Dummy

Autor Thema: Chiemgauer Tourengeher kein Sinn für Naturschutz?  (Gelesen 4427 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Reinhard

  • Administrator
  • *
  • Beiträge: 4808
  • Geschlecht: Männlich
    • Hüttenwandern
Dass das Geigelsteingebiet ein brandheisses Thema für den Naturschutz ist, war mir eigentlich schon aus der Presse bekannt. Doch nun konnte ich dieses Tehma einmal persönlich erleben:

Dienstag bin ich mit einem Spezl von Osten auf den Geigelstein gegangen. Als wir uns der Wirtsalm näherten, sahen wir bereits die ersten Spuren, die vom Breitenstein hinunterführten. Später wurde erkennbar, dass es am Gipfel des Breitenstein nur so "wurlte" vor Tourengehern!

Ehrlich gesagt war wir schon leicht schockiert. Denn schließlich ist der Breitenstein im Winter für Tourengeher komplett gesperrt. Es dürfte sich niemand dort oben aufhalten, und es handelt sich unseres Wissens nicht um eine Empfehlung, sondern um ein gesetzliches Verbot zum Schutz der Natur.

Nun würde ich gerne wissen, ob es sich hier um reine Nichtkenntnis dieses Verbotes, oder um Gleichgültigkeit gegenüber den Vorschriften handelt, und bitte Euch diesbezüglich um Eure ehrliche Antwort. Zumindest ein Teil (hoffentlich keine roBergler) scheint zur zweiten genannten Gruppe zu gehören. Denn wie ich inzwischen erfahren habe, wurden beispielsweise aufgestellte Verbotsschilder von Unbekannten mehrfach geklaut!

Wer bisher zur ersten der genannten beiden Gruppen gehört, also nichts von dem Verbot wußte, den bitten wir an dieser Stelle dringend, künftig den Breitenstein im Geigelsteingebiet als Skitourenziel zu
vermeiden!


Und wer bisher zur zweiten Gruppe gehörte .....  >:( >:( >:(

Reinhard

roBerge.de

  •  
    •  
Werbung
« am: 03.03.2006, 07:35 »

Offline Christian M.

  • Team
  • *
  • Beiträge: 1850
  • Geschlecht: Männlich
  • The truth is out there
Re: Chiemgauer Tourengeher kein Sinn für Naturschutz?
« Antwort #1 am: 05.03.2006, 18:10 »
Servus Reinhard!
Ich glaube einfach, dass der Großteil der Leute einfach nicht weiss, dass der Breitenstein im Winter gesperrt ist. Steht ja doch die Tour, von Ettenhausen aus, noch in mehreren alten Skitourenführern.  :-\  Auch mir ist es erst seit kurzem bekannt.
Und ein paar wenige, die ignorieren es einfach. Denn wo man schon Jahrzehnte lang geht und fährt, verzichtet man ungerne darauf. Hab auch immer die Angst, daß ein paar "Spezial-Geheimwege" von mir bald gesperrt werden. Aber Du hast schon recht, die Natur geht eben vor!
Nur finde ich es schade, daß gerade in den letzten Jahren das Abseits der Piste so zugenommen hat. Und viele Leute einfach unvernünftig und dumm bei der Routenwahl sind. Und leiden müssen dann die drunter, die sich Jahre lang immer vernünftig verhalten haben.  :(
Trotzdem viel Spass beim Tourengehen.  :)
Gruss.
Christian
P.S. Vielleicht könnte man herausfinden, seit wann dieses Verbot besteht?

Offline Bergi

  • roBergler
  • Beiträge: 166
Re: Chiemgauer Tourengeher kein Sinn für Naturschutz?
« Antwort #2 am: 05.03.2006, 21:24 »
Servus,

ich gestehe ich hätte es auch nicht gewusst.
Hab mir den Nordhang vom Breitenstein schon oft angeschaut, bin dann aber doch immer rechts auf den Geigelstein abgebogen.
In meinem Steiger-Skitourenführer von 1996 steht er auch noch klar als Tour drin.
Im Rother Skiführer ist er als Wald-Wild-Schongebiet vermerkt.

Kann mir vorstellen, dass es viele einfach nicht wissen.
Hab auch noch nie ein Schild gesehen.
Wie soll also ein alter Tourenhase, der seine Touren nicht mehr aus Büchern raussucht, und nicht vor Ort die aktuelle Zeitung hat, es erfahren?

Ich will hier niemanden verteidigen.
Finde es wichtig solche Gebiete zu achten!

Kann mir vorstellen, dass ein Schild direkt vor Ort, also am "Einstieg" bzw. auch am Parkplatz am Besten wäre.

Hab so was auch schon irgendwo in unseren Vorbergen gesehen, weiß nur nicht mehr wo.

frohe Grüße

Bergi

Offline Bernhard G.

