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Nimm nur Erinnerungen mit, hinterlasse keine Fußspuren
Chief Seattle, Häuptling der Suquamish Indianer


         

Eröffnung der Kletterarena Kaiserwinkl am 04.06.2011

Begonnen von Tom, 02.06.2011, 19:53

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Tom

 
Servus roBergler,

falls ihr für kommenden Samstag noch nichts vor habt, dann möchte ich euch auf folgendes Event hinweisen:



Insbesondere die Programmpunkte um 15:00 Uhr und 21:00 Uhr sollte man sich nicht entgehen lassen.

Näheres zu den Klettersteigen und den "leuchtenden Wänden" gibt es in jedem Fall bis spätestens morgen Abend ... versprochen  8).

Infos zur Ottenalm gibt's bereits im Hüttenguide oder hier.



Gruß. Tom.

Tom

 
Servus roBergler,

ziemlich kurzfristig wurden Ines und ich zur Pre-Opening-Veranstaltung auf die Ottenalm geladen.

Ottenalm? Klettersteige? ... na ja, wir haben zunächst auch überlegt, wo die da gleich drei Klettersteige errichtet haben sollen.  Ich sagte bei der Anreise noch flapsig: "Sind wohl drei kleinere Übungsklettersteige für Anfänger - ähnlich wie am Stripsenjoch."

Aber nein, weit gefehlt!

Das was Ekkehard "Ekke" Wimmer und sein Team da in die Nordwand der Harauer Spitze (1.117m) "genagelt" haben, lies uns wirklich staunen  :o. Die drei Eisenführen müssen den Vergleich mit anderen (talnahen) Klettersteigen nicht scheuen. Ich möchte fast behaupten, dass z.B. die Klettersteige zum Gasthaus Zimmereben in Mayrhofen im Vergleich nur "Kindergeburtstag" sind  ;).


Jetzt aber mal zu den Fakten:

Die härteste Nuss unter den Dreien haben die Erbauer
»Ottenalm Direttissima« genannt, was mich anfänglich schon zu einem leichten Schmunzeln veranlasste. Die Steigdaten sprechen jedoch klare Worte ...


Schwierigkeit: D/E, anspruchsvoll und sehr sportlich,  (offiziell) ohne künstliche Tritthilfen! ... ich habe immerhin EINEN Trittbügel entdeckt
Länge: 130 Höhenmeter, 180 m Kletterlänge
Dauer: wer länger als 45 Minuten brauchen sollte, war mit dem Steig definitiv überfordert
Charakter: anspruchsvoller Sportklettersteig mit 2 kurzen überhängenden und einigen kurzen senkrechten Passagen. Erfahrung, Kraft, Ausdauer und gute Tritttechnik notwendig. Abwechslungsreiche Kletterei in sehr gutem Fels. Kein Notausstieg!

Etwas leichter, aber trotzdem nur was für Ambitionierte, ist der
»Bergkameraden Steig« - der allein sollte ausreichen, um die meisten an ihre Grenzen zu bringen  >:D ...


Schwierigkeit: C/D (eine Stelle D), anspruchsvoll und sehr schwierig, viele Trittbügel, jedoch um einiges ausgesetzter als die »Direttissima«
Länge: 170 Höhenmeter, 310 m Kletterlänge
Dauer: 1 Stunde ist gut bemessen
Charakter: anspruchsvoller Sportklettersteig mit 2 überhängenden Passagen. Erfahrung, Kraft und Ausdauer notwendig. Abwechslungsreiche Kletterei in gutem Fels. 2x Zwei-Seil-Brücken (die erste längere sorgt für richtigen Adrenalinkick), nach ca. einem Drittel des Steiges Übergang zum leichteren Übungsklettersteig möglich.

Damit aber auch weniger Geübte nicht ganz leer ausgehen, haben die Erbauer noch die
»Walchseerunde« errichtet ...


Schwierigkeit: C, mäßig bis schwierig, ausreichend Trittbügel
Länge: 50 Höhenmeter, 70 m Kletterlänge
Dauer: ca. 20 Minuten
Charakter: Übungsklettersteig von beiden Richtungen als Runde zu begehen, steile Passagen mit Trittbügel. Klettersteig-Grundkenntnisse sollten vorhanden sein. Abwechslungsreiche Kletterei in gutem Fels. 1 Holzbrücke


Wir hatten uns zwar besseres Wetter gewünscht und es war auch nicht ganz so schlecht vorhergesagt, aber es sollte so kommen wie es kommen musste. Schon den ganzen Mittwoch Dauerregen. Na ja, wir konnten es nicht ändern. Zum Glück sind es vom Parkplatz am Sportplatz in Walchsee keine 45 Minuten zur Ottenalm ... bzw. nur gut 20 Minuten mit dem MTB.

