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Autor Thema: MTB und Almbesitzer  (Gelesen 5927 mal)

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Offline Reinhard

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MTB und Almbesitzer
« am: 06.08.2008, 07:27 »
Obwohl dieser Artikel aus der Süddeutschen Zeitung bereits einige Jahre alt ist, wollen wir ihn Euch nicht vorenthalten:

Offline Vmagnat

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Re: MTB und Almbesitzer
« Antwort #1 am: 06.08.2008, 08:04 »
Da muß man den Sachverhalt mal aufdröseln. blödes Wort aber weiss im Moment kein besseres. Also:
Die Frau hat der Krankenkasse bzw. der allgemeinheit einen Riesenschaden durch die Behandlungskosten, Arbeitsausfall etc. verursacht. Hier geht es nicht darum dem Bauern eine Schuld anzuhängen, denn sonst müsste ja ein Strafverfahren kommen und der Almbauer rechtskräftig verurteilt (Fahrlässige Körperverletzung)werden.
Hier geht es lediglich darum die Kosten für den Unfall einem Menschen in die Schuhe zu schieben.
Ich nehme hier noch ein anderes Beispiel:
Zum Beispiel betrunkene Fussgänger die über die Strasse laufen und überfahren werden, evtl. hat der eine Frau in kleine Kinder zu Hause. Jeder weiss, dass der Fussgänger schuld ist. Aber, hier versucht sich der Staat schadlos zu halten indem er mit Hilfe von Richtern dem Autofahrer eine Schuld zuweisst.
Hört sich unglaublich an, ist aber so!

Gruss vom Tegernsee

Offline faxe318

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Re: MTB und Almbesitzer
« Antwort #2 am: 06.08.2008, 13:34 »
Da habe ich Deine These nicht ganz verstanden!

Offline rennschnecke

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Re: MTB und Almbesitzer
« Antwort #3 am: 06.08.2008, 16:39 »
@ Vmagnat,

sorry ich steh auch der Leitung was Deine Worte angeht.  ???

Für mich gibts beim Biken halt nur einen Grundsatz: Wenn ich einen "Abflug" vom Bike mache, ganz egal ob Stein, Felsen, Schranke, Tier o.ä. bin ich selbst schuld. Schließlich bin ich speziell beim biken in den Bergen selbst für mich verantwortlich und muss mein Fahrverhalten entsprechend anpassen.
Wen verklage ich denn, wenn ich aufgrund eines Tieres zu sturz komme ? Den Jäger ? Und wenn es eine geschützte Tierart ist ? Greenpeace ? Oder bei einem felsigen Untergrund ? Das Straßenbauamt, weil keine Teerdecke aufgebracht ist ? Und wenn wir wegen jeder Gefahrenquelle ein Warnschild aufstellen, dann wirds mit der schönen Aussicht in den Bergen bald nichts mehr sein. Dann heisst es wohl durch den Schilderwald hinauf zum Gipfel, aber auch dort gibts dann die Warnschilder, schließlich kann man vom Berggipfel in alle (!) Richtungen runter fallen  ;D   

Mit so einem Mist macht man diesen wunderschönen Sport kaputt ! :'(

Viele Grüße
rennschnecke

P.S. Wie sollte denn die eventuell notwendigen Warnschilder für unvernünftige Biker oder die selbsternannten "Berg-Wander-Polizisten" aussehen ? 
Das einzige positive an der Sache ist, dass es wohl schon einige Jahre her ist und ich seitdem von dieser Sache nichts mehr gehört habe, oder hat Reinhard neue aktuelle Infos dazu ?
 

Offline Vmagnat

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Re: MTB und Almbesitzer
« Antwort #4 am: 07.08.2008, 15:32 »
@ Vmagnat,

sorry ich steh auch der Leitung was Deine Worte angeht.  ???

