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Autor Thema: Sulzkogl (3.016m) / Stubaier Alpen am 05.06.2013  (Gelesen 1285 mal)

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Offline Bernhard G.

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Nachdem endlich der große Regen durch war, wollte ich natürlich dessen Folgen in meinem Sinne nutzen - sprich, in Form seines  festen Aggregatzustands. Und da ich mich im Mai schon genug in Skitragen geübt habe, beschloß ich, den Juni mit einer Ich-gehe-mit-den-Skiern-vom-Auto-weg-Tour zu eröffnen. Da kam natürlich nur eine Tour mit hohem Ausgangspunkt in Frage - also bin ich zwecks Besteigung des Sulzkogls zum Kühtaisattel gefahren.

Der Sulzkogl gehört zu den beliebtesten Skibergen des Sellrains und er gilt nicht als besonders anspruchsvoll. Doch R. Weiss schreibt zurecht in Rother-Skitourenführer: viel begangen und häufig unterschätzt. Und auch mir hat er unerwartet die Zähne gezeigt.

Los ging es am Morgen am verlassenen Parkplatz des Drei-Seen-Sessellifts. Über die schneebedeckte Werksstraße ging es dann zügig zum Finstertaler Stausee hoch. Da wurde ich dann kräftig ausgebremst. Die Umrundung des Sees war ein rechtes Theater, da der Steilhänge querende "Normalweg" vom Lawinenkegeln überzogen war. So ein ******, vor dem Bau des Stausees konnte man das Finstertal  bequem durchschreiten.

Nachdem der See nach fast einer Stunde endlich umrundet war, ging es dann über einen tragenden Haschdeckel die schönen Hänge des Schaflegers hoch (Bild 01). Zum Sulzkogl geht es mehr oder minder gerade aus und dann heißt es rechts abbiegen, doch ich Held bin ein Tal zu früh abgebogen. Und das kam so:   Da die Junisonne eine irre Power hat und die Seepartie unerwartet lange gedauert hatte, sah ich schon den Harschdeckel dahinschmelzen. Also bin ich gerannt wie ein Irrer und hab mir den Blick in die Karte gespart. Naja, irgendwann hab ich dann gemerkt, daß ich auf dem Weg zum
Mittagsturm war. Also erst man 200 Hm mit Fellen wieder abgefahren.

Dann, endlich war ich im richtigen Tal, in dem der klägliche Rest des Gamezkoglferner zuhause ist (Bild 2). Man sieht den herrlichen Abfahrtshang des Sulkogls (rechts der Bildmitte), der im unteren Bereich leider von einem großen Lawinenkegel eingeengt wird. Der Gipfelhang ist im oberen Drittel richtig steil (bis über 40°) und daher hat R. Weiss mit seiner Aussage absolut recht. Doch dieser Südosthang machte mir nicht zu schaffen, da er bereits gut aufgefirnt war. Der sich anschließende steile, zum Gipfel führende Rücken war beinhart gefroren (die Steigeisen lagen natürlich zuhause) und ich war schon drauf und dran kurz unterhalb des Gipfel umzudrehen, aber irgendwie ging es dann doch.

Der Sulzkogl hat zwei Gipfelkreuze: ein neues (Bild 03) und ein altes (Bild 04), das noch tief im Schnee steckt.




 

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« am: 08.06.2013, 19:31 »

Offline Bernhard G.

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Fortsetzung Sulzkogl
« Antwort #1 am: 08.06.2013, 20:43 »
Der Gipfelblick ließ einem das Datum glatt vergessen: die Aufnahmen hätten auch im Januar oder Februar entstanden sein können. Sowohl die Stubaier (Bild 05) als auch die Ötztaler Bergriesen präsentierten sich tief verschneit. Der pyramidenförmige Klotz in der Bildmitte auf dem Bild 05 ist der Schrankogl, der zweithöchste der Stubaier. Er kann ohne Gletscherberührung von der Amberger Hütte im Rahmen einer anspruchsvollen Bergwanderung überschritten werden.

Die Abfahrt war - ich gebe es zu - kein reiner Traum. Der Gipfelhang war stellenweise wegen der Südost-Exposition schon recht weich, aber weiter unter gab es noch Hänge mit tragendem Harschdeckel. Leider findet aber der Übergang zwischen hart gerfroren und durchweicht aufgrund der hochstehenden Sonne in sehr kurzer Zeit statt, Naja, so langsam denke auch ich ans Einsommern der Ski. Aber a bissal wos gät no ...