Da es auf der Ottenalm keine Übernachtungsmöglichkeiten gibt, bestand die Möglichkeit auf dem Almgelände zu zelten. Dies konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, zumal wir für die Nacht ein Zelt von Hilleberg und Schlafsäcke von Haglöfs zur Verfügung gestellt bekamen. Lediglich selbst aufbauen mussten wir das Zelt, aber dies war dann trotz Bedenken relativ einfach.

Nach dem Abendessen wurden wir dann mit einer musikalischen Lichtinszenierung überrascht. Das Wechselspiel aus Licht und Feuer an den Nordabbrüchen der Harauer Spitze wurde durch passende Musik und das Spielen von Trompeten und Saxophon untermalt. Auch der Hüttenwirt hat es sich nicht nehmen lassen und trat mit seiner "Quetschn" auf. Trotz großer Bemühungen der Veranstalter und der einheimischen Bergwacht hat der erneut einsetzende Regen einiges der "Show" versaut. Ich wünsche ihnen, dass sie den Programmpunkt "Leuchtende Wände" wenigstens bei der offiziellen Eröffnung am Samstag (04.06.2011) reibungslos durchziehen können.

Nach gemütlichem Ausklang des Abends in der Ottenalm war dann "Zeltruhe" angesagt.

Am Donnerstagmorgen ging es nach dem Frühstück ran an die Steige. Da die Mehrheit mit Bergführern in den »Bergkameraden Steig« einstiegen, schlossen wir uns dem Andreas (einem der Jentzsch-Brüder von bergsteigen.at) und dem Ralf (via-ferrata.de) an. Trotz Nieselregen wagten wir uns an die »Ottenalm Direttissima«. Ein hartes Stück "Arbeit" stand uns da bevor - dieses heimtückische Teil ist vom Niveau her fast schon so hart wie die Sektion 1 des Kaiser-Max-KS an der Martinswand. Mit Bizeps-Power und voller Konzentration ist uns aber mal wieder eine "persönliche" Erstbegehung geglückt.

Nach den offiziellen Programmpunkten zogen wir nachmittags nochmal alleine los und konnten dann bei etwas besserem Wetter auch noch den »Bergkameraden Steig« durchziehen. Sehr kurzweilige Geschichte mit schönen aber luftigen Passagen, teilweise sehr kraftige Überhänge und die lange Zwei-Seil-Brücke ist auch nichts für schwache Nerven.


Kurze Anmerkung noch zu den Steigen:
Markierte Holzpflöcke kennzeichnen den Zustieg von der Ottenalm (5-10 Minuten). Wege müssen noch etwas festgetrampelt werden. Einstiegstafeln existieren ebenfalls noch nicht. Da bis letzte Woche noch an den Steigen gearbeitet wurde, liegt noch viel Dreck und loses Gebrösel in den Routen. Volle Ausrüstung unabdingbar. Die Steige sind bestens (bombenfest) abgesichert. Der Abstieg erfolgt bei den beiden schweren Steigen über den reizvollen (kurzen) Gratweg Richtung Osten zurück zur Ottenalm (10 Min.). Der Übungsklettersteig ist eine Art Rundweg und endet wieder auf dem Zustiegsweg. Das Topo von bergsteigen.at ist bereits fertig und wird wohl die nächsten Tage online gestellt.


Fazit:
Relativ kurzer Auf-/Zustieg - auch mit MTB - bis zur Ottenalm, die gleichzeitig bewirtschafteter Stützpunkt ist. Drei mäßig schwere bis extrem schwere Steige zum Austoben. Reizvoller (kurzer) Abstiegsweg. Super gelegen (roBerge-Kerngebiet). Der Tourismusverband Kaiserwinkl ahnt wahrscheinlich noch garnicht, was er da für einen "Pilgerort für Ferratisti" geschaffen hat  :o ... in jedem Fall aber ein Gewinn für die Region.