Für mich gibts beim Biken halt nur einen Grundsatz: Wenn ich einen "Abflug" vom Bike mache, ganz egal ob Stein, Felsen, Schranke, Tier o.ä. bin ich selbst schuld. Schließlich bin ich speziell beim biken in den Bergen selbst für mich verantwortlich und muss mein Fahrverhalten entsprechend anpassen.
Wen verklage ich denn, wenn ich aufgrund eines Tieres zu sturz komme ? Den Jäger ? Und wenn es eine geschützte Tierart ist ? Greenpeace ? Oder bei einem felsigen Untergrund ? Das Straßenbauamt, weil keine Teerdecke aufgebracht ist ? Und wenn wir wegen jeder Gefahrenquelle ein Warnschild aufstellen, dann wirds mit der schönen Aussicht in den Bergen bald nichts mehr sein. Dann heisst es wohl durch den Schilderwald hinauf zum Gipfel, aber auch dort gibts dann die Warnschilder, schließlich kann man vom Berggipfel in alle (!) Richtungen runter fallen  ;D   

Mit so einem Mist macht man diesen wunderschönen Sport kaputt ! :'(

Viele Grüße
rennschnecke

P.S. Wie sollte denn die eventuell notwendigen Warnschilder für unvernünftige Biker oder die selbsternannten "Berg-Wander-Polizisten" aussehen ? 
Das einzige positive an der Sache ist, dass es wohl schon einige Jahre her ist und ich seitdem von dieser Sache nichts mehr gehört habe, oder hat Reinhard neue aktuelle Infos dazu ?
 
Es ist einfach so, dass es Leute gibt, die für ihr eigenes Unvermögen einen Dummen (Schuldigen) suchen. Was glaubst wer schuld ist, wenn so ein Depp zu mir an die Tanke kommt und ich seine Benzinkutsche Diesel reinschüttet!

Wenn Dich ein Hund zu Sturz bringt, ist der Hundehalter verantwortlich, denn der hat eine Hundehaftpflicht oder sollte er haben.

Wichtig ist, dass es für alles und jedes einen Schuldigen gibt. Was glaubst, warum auf einem Pappkaffeebecher "Vorsicht Heissgetränk!" draufsteht?
Das allerwichtigste an dem ganzen ist jedoch, dass Krankenkassen, Staat etc. keine Kosten haben!

Offline MANAL

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Re: MTB und Almbesitzer
« Antwort #5 am: 07.08.2008, 16:58 »

Wichtig ist, dass es für alles und jedes einen Schuldigen gibt. Was glaubst, warum auf einem Pappkaffeebecher "Vorsicht Heissgetränk!" draufsteht?
Das allerwichtigste an dem ganzen ist jedoch, dass Krankenkassen, Staat etc. keine Kosten haben!

Ich würde das neutraler mit "Verantwortlichen" ausdrücken. Wenn einer Unfug treibt soll er auch dafür gerade stehen. Was ich da nicht ganz nachvollziehen kann bei unserer Gesetzgebung ist, dass dein Kind unter 12 Jahren (oder waren es 14?) nicht haftbar ist für den Schaden das es anrichtet (z.B. schießt mit einem Ball eine Scheibe vom Auto kaputt). Ok, dass vielleicht nicht das Kind haftbar ist seh ich ja noch ein, nur sollten dann IMMER die Eltern haftbar sein für evtl. Schäden, schließlich haben sie die Verantwortung für das Kind. Aber nein, in so einem Fall bleibt der Geschädigte auf seinem Schaden sitzen obwohl der nun wirklich nichts dafür kann. Das finde ich einfach unverständlich dass es nicht eine Haftpflichtversicherung für jedes Kind gibt das die Schäden übernimmt die es verursacht, auch wenn die Eltern mal nicht daneben stehen.

Offline ehemaliges Mitglied

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Re: MTB und Almbesitzer
« Antwort #6 am: 07.08.2008, 19:11 »
Hallo MANAL,

ein Kind wird mit 14 Jahren strafmündig, kann also vorher strafrechtlich nicht belangt werden. Für den angerichteten Schaden müssen die Eltern bzw. deren Haftpflichtversicherung bei einem Kind unter 14 Jahren aber trotzdem aufkommen!

Siehe auch: Strafmündigkeit

Bei Kindern unter 7 Jahren ist es tatsächlich wohl so, dass der Geschädigte auf seinen Unkosten sitzenbleibt, was ich auch nicht so recht nachvollziehen kann. Voraussetzung ist allerdings, dass die Eltern ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben, was mitunter schwierig zu beweisen ist.

