich auch hier auf einem „Balkon“ meine Pause machte, stand die Sonne schon über dem Westhorizont und die einhüllenden (Thermik)Wolken oben am Zugspitzgipfel hatten sich aufgelöst – auch hatte die Seilbahn ihren letzten Fahrgast des Tages wieder im Tal abgeliefert und gab nun Ruhe. So schön auch der Sonnenuntergang hier oben gewesen wäre, es half nichts, ich mußte wieder hinunter. An der Auswaschung mit dem spröden Gestein legte ich das Seilstück um einen senkrechten Eisenstift und seilte mich die fünf Meter in den Einschnitt ab. Der Weiterweg ist von oben besser zu sehen, aber er war trotzdem mit dem losen Kiesel nur vorsichtig und konzentriert zu begehen. Erstaunlich wieviel Eisen (und Holz) hier einfach zurück gelassen wurde (die oberste Stahlstütze der Hilfsseilbahn am ersten Kavernenfenster wurde kleingeschnitten und in der Bergstation liegen gelassen) und nun langsam mit dem Geröll und Schnee seinen Weg hinab ins Bayerische Schneekar sucht.
Durch die feuchte Witterung der Vortage nutzte ich an einem kleinen Rinnsal noch die Möglichkeit die Wasserflasche wieder aufzufüllen, ich gelangte ein weiteres Mal erleichtert am Wellblech-Hüttl an, holte den deponierten Rucksack nach oben und die Hirnbirn kam nach dem Sonnenuntergang wieder beim 5-tausend-Sterne-Lagerbau zum Einsatz.

Bild 11: Ich bin völlig „von der Rolle“: Ausschnitt aus der "EISENZEIT" (Teil 1)
Bild 12: Große Brauereien haben damals schon kleinere Bierbrauer „platt gemacht“...  :-\
Bild 13: „Stairway to Heaven“ (Himmelsleiter): Wackelt zwar wie ein Kuhschwanz, aber sie hält (noch)...  ???
Bild 14: Nur eine Hilfsseilbahnumlenkstütze oder doch ein "Strahleraufbau" (=„Himmegugga“)?  :laugh:
Bild 15: Nach dem Tunnelbau wohl zu heftig Fußball gespielt? Und wahrscheinlich mit’ner Eisenkugel...  #hihi#

< Fortsetzung (Bildauswahl & Nachbereitung) folgt >

Offline geroldh

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Re: Eine neue Route auf die Zugspitze - Bericht-Teil 4
« Antwort #4 am: 14.08.2016, 20:10 »
Nun da ich mich vor Ort umgesehen hatte, wollte ich in der Nachbereitung noch mehr über den Tunnelbau der Zugspitzbahn herausfinden und bin dabei neben einer weiteren alpinen Veröffentlichung der "Eisenzeit" auf ältere Diskussionen zum Tunnel bzw. dessen Fenster und andere interessante Verknüpfungen gestossen:

- ALPIN 04/2016: Reportage Zugspitze Neutour "Eisenzeit"
- Neue Route auf Deutschlands höchsten Berg - "Eisenzeit" an der Zugspitze

Wer sich das historische Kartenmaterial von dieser Ecke Deutschlands ansehen möchte, findet die Verknüpfungen darauf hier:
- Historische Topo-Karte „EIBSEE – Grainau“ (2,9 MB) (Aufnahme 1891, Nachträge 1916; M 1:25.000; Herausgeber: Königlich Bayrisches Topographisches Bureau)
- Historische Topo-Karte „Eibsee – Zugspitze“ (9,5 MB) (1959; 1:25 000)
- Historische Topo-Karte „Grainau – Garmisch-Partenkirchen“ (9,9 MB) (1959; 1:25 000)

Kennt jemand noch weitere historische Aufnahmen vom Bau des Tunnels?
- Historische s/w-Aufnahme vom Innenausbau des Zugspitztunnels
Bei der Recherche habe ich in einem Forum noch ein historisches Bild von "Fenster 4", mit der Materialseilbahn vom Riffelriss herauf, gefunden, dieses läßt sich aber leider nicht verknüpfen.

- Historische s/w-Ansicht der Station Riffelriss mit Tunneleinfahrt
- Historische Farb-Ansicht der Station Riffelriss mit Tunneleinfahrt
- Ansicht der Station Riffelriss vor dem Umbau

- Infos zum Zugspitztunnel @Wikipedia
- Infos zur Gesamtstrecke -> Bayerische Zugspitzbahn @Wikipedia (inkl. Fuhrpark)

- Ausschnitt aus dem Baustellen-Bauplan mit Hilfsseilbahnen (-> s. Bild 20 unten) Quelle

Über die o.g. Wiki-Verknüpfung bin ich auf eine Veröffentlichung gelangt, in der 1926 angekündigt wurde, dass die bayrische Zugspitzbahn sogar weiter vom Platt auf den Gipfel geplant war – geworden ist es wohl nur ein (nichtöffentlicher) Personentunnel:
- Die bayrische Zugspitzbahn (-> rechts-oben auf S. 172 wechseln)
Quelle: Österreichische Nationalbibliothek: Historische...Zeitschriften: „Die Lokomotive“ Nr. 9 (Sept.)/1926, S. 175 f.

Eine Bergfahrt der Zahnradbahn in Echtzeit, mit Blick aus dem Führerstand, aber leider nicht in guter Qualität, kann virtuell hier erfahren werden:
- Zugspitzbahn: Eibsee – Zugspitzplatt

Aus all dem Material sowie meiner Beobachtung ergibt sich folgende Aufstellung von Betriebsstellen, Haltepunkten und Tunnel-Fenstern im Zugspitz-Tunnel (im Wiki nicht so genau dargestellt, -> Zeit-Referenz zum obigen Führerstands-Film):
- Station Riffelriss [Tunnelportal/Brandschutztor] (Tunnelkilometer 0,0; 1640 Höhenmeter) -> 11:35 min
- Tunnel-Fenster 0  -> ? 12:38 min ?
- Haltepunkt „Tunnelfenster“ [erw. Skiabfahrt Riffelriss] (Tunnelkilometer 0,8; 1820 Höhenmeter) -> 14:30 min
- Tunnel-Fenster 1 [Lawinensprengung Riffelriss-West] (km 1,1; ca. 1888 Höhenmeter) -> 15:33 min
- Tunnel-Fenster 2 [Lawinensprengung Riffelriss-Ost]  -> 16:52 min
- Brandschutzkaverne ? (+ 300 m)  -> 17:54 min
- Ausweiche 4 (Tunnelkilometer 2,0; 2115 Höhenmeter) -> 18:40 min – 20:25 min
- Tunnel-Fenster 3 (ca. 2250 Höhenmeter)  -> 21:33 min
- Haltepunkt Höllental [nicht abschl. realisiert] / Brandschutztor (Tunnelkilometer 2,9) -> 23:10 min / 23:18 min
- Tunnel-Fenster 4 (ca. 2400 Höhenmeter)  -> 23:50 min
- Abzweigstelle „Rosi-Tunnel“ (Tunnelkilometer 3,9/0,0; 2525 Höhenmeter) -> 25:55
- Bahnhof Schneefernerhaus (Tunnelkilometer 4,4; 2650 Höhenmeter) -> nicht mehr öffentlich
- Brandschutztor -> 26:25 min
- Bahnhof Zugspitzplatt (Tunnelkilometer 0,9; 2588 Höhenmeter) -> 28:38 min

#fotos# Fortsetzung der Bildauswahl:

Bild 16: Boarisch redn is sexy! Also Schnack(s)elflasche statt Bügelverschlussflasche ... – und rechts daneben der Büchsenöffner ?  ;D
Bild 17: Bei Sturm ist’s hier bestimmt ein wenig zugig, aber sicher besser als in der Wand abzuhängen...  ???
Bild 18: Bergblick! Den möchte man(n) aber nur bei sonnigem Wetter dort haben – sonst doch lieber bei udeuschle.de
Bild 19: Die logische Fortsetzung zur Zugspitze: "EISENZEIT" (Teil 2) -
             ab hier aber doch lieber mit dem langen Strick, ein anderes Mal...  ;)
Bild 20: Übersicht: Ausschnitt aus dem historischen Bauplan der Zahnradbahn (Quelle)

Offline madmaddin

  • roBergler
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Hammer Bericht!  #danke1#
Wenngleich die Tour auch (noch) nichts für mich ist, ist das hier wahnsinnig interessant be- und geschrieben und toll recherchiert.

Danke! :-)