Wir kommen sicherlich wieder. Ein Stammtisch auf der Ottenalm wäre jetzt auf alle Fälle eine Überlegung wert ;D. Ach ja, falls Interesse besteht: Sportkletterrouten (im Bereich UIAA 4 - 7) wurden auch schon einige gebohrt.

Gruß. Tom.

Bild 01: Eine von vielen Senkrechten.
Bild 02: Verfolgt von bergsteigen.at und via-ferrata.de  :D ... die Zwei konnten das Tempo, das Ines vorlegte, aber nicht lange mithalten  ;D




An dieser Stelle auch noch vielen herzlichen Dank

an den Tourismusverband Kaiserwinkl für die Einladung ...
an Haglöfs Deutschland für die Testbekleidung (insbesondere für die »P2 Incus Jacket«, die uns bei dem Sauwetter im Klettersteig richtig gute Dienste geleistet hat) ...
an Hilleberg - The Tentmaker für das »Kaitum 2«, das uns trocken durch die Nacht brachte ...
an Tina von der TOC Agentur für Kommunikation GmbH & Co. KG für die hervorragende Organisation ...
und natürlich an die Wirtsleute der Ottenalm für die ausgezeichnete Bewirtung.

Radlbiene

Vielen Dank Tom für den tollen ausführlichen Bericht!!

So ist für mich dann aber eigentlich klar, dass ich mir den Weg sparen kann!!  :-\

Da für mich Klettersteige nur bis zur Schwierigkeit von C noch ein Genuss sind und der C-Klettersteig natürlich ausgerechnet der kürzeste ist, kann ich mir den Weg wohl definitiv sparen. Für 20 Minuten Klettersteig das ganze Zeugs mitschleppen ist halt nicht direkt rentabel!  ;)

Schade, es wurde somit anscheinend wieder überwiegend an die "Freaks" gedacht. Ist sehr schwierig, längere Klettersteige in meinem Schwierigkeitsbereich zu finden, da es bei neuen Klettersteigen doch meistens um Höher/Steiler/Schwieriger geht und weniger an die Genussgeher gedacht wird, die einfach Spass dran haben, in gut versicherten Steigen in Bereiche zu kommen, wo sie ohne Seil einfach Schiss hätten.

Aber wenn natürlich ein Roberge-Stammtisch auf der Ottenalm stattfinden würde, wäre dies natürlich eine sehr gute Gelegenheit, den "leichten" Klettersteig doch auszuprobieren!!!  ;D

LG
Radlbiene


Tom

Kurzer Nachtrag:

Die Jungs von bergsteigen.at haben nun auch die TOPOs bereitgestellt. Die sind mal wieder richtig gut geworden. Danke an Axel und Andreas!


»Ottenalm-Direttissima« --- www.bergsteigen.at/de/touren.aspx?ID=2306

»Bergkameraden-Steig« --- www.bergsteigen.at/de/touren.aspx?ID=2307

Hier der Direktlink zum gemeinsamen TOPO aller drei Steige.


Und nicht vergessen, morgen offizielle Eröffnung ... VIEL SPASS  >:D

Gruß. Tom.

roskin

Oh ja - die Tiroler han fix bei solche Sachen.

I glab, wenn da jetzt jemand des in bsp.weise Aschau/ Chiemgau Bsp. Brunnensteigkopf oder Sonnwendwand  vorgehabt hätt', dann wär a Riesendiskussion "All inklusive" entstanden, is so meine Einschätzung....

Im Vergleich zu Forststraßen m.b.M.n. eher ein kleiner Eingriff.

Ich persönlich mag Sachen wie den Kaiserschützensteig lieber, aber des  is ja dann auch a andere Liga und a ganz anderes Klientel wieder.

I werd's ma in diesem Jahr wahrscheinlich amoi o'schaugn, weil's so nah han und - jetzt san's ja eh scho' da.

