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Autor Thema: Seltene Tierart im roBerge-Gebiet  (Gelesen 2243 mal)

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Offline Samerbergradler

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Seltene Tierart im roBerge-Gebiet
« am: 01.04.2010, 00:37 »
Es nimmt kein Ende:
Nach Bären, Wölfen oder Bibern gibt es weitere der bei uns ehemals ausgerotteten Tierarten, die im roBerge-Gebiet wieder langsam in Erscheinung treten.
Es muss sich ja hierbei nicht immer um die „spektakulären“ Arten handeln, auch die eher unscheinbaren Arten können der Landschaft durchaus Ihren Stempel aufdrücken.

Mir ist es jetzt aufgrund der charakteristischen Fraßspuren gelungen, eine Population der vom Aussterben bedrohten Steinlaus (Petrophaga lorioti) ausfindig zu machen.
Die Steinlaus, der kleinste Nager Europas, wurde erst im Jahr 1976 wissenschaftlich erforscht und der breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht.
Dieses Tier gehört zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten und tritt meist nur an bestimmten Tagen auf. Aufgrund des immer mehr voranschreitenden technischen Fortschritts wurde die Steinlaus von Ihren ursprünglichen, eher urban geprägten Lebensräumen, vertrieben und letztlich an den Rand der Ausrottung gebracht. Es gibt davon in freier Wildbahn nur noch sehr wenige Exemplare, in Deutschland ist es bisher als einzigem nur dem Zoo in Dortmund gelungen, dieses Tier in einem Freigehege zu präsentieren.

Es ist nun davon auszugehen, dass sich die Steinlaus aufgrund weitreichender Naturschutzmaßnahmen wieder großräumig verbreiten wird, was wie bei den vorher genannten Tieren sicherlich erneut zu heftigen Diskussionen führen wird. Die Steinlaus ernährt sich nämlich in ersten Linie von Silicaten, also Gesteinen. So liegt der Tagesbedarf eines geschlechtsreifen Männchens bei etwa 28 kg, schwangere Weibchen benötigen sogar fast das doppelte!
Bereits jetzt bestehen deshalb aufgrund der befürchteten weitreichenden Verbissschäden an unseren heimischen Bergen erhebliche Bedenken an der Wiederausbreitung. Auf dem beigefügten Foto ist gut erkennbar, welchen Schaden die Tiere anrichten können, wenn Sie bereits in nur geringer Anzahl auftreten.

Dies betrifft uns alle, denn der Einfluss auf auf Wege und Routen vor allem in den gebirgigen Regionen, bis hin zum Landschaftsbild, dürfte zukünftig nicht unerheblich sein.

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« am: 01.04.2010, 00:37 »

mrs.t.m

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Re: Seltene Tierart im roBerge-Gebiet
« Antwort #1 am: 01.04.2010, 06:23 »
Ui, gut dass du das ansprichst - ich hab kürzlich auch schon davon gehört!
Hoffentlich findet man was, das den Befall eindämmt, damit das Tierchen nicht all zu großen Schaden anrichtet...  :-\

Offline eli

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Re: Seltene Tierart im roBerge-Gebiet
« Antwort #2 am: 01.04.2010, 09:21 »
Servus Samerbergradler,

endlich wagt jemand mal öffentlich, das Problem anzusprechen. Denn nicht die Wind - und Wassereosion zerstört langfristig - wie uns immer wieder namhafte Geologen einzutrichtern versuchen - unsere Kalk- und Schiefergebirge, sondern der bodenlos leichtsinnige Umgang mit diesen gefräßigen Ungeheuern. Dazu jetzt drei Fragen an den Fachmann vom Samerberg:

1. Ist der "petrophaga lorioti" ein tag - oder nachaktives Tier ?
2. Beißt es sich an Granit die Zähne aus ? ( Wäre wichtig zu wissen, um es ggf. wirkungsvoll bekämpfen zu können!)
3. Habe ich da zufällig am Feuerköpfl auch Fraßspuren entdeckt? Am Ende sogar einen Schnappschuss von einem ausgewachsenen Exemplar geschossen?
Ich ende diesmal mit einem Bibelspruch: "Du bist Petrus der Fels, und ...

habe die Ehre , eli

Offline Brixentaler

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Re: Seltene Tierart im roBerge-Gebiet
« Antwort #3 am: 01.04.2010, 09:34 »
...
So liegt der Tagesbedarf eines geschlechtsreifen Männchens bei etwa 28 kg, schwangere Weibchen benötigen sogar fast das doppelte!
...

