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Autor Thema: Irgendwo an der Traun am 27.03.2020  (Gelesen 331 mal)

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Offline BFklaus

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Irgendwo an der Traun am 27.03.2020
« am: 27.03.2020, 21:18 »
Aus Rücksicht auf Joachim Herrmann, Ilse Aigner, Markus Söder, die Bayerische Bergwacht, den Deutschen Alpenverein und wen weiß ich noch alles, bin ich heute mal an der Traun spazieren gegangen. Statt einer T2-/T3-Hochrisiko-Tour in schwindelerregender 1000-Meter-Höhe, wie am Dienstag, suchte ich die Niederungen der Traun auf. Der (noch) nicht auf OSM kartierte Pfad soll hier nicht verraten werden, um möglichen Nachahmern kein falsches Signal zu senden. ;)

Vom Stadtzentrum bis zur Traun hatte ich große Mühe, auf den normalbreiten Gehwegen den geforderten Mindestabstand von 1,5 m einzuhalten, besonders dann, wenn junge Leute entgegen kamen oder Familien mit Hund.

Der Einstieg in meine Rundtour ist gut versteckt. Ein querliegender Baum bildet eine zusätzlich Barriere.
 
01_Einstieg.jpg


Bald war eine kleine Anhöhe am Steilufer erreicht, die „Schlüsselstelle“ meiner Tour. Üblicherweise schaukele ich dort ein paar Runden über dem wahnsinnig tiefen, eiskalten Wasser, um meinen Adrenalinspiegel in die Höhe zu treiben. #hihi#
Aus Rücksicht auf die Notfallorganisationen, das Klinikum Südostbayern und die potenziell ersthelfenden Zuschauer am anderen Traun-Ufer verzichtet ich schweren Herzens auf diesen Kick.
 
02_Schaukel.jpg


Die recht einsame Uferlandschaft gefällt offenbar auch einem Biber, der sich einen ziemlich dicken Baumstamm vorgenommen und vermutlich irgendwann frustriert aufgegeben hat. :(
 
03_Biber_1.jpg


Wenige Meter weiter war der Nager dann fast erfolgreich. Leider hat sich der gefällte Baum im Wipfel eines Nachbarbaums verheddert, sodass das arme Tier sicher eine ganze Nacht umsonst genagt hat. :( :(
 
04_Biber2.jpg


Nach einer lockeren Runde in einem ufernahen Bärlauchparadies stieg ich zum bewaldeten Rücken des Steilufers hoch. Oben zeigt sich lehrbuchmäßig, wie Wald sein könnte und wie er zunehmend ist: Links sieht man die Reste eines lichten Laubwalds, rechts die modernen Holzplantagen der Forstindustrie, ein Jammer.
 
05_Wald_vs_Holzplantage.jpg


Natürlich kann ich ein paar Tage, vielleicht sogar Wochen, ohne Berge auskommen. Wer aber glaubt, dass die Ausgangsbeschränkungen nach zwei Wochen aufgehoben werden, ist mehr als realitätsfremd. Wir werden noch viele Monate mit Einschränkungen leben müssen, ganz sicher aber so lange, bis wirksame Medikamente oder ein Impfstoff bereit stehen.
Ich werde also weiter in die Berge gehen, über einsame Steige auf möglichst menschenleere Gipfel, denn: "Ein Leben ohne Berge ist möglich, aber sinnlos." (Frei nach Loriot)

PS: Analog zur derzeitigen Ausgangsbeschränkung werde ich meine Beiträge bis auf Weiteres mit einer Diskussionsbeschränkung versehen.
Ich sehe nicht ein, warum ich mich von einem selbst ernannten Hüter der Bergsteigermoral als verantwortungsloser Egoist beschimpfen lassen soll. Wer mit mir diskutieren möchte, kann gern eine (höfliche) PM schicken.

roBerge.de

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« am: 27.03.2020, 21:18 »