Wie die Radlbiene mag i aber ~ Kategorie C auch lieber, schwierigere Sachen arten bei mir meist dann nur noch  in (mehr oder weniger) "Am Seil festklammer/hochziehen" Action aus, weil i mi dann nimmer trau selbst Griffe zu nehmen, da hab i beim richtigen Klettern im Nachstieg wesentlich mehr Mut.  :-\



raschibe

Der Michi und ich sind heute den Bergkameradensteig gegangen und sind uns einig daß es eine super Sache ist.
Wenn das Wetter mitmacht ( heute wars teilweise schon ein wenig feucht ) wollen wir uns gleich mal an die Ottenalm Direttissima wagen.
Ein schöner Nervenkitzel direkt vor der Haustür. 8)

Berg Heil

MichiRO

Seit langem hatte ich mal vor auf die Harauer Spitze zu gehen. Eigentlich ja nicht gerade eine anspruchsvolle Tour. Doch durch die Klettersteige wird der Berg gleich mal deutlich interessanter.

Gesagt getan: Am Mittwoch kam dann folgende Runde raus: Walchsee -> Ottenalm -> Bergkameraden Klettersteig -> Harauer Spitze -> Ottenalm -> Ottenalm-Direttissima -> Harauer Spitze -> Abstieg über den Kammweg

Insgesamt circa 7 Kilometer und 615 Höhenmeter.

Wer Bilder/Infos über die Klettersteige haben möchte:
http://wikiberge.de/index.php?title=kaiserwinkel_bergkameraden_klettersteig
und
http://wikiberge.de/index.php?title=kaiserwinkel_ottenalm_direttissima

Falls Interesse besteht kann ich den Bericht übers Tourenmanagementsystem hochladen.


Weitere Infos und Bilder zur gesamten Bergtour gibts wie immer hier.

Tom

Zitat von: MichiRO am 16.06.2011, 20:24
Am Mittwoch kam dann folgende Runde raus ...

... wenn du den gestrigen Mittwoch meinst, dann hätten wir uns wohl fast getroffen  ::).

Als die Segways hoch kamen waren wir schon richtig fleißig. Haben mal die 7 Sportkletterrouten zwischen dem Bergkameradensteig und der Walchseerunde getestet. Vielleicht habt ihr uns ja gesehen. Ziemlich spät sind wir dann zum "Auflockern" auch noch schnell eine Klettersteigrunde gegangen ... bei den Verhältnissen gestern einfach nur schön.

Der Initiator des Ganzen - der »Ekke« - hat auch kurz vorbei geschaut. Er kann es überhaupt nicht glauben, dass fast Rund um die Uhr Betrieb ist  ;D.

Er hätte gerne etwas mehr Feedback - egal ob negativ oder positiv ... also nur zu !!!


Gruß. Tom.


MichiRO

Zitat von: Tom am 16.06.2011, 21:08
Der Initiator des Ganzen - der »Ekke« - hat auch kurz vorbei geschaut. Er kann es überhaupt nicht glauben, dass fast Rund um die Uhr Betrieb ist  ;D.

Er hätte gerne etwas mehr Feedback - egal ob negativ oder positiv ... also nur zu.

Ok dann mal ein wenig Feedback

Positiv:
+ Die Lage, kein weiter Zustieg ab Walchsee
+ Größtenteils keine Gehpassagen zwischen drin, sondern +/- ein Schwierigkeitsgrad durchgehend
+ Der Abstieg über den Wanderweg ist super angenehm

Negativ:
- Warum darf man nun bis zur Ottenalm fahren? Ich mein das sind keine 30 Minuten von unten und die Klettersteige sind ja nicht gerade Fun-Steige für Leute, die sowas mal Ausprobieren wollen. Die die diese Steige gehen sind halbwegs fitte (Kam mir da schon bisschen blöd vor - vor allem wenn Roller hochfahren - Krönung war dann als mein Spezl im Klettersteig mir zuruft "Da unten fahren Segways")
- An manchen Stellen war noch viel Erde & lose Steinchen drinnen, die auf mich immer wieder runter gekommen sind. Aber das ändert sich bestimmt bald!
- Aussicht vom Gipfel (Luxusproblem  ::) )

Tipp: Stellt doch noch ein Hinweisschild oben an den Grat, dass es den alternativen Abstieg über den Kamm ebenfalls gibt. Dieser Weg war über weite Strecken schön schattig und der weiche Waldboden war ein willkommener Kontrast zur Felswand.

Edit: Teilweise kam es mit etwas eng vor, wenn Leute Auf- UND Absteigen. Wir haben dann immer unten gewartet. Wenn dort an Wochenenden viel los ist wirds da wohl einige male etwas eng werden. Eine Einbahnregelung fände hier ganz praktisch - vor allem, da es über den Wanderweg wirklich nicht weit ist  #bisbald#