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Autor Thema: Salamandersterben  (Gelesen 6690 mal)

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Offline indian_summer

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Salamandersterben
« am: 14.06.2016, 21:45 »
Servus,

schon öfter habe ich von einer Pilzerkrankung gehört, die in den Niederlanden beinahe alle Feuersalamander dahingerafft hat. Und so langsam habe ich den Eindruck, dass es auch bei uns hier auch nicht mehr so gut um die Salamander bestellt ist. Normalerweise wäre das momentane Wetter ja ein ideales Salamanderwetter, aber auf Salamander bin ich in diesem Jahr fast noch gar nicht gestossen. Noch nichtmal überfahrene sieht man...  :'(
Wie sind eure Beobachtungen?

Hier noch ein Link zum Salamandersterben

Elisabeth

roBerge.de

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« am: 14.06.2016, 21:45 »

Offline AbseitsAufwärts

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Re: Salamandersterben
« Antwort #1 am: 14.06.2016, 21:58 »
2 Feuersalamander
+ 2 überfahren
1 Alpensalamander
ca. 8 Bergmolche
+ Frösche bei mir im Teich

bis jetzt dieses Jahr

Das mit dem Pilz ist mir bekannt. Schlimme Vorstellung wenn's keine Lurche mehr geben sollte

Offline wim43

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Re: Salamandersterben
« Antwort #2 am: 15.06.2016, 09:46 »
Eigentlich habe ich (gefühlt) nicht den Eindruck, dass es in diesem Jahr weniger Feuersalamander auf meinen Ausflügen zu sehen gab. Auf den Wegen zum Heuberg, zur Asten über den Wagnerberg, zum Kranzhorn von Windshausen aus, zum Aschenbrennerhaus hatte ich immer wieder Begegnungen mit diesen wunderschönen Tieren. Natürlich bei entsprechendem Wetter. Hoffentlich bleiben sie von solchen Krankheiten weitgehend verschont. Es ist mir lediglich aufgefallen, dass sie teilweise schon sehr früh für die Jahreszeit unterwegs waren. Das lag sicher an den vielen milden, aber auch sehr feuchten Tagen. Leider sah ich aber auch schon einige, die überfahren waren.

Diesen Kameraden traf ich auf der Straße zum Heuberg im April:   

Offline BFklaus

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Re: Salamandersterben
« Antwort #3 am: 15.06.2016, 14:38 »
Ich kann mir kaum vorstellen, dass der Salamanderpilz Bayern schon erreicht hat. Er wurde ja erst im vergangenen Jahr in der Nordeifel nachgewiesen.

Dieses Jahr habe ich nur einen Alpensalamander gesehen. Das muss aber nichts heißen, weil ich nicht gezielt suche.
 
Neben dem Pilz haben Salamander vor allem zweibeinige Feinde - uns Menschen. Wildtierdiebstahl ist da nur ein Beispiel, auf Correctiv.org besonders eindringlich geschildert.

Offline thomas_kufstein

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Re: Salamandersterben
« Antwort #4 am: 15.06.2016, 15:56 »
Feuersalamander sind besonders faszinierende Lebewesen, die erstaunlicherweise noch ziemlich schlecht erforscht sind. Ein tolle Idee finde ich daher die von hessischen Umlwetministerium initiierte Idee Feuersalamander online zu melden.
Hier ght's zum Link: http://www.hessen-forst.de/naturschutz-artenschutz-der-feuersalamander-in-hessen-6035.html
Da jeder Feuersalamander ein eindividuelles scharz-gelbes Muster trägt, kann man einzelne Tiere sogar "wiedererkennen". Mithilfe von Fotos und Standortdaten lassen sich so Wanderungsbewegugnen der Feuersalamander ermitteln. je mehr Bilder und Daten gesammelt werden, desto besser wird natürlich die Auswertung.

Mehr infos zum befürchteten Amphibiensterben durch bakterielle Infektionen gibt es hier: http://www.sueddeutsche.de/wissen/amphibiensterben-lurchis-letzte-reise-1.2200153
Woran man aber neben solchen natürlichen faktoren auf alle Fälle auch denken sollte, ist der zunehmende Lebensraumverlust durch Baumaßnahmen etc. des Menschen.


Offline SvL78

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Re: Salamandersterben
« Antwort #5 am: 15.06.2016, 16:14 »
Habe gerade den zweiten Link von BFklaus gelesen - ziemlich erschreckend, was da so abgeht.
Unter diesen Vorzeichen würde ich definitiv davon abraten, Feuersalamandersichtungen online zu melden und somit den Verbrechern die Beute auch noch auf dem Silbertablett zu präsentieren...
Gruß S.

Offline almrausch

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Re: Salamandersterben
« Antwort #6 am: 15.06.2016, 17:55 »
Ich habe dort an der Stelle wo ich im Juni bei feucht-warmen Wetter immer mit 100 % Wahrscheinlichkeit einige Salamander gesehen habe , nur einen gesichtet, aber immerhin es gibt sie noch !

Offline indian_summer

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Re: Salamandersterben
« Antwort #7 am: 15.06.2016, 22:56 »
Das muss aber nichts heißen, weil ich nicht gezielt suche.


Gezielt suchen tu ich die auch nicht, aber man läuft sich eben gegenseitig über den Weg. Und Feuersalamander sind da nicht gerade unauffällig. Da ist es bei den Alpensalamandern oder Molchen schon anders.

Ich will ja auch nicht hoffen, dass es diesen Pilz hier schon gibt, aber gefühlt sind es heuer weniger Salamander, durch welche Gründe auch immer. An groß angelegten Wildtierdiebstahl will ich hier einfach mal nicht glauben. Ich hätte ehrlich gesagt auch nicht gedacht, dass das so ein Markt ist  :(

Aber ich fände die Idee einer Art Salamander- Meldeliste ganz interessant. Man muß ja nicht punktgenau verraten, wo man einem begegnet ist.

Ich hab bisher zwei lebendige und einen toten Feuersalamander gesehen.
einen  lebenden Alpensalamander und einen Molch, der leider auch zertreten war.

Offline BFklaus

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Re: Salamandersterben
« Antwort #8 am: 17.06.2016, 10:46 »
Ich halte es für sinnvoll, erkennbar pilzbefallene tote und lebende Salamander sowie Molche den zuständigen Naturschutzbehörden zu melden. Eine generelle "Meldeliste" zur Kartierung der Salamanderpopulation erscheint mir dagegen mehr als problematisch. Mit der EDV-Kompetenz vieler Behörden ist es nicht sonderlich gut bestellt. Das weiß man nicht erst seit dem unfassbaren Chaos bei der Flüchtlingsregistrierung. Und in Punkto Datensicherheit ist das kürzlich gehackte Bundestagsnetz eine schöne Warnung. Für die bestens vernetzte Wildentnahme-Mafia dürfte die "Beschaffung" der "Meldeliste" kein Problem sein. Die ziemlich wehrlosen Lurchis schützt man am besten, wenn man ihren Aufenthaltsort für sich behält. Mehr zur Studie über das Salamandersterben findet man  hier.

Offline thomas_kufstein

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Re: Salamandersterben
« Antwort #9 am: 17.06.2016, 15:04 »
Natürlich kann und soll jeder für sich selbst entscheiden, ob und was er im Internet veröffentlicht. Von einer Meldeliste kann gar keine Rede sein.
Meiner Ansicht nach kann es für die Forschung sehr hilfreich sein, wenn man einen Bestand der Feuersalamander deutschlandweit hat, um Veränderungen in der Populationsgrößer über die Zeit herauszufinden. Um überhaupt feststellen zu können, dass die Bestände schrumpfen, muss man zu allererst natürlich wissen, wie viele es wo gibt. Das geht aber nur, wenn viele Menschen mithelfen und Sichtungen melden. Sonst bleibt es bei dem auch in diesem Thread zu sehenden "Gefühlten Wissen", weil wir es einfach alle nicht sagen können, ob es heuer mehr oder weniger Feuersalamander gibt. Eine gültige Aussage wird nur eine umfassende Dokumentation über Jahre liefern können.

Ich sehe da - wie immer - eher die positive Seite sehen und sagen, dass man dadurch die Aufmerksamkeit auf diese tollen Tiere lenkt und vielen Menschen so erst zeigt, was tolles um sie herum kreucht und fleucht. Wenn i-wo ein Wilderer Tiere aus der natur entnimmt, wird das ja erst auffallen, wenn man weiß, dass es dort die Arten gegeben hat. Getreu dem Motto "Was man gut kennt, wird man auch schützen.", glaube ich wirklich an das Gute im Menschen und setze auch auf Umweltbildung.

Aber natürlich gilt auch hier: jedem sas Seine. Im Prinzip ist das mit den Salamander so, wie mit dem "Wer war wo?" auf roberge: Die einen freuen sich, wenn sie über eine tolle Tour was lesen, die sie noch nicht kennen. Die anderen werden sich ärgern, dass wieder ein "Geheimtipp" im Netz steht.

Zu den Wildfängen von Salamandern: Das ist natürlich ein riesiger Missstand, der mit aller Härte des Gesetzes verfolgt werden soll und muss. Dass man die Salamander dadurch aber ausrotten kann, wage ich stark zu bezweifeln. Da spielen Lebensraumverlust, Autoverkehr, Klimaveränderung und auch natürlich auftretende Infektionen eine sehr viel größere Rolle.

Servus,
Thomas

Offline BFklaus

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Re: Salamandersterben
« Antwort #10 am: 17.06.2016, 18:32 »
Von einer Meldeliste kann gar keine Rede sein.