Siehe hierzu: Deliktsfähigkeit

Offline MANAL

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Re: MTB und Almbesitzer
« Antwort #7 am: 07.08.2008, 19:16 »
Bei Kindern unter 7 Jahren ist es tatsächlich wohl so, dass der Geschädigte auf seinen Unkosten sitzenbleibt, was ich auch nicht so recht nachvollziehen kann.

Danke für die Korrektur, war mir mit dem Alter nicht ganz sicher, meinte aber das was bis zu 7-jährige Kinde verursachen. Mir absolut unverständlich, dass man für ein 5-jähriges Kind weniger haften muss als für seinen Hund...

Offline Vmagnat

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Re: MTB und Almbesitzer
« Antwort #8 am: 13.08.2008, 11:01 »
Hallo MANAL,

ein Kind wird mit 14 Jahren strafmündig, kann also vorher strafrechtlich nicht belangt werden. Für den angerichteten Schaden müssen die Eltern bzw. deren Haftpflichtversicherung bei einem Kind unter 14 Jahren aber trotzdem aufkommen!

Siehe auch: Strafmündigkeit

Bei Kindern unter 7 Jahren ist es tatsächlich wohl so, dass der Geschädigte auf seinen Unkosten sitzenbleibt, was ich auch nicht so recht nachvollziehen kann. Voraussetzung ist allerdings, dass die Eltern ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben, was mitunter schwierig zu beweisen ist.

Siehe hierzu: Deliktsfähigkeit

Das schlimste ist, dass diese Fratzn heute alles dürfen und wer sich z.B. auf einer Berghütte Ruhe erbittet ist sofort Kinderfeindlich! Wenn die Kinder Fussballspielen dann hat einer dafür zu sorgen, dass niemand zu Schaden kommt. Ich denke dabei an unsere älteren Mitbürger, wenn da einer vom Ball am Kopf getroffen wird und stürzt...! Dann bleibt er auch auf seinem Schaden sitzen...!

Offline steff

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Re: MTB und Almbesitzer
« Antwort #9 am: 13.08.2008, 12:37 »
Bei Kindern unter 7 Jahren ist es tatsächlich wohl so, dass der Geschädigte auf seinen Unkosten sitzenbleibt, was ich auch nicht so recht nachvollziehen kann. Voraussetzung ist allerdings, dass die Eltern ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben, was mitunter schwierig zu beweisen ist.

Darum sollte jeder Familienvater seine Haftpflichtversicherungspolice durchschaugn, ob auch Schäden von deliktunfähige Kinder abgedeckt sind. (Bei Kfz-Schäden liegt die Deliktunfähigkeit sogar bei 10 Jahren)

Wenn nämlich mein Kind mitm Dreiradl gegen des Auto vom Nachbarn rennt, möchte ich (und erst recht mein Nachbar) das der Schaden reguliert wird.  ;) Möcht nämlich ned sogn miassn: "Schad um Dein Auto, lieber Nachbar, aber mei Bua ist deliktunfähig"... Auf gute Nachbarschaft!!  >:D


Offline faxe318

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Re: MTB und Almbesitzer
« Antwort #10 am: 13.08.2008, 20:39 »
Das schlimste ist, dass diese Fratzn heute alles dürfen und wer sich z.B. auf einer Berghütte Ruhe erbittet ist sofort Kinderfeindlich! Wenn die Kinder Fussballspielen dann hat einer dafür zu sorgen, dass niemand zu Schaden kommt. Ich denke dabei an unsere älteren Mitbürger, wenn da einer vom Ball am Kopf getroffen wird und stürzt...!

ja, da habe ich dann tatsächlich den Verdacht: kinderfeindlich.

Denn treffen muss man sich schon in der Mitte. Klar sollten die Eltern schauen, dass ihre Kinder möglichst wenig stören. Aber als Vater kann ich nur sagen: Kinder stören nun einmal definitiv manchmal, und sind auch einmal lauter und spielen auch einmal Fußball. Und wenn dann bei Außenstehenden der erste Gedanke ist: Die können doch einen älteren Mitbürger treffen, dann denke ich: Das ist typisch deutsch.

