Dummy

Autor Thema: Flugdrohnen in den Bergen  (Gelesen 4621 mal)

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Offline AndiN

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Flugdrohnen in den Bergen
« am: 21.03.2016, 11:39 »
Servus robergler,
ich möchte mal eine Diskussion anstoßen, was ihr von Flugdrohnen in Bergen haltet.

Ist ja ein ziemlich aktuelles Thema, da die Technik inzwischen auch für Privatpersonen bezahlbar ist. Günstige Modelle mit Kamera gibts bereits ab 100€... Was brauchbares für den Berg, denke ich geht so ab ca 1000€ los.

Von den Aufnahmen bin ich echt begeistert.
z.B. Video von der Kampenwandüberschreitung (nicht von mir)
https://vimeo.com/130852715

Andererseits bin ich aber auch etwas skeptisch.
z.B. Drohnenabsturz bei Skirennen

https://www.youtube.com/watch?v=qnJUgNECPvw

So ein Ding möcht denke ich niemand auf den Kopf bekommen.
Zudem sind die Drohnen auch nicht ganz leise. Wer die Ruhe am Berg sucht, könnte sich da schnell gestört fühlen...

Wie steht ihr zum Thema?

Gruß Andi

roBerge.de

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« am: 21.03.2016, 11:39 »

Offline Wanderfreak

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Re: Flugdrohnen in den Bergen
« Antwort #1 am: 21.03.2016, 13:11 »
Trotz aller Begeisterung für die tollen Flugaufnahmen bin ich schon auch skeptisch. Ich weiß jetzt nicht, ob diese Drohnen wirklich so viel Geräusch machen, dass man sie immer hört. Es gibt zumindest Situationen, bei denen ich von einer Drohne nicht unbemerkt gefilmt werden möchte.

Offline Reinhard

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Re: Flugdrohnen in den Bergen
« Antwort #2 am: 21.03.2016, 19:47 »
kurze Info dazu:
http://www.drohnen.de/vorschriften-genehigungen-fuer-die-nutzung-von-drohnen-und-multicoptern/

Schnellbewegt man sich im strafrechtlichem Rahmen, mit einer Drohne von nicht mal 100 Euro.

Offline indian_summer

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Re: Flugdrohnen in den Bergen
« Antwort #3 am: 21.03.2016, 21:26 »
Also ich find´s furchtbar! Wirklich ruhig ist es in den Bergen ja eh nicht mehr. Irgendwoher kommt immer Auto- oder Motorenlärm. Dann die ganzen Flugzeuge, Hubschrauber. Ja selbst die Wanderer und Radlfahrer sind immer mit einem gewissen Geräuschpegel unterwegs.

Sinnvoll kann es meinetwegen für die Bergwacht zur Auffindung von Verunglückten sein, aber Privatpersonen finde ich, brauchen sowas nicht.

Vielleicht auch nicht ganz unproblematisch, wenn so eine Drohne und Weidetiere zusammenkommen. Wenn da eine Herde Kühe sich erschrickt und wie wild geworden herumgaloppiert, kann das durchaus nicht ungefährlich sein.
Mal ganz abgesehen davon, dass Wildtiere gestört werden, noch mehr als jetzt eh schon.

Ich hoffe jedenfalls, dass sich das nicht zu einem neuen Trend entwickelt...

Elisabeth

Offline rennschnecke

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Re: Flugdrohnen in den Bergen
« Antwort #4 am: 21.03.2016, 22:29 »

Sinnvoll kann es meinetwegen für die Bergwacht zur Auffindung von Verunglückten sein, aber Privatpersonen finde ich, brauchen sowas nicht.

Vielleicht auch nicht ganz unproblematisch, wenn so eine Drohne und Weidetiere zusammenkommen. Wenn da eine Herde Kühe sich erschrickt und wie wild geworden herumgaloppiert, kann das durchaus nicht ungefährlich sein.
Mal ganz abgesehen davon, dass Wildtiere gestört werden, noch mehr als jetzt eh schon.

Ich hoffe jedenfalls, dass sich das nicht zu einem neuen Trend entwickelt...

Elisabeth

Unterschreibe ich zu 100%. Besser kann man es eigentlich nicht formulieren.  #danke1#
Es gibt genug andere Orte, wo man so etwas fliegen lassen könnte.

rennschnecke

Offline AbseitsAufwärts

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Re: Flugdrohnen in den Bergen
« Antwort #5 am: 22.03.2016, 09:53 »
Servus. Irgendwie klappt das grad mitm handy ned toll aber ich versuchs mal... Drohnen, das neue Maennerspielzeug? Denn irgendwie scheint mir, als wuerden sich fast ausschliesslich jene dafuer interessieren... so wie es sich mit ferngesteuerten Autos, Helikoptern, Panzern etc. verhaelt.  Ich stell mir gerade vor , ich sitz im Gras gemuetlich mit einem Bier in der Hand auf einer Bergwiese. Dann so ein kamerabestuecktes Teil ueber mir... Freu ich mich ueber dieses Wunderwerk der Technik oder wuensch ich mir eine steinzeitliche Steinschleuder herbei ? Eher letzteres

