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Autor Thema: Edelweiß u. Enzian - auf Rothspielscheibe und Fagstein am 17.08.2012  (Gelesen 5211 mal)

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Offline eli

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Servus beinand,

War gestern mit meinem Bergkameraden auf " Vergessenen Pfaden um den Königssee" unterwegs. Das Buch von J. Burghardt ist so vorbildlich gestaltet und die "Traumtour" , wie er sie selbst nennt, zu Rothspielscheibe und Fagstein so präzise beschrieben, dass ich meine Wegedaten etc. sehr knapp halte. Was nicht heißt, dass es keine FS gibt  >:D .
Start war natürlich am P.  Hinterbrand ( 2 € ). An den Jennerwiesen fing gerade der Lift an zu schnurren, wir schon lange wegen der herrlich kühlen Temperaturen auf der schattigen Nordseite des Berges. Und was kommt uns da an der Wasserfallalm entgegen  ::) : Der erste Almabtrieb dieses Jahres!   :o Die Tiere von der Königsberg - Hochalm wurden auf die Niederalm getrieben. Das ist sicher die Top - Nachricht an diesem Sahara - Wochenende: Der nächste Winter kommt bestimmt.  ;D  ( Bild aa )
Ab der Abzweigung vor der Brennhütte waren wir dann fast alleine unterwegs. Auch die Königstalalm lag - nach 1 1/2 Std. Gehzeit - friedlich verlassen in der Morgensonne vor  König Watzmann( Bild b )
Bei  der Wegegabelung zur Farnleiten wunderten wir uns, der alte Wegweiser steht nicht mehr dort, man sollte sich schon vorher Gedanken gemacht haben, welche Variante man zur Scheibe wählt. Wobei die östliche, linke Variante, die anfangs zum Reinersberg zieht,  eindeutig einfacher zu gehen ist.
Dann versäumt man aber die von Waldarbeiter - Samaritern schon bereit gestellte Brotzeit  ;D. Ehrlich, ich weiß immer noch nicht, ob in den Kanistern Wein von der Lage  "Farnleiten" oder doch Benzin war?  >:D  ( Bild c )

FS folgt, wenn  an meinem Schreibtisch wieder akzeptale Hitzegrade herrschen

eli

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« am: 18.08.2012, 14:25 »

Offline eli

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Servus beinand,

Fragen zur Herkunft des Wortes Farnleiten erübrigen sich wohl mit dem Bild d. Die ganze Leitn ist im unteren Teil ein wild wucherndes,herrliches Pflanzengestrüpp aus Kräutern und Unkräutern, bunten Blumen und ausgedehnten Feldern mit zuckersüßen Blaubeeren.
Natürlich bin ich dann noch rasch rüber zum freien Geländepunkt 1716 auf der Anhöhe der Farrenleitenwand; während sich mein Freund mit den Blaubeeren vollstopfte, bewunderte ich gemeinsam  mit den dort dösenden  Rindviechern dann die grandiose Aussicht ( Ich verbitte mir irgendwelche Assoziationen!  :(  ;D ) Bild e

Bild f: Schluss mit lustig, jetzt heißt es die nächste Stunde aufmerksam und trittsicher zu gehen. Man geht auf dem Wiesensteig südlich Ri. Rothspielscheibenwand, die fast immer im Schatten liegt und wechselt dann in die felsige Nordwestflanke. Es macht Spaß, im Hochwald auf ziemlich trockenem, steilen Steig über Wurzelwerk und felsige Stufen schnell an Höhe zu gewinnen. Im Hintergrund wartet übrigens schon geduldig der 2. Gipfel, der Fagstein,  auf uns.
Weiter oben sollte man dann schon etwas schwindelfrei sein. Oder sich beim Heimweg nahe der Priesbergalmen diesen Felsvorbau nicht so genau anschauen, den man in der Früh rauf ist.  ???

FS 2 folgt demnächst,

eli

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Servus beinand,

wenn der Hochwald aufgibt, sieht man in der Ferne das Berchtesgadener Becken, den Isidor  ::) und an der Felswand hier oben eine "ausdauernde, krautige, wollig weißfilzige  Pflanze..."  Soweit die unromantsiche Wikipedia -  Beschreibung, besser gefällt mir dafür schon Edelweiß  (Bild g1 )
Überall entdecke ich die hier besonders großblättrigen Sterne und verkneife mir natürlich das Pflücken.  >:(

Gegenüber bringt sich der Fagstein, unser 2. Gipfel, jetzt  so richtig in Positur ( Bild h1 ), aber noch liegt ja der restliche Aufstieg zur Scheibe vor uns.
Auf dem Bild i erkennt man den Wiesensteig hart an der Abbruchkante und auch den leichtesten Zustieg von den Priesbergalmen her ; dorthin steigt gerade ein anderer Wanderer ab. Nach fast 2 Stunden ab  der Kaisertalalm sind wir dann oben am Gipfel. Einige Minuten sind da aber schon den Blaubeeren und dem Farnleitenkopf  geschuldet. Die schneerose, die mich auf diese Tour vor Zeiten erst gebracht hat, ist da a bisserl schneller.  ;)

Hawedere

eli

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An schönen Sonntag beinand!

