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Autor Thema: 12.07.20: Karwendel: Gemeinsam einsam auf den Laliderer Falk  (Gelesen 410 mal)

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Offline geroldh

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...oder: roBerge trifft hikr  :)
Ein Tourenziel von almrausch sollte endlich angegangen werden, hatte sie doch bereits vor einiger Zeit den Kontakt zu ADI gesucht.
Anlass hierzu war ein schöner Bericht mit vielen anregenden Fotos aus dem Sommer 2011: Laliderer Falk - von Norden aus dem Falkenkar
Ich hatte die Möglichkeit erhalten, mich dieser Tour anschliessen zu können - und mit Nic alias Schrofenkraxler gesellte sich eher zufällig ein weiterer Teilnehmer hinzu: Laliderer Falk - König der wilden Falken

Dass es nach der Kaltfront mit dem vielen Regen am Vortag kein “AKW” (d.h. Außerordentliches-Kaiser-Wetter) werden wird, war allen klar - doch sollte hier der Weg bzw. die angenehme Gemeinschaft das vorrangige Touren-Ziel sein.

Ausgehend vom (kostenfreien) Parkplatz “Johannestal” (ca. 950 m) geht es zum Aufwärmen auf einer Forststrasse bergan, bis am Falkenkarbach ein kleines Steiglein gefunden wird, das schweißtreibend durch die steile Nadelwald-Latschenzone in das Falkenkar hinauf führt. Unterwegs würde die Quelle die Trinkflaschen nochmals befüllen, dann geht es auch schon ohne Markierungen in die schrofig-felsige Nordwest-Flanke hinein. Hier gilt es das Gelände zu lesen - die wenigen Stoamandl geben eine gewisse Rückmeldung - und mit Umsicht steigen wir das steile Gelände hinauf, das mit vielen losen Steinen übersäht ist. Nun orientieren wir uns in südlicher Richtung, um weiterhin anspruchsvoll einen kleinen grasigen Sattel und von dort auf dem schuttigen Nordostgrat den Vorgipfel zu erreichen. Ab hier wird es noch etwas anspruchsvoller: Über brüchigen Fels wird leicht absteigend die steile Gipfelflanke gequert, um dann nach etwa fünf Stunden kurz nach Mittag den 2428 m hohen Gipfel des Laliderer Falk, den höchsten Meßpunkt in der Falkengruppe, zu erreichen. Kurz vor uns hat ein einheimisches Pärchen diesen über das Blausteigkar erreicht, später im Abstieg wird uns noch ein Einzelgänger überholen, der nach eigenen Angaben die Gratüberschreitung “von hintenrum” gemacht hatte.

Die Aussicht könnte durchaus beeindruckend sein, doch die Sonne läßt die Feuchtigkeit unter Gipfelnivau auskondensieren - und wir hocken zeitweise mitten in der Wolke, während unten das Rißtal von der Sonne ausgeleuchtet wird. Der Abstieg gestaltet sich mitnichten einfacher und steht völlig unter dem Motto “obe wia aufe…”. Am bereits wieder fast leeren Parkplatz wartet eine kühle hopfige Erfrischung auf uns, wir blicken zurück auf die immer noch eingenebelten Gipfelpartien - doch sind uns ganz sicher: schee war’s…

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Im Falkenkar - Blick auf den "Talschluss"

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Kurz vor dem Gipfel - Blick hinab ins Rißtal

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Am Nordostgrat - Blick auf den Turmfalk

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« am: 15.07.2020, 21:21 »

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oh sehr schön, daß steht auch schon seit langem auf meiner ToDo Liste...aber scheint Ihr habt nen besseren & leichteren Aufstieg gefunden als mein früherer Nachbar...und nein, das früher hat nix mit der Tour zu tun ;).

Grüße aus bella italia! Und plz more pictures!

Offline almrausch

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Mitnichten "leicht" da täuschen die Bilder. Hier noch zwei Bilder und da gingst durch hund4 Technisch nicht schwer aber konstant über lange Zeit im alpinen anspruchsvollem und heiklem weglosen Gelände.
Almrausch

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schöne Bilder...er hatte damals im Kar biwakiert aber die abends ausgeguckte Route entpuppte sich dann eher als bis zu 3+ Kletterroute großteils und sehr brüchig. Hat wohl da dann auch einiges mit Haken probiert und rumgeseilt, bis er letztendlich oben war...

Offline almrausch

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Das ist die Route des Av Führers, die sich im zweiten Bild eher rechts befindet. Wir sind von der Mitte nach links und dann wieder nach rechts gequert. Dann treffen die beiden Routen aufeinander. Das Pärchen hat gemeint über das Blausteigkar sei es zwar mehr Kletterei aber alles recht guter Fels. War eine 5* Tour auch ohne AKW. Viele Leute würden aber was anderes sagen da man so ein Gelände schon mögen muss. Ich war aber dann auch froh wie ich wieder unten im Kar war.
Almrausch