Dummy

Autor Thema: Naturschutz im Traithen-Jägerwand-Gebiet  (Gelesen 1621 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Martl

  • roBergler
  • Beiträge: 1127
  • Geschlecht: Männlich
  • schee is do herom
Naturschutz im Traithen-Jägerwand-Gebiet
« am: 28.02.2008, 13:21 »
Servus roBergler, Interessierte & Betroffene!

habe im Anhang den heutigen roBerge-Newsletter angehängt, damit alle lesen können, was sich z. Zt. in unseren Bergen abspielt. Ich persönlich war diesen Winter noch nicht in dem Gebiet unterwegs, es schockiert mich aber, wie rücksichtslos manche Leute die Vorschriften mißachten. Wenn sogar Schilder mutwillig entfernt werden, spricht das nicht dafür, daß einige Leute irgendwas mit Naturschutz am Hut haben. Im Gegenteil, diejenigen wollen nur ihren "Spaß" ausleben. Und das am Besten in unberührtem Gelände (Pulverschnee),was aber insbesondere auf Kosten unserer schönen und nützlichen Tierwelt geht. Ich hoffe, daß man jetzt einige Leute aufwecken kann, bevor es wirklich zu spät ist!!

Gruß
Martl


Zitat
roBerge-Newsletter vom 28.02.2008

Hallo liebe Bergfreunde!

hier wieder unser Newsletter mit den neuesten Informationen über die Bergwelt rund um Rosenheim und im nördlichen Inntal. Er erreicht 1216 Empfänger.
Heute aus gegebenem Anlass ein Sonder-Newsletter!

Skitouren im Gebiet Traithen – Jägerwand erfreuen sich von Jahr zu Jahr einer immer größeren Beliebtheit. Kein Wunder – handelt es sich doch um ein landschaftlich sehr reizvolles und schnell erreichbares Ausflugsziel in den Bayerischen Voralpen. Dabei sollte man nicht vergessen, dass man sich hier zum Teil in einem Wild–Wald–Schongebiet aufhält. Denn hier leben die streng geschützten Raufußhühner, die auf der „Roten Liste gefährdeter Tiere Bayerns“ stehen.

Warum streng geschützt? Im Winter besteht ihre Nahrung hauptsächlich aus Nadeln, Knospen und Beersträuchern. Diese finden sie in den schwach geneigten, südlich exponierten Hängen bei den Kammlagen, während sie sich tagsüber unter Sträuchern und Latschen in den nördlichen Bereichen auf der anderen Seite dieser Kammlagen aufhalten. Mehrfache Störungen führen zur Verhinderung von Nahrungsaufnahme, zur Schwächung der Tiere bis hin zum Tod durch Verhungern. Die Spielhahn, wie das Raufußhuhn auch genannt wird, hat in solchen Fällen keine Überlebenschance!

Im Bereich Traithen-Jägerwand gibt es eine klare, von den Behörden festgelegte räumliche Abgrenzung über die erlaubten Wege: nur der sog. Stopselzieher und die Saugasse dürfen betreten werden, sowohl im Aufstieg als auch bei der Abfahrt. Deutliche Hinweisschilder gibt es unten bei der Rosengassenalm. Weitere Beschilderungen oben bei der Einfahrt wurden vor kurzem mutwillig entfernt, sodass vielen Skifahrern gar nicht bewusst ist, dass sie sich auf nicht erlaubtem Gelände befinden.

Besonders krass ist, was sich in den letzten Wochen hier abgespielt hat: Es wird hier auf breiter Fläche abgefahren - eine Spur neben der anderen, teils mehrere hundert Spuren nebeneinander. Aus dem Habitat einer bedrohten Tierart ist eine reine Skipiste geworden!

Der Gebietsbeauftragte des Alpenvereins, Manfred Oehmichen, hat in den letzten zehn Jahren viel Informationsarbeit für dieses gefährdete Gebiet geleistet, doch in letzter Zeit scheint die Akzeptanz für die Schutzmaßnahmen stark zu sinken. Oder ist es nur Unwissenheit?

Derzeit laufen bereits Gespräche in den Behörden über möglich Konsequenzen, die von einer Totalsperre bis hin zu Geldstrafen führen können. Manfred Oehmichen und weitere Verantwortliche des Deutschen Alpenvereins sind nun an uns heran getreten, die Tourengeher aus der Region über die geschilderte Lage zu informieren, was wir mit diesem Newsletter auch gerne durchführen. Wir appellieren deshalb an alle Skifahrer, nur noch die erlaubten Wege einzuhalten. Egal, ob volle Absicht oder Unwissenheit, ein jeder sollte die gesperrten Gebiete zukünftig meiden, denn eine vollständige Sperre mit den genannten Folgen würde keinem Tourengeher gefallen.


Zur Verdeutlichung der Situation verweisen wir auf folgendes Foto:
http://www.roberge.de/fotos/wendelstein/traithen/2008-02-20.jpg

und den Kartenausschnitt der neuen Alpenvereinskarte:
http://www.roberge.de/fotos/wendelstein/traithen/jaegerwand_karte.jpg

Zur roBerge-Tourenbeschreibung:
http://www.roberge.de/tour.php?id=374


roBerge.de

  •  
    •  
Werbung
« am: 28.02.2008, 13:21 »

Offline Christian M.

  • Team
  • *
  • Beiträge: 1850
  • Geschlecht: Männlich
  • The truth is out there
Re: Naturschutz im Traithen-Jägerwand-Gebiet
« Antwort #1 am: 01.03.2008, 14:29 »
.....da stimme ich Dir 100%ig zu!! Als ich vor zwei Monaten dort war sagte mein Kumpel noch zu mir: Du weisst ja, wo man abfahren darf und wo nicht!
Ich erwiderte: Ja sicher, da vorn ist erstens das Schild und zweitens da wo keine Spuren sind, da darfst nicht fahren.
......das Schild war weg und Spuren waren überall.  :-\

Gruss.
Christian

Offline Bergi

  • roBergler
  • Beiträge: 166
Re: Naturschutz im Traithen-Jägerwand-Gebiet
« Antwort #2 am: 02.03.2008, 22:49 »
Also mich macht sowas:
traurig, resigniert, verärgert, wütend, nachdenklich, gggggrrrrrrr...
wo ich mir denke, da gibt es eine Menge Menschen, die noch nichts, aber auch gar nichts verstanden haben. >:(
Sch....... ???
Schade!

Dann fällt mir meistens dieser schöne Witz wieder ein,

wo die Erde auf ihrer langen Reise durch das Universum mal wieder beim Mars vorbeikommt.
Grau, verqualmt, verrunzelt, einfach ziemlich marode und krank.
Da fragt der Mars ganz erstaunt:
"Ja was ist denn mit dir los? Wie schauxt du denn aus?"
"Oh Ja", sagt da die Erde, "Ich hab den <Homo Sapiens>"
Da sagt der Mars: "Ohje, des is ja schlimm! Aber denk dir nix, des geht a wieda vorbei."


Irgendwann wird der Mensch sich wahrscheinlich selbst ausrotten....

und dann...?

Und dann kehrt hier wieder Ruhe ein.
Is doch so!
Is a ned schlimm!
Ist im Grunde sehr beruhigend!

Und trotzdem finde ich es schön meinen Kindern noch ein wenig von den kleinen Wundern der Natur zeigen zu können!
Und fände es auch schön, wenn deren Kinder auch noch einen Hauch davon erahnen könnten.

Gut Nacht
da Bergi