  • *
  • roBergler
  • Beiträge: 544
  • Geschlecht: Männlich
Wenn man Glück hat, sieht man ein Schild
« Antwort #3 am: 05.03.2006, 23:37 »
Hallo,

ich hätte es auch nicht wußt. Hab mich gewundert, warum nur der Geigelstein in den mir bekannten Tourenführern beschrieben ist.

Naturschutzgebiete werden werden nur dann geachtet (unverbesserliche Ignoranten mal ausgenommen, aber die sind zum Glück nicht in der Mehrzahl), wenn

1. die Gebiete bekannt sind

2. Alternativen bzw. naturverträgliche Routen aufgezeigt werden.

Am ehesten könnte man Tourengeher von Sperrgebieten fernhalten bzw. auf naturverträglichen Routen halten, wenn es eine kostenlose Broschüre gibt, wo die Sperrgebiete gezeigt werden und die natürverträglichen Routen beschrieben werden. Es gibt ja inzwischen einige Berge, wo der DAV die Schilder aufgestellt hat. So eine Broschüre, die all diese Informationen gebündelt enthält, sollte in jedem Sportgeschäft aufliegen. Wenn das Ding gut gemacht ist und als Tourenführer für diese Gebiete taugt, wird es auch gerne gelesen und die meisten Leute werden die Sperrgebiete achten. Oder gibt es sowas schon?

Herzliche Grüße,
Bernhard

Offline Kalle

  • roBergler
  • Beiträge: 30
  • Geschlecht: Männlich
    • alpic.net
Re: Chiemgauer Tourengeher kein Sinn für Naturschutz?
« Antwort #4 am: 06.03.2006, 14:46 »
vielleicht könnte man ja auch mal die idee anspinnen hier im forum bzw. auf der seite roberge eine karte mit den aktuellen sperrgebieten bereit zu stellen... weil internet hat doch heut fast jeder :)

nur mal so als idee :)

Offline faxe318

  • roBergler
  • Beiträge: 687
Re: Chiemgauer Tourengeher kein Sinn für Naturschutz?
« Antwort #5 am: 06.03.2006, 15:37 »
Wir sind auch schon von der Kampenwand rüber zum Geigelstein ohne zu wissen, dass man da (bis Ende April, glaub ich) zu bestimmten Zeiten nicht gehen soll. Schilder haben wir dann erst unten in Sachrang gesehen (und waren zufällig kurz nach Wiederöffnung unterwegs). Insofern werden es viele sicher nicht wissen.
Schönen Gruß, Faxe

Offline Reinhard

  • Administrator
  • *
  • Beiträge: 4808
  • Geschlecht: Männlich
    • Hüttenwandern
Re: Chiemgauer Tourengeher kein Sinn für Naturschutz?
« Antwort #6 am: 06.03.2006, 21:51 »
Zu Christians Frage, seit wann das Verbot besteht:

Das Gebiet ist seit 1991 ein Naturschutzgebiet. Die Verordnung legt genau festlegt, wo Ski gefahren werden darf und wo nicht. Sie hat Rechtskraft. Wenn die Behörden wollten, könnten Sie Geldbußen verhängen.

Offline Bernhard G.

  • *
  • roBergler
  • Beiträge: 544
  • Geschlecht: Männlich
Re: Chiemgauer Tourengeher kein Sinn für Naturschutz?
« Antwort #7 am: 07.03.2006, 07:23 »
Hallo Reinhard,

könnstest Du diese Seite anders verlinken? Mir ist sie bis jetzt nicht aufgefallen.

Genau solche Info sollte das Bayrische Umweltministerium gesammelt in eine Bröschüre rausgeben, mit gescheitenTourenbeschreibungen und Kartenausschnitten. Wenn dafür kein Geld da ist, können sie sich die Ausweisung von solchen Gebieten gleich sparen - oder sie machen es nur um der Habitatrichtline der EU genüge zu tun. Denn diese Gebiete machen nur Sinn, wenn sie geachtete werden. Und das erreicht man am besten durch Information und konstruktive Vorschläge.

Und wenn sich dann die Leute immer noch darüber hinweg setzen, müssen halt Busgelder verhängt werden. Aber wenn ich jetzt z.B. da aus Unwissenheit in so ein Gebiet reinrennen würde und ein Busgeld bekäme, würde ich mich sehr ungerecht behandelt fühlen - egal wie das rechtlich zu bewerten ist.

Herzliche Grüße,
Bernhard

Offline Reinhard

  • Administrator
  • *
  • Beiträge: 4808
  • Geschlecht: Männlich
    • Hüttenwandern
Re: Chiemgauer Tourengeher kein Sinn für Naturschutz?
« Antwort #8 am: 07.03.2006, 07:45 »
Servus Bernhard udn alle anderen!

"Anders verlinken" - wo würdest Du denn diese Seite gern sehen?
Sie befindet sich unter "Chiemgauer Alpen - Geigelstein - Geigelstein naturverträglich".
Allerdings fehlten bisher einige Dinge, und das Breitenstein-Problem war bisher nur am Rande erwähnt.
Du konntest also nicht viel finden!

Die Broschüren gibt es teilweise bereits, sie werden vom Alpenverein herausgegeben.
Hier gibt es einen Teil der Broschüren zum Downloaden:
http://alpenverein.de//template_loader.php?tplpage_id=105#bergsport%20winter

Das Projekt ist hier beschreiben:
http://alpenverein.de//template_loader.php?tplpage_id=51


Sobald wir etwas mehr Zeit haben, werden wir versuchen alles bei roBerge gut sichtbar unterzubringen

Offline Bernhard G.

  • *
  • roBergler
  • Beiträge: 544
  • Geschlecht: Männlich
Re: Chiemgauer Tourengeher kein Sinn für Naturschutz?
« Antwort #9 am: 07.03.2006, 07:50 »
Hallo Reinhard,

ich hätte sie unter Skitouren gesucht.

Herzliche Grüße,
Bernhard

Offline Schneeschuh

  • roBergler
  • Beiträge: 79
  • Ich liebe dieses Forum!
Re: Chiemgauer Tourengeher kein Sinn für Naturschutz?
« Antwort #10 am: 08.03.2006, 18:02 »
Nur folgende Geschichte von mir dazu:
Ich war letzten Herbst am Breitenstein und dachte mir, das wäre wohl eine ganz nette Tour (hinten durchs Kar). Beim Studieren der Schilder war mir aber dann nicht ganz klar, ob der Bereich gesperrt ist, oder nicht. Soweit ich das in Erinnerung habe war der betreffende Bereich nämlich weiß eingezeichnet.
Weil ich mir unsicher war habe ich dann an der Bergstation den Chef gefragt. Seine Auskunft: dieser Bereich ist frei zugänglich, die Naturschutz-Zone betrifft nur den Geigelstein. Er würde mir aber lawinen-technisch abraten ........

Tja, wenn es der nicht einmal weiß ....

Außerdem finde ich, dass die Schilder idiotensicher sein sollten. Sprich: man sollte beim ersten Hinschauen gleich erkennen, was Sache ist. (Dann hätte ich es auch gleich kapiert.)

Offline Schneeschuh

  • roBergler
  • Beiträge: 79
  • Ich liebe dieses Forum!
Re: Chiemgauer Tourengeher kein Sinn für Naturschutz?
« Antwort #11 am: 08.03.2006, 18:08 »
Habe mir gerade die Infos vom Alpenverein dazu angeschaut. Eine Liste der Schutzzonen mit Karten kann ich nicht finden. Wohl aber rühmt man sich ausführlichst des Projekts und seines berühmten Paten. Das finde ich leider bezeichnend.

Offline Reinhard

  • Administrator
  • *
  • Beiträge: 4808
  • Geschlecht: Männlich
    • Hüttenwandern
Re: Chiemgauer Tourengeher kein Sinn für Naturschutz?
« Antwort #12 am: 13.03.2006, 20:55 »
Zum Beitrag von Schneeschuh:

Zitat
Ich war letzten Herbst am Breitenstein und dachte mir, das wäre wohl eine ganz nette Tour (hinten durchs Kar). Beim Studieren der Schilder war mir aber dann nicht ganz klar, ob der Bereich gesperrt ist, oder nicht. Soweit ich das in Erinnerung habe war der betreffende Bereich nämlich weiß eingezeichnet.
Weil ich mir unsicher war habe ich dann an der Bergstation den Chef gefragt. Seine Auskunft: dieser Bereich ist frei zugänglich, die Naturschutz-Zone betrifft nur den Geigelstein. Er würde mir aber lawinen-technisch abraten ........
Tja, wenn es der nicht einmal weiß ....

Es kann natürlich auch ein anderer Hintergrund für diese Auskunft gewesen sein - ohne dass ich denjenigen Herrn von der Bergstation kenne, ihm nahetreten oder jemandem etwas voreilig zuschieben will. Aber Tatsache ist, jedenfalls, dass ein Großteil der Einheimischen strikt gegen die Verordnungen der Behörden ist und nichts davon hält. Das hat sich ja auch in einer Veranstaltung herausgestellt, die der Alpenverein letztes Jahr (soviel ich weiss in Schleching) abgehalten hat. Und Tatsache ist auch, dass mehrmals Schilder, welche die Tourengeher in bestimmte Bahnen lenken soll, von Unbekannten entfernt wurden.

Ich halte es für möglich, dass die Behörden sich dies auf Dauer nicht gefallen lassen werden ....