Das war jetzt aber mal so allgemein dahin gesagt, damit meine ich nicht Dich, dazu kenne ich Dich zu wenig und dafür kommen im Internet Aussagen oft zu verkürzt rüber.
Schönen Gruß, Faxe

Offline rennschnecke

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Re: MTB und Almbesitzer
« Antwort #11 am: 13.08.2008, 22:02 »
Da muss ich faxe absolut Recht geben. Leider wird auch der Platz den Kinder zur Verfügung haben immer weniger und kleiner. Damit ergibt sich automatisch das Problem, dass immer, wenn sich unsere Kleinen austoben, sie sehr schnell an Grenzen stossen, wo die Interessen anderer Erwachsener mit betroffen sind.
Vielleicht sollten wir uns selbst nur ab und zu daran erinnern, welche Möglichkeiten wir als Kinder hatten und wie wenig davon für unsere Kinder übrig geblieben sind.

Abgesehen davon habe ich selbst als Vater hin und wieder das Bedürfnis, diese kleinen Störenfriede  >:D inklusive deren ungezogenen Eltern mal richtig zu "was weiß ich nicht alles"  ::) um ihnen mal etwas Anstand und Benimm beizubringen. Denn bei allen Freiheiten die wir früher mehr hatten, mehr Toleranz und Rücksicht haben wir auch gelernt !

rennschnecke

Offline Vmagnat

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Re: MTB und Almbesitzer
« Antwort #12 am: 15.08.2008, 17:56 »
Da muss ich faxe absolut Recht geben. Leider wird auch der Platz den Kinder zur Verfügung haben immer weniger und kleiner. Damit ergibt sich automatisch das Problem, dass immer, wenn sich unsere Kleinen austoben, sie sehr schnell an Grenzen stossen, wo die Interessen anderer Erwachsener mit betroffen sind.
Vielleicht sollten wir uns selbst nur ab und zu daran erinnern, welche Möglichkeiten wir als Kinder hatten und wie wenig davon für unsere Kinder übrig geblieben sind.

Abgesehen davon habe ich selbst als Vater hin und wieder das Bedürfnis, diese kleinen Störenfriede  >:D inklusive deren ungezogenen Eltern mal richtig zu "was weiß ich nicht alles"  ::) um ihnen mal etwas Anstand und Benimm beizubringen. Denn bei allen Freiheiten die wir früher mehr hatten, mehr Toleranz und Rücksicht haben wir auch gelernt !

rennschnecke
Ich bin nicht kinderfeindlich, ganz im Gegenteil! Aber, man erlebt doch die tollsten Dinge z.B. auf der Frasdorfer Hütte, da wird der Tisch Kindergerecht zurechtgerückt, dass ich an dem Tisch gerade esse interessiert nicht! Fragen, ob man vielleicht mal den Tisch bissl rücken könnte gibts nicht! Und am besten finde ich die, die am Chiemsee - Radweg mit einem Wagen hintendran in hohem Tempo ohne jede Rücksicht auf Fussgänger dahinradeln. Das fällt auch unter Rücksicht. Ich mag Kinder gern, wirklich. Letztens wurde ein Kind an der Königsalm von einem Holzbock angeflogen. Der Käfer war ein stattliches Exemplar, zunächst hatten die Kinder Angst vor dem grossen Käfer mit den langen Fühlern und die Eltern waren etwas unbeholfen. Dann habe den Käfer genommen und den Kindern gezeigt, ihn bissl erklärt und ihnen die Schmetterlinge gezeigt und erklärt und die Pflanzen. Ich hatte da sehr aufmerksame Zuhörer. Vielleicht habe ich ein paar neue Naturfreunde gewonnen. Sie stören mich nicht aber, ab und an will ich auch bissl meine Ruhe haben. Ich habe selber 2 Kinder, jetzt sind sie ein bissl älter aber ich habe ihnen auch beigebracht, dass jeder Mensch ab und an seine Ruhe haben möchte und dass man auch spielen kann ohne grossen Lärm zu machen. Auf die Mischung kommt es eben an.