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Lasörling Höhenweg (Hohe Tauern)

Begonnen von Reinhard, 20.07.2021, 21:25

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Reinhard

Wie schon in einem anderen Beitrag geschrieben, bin ich seit gestern auf dem Lasörling Höhenweg. Genauere Infos liefere ich natürlich nach. Ich habe allerdings einige Fotos in mein Google Album hochgeladen.
Wer also Interesse hat:

Tag 1
Legerle - Griften - Zupalseehütte

MANAL

Wunderschön! Diese Ecke steht bei mir auch auf der langen "Wunschliste".

Viel Spaß! Schön zu sehen dass du wieder auf größeren Touren zu Fuß unterwegs bist!

Reinhard

Tag 2

Zupalseehütte - Donnerstein - Speikboden - Merschenhöhe - Kosachkofl - Lasörlinghütte

mh

Freut mich, dass der Hax wieder mitmacht, dass das Wetter passt und du offenbar auch artgerecht ernährt wirst (s. Bild vom Tortenstück). Bin schon gespannt auf Tag 4, das Gebiet um die Reichenberger Hütte ist noch auf meiner Wunschliste.... Grüß mir im Vorbeigehen den Lasörling.

Kalapatar

Wenn Du Morgen evtl. auf den Lasörling gehst, das geht gaaach hoch. Und ist brüchig! Aber bis zur Scharte solltest Du auf alle Fälle gehen, da hast Du einen wunderbaren Venedigerblick.

Viel Spaß und alles Gute weiterhin, Kalapatar

Reinhard

Tag 3
Lasörlinghütte - Prägrater Törl - Kleinbachboden - Rote Lenke - Bödensee mit Neuer Reichenbacher Hütte

Den Lasörling habe ich nicht mitgenommen, aber im Vorbeigehen von MH gegrüßt!

elli pirelli

Auch ich freue mich sehr das du wieder ,,gehen" kannst 👍
Dir weiterhin ein paar tolle Tage ⛰

Lg elli

Reinhard

Hier meine Fotos des 4. Tages (Link zum Googlealbum):
Tag 4
Neue Reichenberger Hütte - Daberlenke - Umbaltal - Umbalfälle - Ströden
Info zu jedem Foto gibt es durch Klick auf das "i" rechts oben bzw. die drei Sterne auf dem Handy).

Eindrücke der Tour mit kurzer Beschreibung liefere ich hier bald nach.
Danke schon mal an Chtransalp10 und Kalapatar, die mich mit ihren Beiträgen auf die Idee brachten, diesen Höhenweg zu begehen.


Reinhard

Hier einige Eindrücke zu Tag 1 und 2 der Hüttentour "Lasörling Höhenweg".

Eine gute Hilfe bei der Planung erhielt ich durch den Führer Hüttentrekking Band 1 Ostalpen, erschienen im Bergverlag Rother. Allerdings habe ich die dort vorgeschlagene Route des zweiten Tages nicht genau übernommen.


Anfahrt:

Die Abfahrt war ursprünglich um 6 Uhr geplant, musste aber um 2 Stunden vorverlegt werden, da der Felbertauerntunnel genau an diesem Vormittag durch die Regenfälle gesperrt war. Also wurde der Wecker auf 3:30 Uhr gestellt ...
Wie mit dem Hüttentaxi vereinbart, kam ich gerade noch recht zeitig um 9 Uhr beim Parkplatz der Würfelehütte an. Die Auffahrt erfolgte auf extrem schlechter Straße (tiefe Regenrinnen um die 1 Meter breit) bis zur Höllerhöhe.


Tag 1:

Ab der Höllerhöhe nahm ich nicht den normalen, kurzen Weg zur Zupalseehütte, das war mir mit ca. 1,5 Std. für den ersten Tag zu kurz. Auf die Alternative, gleich zur Lasörlinghütte zu wandern, verzichtete ich und nahm deshalb über einen Umweg die beiden Gipfel Legerle (2527m) und Griften (2723m) mit. Abstieg vom Griften zur Zupalseehütte.
Ca. 550 hm, 4,7 km

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Blick vom Legerle hinunter auf die Höllerhöhe (Bildmitte), rechts der Großglockner

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Zupalsee und Zupalseehütte


Tag 2:

Insgesamt wie Tag 1 eine gemütliche Wanderung.
Von der Zupalseehütte wieder hinauf bis kurz vor den Griften, von dort auf einer schönen Gratwanderung zum Speikoden. Das Gipfelkreuz ist geschätzt 10 m hoch. Wieder hinunter, an einigen kleinen Seen vorbei zur Merschenhöhe. Schließlich über eine weitere Scharte hinab in den Kessel unterhalb des Glauret direkt zur Lasörlinghütte. Von allen drei Hütten hat mir diese am besten gefallen. Sehr freundliche Wirtin, gutes Essen und angenehme Athmosphäre. Die Preise sind für eine privat geführte Hütte in Ordnung.
Ca. 610 hm, 8 km

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Immer wieder viele Seen

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Blick ins Defreggental

(Tag 3 und 4 folgen)