Mei liaber, und das alles frisst eine einzige Laus ??? Erschreckend :o.

...
Die Steinlaus ernährt sich nämlich in ersten Linie von Silicaten, also Gesteinen.

(...)

Auf dem beigefügten Foto ist gut erkennbar, welchen Schaden die Tiere anrichten können, wenn Sie bereits in nur geringer Anzahl auftreten.
...

Achtung, ein Silicat ist nicht das gleiche wie ein Gestein. Silicate bilden nur einen Teil der gesamten Gesteinsvorkommen auf dieser Erde.
Deine Geschichte ist vom beigefügten Bild her sowieso merkwürdig, denn der Gipfelaufbau des Großen Rettensteins besteht aus Kalkstein und enthält daher so gut wie keine Silicate. Also, was gäbe es da für Steinläuse zu fressen?

Ich frage mich außerdem, was die Abbau- bzw. Restprodukte der Gesteine sind, nach der Verdauung durch eine Laus. Da muss täglich eine enorme Masse Kot ausgeschieden werden, und die Zusammenstellung wäre sehr Interessant - oder sie ist ja eigentlich schon vorhersehbar:
Da Silicate starke Kristallgitter bilden, können sie nur mit viel Energie zerkleinert werden. Es wird aber schließlich immer wieder als Silicat ausgeschieden werden, denn diese Verbindung hat keinen Nährwert und sie kann auf molekulärem Maßstab nur sehr schwer abgebrochen werden.

Ein komisches Tier, diese Laus. Denn sie frisst etwas, das keinen Nährwert hat, das auch nur beschränkt zerkleinert werden kann und vor allem etwas, das nur Energie kostet statt Energie liefert.

 ::)

Offline Samerbergradler

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Re: Seltene Tierart im roBerge-Gebiet
« Antwort #4 am: 01.04.2010, 12:38 »
Servus Samerbergradler,

Dazu jetzt drei Fragen an den Fachmann vom Samerberg:

1. Ist der "petrophaga lorioti" ein tag - oder nachaktives Tier ?
2. Beißt es sich an Granit die Zähne aus ? ( Wäre wichtig zu wissen, um es ggf. wirkungsvoll bekämpfen zu können!)
3. Habe ich da zufällig am Feuerköpfl auch Fraßspuren entdeckt? Am Ende sogar einen Schnappschuss von einem ausgewachsenen Exemplar geschossen?

Hallo eli,
zu 1. er ist unterirdisch, also untertage, aktiv
zu 2. ist anzunehmen, deswegen bietet das roBerge-Gebiet mit seinen Kalkfelsen ja das ideale Biotop
zu 3. es handelt sich hier eindeutig um ein Männchen während der Brunft, Superbild!

Wenn du mir zum nächsten Stammtisch ein lebendes Exemplar mitbringst, spendier ich dir eine Brotzeit. Versprochen!

Offline Hawkeye

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Re: Seltene Tierart im roBerge-Gebiet
« Antwort #5 am: 01.04.2010, 12:55 »
2. Beißt es sich an Granit die Zähne aus ? ( Wäre wichtig zu wissen, um es ggf. wirkungsvoll bekämpfen zu können!)

Also die einheimische Steinlaus sicher.
Aber es gibt wohl noch eine nicht hinreichend erforschte Verwandschaft im Mont Blanc-Gebiet.
Zumindest gibt es dort teilweise ähnliche Bissspuren.
Der Bergeller Granit ist aber augenscheinlich zu hart.

Soviel auf die Schnelle zu meinen Beobachtungen ausserhalb des RoBerge-Gebiets.

Ich muss  ;) jetzt dann dahin, wo es schneit.

Offline korsikafan

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Re: Seltene Tierart im roBerge-Gebiet
« Antwort #6 am: 01.04.2010, 18:45 »
Soweit mir bekannt,kann die Steinlaus nur von extremen Bergradlern gesehen werden,aber auch nur wenn sie steile Nordwände runterradeln.
Gruß,
Korsikafan

Offline Reinhard

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Re: Seltene Tierart im roBerge-Gebiet
« Antwort #7 am: 01.04.2010, 21:28 »
Der Vollständigkeit halber hier der Fachbeitrag von Prof. Dr. Grzimek: