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Autor Thema: Adlerklettersteig auf den Karkopf am 25.10.2008  (Gelesen 3410 mal)

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Offline Tom

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Servus roBergler,

der Klettersteig-Wahnsinn nimmt kein Ende  :o. Gerade erst wurde ein neuer Klettersteig in den Miemingern fertiggestellt.

Sein Name: Adlerklettersteig
Schwierigkeit: D+ (... was auch immer das "+" heißen mag  ::) )
erreichter Gipfel: Karkopf (2.469m)

Da aufgrund der Zeitumstellung, die Tage nach hinten raus wieder kürzer werden, haben wir (Ines und ich) uns den Steig am 25.10.2008 als "Saison-Abschluss-Tour" vorgenommen. Gerade noch rechtzeitig vor der offiziellen Eröffnung und Einweihung am 26.10.2006 ... bevor der "große Run" auf diesen Steig beginnt ...



Zur Tour:

Bei 5°C, Nebel und leichtem Regen fuhren wir im Talort Telfs beschildert bergauf Richtung Gasthof Lehen. Diesen haben wir links liegen gelassen und fuhren weiter bis zum ersten Weiderost - ab hier folgten wir dem teilweise sehr ausgewaschenem Forstweg. Wir dachten schon, wir sind hier falsch ... sind aber trotzdem weitergefahren ... nach genau 2,7km (ab Weiderost) steht man vor einer Schranke am letzten Parkplatz (Platz für ca. 10 Fahrzeuge). Wir hatten Glück - es waren noch Plätze frei.

Zügig ging es nach der Schranke zu Fuß weiter. Es war kalt, feucht und windig. Nach kurzer Zeit erreichten wir das Alpengasthaus Straßberg - dort am Wegweiser rechts. Für die angegebenen 2 Stunden bis zum Einstieg kann man sich viel Zeit lassen. Man folgt immer dem markierten Weg "811" bis zum Schild "Adler-Klettersteig - 15 Min. bis Einstieg". Wer will, kann sich hier bereits anseilen, da bis zum eigentlichen Einstieg bereits erste seilversicherte Passagen (A/B) kommen.

Kurz vor dem Einstieg war eine fünfköpfige Männergruppe beim Arbeiten ... zusätzliche Wegmarkierungen und bessere Trittstufen auf dem letzten Stück zum Einstieg waren wohl noch für die Einweihungsfeier notwendig.

Bevor es richtig losging, machten wir nochmal Pause. Der Nebel hatte sich verzogen und die Sonne spendete endlich Wärme.

Die angegebenen 2,5 Stunden für den Durchstieg des Steigs sollten eigentlich ausreichen. Wir machten uns voller Vorfreude an den "Parcours". Die Erbauer haben sehr gute Arbeit geleistet. Geniale Wegführung durch grandiose Kulisse. Der Steig ist perfekt abgesichert und es wurde keine schwierige Stelle ausgelassen. Was uns sofort positiv aufgefallen ist: ein relativ dickes "Seil" wurde verbaut, dass sich angenehm greifen lässt. Dies ist auch sehr von Nöten, da es einige schwierige Passagen zu meistern gibt, bei denen man kräftig zupacken muss.

Kurz nach dem "Auge des Adlers"  8)  trafen wir den "Markus" mit Kollegen (Erbauer), die dem Klettersteig noch den letzten Schliff gaben. Wir hatten ein kurzes aber sehr nettes Gespräch mit ihm, während der andere gerade versuchte ein Seilstück mit einer Miniatur-Handsäge zu durchtrennen (ich glaube der sägt jetzt immer noch  :-X ). Die Jungs haben insgesamt gute 5 Wochen an dem Steig gearbeitet und sind jeden Tag dort hoch und wieder runter gegangen ... da bringt man vermutlich ganz schön Höhenmeter zusammen.

Nach knapp 2 Stunden standen wir dann am Ausstieg. Der Steig war uns weder zu kurz noch zu lang ... er hatte genau die richtige Länge, so dass es nicht langweilig wurde. Vom Ausstieg ging es dann nochmal 15-20 Minuten über einen flachen Grat - zum Schluss ausgesetzter und steiler - auf den Gipfel. Ausreichend Platz für eine gemütliche Brotzeit war vorhanden. Nach 40 Minuten ist es uns trotz bestem Wetter doch zu kalt geworden. So richtig warm wird es in diesen Höhen doch nicht mehr. Schade eigentlich.

Für den Abstieg zurück zum Parkplatz sollte man dann nochmal gut 2,5 Stunden einplanen. Keine richtig schwierigen Stellen dabei; wechselndes Gelände (Wiesenhänge, Schrofen, Blockkraxelei, Latschenhänge, Waldweg, Forststraße).

Nach 1,5 - 2 Stunden hat man die Möglichkeit noch bei der Neuen Alplhütte einzukehren (durchgehend noch bis 16.11.08 geöffnet, Mo. u. Di. ab 18.00 geschlossen) oder kurz vorm Parkplatz im Alpengasthaus Straßberg (nur noch bis 02.11.08 geöffnet).


Solange sich der Schnee noch zurückhält ist der Steig wohl durchaus dieses Jahr noch einige Zeit machbar.

Zustieg, Klettersteig selbst und Abstieg komplett südseitig.

Die immer kürzer werdenden Tage sollte man jedoch beachten (vor allem jetzt nach der Zeitumstellung) >> Gesamtgehzeit 7-8 Stunden.

Aufgrund der Schwierigkeit richtet sich der Steig nur an ambitionierte Klettersteigler >> Anfängern würde ich abraten.



Gruß. Tom.

[Ergänzung: Tour auf roBerge unter http://www.roberge.de/tour.php?id=626]



Foto 01 :  Hinweistafel am Einstieg
Foto 02 :  Schwierigste  Stelle im 1. Teilstück (Pfeiler, D)
Foto 03 :  Luftige Querung im Mittelstück ("Wind und Welle", C/D)

roBerge.de

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« am: 26.10.2008, 00:59 »