Ein tolle Idee finde ich daher die von hessischen Umlwetministerium initiierte Idee Feuersalamander online zu melden.
Hier ght's zum Link: http://www.hessen-forst.de/naturschutz-artenschutz-der-feuersalamander-in-hessen-6035.html

Dein Link führt auf das „Feuersalamander Meldenetz“ von HessenForst, einer Landesbehörde. Über Unterschiede zwischen „Meldenetz“ und „Meldeliste“ kann man lange philosophieren. Von dort wird auf die Seite von Naturgucker.de verwiesen, die in meinen Augen eine perfekte Blaupause für Wilderer ist. Gott sei Dank befindet sich diese Seite erst  im Aufbau. Man kann nur hoffen, dass diese Art von „Wildtierschutz“ keine Schule macht.

Zu den Wildfängen von Salamandern: Das ist natürlich ein riesiger Missstand, der mit aller Härte des Gesetzes verfolgt werden soll und muss. Dass man die Salamander dadurch aber ausrotten kann, wage ich stark zu bezweifeln.

In dem von mir zitierten Artikel "Die Tierdiebe" auf correctiv.org erfährt man folgendes: "Zwischen 2006 und 2009 brachen die Populationen von Brandenburgischen Smaragdeidechsen um fast 90 Prozent ein – allerdings nur in Feuchtgebieten, die bekannt und gut zugänglich waren, wie eine Studie des Landesumweltamtes belegt". Der Zusammenhang mit Wildentnahmen war offenkundig.

Nachtrag 18.06.2016: Viel wichtiger als pseudowissenschaftliche Bestandsaufnahmen, basierend auf Zufallsinformationen durch Laien (wie soll das bei nachtaktiven Tieren funktionieren?), mit viel Aufwand und PR zu initiieren, wäre die deutliche Erhöhung des Entdeckungsrisikos für Wildentnahmen und -handel, verbunden mit hohen Strafandrohungen.

Eine Art Kartierung gibt es übrigens bereits seit 1980 beim Bayerischen Landesamt für Umwelt: http://www.lfu.bayern.de/natur/artenschutzkartierung/amphibienkartierung/index.htm. Mit dem Eingabeprogramm PC-ASK kann man Daten online dort hin melden. Die Weitergabe der Daten wird in den "Richtlinien des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) zum Umgang mit Daten aus der Artenschutzkartierung" geregelt. Ob diese Vorgaben allerdings die missbräuchliche Weitergabe von Daten an Dritte sicher ausschließt, darf bezweifelt werden.

Offline SvL78

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Re: Salamandersterben
« Antwort #11 am: 18.06.2016, 22:30 »
Heut in den Ammergauern zwei Prachtexemplaren begegnet, genaue Position geb ich nicht bekannt.
LG S.

Offline Bergfuzzi

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Re: Salamandersterben
« Antwort #12 am: 19.06.2016, 18:44 »
i hob heid a nu gnuag gseng......... #nichtzufassen#





Gruß fuzzi

Offline BFklaus

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Re: Salamandersterben
« Antwort #13 am: 30.06.2016, 19:26 »
Vor einer Woche wurde dieser Artikel veröffentlicht:  Der Salamanderfresser – eine neue Bedrohung für
heimische Schwanzlurche
. Trotz oder wegen (?) der Bedrohung wurde der Feuersalamander zum "Lurch des Jahres 2016" gewählt.

Über Tierdiebe berichtete die populäre Fernsehzeitung tv14 12/16 auf vier Seiten. Demnach zählt der Alpensalamander zu den zehn "most wanted" Wildtieren in Deutschland. Passend dazu widmet das Terraristik-Magazin Reptilia (Nr. 119, Juni/Juli 2016, S. 60 - 63) dem Alpensalamander vier ganze Seiten, dazwischen eine Anzeige von vier Reptilienbörsen. Ganz zum Schluss wird erwähnt, dass Alpensalamander "streng geschützt" sind und "... somit weder gefangen, verletzt noch gar getötet werden ..." dürfen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Offline Brixentaler

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Re: Salamandersterben
« Antwort #14 am: 30.06.2016, 20:51 »
... Passend dazu widmet das Terraristik-Magazin Reptilia (Nr. 119, Juni/Juli 2016, S. 60 - 63) dem Alpensalamander vier ganze Seiten, dazwischen eine Anzeige von vier Reptilienbörsen. Ganz zum Schluss wird erwähnt, dass Alpensalamander "streng geschützt" sind und "... somit weder gefangen, verletzt noch gar getötet werden ..." dürfen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Zum Glück sind Salamander Amphibien und keine Reptilien. #noproblem#

Im Ernst, ich wusste bis vor kurzem gar nicht, dass Wildtierdiebstal auch in Mitteleuropa gewerblich stattfindet und finde das eine sehr bedenkliche Sache.

Offline BFklaus

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Re: Salamandersterben
« Antwort #15 am: 30.06.2016, 21:04 »
Zum Glück sind Salamander Amphibien und keine Reptilien. #noproblem#

Im Ernst, ich wusste bis vor kurzem gar nicht, dass Wildtierdiebstal auch in Mitteleuropa gewerblich stattfindet und finde das eine sehr bedenkliche Sache.

Reptilienbörsen handeln tatsächlich auch mit Amphibien, selbstverständlich nur mit Zuchttieren.