Reinhard

Tag 3:

Dieser Tag bildete den alpinen Höhepunkt der Tour. Ich ließ am Talschluss des Glauret (das langgezogene, flache Kar oberhalb der Lasörlinghütte) den Aufstieg zum Gipfel des Lasörling (rechts) aus und bestieg stattdessen links das Prägrater Törl. Damit befand ich mich auf der höchsten Stelle der gesamten Tour. Das Prägrater Törl (2846 m) ist der Übergang zwischen dem Glauret und dem Lasnitztal. Die letzten Meter zum Törl sind steil, geröllig und durch ein Drahtseil gesichert. Das Törl ist sehr breit und flach, und es bietet hervorragende Aussichten über den bisher zurückgelegten Weg bis zu den Dolomiten bzw. auf der anderen Seite in die Venedigergruppe.

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Das Prägrater Törl, im Hintergrund die Rötspitze (3496m)

Über das Lasnitzental ging es dann weiter in den Kleinbachboden (2500 m). Er ist von vielen mäandernden Bächen durchflossen. Überhaupt braucht man sich fast während der gesamten Tour über Wassermangel nicht beklagen, es gibt immer wieder Bäche und Seen. Dieser Tag war der heißeste und ich füllte meine Literflasche gleich dreimal aus den frischen Bergbächen auf. Anschließend noch einmal 300 hm hinauf zur Roten Lenke. Sein Name kommt von der roten Färbung des Gesteins (Rauhwacke) Dieser Pass bildet den Übergang zur Neuen Reichenberger Hütte und dem Bödensee. Auf dem Abstieg zum See tummelten sich einige zahme Murmeltiere, die sich von mir nicht beeindrucken ließen.

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Bödensee und Neue Reichenberger Hütte von der Roten Lenke

Ca. 1080 hm, 10,5 km

Mehr Fotos von Tag 3 in meinem privaten Google-Album.

Reinhard

Tag 4

Handelte es sich gestern um den alpinsten, so hatte ich heute den einsamsten Tag des Höhenweges, denn bis zur Isel am Talausgang traf ich stundenlang niemanden an.

Die meisten Wanderer nahmen den kürzesten Weg von der Neuen Reichenberger Hütte nach Norden zur Großbacham, ich wählte stattdessen den längeren Weg durch das Dabertal. Das Tal war wegen einer schon wieder weggerissenen Brücke über die Isel offiziell gesperrt. Ich wusste jedoch von zwei Wanderern, dass es trotzdem eine Möglichkeit gab, den Bach zu überqueren.

Zuerst ging es ohne wesentlichen Höhenunterschied hinüber zum ehemaligen Daberkees, das Wort "ehemalig" ist genau richtig, denn von dem Gletscher ist leider nicht mehr viel zu sehen.

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Daberkees
(zum Vergrößern anklicken)


Durch das Dabertal verlief der Weg hoch entlang des grasigen Westhangs des Großschober, mit atemberaubenden Tiefblicken auf den weit unten sich dahin schlängelnden Daberbach. In Blickrichtung dominierte immer wieder die eisbedeckte Rötspitze.

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Dabertal



Foto: Chtransalp10


Am Talausgang waren inzwischen die o.g. beiden Wanderer zu mir gestoßen, und wir überquerten die Isel über einen riesigen Lawinenschuttberg. Über den Abstiegsweg der Clarahütte ging es dann über die gewaltigen Umballfälle (Video siehe Google-Album, Link siehe unten) hinunter nach Ströden. Von dort fährt ein Bus stündlich zum Ausgangspunkt Virgen.

220 hm bergauf, 1400 hm bergab, 15,5 km, 7 Stunden gemütlich unterwegs


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Der komplette Weg von allen vier Tagen (zum Vergrößern anklicken)


Wikipedia schreibt:
Die Lasörlinggruppe liegt im Wesentlichen zwischen dem Virgental im Norden und dem Defereggental im Süden. Sie ist Teil der Venedigergruppe und bildet deren südöstlichen Teil.

Mehr Fotos von Tag 4 in meinem privaten Google-Album.

Außerdem Infos und Bilder zu dem Höhenweg in dem Beitrag von Chtranslap10

Literaturtipp:
Hüttentrekking Band 1 Ostalpen

Chtransalp10

Hallo Reinhard,
das freut mich, dass meine letztjährige Tourenbeschreibung dich motiviert hat, diese Tour ebenfalls zu gehen! Es ist ja eine Traumtour, wie du auch schreibst.
Dass Du ein Foto von mir verwendest - nichts dagegen einzuwenden, das habe ich ja in meinem Beitrag eingestellt. Aber dieses Foto zeigt den Aufstiegsweg rechts der Isel zur Clarahütte - da warst du gar nicht...   Ich gebe aber zu, es hat viel Ähnlichkeit mit dem Abstiegsweg von der Neuen Reichenberger Hütte- nur, dass das Tal dort um ein vielfaches breiter ist...
Freut mich auch, dass Deine Knie so eine Tour wieder mitmachen!!!