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Auf der Alm und im Tal

Glücklich leben als Selbstversorger

Autor / Autoren:

»Martina Fischer, Dorothea Steinbacher«

Buchbild

Beschreibung:


Martina Fischer, Jahrgang 1972, ist gelernte Krankenschwester und Ernährungsberaterin. Sie lebt mit ihrem Mann in einem alten Bauernhaus im Chiemgau und versorgt sich aus Überzeugung das ganze Jahr über so weit wie möglich selbst. Während die beliebte Autorin den Sommer über die Alm bewirtschaftet, Kühe mit der Hand melkt und zwei ungestüme Bergziegen im Zaum hält, geht ihr Mann auf die Jagd, verwurstet Wildfleisch oder bringt die Ernte im heimischen Garten ein. Birkensaft zapfen, wilde Beeren und Kräuter sammeln, buttern und käsen, Nüsse und Holunder verarbeiten - dieses Buch enthält viele Geschichten, Rezepte und praktische Anleitungen, die Lust machen, sich mit den Gaben der Natur selbst zu versorgen.

Dorothea Steinbacher studierte Kunstgeschichte und Volkskunde. Sie lebt mit ihrer Familie am Chiemsee. Aufgewachsen mit den ländlichen Traditionen des bayerischen Südens, beschäftigt sie sich vor allem mit der Alltags- und Kulturgeschichte der "einfachen Leute". Als Autorin ist es ihr ein besonderes Anliegen, die Spuren alten Brauchtums in unserer modernen Welt als spannende Phänomene aufzuzeigen, die uns über Jahrhunderte hinweg mit unseren Vorfahren verbinden.

Inhaltsverzeichnis:


Inhalt:
Was bisher geschah
Neues Jahr - neue Alm
Der Selbstversorgerfrühling
Unsere Wurzeln
Bald geht's los! Die letzten Vorbereitungen
Almauftrieb
Franz geht auf die Jagd
Hochsommer auf der Alm
Ein Schlachtfest wie früher
Wieder daheim
Wie geht's weiter?
Glossar
Rezepte von A bis Z
Literatur und nützliche Adressen

Aus dem Inhalt:

Ausschnitt aus dem Kapitel "Was bisher geschah":

DIe Rampoldalm in Sichtweite des Wendelsteins war meine erste Erfahrung und eine gute Schule. In traumhafter Lage - mit weitem Blick über den gesamten Chiemgau, wie man auf einem “Balkon” der Berge hoch über Wiesen, Wäldern und Seen - genoss ich meine ersten Almsommer, durchlebte aber auch Momente der Verzweiflung und Tage der kompletten Überlastung. Täglich die Milchmengen von zwei glücklichen Milchkühen verarbeiten, in stundenlangen Wanderungen 50 Stück Jungvieh auf einer riesigen Almfläche rund um den Berggipfel finden und zählen, viele Wanderer bewerten, die ersten zaghaften Versuche, eigenen Käse zu machen, buttern, Topfen herstellen, Brot backen, schwenden - also Disteln und sonstigen unerwünschten Bewuchs entfernen -, Brennnesseln mähen, Stall und Hütte sauber halten, 4 Monate lang jeden Tag um 4:30 Uhr aufstehen und meist nicht vor Mitternacht zum Schlafen kommen - und dabei noch Rückschläge verkraften zu müssen wie eine tödlich abgestürzt abgestürzte Kälbin, eine verrückte Ziegenherde, versiegende Brunnen im Hochsommer und Schnee im Juni -, all das forderte mich ungemein und zeigte mir neben der Härte des Almlebens auch meine eigenen Grenzen auf.

Die Rampoldalm liegt auf gut 1200 m Höhe, vom Tal aus ist sie mit dem Mountainbike in einer guten Stunde zu erreichen. Deshalb kommen abends oft doch Wanderer oder Bergradler auf die Alm, nach Feierabend, und wollen bewertet werden. Da hatte ich wenig freie, stille Zeit für mich. Diese erste Almsaison infizierte mich aber trotz aller Widrigkeiten mit dem Almvirus. Und den werde ich vermutlich mein Leben lang nicht mehr los.

Die drei Almsommer im Wendelsteingebiet waren für mich ein Traum. Ich hatte entdeckt, was mich glücklich macht im Leben, und ich wollte besser werden und dazu lernen. Deshalb blieb ich im Jahr darauf im Tal, um meine Heilkräuterausbildung abzuschließen. Nach dem Jahr Pause war die Rampoldalm dann besetzt: die jüngste Tochter des Almbauern war ab jetzt die Sennerin. So musste ich mir eine neue Stelle suchen. Auf der Alm gilt das ungeschriebene Gesetz, dass eine Sennerin so lange bleiben darf, wie sie will - natürlich nur, wenn Sie mit den Almbauern gut auskommt. Das tat ich zwar, aber die Fortbildung war mir wichtig gewesen. Ich schickte den Wunsch nach einer neuen Almstelle ins Universum - und prompt traf ich zufällig einen Almbauern, der mich für seine Almen auf dem Laubenstein brauchen konnte.