Kurz nach dem Mittagsläuten waren wir dann beim eigenwilligen Gipfelkreuz mit weitem Blick auf Brett und Göll ( Bild j ) und tiefem zur Königstalalm.
 
Beim Stoamandl ( Bild k ) ratschten wir dann länger mit einem ergrauten Schönauer; auf  d`Scheibn, 1940 m,  zieht es ja vorwiegend noch Stille suchende Einheimische.
Und so gab er uns auch folgenden Rat mit auf den Weg: " Ned auf`n Fagstoa! Geht`s weida zum Seeleinkopf, do is no staad!"  ::)

Egal welcher Gipfel auch immer, erst mal verliert man rund  100 schwitzend erkämpfte Höhenmeter wieder, wenn man in den sagenhaft verkarsteten, knöchel - und nervenstrapazierenden  Steinverhau  :o absteigt. ( Bild l ) Schaut von oben gar nicht so schlimm aus  8) , aber wenn man mal drin steckt, kann man sich pausenlos verhauen. Und das haben wir gründlichst getan! Obwohl wir uns schon einmal, allerdings umgekehrt, da durchgekämpft haben  >:D Zum Glück aber speichern ja Kalkfelsen und Latschen keine Wärme!   ;D

Hawedere

eli

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Servus  auf  die Schnelle, warum?  :D  :P

Bild m : Labyrinth - Standardfoto,und keine Markierung geschweige denn ein Ariadnefaden weit und breit;  ::) jetzt bedauert mich wenigstens a bisserl!  >:D

Bild n: Wenn man dann den Sattel zwischen Windschartenkopf und Fagstein "geschafft"  geschafft hat, glaubt man, es endlich geschafft zu haben :) Oder doch nicht?  :'(

Bild o : Erst wenn die  strapazierten Haxen wieder über die ersten Grasbüschel federn und der Kahlersberg,das Wildalmkircherl und das Hohe Laafeld rüberwinken, ist man auf der Schneide des Fagsteins angelangt. Wir haben von der Scheibe dafür 2 Stunden gebraucht. Und schämen uns ja auch so richtig!  :D

Na hawedere  ;D

eli

Offline eli

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Servus beinand,

ab jetzt ist es hier oben wirklich nur noch traumhaft schön:  #angel#

-   ein Gipfelkreuz , 2164m , mit Rundumpanorama ( Bild p1 )
-   ein kühles Seelein in der Nähe ( Bild q ) und
-   eine märchenhafte Blumenwiese ( Bild r ) zum Rasten

Hawedere bis zum Finale

eli

Offline eli

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Servus beinand,

mit einem Blick zu dem markierten Höhenweg 416 vom Schneibstein zum Seelein verabschieden wir uns vom Fagstein und freuen uns, dass seine Südwestseite angenehm grasig und nicht so gruslig wie im Aufstieg ist.  :) ( Bild s ).
Nach einer Viertelstunde, und ja nicht früher!  :o, erkennt man zwischen kleinen Felsköpfen dann den steilen, aber bei der augenblicklich herrschenden Trockenheit richtig gut zu gehenden Wiesensteig  ( Bild t ) , der zu den Hohen Roßfeldern führt, die viele von uns ja von der Tourenabfahrt im Winter her kennen und schätzen. Allerdings möchte ich jetzt diesen Abstieg bei nassem Gras und schmierigem Boden nicht empfehlen.  ;)
Und natürlich übersehen wir bei unserer gemütlichen Tagesrunde nicht die vielen Edelweiß, die genau hier so schön blühen. :) ( Bild u )

Hawedere und ich bitte um Nachsicht, es gibt doch noch einen kurzen Nachschlag.

eli

Offline schneerose

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Auch wenn du noch nicht fertig bist, ich danke schon mal für den tollen Bericht!  :)


Die schneerose, die mich auf diese Tour vor Zeiten erst gebracht hat, ist da a bisserl schneller.  ;)

Aber bestimmt ned, wenn do i-wo Blaubeern in der Nähe san!  :P

Offline eli

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Servus beinand,

die Tour zieht sich verdammt lang:  >:D Nicht nur wegen der üppigen Blaubeerfelder, an denen man auch beim Abstieg in Höhe der Quelle vorbeikommt. Wie schreibt Hubert Ilsanker in seinem "Langsamlesebuch - Der Bergbrenner "im Vorwort: Zeit lassen!
Hier buddeln ja auch die "Wurzengraber" alle 7 Jahre die begehrten Enzianwurzeln aus, die über den Priesbergalmen massenhaft blühen. ( Bild v ) Und etwas weiter unten dann massenhaft verkasematuckelt werden.  ;D
Zuvor aber werfen wir noch einen Blick rüber  auf den felsigen Vorbau der Rothspielscheibe, den wir vor vielen Stunden mühsam hochgekraxelt sind. ( Bild w )

An der Brennhütte mit " Minibar im Wassertrog" kommen nur wenige ungeschoren vorbei, ( auch ) die Rindviecher treffen sich hier zum kühlen Umtrunk mit dem uralten Trinkspruch: "Auf`s Recht!" (Bild x )

Nach knapp 10 Stunden insgesamt  :D sind wir dann wieder am Parkplatz.

Na hawedere,

eli