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Autor Thema: Kehlstein (1881m) am 20.04.2016  (Gelesen 768 mal)

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Offline BFklaus

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Kehlstein (1881m) am 20.04.2016
« am: 22.04.2016, 13:33 »
Das Kehlsteinhaus wurde ja bekanntlich einem gewissen Adolf H. am 20.04.1939 zum 50. Geburtstag von seiner Partei geschenkt. Er hat das teure Geschenk (die damals 30 Millionen Reichsmark Baukosten entsprechen heute ungefähr 123 Millionen Euro) allerdings nie zu schätzen gewusst und das Protz-Objekt vermutlich nur 10 Mal besucht (Quelle: Wikipedia).

Dass ich mit meinem Spezl Erhard an einem so zweifelhaften Jahrestag auf den Kehlstein stieg, hatte nichts mit der verqueren Nostalgie neuer und alter Ewiggestriger zu tun, sondern schlicht mit dem aktuellen Schönwetterfenster und der Hoffnung auf gute Aussicht - ohne den Trubel der Hauptsaison.

Wir starteten am Parkplatz Scharitzkehl, liefen gemütlich zur Ligeretalm (kleine Pause mit Blick) und von dort über den asphaltierten Forstweg weiter zur Kehlsteinstraße, die wir nach wenigen Metern wieder verließen, um einem unbezeichneten Steig mit verblassten Markierungen zu folgen. Der Steig trifft an der letzten Kurve vor dem Buswendeplatz wieder auf die Kehlsteinstraße, und genau hier wechselt man vom schneefreien Süden auf die winterliche Nordseite des Kehlsteins.

Da wir die restlichen 124 Höhenmeter zum Kehlsteinhaus nicht mit dem luxuriösen Aufzug fahren konnten, mussten wir mit dem tief verschneiten Fußweg vorlieb nehmen. Ein junges Paar, das etwa zeitgleich von der Roßfeldstraße aufgestiegen war, übernahm freundlicherweise die Spurarbeit (Foto 01). Bald war das Haus erreicht (Foto 02), der Hohe Göll im Hintergrund trat jetzt gelegentlich aus seiner Wolkendecke heraus.

Auf unverspurtem Schnee stiegen wir weiter zum Gipfelkreuz (Foto 03), von wo wir die beeindruckende Winterlandschaft des Göll-Massivs betrachteten. Ein Besuch des abenteuerlichen Aussichtspunkts in der jetzt immer noch fast zugeschneiten Felsspalte war natürlich Pflicht und wurde mit einem großartigen Blick auf den Aufstiegsgrat zum Hohen Göll belohnt.

Nachdem wir eine der vielen bequemen Holzbänke vom Schnee befreit hatten, gönnten wir uns eine ausgedehnte Brotzeit, belagert von zahlreichen ausgehungerten Gipfelkrähen, die uns gehörig auf die Pelle rückten.

Der Fernblick war durch die hohe Luftfeuchtigkeit deutlich eingeschränkt (Foto 04). Auf der großformatigen Panoramatafel war aber zu erkennen, wie es bei guter Sicht ausschauen kann.

Wieder zurück am Parkplatz erlebten wir aus sicherer Entfernung mehrere Lawinenabgänge in der Göll-Westwand (Foto 05): Wie in Zeitlupe stürzten gewaltige Schneemassen mit lautem Getöse auf den großen Schutttrichter am Ende des Endstals.

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« am: 22.04.2016, 13:33 »