...  Dronen koennen natuerlich faszinierende Perspektiven liefern oder auch beklemmende, erschuetternde oder beides. Aktuell sind ja die Syrienaufnahmen von russiaworks ein youtube Hit. In den Vorbergen waeren  vllt. enge Schluchten und Felswaende interessant , die Frage die sich mir hier stellt ist wieder: Muss man denn das letzte Stueckchen Unbekannte auch noch aufdecken? Einebn Flug durch die Gamsgartenklamm haette natuerlich schon was. Einen Flug ueber die Rampoldplatte dagegen find ich uninteressant

Offline geroldh

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Re: Flugdrohnen in den Bergen
« Antwort #6 am: 22.03.2016, 17:40 »
Also bevor dieser Thread sich in Anlehnung an „Mountainbiker“ entwickelt zu „Flugdrohnen als neue Plage in den Bergen?“ einige ergänzende Gedanken:
Diese (unbemannten) Flugobjekte sind inzwischen EIN Stand der Technik, Modellflieger und -hubschrauber gibt’s schon ein paar Jährchen länger (nur warum hat die bisher noch niemand mit einer Kamera ausgestattet? Na, weil’s zu sehr wackelt und die Kameratechnik mit der Digitalisierung auch erst miniaturisiert wurde...).

So wie „Radl-Rowdies“ auf Wanderwegen oder „Laut-Telefonierer“ im Zug bzw. S-/U-Bahn NERVEN, so können auch die „summenden“ Modellflieger und -hubschrauber die Entspannung stören – aber wenn man Ruhe sucht, muß man auch nicht unbedingt an den Modellflugplatz oder z.B. das Sudelfeld/Vogelsang gehen. Gut, die Flugdrohnen sind da zwar um einiges leiser, aber doch auch wesentlich flexibler...

...dennoch dürfte wohl nicht unbedingt mit einer „Drohneninvasion“ (in den Bergen) zu rechnen sein, auch wenn ein solches „UFO“ nun öfters „auftauchen“ kann. Es dürfte kaum jemand ein solches „Spassgerät“ einfach so mitschleppen, nur um es dann am Gipfel fliegen zu lassen (zum Spielen bzw. Üben eignet sich die Wiese im Tal viel besser), sondern dürfte wohl von der Motivation geleitet werden, ein „besonderes Foto“ oder „Filmchen“ entstehen zu lassen.

Werden diese Flüge hochwertig, d.h. professionell gemacht, erfreut uns beides im Internetzeitalter doch immer wieder sehr – vgl. ungewöhnliche (Berg)Aufnahmen im TV (z.B. BergAuf-BergAb) oder Andi’s Verknüpfung zur „Wampenkletterei“ unten. Andere mir bekannte nützliche (zivile) Einsatzzwecke können die Erforschung (unzugängliche Gebiete), Vermessung (Kartographie) oder Suche (Bergwacht) sein.

So wie bei jedem nützlichen Gegenstand (Bergradl, Mobiltelefon, Messer, etc.) auch, kann hier natürlich ein (vereinzelter) Mißbrauch nicht ausgeschlossen werden – z.B. ein „unpassendes Foto/Filmchen“ lässt sich auch mit einem starken Teleobjektiv machen – oder hat sich schon jemand überlegt, wie nahe Tierfilmer eigentlich an ihre Objekte herankommen, um uns diese großformatig zu zeigen?

Ergänzend sei noch auf zwei ähnliche Parallelbeiträge verwiesen:
- Sehenswertes Video vom Wendelstein/Kesselwand-Gebiet
- Re: A guad's Nei's!

Ach ja, zu guter letzt:  Nur SELBST fliegen ist (viiiel) schöner!!  Vgl. Paragliding around the Chiemsee (auch: nicht von mir)
[verarbeitet hier: „Chiemsee-Umrundung“ in Re: roBerge-Banner auf der Startseite ]

Offline BFklaus

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Re: Flugdrohnen in den Bergen
« Antwort #7 am: 23.03.2016, 14:12 »
Es mag ja sicher Bereiche geben, wo Multicopter (darum geht`s ja wohl) sinnvoll eingesetzt werden können. Ich denke da beispielsweise an (IR)-Inspektionen von PV-Anlagen und Bergrettungseinsätze, um nur zwei zu nennen. Die geplanten "Paketkopter" der DHL und anderer Logistikunternehmen zähle ich ausdrücklich nicht zu den "sinnvollen" Anwendungen.

Für private Hobby-Spaßflieger ist die Grenze eindeutig da, wo sie Mensch und Tier belästigen, in den Bergen also praktisch überall. Wir sollten nicht zulassen, dass die ohnehin schon überlaufenen Alpen mit noch mehr Technik weiter entzaubert werden. Mir geht's da ähnlich wie AbseitsAufwärts: Wenn ich in den Bergen so ein schnurrendes unbemanntes Fluggerät sichte, wünsche ich mir die aus Kindertagen bekannte Zwille im Rucksack ...

Leider sind die "Drohnen" schon auf dem besten Weg zur Massenplage zu werden. Einer der Markführer, die chinesische Firma DJI, beschäftigt weltweit bereits 4500 Mitarbeiter. Ihr "best-buy"-Profi-Modell kostet aktuell 1.199 €, gerade mal soviel wie eine halbwegs gute digitale Spiegelreflexkamera mit Objektiv und ist auch nicht wesentlich schwerer.